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Pflege zu Hause, bin völlig überfordert

llea;naD-BurgTfesxt hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ich wende mich an euch, weil ich momentan völlig überfordert bin, und weil ich absolut in der Luft hänge.

Unerwartet ist meine Oma ein Pflegefall geworden ( Pflegestufe ist noch nicht bekannt, da sie derzeit noch in Reha ist). Sie hatte einen Schlaganfall, und befindet sich in Reha, die bis jetzt noch keine Veränderung, Verbesserung brachte. Sodass man davon ausgehen kann, dass sie ein Pflegefall bleibt. Momentan ist sie noch halbsseits gelähmt. Der Arm funktioniert gar nicht mehr, das Bein ebenfalls nicht, allerdings kann sie mit Hilfe stehen und mit Hilfe das Bein ( schlecht) bewegen.

Nun ist es so, dass zu Hause drei bzw. zwei einhalb zur Versorgung zu Verfügung stehen. Einen ambulaten Pflegedienst ist aber notwendig.

Es ist so, dass meine Eltern, die die Hauptpflege übernehmen würden, noch arbeiten müssen. Meine Mutter nur wenige Stunden am Tag. Morgens soll der Pflegedienst kommen und ich soll in dieser Zeit, mithelfen, anwesend sein und in der Zeit wenn meine Eltern nicht da sind, nach ihr "schauen".

Nun ist es so:

Wie lange bleibt ein Pflegedienst in der Regel da? Kommt der nur zum Waschen? (Denn darum geht es hauptsächlich) Und ist in einer halben Stunde wieder weg?

Ich würde dann von der Rest von der Zeit "alleine" mit ihr sein. Jetzt kommt das Problem, was mir unheimliches Kopfzerbrechen bereitet. Was mache ich, wenn mal was ist? Sprich, sie sitzt unbequem... Muss auf die Toilette... Wenn sie Inkontinenzmaterial benötigt, und da läuft mal was aus, oder muss frisch gemacht werden, wie mache ich das?

Wenn da niemand anderes da ist, der mir hilft, schaff ich das einfach nicht :°(

Ich bin körperlich nicht dazu in der Lage. Ich will ihr ja helfen und will auch da sein. Aber verantwortlich und eigenständig kann ich das nicht :|N Es dreht sich nicht um die Handgriffe (die hab ich mal gelernt) es dreht sich um meine eigene Erkrankung, mit der ich körperlich, kräftemäßig sehr eingeschränkt bin.

Meine Eltern können nicht aufhören zu arbeiten, meine Mutter schafft das auch nicht alleine. Sonst ist niemand da, der das machen könnte. Ich glaube kaum, dass sie eine hohe Pflegestufe bekommt, da sie weder verwirrt noch bettlägerig ist. Es dreht sich nur um das Versorgen. Ein Pflegebett bekommt sie auch keines. Wir müssen selbst eines kaufen.

Kann mir jemand einen Rat geben? Vielleicht einen Tipp was man machen kann? Beantragen kann? Ich muss dazu sagen, sie ist fast blind und fast taub. Aber geistig völlig fit. Und sitzen kann sie auch. Nur nicht laufen und den Arm bewegen.

Danke schon mal für eure Zeit @:)

Antworten
SXchlitrzaugYe67


Da sollte man sich wirklich beraten lassen. Was sagt denn der soziale Dienst der Klinik? Ansprechen.

Krankenkasse ansprechen. Wie ist es mit einem Heim?

Wenn niemand wirklich die Pflege übernehmen kann oder alle Beteiligten nach 4 Wochen auf dem Zahnfleisch kriechen, sollte man sich eine professionelle Pflege wirklich überlegen. Daran ist nichts verwerfliches.

Die liebe ungestresste Familie im Heim regelmäßig zu Besuch zu haben ist besser, als nervlich belastete Angehörige, die sich auch noch vielleicht in die Haare kriegen, weil sie die elementarsten Pflegesachen zu Hause nicht geregelt bekommen. Und ein Pflegedienst zu Hause ist ein paar Minuten da – und schon wieder wech...

Man könnte auch eine Pflegerin aus Polen organisieren, sofern man das finanziell schafft. Ich kenne 2 Familien, die das gemacht haben. Die gepflegte Omas dabei sind glücklich, die Familien sind entspannt und beide Familien haben ihre Pflegenannys bereits in die Familie integriert. Alle sind happy.

lqeana-B[u\rgfexst


Schlitzauge, ein Heim ist nicht vorgesehen – sie will auch nicht ins Heim.

Meine Eltern würden es ja nur zeitlich nicht schaffen. Es dreht sich ja nur um die Zeit morgens ( von ca 8-11 Uhr) in der ich eben alleine mit ihr wäre. Den Rest schafft meine Mutter über Tag. Bzw. mit mir oder eben mit meinem Vater.

Klar momentan läuft jeder auf dem Zahnfleisch, ich denke das dürfen wir auch ruhig, die Situation kam Knall auf Fall.

Soweit wir es eben wissen, wird morgens ein ambulanter Pflegedienst kommen. Aber wie und wann und wie lange das wurde uns nicht gesagt.

Momentan dreht es sich um eine Verlängerung der Reha, wenn diese nicht verlängert wird, kommt sie nächste Woche nach Hause. Und erst dann können wir alles in Angriff nehmen.

Ich weiß, dass man nichts planen kann, momentan müssen wir alle abwarten. Aber es wäre schön, wenn mir jemand schreiben würde, wie es bei euch funktioniert. @:)

b}eetlejUuicex21


Also angenommen ihr bekommt PS2 was ich realistisch finde, bei 3 ist man wirklich bettlägerig und mehr (evtl gibts daher auch nur PS 1) dann erhält deine Oma einen monatlichen Betrag Pflegegeld (hab die Sätze jetzt nicht so im Kopf) aber bei PS 1 glaub ich so knapp 400 Euro? Dafür kann man nen Pflegedienst anstellen, aber der wird sicher nur zum Pflegen morgens kommen, also einmal "komplettprogramm". Der bleibt auch keine 4 Stunden bei dir, wenn du das willst, dann zahlst du locker mal das doppelte und mehr drauf.

Ich weiß jetzt nur das "wir" (also ich arbeite in nem Intensivpflegedienst) 24 Euro pro std kosten. Du merkst da kommt man mit 400 Euro nicht weit. Wie gesagt die Sätze hab ich nicht im Kopf. Bei Pflegeleistung gibts auch mehr Geld als wenn man es sich in die Tasche als Geldleistung stecken würde.

Aber wenn ihr meint die Oma kann man keine Sekunde mehr allein lassen, dann ist das bei 2 berufstätigen und dir (du machst ja sicher auch noch was außer daheim sein?) ne echt große Bürde und ich würde mir gut überlegen ob das zu Hause machbar ist.

Ich denk immer: Lieber 3 mal die Woche mit freuden in nem Altenheim besucht als jeden Tag mit trauriger oder fertiger Miene denjenigen zu sehen der einem nur zur Last geworden ist obwohl man ihn so lieb hat.

hqighexr


bei uns hat es gar nicht funktioniert.

Der Pflegedienst kam bei uns wirklich nur für die Aufgaben die bewilligt waren.

Also waschen und Frühstück machen etc. und ist dann gleich wieder gefahren.

S!ilve$rPearxl


Vielleicht hilft Euch das hier weiter: [[http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/meldung/Pflege-zuhause-Sonderurlaub-fuer-die-Pflege--1714233-2714233/]]

Seit Juli gibt nämlich neue Gesetze, wenns ums Pflegen enger Familienangehöriger geht. *:)

l^eanga-B8urgfesxt


beetlejuice, danke für deine Antwort :-)

Also ja, alleine lassen kann man sie noch – sie ist ja nicht dement und nicht ganzkörper behindert.

Würde man aber nach ihren jetztigen Stand ausgehen ( und der würde evt. so bleiben) kann sie sich nicht mal alleine waschen, anziehen, geschweige denn kochen.

Oh Gott als Last will ich sie nicht bezeichnen :°( sie soll auch keine Last sein :°(

Was meinst du mit Komplettprogramm?

Meine Mutter ist ja nur geringfügig arbeiten. Also 2-3 Stunden pro Tag. Und alleine ist sie nicht, da ich ja noch da bin. Ich kann momentan nicht arbeiten. Ich bin chronisch krank und musste nun auch andere Schritte einleiten.

Alleine kümmern kann ich mich nicht, das kann ich beim besten Willen nicht. Wir stellen uns das momentan eben so vor, dass ich morgens nur nach ihr schauen soll, also öfters am Morgen rüber gehen, ihr mal was erzählen, den Pflegedienst unterstützen, ihr ein bisschne aufräumen, Bett machen und sie unterhalten.

Aber mal ehrlich – ich hab in einem Altenheim gearbeitet. Das wird doch nie und nimmer nur das sein. Allein schon, wenn sie unbquem sitzt, irgendwas undicht wird, sie kippt sich mal etwas über... muss umgezogen werden. Das körperlich, sie rumheben, sie umziehen ect... das kann ich nicht :|N darum geht es mir.

Unsere Vorstellung war eben, dass der Pflegedienst in der Regel morgens da ist, über einen längeren Zeitraum, und ich eben nur noch wenig Zeit alleine mit ihr hätte. Wenn ich nun das lese, dass die morgens nur kurz da sind :-o :-o

Ich weiß nicht wie das gehen soll :°( Ins Heim kann sie niemand bringen. Jeder würde sich Vorwürfe machen.

tzajt.ua


Ich glaube kaum, dass sie eine hohe Pflegestufe bekommt, da sie weder verwirrt noch bettlägerig ist.

Man muss weder verwirrt noch bettlägerig sein, um eine Pflegestufe zu bekommen.

Ohne genaues zu wissen würde ich tippen, dass sie eine zwei bekommen wird. Ist eine typische Einstufung für eine Hemi nach Schlaganfall bei einem älteren Menschen

Ein Pflegebett bekommt sie auch keines. Wir müssen selbst eines kaufen.

Wer sagt das?

Wer auch immer euch diese Auskunft gegeben hat, scheint nicht sehr qualifiziert zu sein.

Wenn der MDK kommt um deine Oma zu begutachten, wird unter anderem geguckt, ob eine Verbesserung des häuslichem Umfelds nötig und angebracht ist. Wenn ein Pflegebett bei der Versorgung deiner Oma nötig oder hilfreich ist, wird die Pflegekassen ein übernehmen.

Lasst euch bitte umgehend vor Ort beraten... hier bei uns gibt es eine Pflegeberatungsstelle, die solche Dinge klären können.

lueana-JBurSgfest


@ silver Pearl,

der Link ist super. Vielen Dank. Den zeig ich morgen meiner Mutter :)z

lDeaTna-B'urgf}exst


Tatua, Danke dir für dein Hilfe. Den ambulanten Pflegedienst bei uns hat gesagt, er kommt direkt ohne Probleme, wenn meine Oma wieder da ist.

Wir mussten uns in der Reha an den sozialen Dienst wenden, und dort hieß es, sie kann aufstehen ( mit Hilfe) und deswegen bekommt sie kein Bett bezahlt.

Rezepte gibt es erst bei Entlassung, und da entscheidet der Arzt erst was notwendig ist. Laut ihm, man wisse ja nicht wie es in einer Woche aussieht.

So, ich versuch mich nur darauf vorzubereiten, wenn sie tatächlich nächste Woche Heim kommt.

Umbauen müssen wir bis dahin auch noch...

tea.tua


dann erhält deine Oma einen monatlichen Betrag Pflegegeld (hab die Sätze jetzt nicht so im Kopf) aber bei PS 1 glaub ich so knapp 400 Euro? Dafür kann man nen Pflegedienst anstellen

Das Pflegegeld bei PS1 ist derzeit225€ und das gibt es, wenn man die Pflege selber organisiert, durch Verwandte /Freunde/Nachbarn.

Wenn ein Pflegedienst einspringt zahlt die Pflegekasse die Sachleistung von derzeit 440€ an den Pflegedienst.

Wenn die von euch gebuchten Einsätze mehr kosten, wie 440€ muss die Differenz von euch privat getragen werden – ihr seit quasi der Auftraggeber.

Wenn der Pflegedienst nur ab und an kommen soll und ihr den Rest der Pflege selber macht gibt es noch die Kombileistung, da wird wenn der Pflegedienst z.B. 50% der 440 Euro ausschöpft, an euch 50% des Pflegegelds ( also 112,50€) ausgezahlt-

Bei PS2 oder 3 sind die Werte ensprechend höher.

[[http://www.pflegestufe.info/]]

Da finden sich viele Infos, die für euch wichtig sind @:)

l]eana-VBurxgfest


Danke tatua, dieser Link ist wirklich Gold wert :)^

tMatuxa


Wir mussten uns in der Reha an den sozialen Dienst wenden

Diese Idioten >:(

Mir hat man da auch schon mal Schmankerln erzählen wollen...Wenn ich meine Toilette nicht erreichen kann, reicht als Dauerlösung ein Toilettenstuhl im Wohnzimmer und ähnliche Scherze.

Ihr könntet evtl. ein Pflegebett leihen und dann bei der Begutachtung ansprechen, dass ein Pflegebett nötig ist.

Ich kann auch mit Rollator in der Wohnung gehen und trotzdem will mir der MDK bzw, der beratende Pflegedienst dauernd ein Pflegebett aufschwatzen ;-)

Ich will nur keins – die sind echt unsexy ;-D %-|

lTeanaF-Burg8fest


Ach tatua, danke dir für deine Zeit, ich bin echt froh, dass ich hie soviele Antworten bekomme.

Ich könnte momentan nur heulen.

Ich mach mir da echt Gedanken darum, wenn der Pflegedienst nur kurz morgens da ist, und was ich dann mache, wenn ich alleine bin und sie kippt sich etwas über. Was mache ich, wenn sie schlafen will oder ins Bett, in den Sessel oder raus, oder oder oder....

Solche Sachen zerbrechen mir den Kopf...

Im Moment ist mit meiner Familie aber nicht zu reden :°(

b=eet3lejxuiWcex21


Jo tatua die 440 Euro für PS1 bei Sachleistung hatte ich im Kopf... bei Geldleistung gibts etwa die Hälfte.

Ich meinte mit "Komplettprogramm" halt Waschen, oder Duschen, anziehen helfen, evtl Frühstück machen.... also max 45 Minuten... und das ist viel, da würde bei PS 2 sicherlich das ganze Geld bei drauf gehen.

Überlegt es euch gut, wir haben meine Oma auch bei uns gehabt (als ich zwischen 11 und 22 Jahre alt war) nach Magenkrebs und Total OP mit 85 Jahren anfangs. Auch PS2.... und es war nicht so sehr das körperliche, sie konnte ja noch laufen und so... aber psychisch... es ist nicht ohne wenn man planen muss wann man einkaufen gehen kann, denn sonst brennt es wenn man wieder kommt (sie war am ende auch arg dement).... und ganz ehrlich egal wie es dir jetzt geht, verplan dein leben nicht für jahrelang daheim bei Omi und Mutter.... es ist hart, ich bin mit 19 ausgezogen ich konnte nicht mehr.

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