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Pflege zu Hause, bin völlig überfordert

tqamtua


@ leana

ich fühle mit euch.

Ich kenne die Situation gut – nicht als Familienmitglied sondern als diejenige, die plötzlich sehr eingeschränkt aus einer Reha entlassen wird und sich irgendwie um alles kümmern soll. Man weiß gar nicht, was man zuerst und zuletzt machen soll.

Es gibt so viel zu regeln und zu planen und man fühlt sich oft sehr alleingelassen

Ich hab damals einige falsche Entscheidungen getroffen. Mich mit schlechten oder keinen Hilfmitteln abgefunden und falsche Auskünfte hingenommen, weil ich dachte, dass muss wohl so sein und das wird schon stimmen.

Lasst euch Zeit – auch wenn ihr glaubt keine zu haben. Wenn es mehrere Pflegedienste gibt – vergleicht sie – vom Angebot und auch vom Preis. Fragt nach Flexibilität und nach zusätzlichen Angeboten. Guckt, welche Hilfmittel euch unterstützen können.

Es gibt Spezialrollatoren für Halbseitengeähmte. Vielleicht kann deine Oma ein paar Schritte damit bewältigen. Hat sie einen Rollstuhl... ist die Wohnung ebenerdig? Falls ja und wenn du wenig Kraft zum Schieben hast, könnt ihr bei der Kasse eine Schiebehilfe beantragen. (Ein Gerät, dass beim Schieben Kraftunterstützung gibt. Was ist mit ambulanter Physio – und noch wichtiger... Ergotherapie. Die machen auch Hausbesuche und können helfen die Alltagssituation zu ordnen.

Ganz wichtig... Ist die Schwerbehinderung beantragt? Falls nein, bitte so schnell wie möglich nachholen! Die Anerkennung der Schwerbehinderung ist Eintrittsskarte für viele andere Hilfen und Leistungen.

Alles Gute für euch und frage ruhig nach, wenn du mehr wissen willst :)_

l/e"ana-Burdgfesxt


Ich danke euch wirklich @:)

beetlejuice, ich bin selbst erst Mitte 20 hab Nachwuchs... Und bin selbst krank. Wenn ich selbst nicht eingeschränkt wäre, wäre dass kein Problem aber so mache ich mir einen Kopf. Denn aufhören zu arbeiten kann meine Mutter nicht und will sie auch nicht – sie braucht auch das Geld.

Tatsache ist, ich kann sie auch nicht hängen lassen. Ich würde nicht mehr in den Spiegel schauen können, wenn ich nicht das tun würde was in meiner Macht steht.

Tatua, das tut mir sehr leid für dich. Wie geht es dir denn heute?

Ich werde morgen mit meiner Mutter reden müssen, die schiebt momentan gern alles etwas weg, will erst abwarten, will keine "Notfallpläne" schmieden.

lFea-na[-BuYrgfesxt


Achja nach Schwerbehinderung – Antrag hab ich vorhin auf gefragt... Weiß sie nicht, auch da wird wieder abgewartet.

Ich zeig ihr morgen die Links von hier, die sind wirklich super. Danke nochmal. Und auch hab ich einen online Shop für Pflegehilfsmittel gefunden, da kann man auch mal schauen.

Ich hoffe, alles wird gut, dass jeder gut damit leben kann :-|

S:chli5tz>auge@6x7


Kein Pflegedienst der Welt wird länger bleiben als die paar Minuten, die sie eben bei der entsprechenden Pflegestufe haben. Wer einmal im ambulanten Pflegedienst gearbeitet hat, weiß, wie die rumhetzen müssen. Dazu noch bescheiden bezahlt. Und da bleibt kaum mal Zeit für ein persönliches Gespräch.

Eine Bekannte mit Halbseitenlähmung kann auch nach 3 Jahren noch nichts ohne Hilfe machen. Und die haben jeden Tag eine Physiothapeutin, die mit ihr Übungen macht. Man schaue sich Gabi Köster an, wie es der nach ihrem Schlaganfall geht – und die ist noch jung.

Besserungen sind nur mit tierischem 'Aufwand verbunden, da nützen auch 2 Wochen weitere REHA nicht sooo viel.

In einem Heim wäre aber die Möglichkeit der Physiotherapie schon mal einfacher (da bereits im Haus).

Du bist ja jetzt schon überlastet, mit den Nerven blank. Deine Mutter will nicht aufhören zu arbeiten? Dafür wird sie schon ihren Grund haben. Aber es ist erst einmal IHRE Mutter – und erst einmal in ihrer Verantwortung, etwas zu organisieren. Du bist doch auch krank, wieso willst Du die Opferpflicht übernehmen??

lSean0a-BRurFgfesxt


Schlitzauge, du verstehst etwas falsch. Ich will nicht die Oberpflicht übernehmen. Das KANN ich auch überhaupt nicht :|N

Klar liegen meine Nerven grade blank Schlitzauge, ich denke das ergeht jedem so. Meine Oma ist mir ein sehr wichtiger Mensch. Und ich fühle mich verpflichtet, sie hat mir auch immer geholfen wo sie nur konnte. Meine Kinder hängen an ihr. Ich sah sie bis jetzt jeden Tag ( wir wohnen ja auch alle in unmittelbarer Nähe). Wir haben eben ein Leben in Generation. Sie lies mich nie hängen, und ich will sie nun auch nicht hängen lassen. Das ist doch verständlich, oder? :°( Ich will das machen was ich kann. Und ich weiß, was ich nicht kann, und deswegen frag ich ja nach wie es mit der ambulanten Pflege ist. Ich bin auch am überlegen, wie wir dieses Problem ( alleine sein mit ihr) geregelt bekommen, sodass es meiner Oma noch gut geht.

Und mal ganz ehrlich, in welchen Heim ist denn schön!! Ich hab dort selbst mal gearbeitet, bis meine Krankheit mich daran hinderte. Sowas wollte ich nie für meine Oma...

Sie hat mich mit großgezogen, hat mir mit Rat und Tat in der Schwangerschaft beigestanden. Liebt meine Familie über alles :°( :°( ich will ihr das doch auch nur zurück geben!! Sie wird 90!! und hat vor dem Schlaganfall für alle Familienmitglieder noch Kuchen gebacken...

byeetlesjuixce21


Schlitzauges ersten Absatz kann ich leider nur unterschreiben. Und ich arbeite intensiv, das heißt pro Schicht nur 1 patient, kein herumgeheize.... aber ich glaub mit 45 Min war ich noch arg illusorisch. In der Ausbildung hab ich ja echten Pflegedienst erlebt... uff... also da gabs evtl 30 Minuten für ne Hemiparese wenn derjenige noch zu mobilisieren war...

tLatuxa


Mir geht es heute gut.

Nicht in dem Sinne, dass sich mein Zustand physisch sehr verbessert hat, aber ich habe mein Leben auf meine Situation optimiert. Eine voll barrierefreie Wohnung, gute Hilfsmittel, die mir viel Selbstständigkeit geben und Freunde die mir da helfen, wo ich allein nicht klarkomme und denen ich von meinem Pflegegeld Spritgeld zahlen kann.

Eine Haushaltshilfe und ein eigenes für mich umgerüstetes Auto. :-D

Den Antrag auf Anerkennung der SB solltet ihr wirklich möglichst bald stellen – wichtig auf jedenfall die Merkzeichen G aG, B und H ankreuzen lassen

l%eana-Bur]gfesxt


Vielen Dank Tatua @:) :)_

Ich rede morgen direkt mit meiner Mutter :)z

Jetzt geh ich erstmal off für heute. Ein bisschen klare Gedenken muss ich jetzt auch erstmal bekommen.

Wenn es interessiert, schreib ich natürlich gern, wie es weiter geht :-)

GErijesuxh1


Hi und Hallo.

leider muss ich beetlejuice21 mit Ihrer Aussage zu den Pflegestufen und dem Pflegegeld korrigieren. Wenn durch Private Personen ( Angehörige gepflegt wird gibt es Pflegegeld.

In Pflegestufe I = 225€, ab 2012 = 235€

Pflegestufe II = 430€, ab 2012 = 440€

Pflegestufe III = 685€ , ab 2012 = 700€.

Dieses Geld wird dem Pflegebedürftigen ausbezahlt. Was dieser damit macht ist seine Sache. Wird ein zugelassener ambulanter Pflegedienst zur Pflege mit hinzugezogen und ein Teil der Pflege wird privat erbracht, so gibt es dann die Kombileistung. !!

Bei Kombileistung stehen dann folgende Beträge zur Verfügung, die der Pflegedienst verbrauchen könnte.

Kombileistung PS I = 440€, ab 2012 = 450€

Kombi PS II = 1040€ , ab 2012 = 1100€

Kombi PS II = 1510€, ab 2012 = 1550€.

Für dieses Geld kann sich der Pflegebedürftige seine Leistungen in Modulen einkaufen, die der PD dann direkt mit der Pflegekasse abrechnet. Bleibt vom Geld der Kombileistung noch was über, so wird dies prozentual auf das Pflegegeld umgerechnet und der Pflegebedürftige bekommt dann prozentual vom Pflegegeld den Restanteil ausbezahlt.

Beispiel: PS II Kombileistung = 1040€. Der PD verbraucht jetzt mtl. 520€, das entspricht 50% des Betrages. Somit bekommt der Pflegebedürftige 50% vom Pflegegeld der PS II ausgezahlt (= 430€ geteilt durch 50% = 215€ ausbezahlt.) System verstanden??

Was noch zu beachten ist: ihr habt unabhängig von der Höhe der Pflegestufe und ob was vom Geld nach Abrechnung durch den PD über bleibt oder nicht, die sogenannten Investitionskosten privat zu bezahlen. Genauso habt ihr privat zubezahlen, wenn ihr mehr Leistungen einkauft als dass die Kombileistung der Pflegestufe hergibt. Dieser Mehrbetrag ist dann auch privat zu bezahlen.

Zu den Beratungen:

Gibt es bei euch schon einen Pflegestützpunkt? Wenn ja, diese Helfen in allen Belangen rund um die Pflege auch helfen Sie bei allen Anträgen für Ämter und Kassen.

Ebenso beraten auch alle ambulanten Pflegedienste, die Seniorenbüros vor Ort, der VDK und andere Organisationen

In der Klinik und in der Reha gibt es Sozialdienste, die alle erforderlichen Anträge und die erforderlichen Hilfsmittel schon von der Klinik aus beschaffen und beantragen können, so dass bei Entlassung alles benötigte zu hause vor Ort bereit steht.

Wo das Problem ist, wenn sich deine Oma was überschüttet verstehe ich nicht so ganz, da ziehst du sie einfach um.

Die Transfers, so nennt man das ins /aus dem Bett, in Sessel setzen usw. kannst du erlernen und vom PD gezeigt bekommen wie es geht.

bneetlej6uicex21


@ Griesuh:

Danke für die Verbesserung aber so ein etwa meinte ich das auch. Habe mich nur unglücklich ausgedrückt. Genaue Zahlen hatte ich gestern ja eh nicht parat, nur eben, dass man mit Pflegedienst / im Heim mehr Pflegegeld kriegt als wenn man die reine Geldleistung nimmt. (ca das doppelte für die Kombileistung, schreibst du ja auch).

Über die Überschüsse hab ich ja nie was geschrieben.

l&eana-qBurgf est


Die Transfers, so nennt man das ins /aus dem Bett, in Sessel setzen usw. kannst du erlernen und vom PD gezeigt bekommen wie es geht.

Griesuh, dein Beitrag war toll :)= :)^ vielen herzlichen Dank für deine Hilfe.

Du hast das übrigens sehr gut erklärt :)z

Ich schreib dir gleich mehr dazu, muss mir manche Fragen dazu nochmal genau durchlesen.

Aber zu dieser im Zitat:

Ich hab ein Problem mit meinem Herz-Kreislaufsystem (mehr oder weniger) und körperlich bin ich nicht dazu in der Lage mich anzustrengen. Sprich ich kann die Oma egal wie, nicht aus dem Sessel heben und in den Rollstuhl setzen, ich kenne die Griffe, ich hab sie schon einmal gelernt, aber die Umsetzung scheitert an meiner eigenen Einschränkung. Würde ich das tun und mir wird es "schlecht" dabei kann es passieren, dass wir beide auf dem Boden liegen :(v

Deswegen mache ich mir Sorgen, in dieser Zeit, wenn meine Mutter noch arbeiten ist.

Was ist ein Pflegestützpunkt?

Wir haben nur den "normalen" ambulanten Pflegedienst (der auch ein Geschäft hat, bei dem man alles bekommt). Und dort hieß es eben, dass wir abwarten müssen, welche PS sie bekommt, und welche Leistungen wir in Anspruch nehmen. Auch weiß meine Mutter noch nicht, ob das so geht mit arbeiten und pflegen.

ihr habt unabhängig von der Höhe der Pflegestufe und ob was vom Geld nach Abrechnung durch den PD über bleibt oder nicht, die sogenannten Investitionskosten privat zu bezahlen. Genauso habt ihr privat zubezahlen, wenn ihr mehr Leistungen einkauft als dass die Kombileistung der Pflegestufe hergibt. Dieser Mehrbetrag ist dann auch privat zu bezahlen.

Welche Investitionskosten??

Meinst du ein Pflegebett und Rollstuhl und solche Sachen? Ist dem so, dass wir das privat zahlen müssen?

Gsr"ilesuxh1


Hallo, der Gesetzgeber hat vor etl. Jahren beschlossen, dass jeder Pflegebedürftige einen Eigenanteil an der Pflege zu tragen hat. Der Gesetzgeber nannte dies Investitionskosten. Diese Investitionskosten stellt euch die Pflegeeinrichtung privat in Rechnung und ihr müsst diese Rechnung an den Pflegedienst begleichen. Investitionskosten sind der Privatanteil an der Pflege und hat nichts mit den Hilfsmitteln zu tun.

Hilfsmittel fallen unter die Hilfsmittelverordnung und werden in den meisten Fällen von den Kassen übernommen, sofern 1. eine Pflegestufe vorhanden ist, und 2. der Arzt die richtigen Diagnosen auf dem Hilfsmittelrezept angab warum ein Hilfsmittel erforderlich ist, übernommen.

Investitionskosten schaue hier:

Sozialgesetzbuch (SGB) - Elftes Buch (XI) - Soziale Pflegeversicherung (Artikel 1 des Gesetzes vom 26. Mai 1994, BGBl. I S. 1014)

Pflegestützpunkte:

Seit 2 Jahren muss jede Kreisstadt und jeder Landkreis eine Beratungsstelle für pflegebedürftige nachweisen. Der Gesetzgeber nannte diese Beratungsstellen: Pflegestützpunkte. Dort wird zu allen Belangen Rund um die Pflege beratende Hilfe angeboten. Es werden über Netzwerke Hilfen organisiert und es können auch Beratungen im Haus des Pflegebedürftigen erfolgen. (Schaue hier:

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegestützpunkt]]

oder hier:

[[http://www.bkk-nordwest.de/leistungen/pflegestuetzpunkte/]]

beim letzten Link kannst du einen Pflegestützpunkt in deiner Nähe suchen.

ljeaHna-BLurgf&esxt


Puh, das ist ganz schön viel, was man alles wissen muss %:|

Aber alles nach und nach. Erstmal schauen was morgen kommt, ob sie nun nach Hause kommt oder nicht. Wir bauen schonmal um.

Danke für deine Links Griesuh, die helfen mir wirklich weiter. @:)

tkaxtua


Ich kenne Fälle, wo eine solche Versorgung zu Hause gut klappt. Bei anderen war es für alle Beteiligten eher schlecht. Es ist durchaus machbar Oma zuerst mal nach Hause zu holen und zu gucken, wie sich die Situation gestaltet. Wenn man dann merkt, dass es vorn und hinten nicht klappt kann man immer noch nach einem Heimplatz suchen. Dann würde die Oma vielleicht auch eher verstehen, dass es zuhause nicht mehr geht und sich nicht einfach abgeschoben fühlen.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass man dann mit Zeit und Ruhe nach einem Heimplatz gucken kann und nicht innerhalb weniger Tage. Und vielleicht klappt es ja besser als erwartet @:)

l.eanaM-BuYrgfest


Ich WILL es MEINER Oma so schön wie möglich machen und sie nicht abschieben in ein Heim, das ist für mich und meine Familie nicht die beste Lösung!!! Und unsere Oma hat es gut bei uns.

[Bezieht sich auf einen zwischenzeitlich gelöschten Beitrag]

Dass wir nicht alles wissen und erstmal ausprobieren müssen, wird ja noch erlaubt sein! Schließlich kommen solche Situationen nicht jeden Tag auf einen zu! Und wenn man eben vorher berufstätig ist, muss man auch schauen, dass man das unter einen Hut bekommt.

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