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Arbeit verloren und Pflege zweier Angehöriger

tBacYki0J07 hat die Diskussion gestartet


Ich wünsche allen ein Gesundes, neues Jahr..

Es ist zwar ein neues Jahr aber die Probleme, Sorgen und vor allem die Verpflichtungen sind geblieben.

Ich pflege seit 5 Jahren meine Mutter – Anfang 60 – Schlaganfall – Pflegestufe 3.

Seit 15 Jahren bin ich durchweg berufstätig, arbeitete in 3 Schichten. Die letzten 5 Jahre habe ich nebenbei meine Mutter gepflegt – mit Hilfe meines Vaters. Was das beudeutet, kann sich sicherlich jeder vorstellen. Aber es ging und ein Heim oder Pflegedienste kamen für uns nie in Frage. Durch die Schichten konnte ich alles sehr gut einteilen. Vor allem, weil ja auch mein Vater mit hilft. Er hat aber auch eine Pflegestufe (1) was trotzdem nicht heißt, dass er nichts machen kann.

2010 habe ich in meiner Firma Pflegezeit beantragt und ein halbes Jahr verkürzt gearbeitet. Ich war leider oft krankgeschrieben – heute weiß ich, dass die Ursache Depressionen waren – bedingt durch die Arbeit – nicht durch die Pflege und die Verantwortungen.

Als ich Pflegezeit beantragt hab – bekam der Betrieb mit, dass ich nebenbei jemanden pflege. Mir wurde vorgehalten durch den Betrieb, dass ich durch die Pflege oft Krank bin – was nicht stimmt – und der Betrieb meinte, ich solle meine Eltern in ein Pflegeheim bringen oder ich würde meinen Job verlieren – wenn ich noch einmal fehle. Das hört sich schlimm an! War aber wirklich so. Und gerade diese Behauptungen haben mich noch Kranker gemacht.

Die Pflege meiner Mutter war das Einzige, was mir überhaupt noch einen Sinn gegeben hat und einen Antrieb.

Eines Tages konnte ich nicht mehr in den Betrieb gehen und ging zu einen Nervenarzt und war auch wieder krankgeschrieben. Es dauerte nicht lange, bis ich Abmahnungen erhalten hab und dann die Kündigung. Ich hätte Krankenscheine nicht abgegeben (leider hatte ich sie nicht per Einschreiben hingeschickt) und die Aussichten über meine Zukunft und das Krank sein – seien negativ.

Na egal – die Sache ist jetzt vor Gericht und ich will mich dann auch nicht länger damit rumärgern. Vielleicht ist es auch ganz gut so, dass ich diesen Job verloren hab.

Meinen Vater ging es in den letzten Monaten immer schlechter – vor allem mit der Arthrose in den Kniegelenken ist es extrem schlimm geworden. Bei der Pflege meiner Mutter ist er kaum noch eine Hilfe und benötigt selbst nun noch mehr Hilfe.

Von daher bin ich froh, dass ich nun erstmal zu Hause bin.

Im Moment bin ich noch krankgeschrieben. Von daher musste ich auch noch nicht zur Arbeitsagentur.

Meine Angst besteht nun darin, dass sie mich vermitteln wollen – mich irgendwo hinschicken und ich dann kaum noch Zeit habe, hier zu Hause zu helfen. Dass, wenn ich dann kein Arbeitslosengeld bekomme usw. Was kann ich tun?

Ich könnte für wenige Stunden arbeiten – am besten gegen Abend aber nimmt das Amt auf meine Wünsche Rücksicht?

Würde ein Pflegedienst kommen – das hilft auch nicht viel, da meine Mutter ja Rund um die Uhr Hilfe benötigt.

Ja und ein Heim?? Niemals! Außerdem wäre dann unser Haus weg. Ich wohne bei meinen Eltern, das Haus ist relativ neu und gehört ihnen. Müssten beide in ein Heim.. die Rente ist gering und man müsste selbst noch beisteuern. Da wäre das Haus weg und ich? Ich darf mir dann noch einen Wohnung nehmen – kräftig Miete zahlen und alles nur, damit ich voll arbeiten gehen kann?

Ich weiß, dass es auch nicht auf Dauer Arbeitslosengeld gibt. Was in 1 oder 2 Jahren ist, daran will ich jetzt noch nicht denken. Aber mit dem Pflegegeld für meine Eltern und deren Rente, da würden wir 3 schon zurecht kommen und es würde dann gehen, würde ich gar nix mehr erhalten.

Aber wie gesagt – im Moment – ich habe eben Angst, dass sie mir jetzt alles streichen und sagen, entweder du geht arbeiten oder bekommst kein Geld. Wenn man 15 Jahre nur eingezahlt hat an Arbeitslosengeld – dann ist dieses schon frustrierend, sollte man dann nicht etwas bekommen. Und man sieht Menschen – die nie gearbeitet haben und Unterstützung erhalten.

Wie gesagt, können/dürfen die mich vermitteln und mir etwas aufzwingen oder streichen, nur weil ich wegen der Verantwortung hier zu Hause nicht jeden Job in Zukunft machen kann?

Hätte meine alte Firma sich nicht so angestellt und wäre es möglich gewesen vernünftig mit denen zu reden, dass sie Einsicht haben und verstehen, wenn ich jemanden pflege – dann wäre alles nicht so geworden. Aber nein, da wird man dann noch fertig gemacht und es heißt, man soll seine Eltern in ein Heim schicken.

Vielen Dank für euere Hilfe

tacki007

Antworten
P\aulin?e11


Meine Angst besteht nun darin, dass sie mich vermitteln wollen – mich irgendwo hinschicken und ich dann kaum noch Zeit habe, hier zu Hause zu helfen. Dass, wenn ich dann kein Arbeitslosengeld bekomme usw. Was kann ich tun?

Meines Wissens ist es so, dass du zumindest bei der ArGe nicht vermittelt werden musst, wenn du jemanden mit Pflegestufe II oder III betreust, beim Arbeitsamt weiß ich es nicht. Da dürfte es schwieriger sein, weil du eben nur arbeitslos bist, wenn man dich vermitteln kann. Nimm aber gleich einen Nachweis für die Pflege mit hin und frage nach Teilzeitjob.

Übrigens: Achte darauf, dass du daneben auch über die Pflegekasse rentenversichert wirst, passiert nur auf Antrag.

Gjedankgenfluegxe


Hallo tacki007,

es erschreckt mich, dass Du zumindest ähnliches erlebt hast wie ich (wobei es mir noch weitaus besser geht).

Bei mir ist es auch meine Mutter....auch ein Schlaganfall.....auch Pflegestufe 3....und ich wurde auch massiv von meinem Arbeitgeber unter Druck gesetzt, weil ich wieder bei meinen Eltern eingezogen bin und relativ weit zur Arbeit pendle. Job oder Pflege - auch mir hat man die Pistole auf die Brust gesetzt. Mein Vater macht alles ganz toll (trotzdem ist es wichtig, dass wir zu zweit sind - vor allem nachts), so dass ich auch arbeiten kann und ich habe meinen Job noch, aber die Wut sitzt sehr tief! Habe meinem Chef aber SEHR klar gesagt, dass ich mich nie gegen meine Mutter entscheiden würde. Er hat sich für mich völlig disqualifiziert; ich habe jeglichen Respekt vor ihm verloren. Meine Arbeit mache ich nach wie vor so gut, dass er sogar mal "zugeben" musste, dass er mir hoch anrechne, dass ich "trotz der Problematik" nicht mit meiner Leistung runtergefahren sei....und deswegen wolle man mich jetzt "doch" unbedingt halten *blablubber*.....

Ich kann mir auch vorstellen, Pflegezeit zu nehmen.....Behalte das aber gerne in der "Hinterhand"...als Notlösung; wenn ich den doch sehr aufreibenden Lebensstil so nicht mehr durchhalten kann.

ALG 1 und Pflege schließen sich nicht aus! Du kannst ja auch mal googlen - da findest Du jede Menge Infos dazu. Natürlich ist die Verfügbarkeit der springende Punkt, aber ich denke nicht, dass sie Dir so schnell Probleme machen....Ich wünsche Dir von Herzen einen verständnisvollen Sachbearbeiter.....

Tacki, Du hast mein vollstes Verständnis. Auch ich würde jegliche finanzielle Einbuße inklusive Jobverlust hinnehmen - aber meine Mutter kommt NIE in irgendein Heim.

Hast Du Dich gegen die Kündigung gewehrt?

Herzensgrüße @:)

t)ackxi007


Im Moment bin ich noch krankgeschrieben. Ewig wird das auch nicht mehr gehen, da meine Krankenkasse auch ein wenig Druck macht. Ich war bei einer Untersuchung – beim SMD von der Kasse. Ich schilderte auch mein Problem – es hatte aber auch niemanden interessiert. Ich soll bald eine Kur beantragen... Auf meine Antwort – was ich dann in der Zeit mit den zu pflegenden Eltern mache – kam folgende: "Es gibt Kurzzeitpflege, da können sie ihre Eltern in ein Heim bringen – sie gehen zur Kur, sind danach wieder Gesund und können arbeiten"... Ich sagte dann, dass es nicht so einfach ist – wer garantiert eine korrekte Behandlung meiner Eltern, wer kümmert sich in der Zeit um Haus und Grundstück? Und, dass es meinen nervlichen Gesundheitszustand nicht bessern würde, wenn ich Ungewissen bin – das ich da keine ruhige Minute hätte.. usw...

Interessiert hat es sie nicht... Kur oder wir können ihnen auch das Krankengeld streichen...

Ich denke einmal, dass es mit ALG 1 und Pflege vielleicht ähnlich läuft, wie wenn einer arbeitslos wurde und Kleinkinder hat.

Jedoch schätze ich die Chance gering ein, dass ich hier in der Gegend einen Teilzeitjob finde – wo ich am Ende noch die Arbeitszeiten bestimmen kann. Also ist dann die nächste nervliche Belastung "vorprogrammiert"..

@ Gedankenfluege..

Ich war oft Krank. Das hatte aber nie etwas mit der Pflege und der zusätzlichen Belastung zu tun. Wie ich schon erwähnte, dies gab mir überhaupt noch einen Sinn..

Im Job gab ich auch immer alles – arbeitsmäßig gab es nie Probleme. In der Firma hatte sich in den letzten Jahren viel geändert. Als sie merkten, sie waren an der Grenze angekommen und konnten durch Maschinen nicht mehr rausholen – so ging es an den Faktor Mensch und da wurde versucht alles rauszuholen. Das machte viele fertig und die Krankenstände stiegen.

Ich musste damals noch nicht, dass ich wegen der ganzen Depressionen ständig krank war. War ständig Erkältet, schmerzen in den Knochen, extreme Schlaflosigkeit usw usw. Das sind alles Dinge, welche in nervlichen Erkrankungen ihren Ursprung haben.

Als ich Pflegezeit beantragte, ich mir dann bewusst war, dass ich gerne auf etwas Geld verzichten kann – bekam die Firma ja mit, was ich zu Hause noch um die Ohren hab.

Ich wurde sofort erstmal einige Zeit in eine andere Abteilung versetzt "aus betrieblichen Gründen" – musste dort einen Knochenjob machen.. Mein Frust stieg und stieg. Auf Schritt und Tritt wurde ich beobachtet. Ging ich auf Toilette, stand der Abteilungsleiter vor der Tür, blickte auf die Uhr..

Alles solche Dinge.. Ich sollte am Wochenende arbeiten, verneinte es.. "Dann werden sie sich bald einen neue Arbeit suchen können"..

Natürlich hab ich gegen die Kündigung geklagt – bzw. klage noch dagegen. Weil ich es nicht einsehe, weil das alles nicht Gerecht war – der Umgang usw. Mit meinen Anwalt war/bin ich in der Hoffnung eine Abfindung rauszuholen..

Aber die Chancen sind gering, weil mir auch Beweise fehlen.

Das alles, dieses Zusammenspiel – es macht einen so fertig. Als hätte man nicht schon genug zu Hause um die Ohren...

Liebe Grüße

GYed}ankenfl[uege


Hallo tacki007,

wenn Du nicht in einem Kleinbetrieb gearbeitet hast (bis 10 MA), muss doch der Arbeitgeber darlegen können, dass die Kündigung sozial gerechtfertigt war. Da muss er bei einer personenbedingten Kündigung schon einiges auf den Tisch legen könne......DU musst da erstmal gar nichts beweisen. Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen dafür.....

Klingt ja nach richtigem Mobbing bei Dir - von daher ist es langfristig sicher GUT, dass Du da weg bis. Gesundheit hat man ja nur eine. Sicher haben die schlechten Bedingungen zu Deinen Beschwerden beigetragen.....

Ich war in diesem Job noch keinen einzigen Tag krank - und trotzdem hat man mich so unter Druck gesetzt, weil es meinem Chef nicht passte, dass ich nicht mehr vor Ort war. Gott sei Dank arbeite ich relativ selbstbestimmt, so dass ich mein Arbeiten einfach von der frustrierenden zwischenmenschlichen Komponente dieses Jobs trennen kann. Und ich plane nicht mehr besonders langfristig dort ;-). Ich klinge jetzt vielleicht sehr "selbstbewusst", aber die Sache hat mich auch unglaublich Kraft gekostet, viel Verzweiflung und viel Wut. Was gehen unsere Arbeitgeber unsere privaten Umstände an, solange wir unseren Job gut machen?

Ich glaube nicht, dass Du die ersten Monate bei der Bundesagentur gleich so unter Druck gesetzt wirst. Dieser wird mit der Zeit sicher zunehmen, aber wenn ich eines gelernt habe, seit es meiner Mutter so dreckig geht und ich so oft Angst um ihr Leben habe: erstmal nur in Etappen denken.....sich kleine, erreichbare Ziele stecken....denn wenn ich mich vom "Großen"/Unmachbaren frustrieren lasse, geht es irgendwann nicht mehr......und werde doch gebraucht.

Gle`dankYenfluxege


Sorry, habe jetzt erst nochmal gelesen, dass Du ja schon in Deinem ersten Beitrag schriebst, dass die Sache vor Gericht ist |-o .

d;ani_flexx


@ tacki007

Für den Anspruch auf ALG mußt du tatsächlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Du mußt also sicherstellen, daß du zumindest nach Antritt einer Stelle zur branchenüblichen Arbeitszeit auch arbeiten kannst. Pflege von Angehörigen oder Kinderbetreuung ist hier leider kein Ausnahmetatbestand.

Wenn du nur einen Teil deiner früheren Arbeitszeit tätig sein kannst (also Teilzeit statt Vollzeit) und deine Verfügbarkeit offiziell darauf beschränkst, wird dir dein ALG-Anspruch zeitanteilig gekürzt. 15 Wochenstunden Verfügbarkeit müssen jedoch auf jeden Teil gegeben sein.

Das ist anders als beim ALG II, wo dir in solchen Fällen die Leistung unter Umständen auch weiterhin zustehen würde. Bei Pflege eines Angehörigen in Stufe III wäre dir dort eine berufliche Tätigkeit generell nicht zumutbar.

Das ALG würde dir auch maximal für 12 Monate zustehen, dann wäre der Anspruch erschöpft (du bist ja jünger als 50 Jahre).

Vielleicht wäre es bei einem verständnisvollen Sachbearbeiter möglich, das inoffiziell irgendwie geregelt zu bekommen. Darauf würde ich aber nicht unbedingt hoffen. Heute versucht jeder zu sparen, wo er kann, und die Leute werden von einem Amt zum anderen (Arbeitsagentur - Krankenkasse - Rentenversicherung - Jobcenter) weitergereicht.

Laß dich aber auch von der Krankenkasse nicht unter Druck setzen, die "sparen" gerne beim Krankengeld. Aber du hast dafür ja hoffentlich einen Anwalt, der dich berät.

v,iolave~iIlchen


Hallo Tacki!

Zunächst möchte ich dir Hochachtung davor aussprechen, deine Mutter und deinen Vater zu pflegen. Meine Großmutter und mein Schwiegervater waren einige Jahre Pflegefälle bis sie im letzten Sommer verstorben sind. Mit etwas Abstand frage ich mich jedoch, ob du dir nicht zu viel zumutest. Du leidest bereits unter Depressionen und möchtest den ganzen Pflegeaufwand allein bewältigen. Was ich nicht nachvollziehen kann, warum du die Unterstützung durch einen Pflegedienst absolut ausschließt. Auch wenn die nicht die vollständige Pflege übernehmen können, so sind sie doch eine gute Entlastung. So kümmern sie sich beispielsweise um die Morgentoilette, Mahlzeiten, bringen ins Bett ...

Auch die Idee mit der Kurzzeitpflege und einer Kur für dich finde ich eine gute Idee. Wenn du dich so überforderst, dass du vollständig zusammenbrichst, hat niemand was davon. Deine Eltern müssten dann überstürzt in irgendein Heim.

Ich teile auch deine Vermutung nicht, dass die Depressionen nur von der Arbeit kommen und dir die Pflege gut tut. Pflege ist das aufreibendste was man machen kann. Durch den meist sukzessive schlechter werdenden Gesundheitszustand der Pfleglinge, hat man nie das Gefühl etwas geschafft zu haben, sondern auf jeden Fortschritt folgt ein tiefer Fall. Im Extremfall macht man sich – irrational – für den schlechten Zustand des Angehörigen noch Vorwürfe. Die Pfleglinge sind auch oft nicht einfach. Sie müssen ihren körperlichen Verfall miterleben, ohne Hoffnung auf Besserung. Dadurch sind sie oft übellaunig und lassen das an den Personen aus, die sie pflegen.

Einen Aspekt darfst du schließlich auch nicht außer acht lassen. Was passiert, wenn deine Eltern sterben. Vielleicht hast du sie dann 10 Jahre oder noch länger gepflegt. Wirst du dann wieder Arbeit finden, oder musst du den Rest deines Lebens von Hartz4 leben. Du darfst daher keinesfalls die Bedürfnisse deiner Eltern über deine stellen.

Ich hoffe ich habe dich mit diesen kritischen Anmerkungen nicht vor den Kopf gestoßen.

Alles Gute Judith

tiackni*00x7


@ violaveilchen

Gewiss hat jeder eine andere Auffassung. Jeder geht mit diesen Thema anders um, egal ob er betroffen ist oder ob er als unabhängiger Dritter daneben steht.

Ich kenne mich, meine Umstände und mein Leben. Fakt ist da wirklich folgendes, dass mir die Pflege, diese Aufgabe, diese Verantwortung – Lebensmut und Sinn gibt. Das Gefühl gebraucht zu werden.

Meine Depressionen führen definitiv nur auf den Job zurück.

Ich gehe niemals in eine Kur, nur weil das irgendwelche Leute so wollen – und schiebe in der Zeit meine Eltern in ein Heim ab. Und noch dazu überlasse ich hier dann Haus und Hof dem Nichts – nur weil ich zur Kur soll – wegen einer Sache, wo ich durch eine Bande hingetrieben wurde.

Klar könnte ich Bekannte/Freunde beauftragen, dass sie nachdem Haus sehen usw. Aber warum? Dass ich dann in irgendeiner "Anstalt" sitze und keine ruhige Minute hab? Mit einer Truppe im Kreis sitze und Geschichten erzähle? Während ich woanders gebraucht werde..

Ich beschäftige mich seit Jahren intensiv mit dem Thema Pflege. Ich kenne auch zig Pflegedienst und deren Mitarbeiter und "Pflegelinge".

Dadurch, dass ich die Pflege mache und gerade auch bei meiner Mutter mit Unterstützung meines Vaters, gibt es eine individuelle Pflege, die viel besser ist – als ein Standartprogramm.. Wie ist es denn da? Da kommt um 7Uhr der Pflegedienst – sie kommen schon unter extremen Zeitdruck. Die Morgentoilette wird verrichtet. Zeit ist so knapp, dass alles in der Nähe liegen muss und der Dienst nicht erst ewig auf die Wünsche es Pflegelings eingeht, was er anziehen will usw usw. Geschweige denn, wenn der Pflegeling vielleicht einmal 30 Minuten länger im Bett bleiben will oder wenn es ihm nicht so gut geht, er vielleicht alles ein wenig ruhiger angehen will. Pflegedienste haben diese Zeit nicht. Und dann weiter – die Morgentoilette wurde gemacht.. alles ist fertig, der Dienst ist weg... Und dann? 10 Minuten später geht der Stuhlgang in die Hose.. und das Programm beginnt erneut.. Aber wo ist da der Dienst – der Dienst der teuer bezahlt wird..

Was ist an den Abenden? Wenn man vielleicht mal nen paar Minuten länger aufbleiben will? Usw usw usw..

Sind gar keine Angehörigen da, so sehe ich es voll ein, dass Pflegedienste kommen.

Für mich ist es eine Pflicht, eine Aufgabe und es hat etwas mit Ehre, Anstand, Güte zum Menschen und Stolz zu tun. Etwas, was es in dieser Gesellschaft immer weniger gibt.

Durch den Schlaganfall kommen zu uns nach Hause viele Therapeuten – "arbeiten" ständig mit meiner Mutter. Ebenso ist es mit Ärzten, die sie vor dem Schlaganfall kannten und seitdem auch ständig betreuen. Und jeder, wirklich jeder sagt, dass gerade durch das häusliche Umfeld, durch die Familie – sich viel am Zustand gebessert hat.

Das gibt dann gerade mit noch die Bestätigung, dass ich meine Aufgabe gut mache.

Und ja, natürlich – ich weiß, es ist der normale Ablauf und eines Tages werde ich alleine dastehen. Jedoch hat mir das Leben gezeigt, dass ich nicht langfristig denken darf und dass Arbeit nicht alles im Leben ist. Ich weiß, was ich kann, was ich gelernt habe, zu was ich durch Willenskraft in der Lage bin und mache mir keine Gedanken über die Zeit nach der Pflege.

Wie gesagt, es ist meine Meinung – jeder Mensch ist verschieden – hat andere Ansichten. Im Moment muss ich zusehen, dass ich irgendwie "gut" durch die Sache komme. Ich habe ganz gut Geld verdient, konnte mir viele Dinge leisten. Aber erfüllt hat es mich nicht und erst recht nicht glücklich gemacht. Ein "Danke" eines "Pflegelings" ist mehr wert – als ein guter Verdienst oder Geld überhaupt.

Ich bin auch kein "Sozialschmarotzer" und will es nicht werden. Ich habe immer fleißig eingezahlt und ebenso meine Eltern ihr Leben lang.

Und sollte mich die "Firma" – also unser Staat dazu drängen, irgendwelche Jobs anzunehmen und ich dafür die Familie in Stich lassen muss – würde ich auch auf jegliche finanzielle Unterstützung (z.B. HartzIV) verzichten!

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