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91-Jährige nur am Heulen, großes Drama

MaoniDka65


Kann ja net sein, dass sie die alte Dame nicht zum Trinken anhält. Das kann er gar nicht haben, wenn seine Anweisungen nicht befolgt werden.

Das wird im Pflegeheim auch nur so nebenbei gemacht, es steht eben immer etwas zum Trinken da. Man kann sie ja auch nicht zwingen. Vielleicht hat dein Freund lieber die Kontrolle, die er im Pflegeheim nicht so hätte?

Meine Mutter ist in einem Heim, es kostete natürlich einige Zeit, bis sie sich eingelebt hatte, aber vor allem seit sie ein Einzelzimmer hat, fühlt sie sich ganz wohl. Sie wird 2-3 Mal die Woche besucht, aber auch da gabs mal Probleme mir Stürzen zum Beispiel. Man muss sich von dem Gedanken verabschieden, dass man rundum aufpassen kann.

Medis bekommt sie auch, auch Beruhigungsmittel, aber die nimmt sie ohnehin schon ewig.

Die Kosten belaufen sich auf gut 2.500-3000 Euro, allerdings bekommt man von der Pflegekasse erheblich mehr als bei häuslicher Pflege.

SlatiSnxe


@ Sandra2006

Ja, also das würde ich auch gern mal wissen, wie das geht? Wieso diese Regression in sozialer Kompetenz? Habe schon oft gesagt, dass ich nie so werden will... Auf der Arbeit treffe ich ja die verschiedensten Leute. Das eine Ehepaar hat mal so im Plaudern erwähnt, dass sie da Vorkehrungen getroffen haben und auf keinen Fall ihren Kindern zur Last fallen wollen. Sie fänden das total egoistisch von den anderen alten Leuten.

Meine eine Arbeitskollegin hat mir von ihren Erfahrungen mit der Tante ihres Mannes erzählt. Die hat auch immer mehr Ansprüche gestellt mit der Zeit. Aber das ging natürlich nicht bei zwei berufstätigen Menschen mit Haus und Familie. Schliesslich haben sie mit ihr geredet und ein bezahlbaren Seniorenheim gefunden.

Also meine Oma war ja zum Glück bis zu ihrem Tod recht fit. Nur nach ner Hüftop konnte sie nicht mehr so viel gehen. Für den Haushalt bekam sie ne Hilfe und mein Vater kaufte ihr ein. Ausfälle hatte sie nur selten so als Nachwirkung der Narkose und wenn sie zu wenig getrunken hatte. Sonst war sie geistig gut. Aber auch oft trübsinnig, weil sie sich früh, wieso sie noch lebte, aber ihre Freundinnen oder die Schwiegertochter schon gestorben waren. Da gab es dann auch nicht viele Gesprächsthemen... Was sie irgendwann auch offen zugegeben hat.

Ich glaube einfach, dass man so lange wie möglich in Bewegung und beschäftigt bleiben muss. Der Heesters wär ohne die Schauspielerei und Gymnastik etc sicher auch nicht so alt geworden.

M'on&ika65


Wieso diese Regression in sozialer Kompetenz?

Das ist häufig eine Auswirkung von Demenz, die es in verschiedenen Graden und Arten gibt in diesem Alter. Da kannst du nicht dieselben Maßstäbe anlegen wie an einen jüngeren Menschen, die emotionale Kontrolle ist mit das Erste, dass sich verändert.

SIanuk


Zement in dem Sinne ist sie glaub ich nicht

]:D ]:D ]:D ]:D ]:D

Doch die Mutter ist zementiert - sie lässt sich partout nicht verrücken. ;-D

S`a2nuk


das sollte ein Zitat von Satine sein, also nochmal

Zement in dem Sinne ist sie glaub ich nicht

b*eeqtlejui]ce2x1


Also ich weiß, dass wir meine Oma bei uns daheim gepflegt haben und das über 10 Jahre (ich war da 10 – 20 Jahre alt)... es war schwer und schwierig, meine Eltern haben sich ihre Ehe bald zerstört und meine Oma mutierte leider gottes immer mehr zum Drachen...

War schon schwer für alle, besonders für meine Mum, die 10 jahre ihre Schwiegermutter betüdelt hat und 0 Dank bekommen hat... als mein Vater dann rentner war hat er erst gespürt wie schlimm es ist ;-)

Ich muss dazu sagen als meine Oma aus dem Krankenhaus kam hat man ihr nur wenige Monate gegeben, aber daraus wurden 10 jahre. Ich versteh also jeden, der sagt ich kann es nicht zu Hause und die Person muss ins Heim... für mich ist es sicher kein Abschieben oder ähnliches, weil es einfach heftig ist....

Und 2000 Euro für ne "Polin" ist ja wirklich noch günstig wenn die quasi 24 stunden dienst hat.... bin Kinder Krankenschwester, und ich würd so nen job nicht machen ;-)

MhayfluoWwexr


was geschieht mit den Leuten im Alter? Was geht in ihren Köpfen vor, wo bleiben diese Erfahrungen, diese "Weisheit" im Alter, die man eigentlich erworben hat?

Schau, das Leben ist ein Werden und Vergehen. Als Kind wächst und reif man heran und als alter Mensch verliert man seine Fähigkeiten nach und nach wieder. Man baut ab, bis man letztendlich stirbt. Das ist die Natur.

Der Mensch ist eigentlich nicht für ein so langes Leben konzipiert. Die "natürliche" Lebenserwartung eines Menschen – also ohne medizinische Versorgung – würde irgendwo zwischen 35-50 Jahren liegen.

Wenn heute Mensch 80 und mehr Jahre alt werden, dann liegt es nicht daran, dass sie so viel gesünder sind als unsere Vorfahren, sondern weil ihre Sterberisiken medizinisch gesenkt werden. Die meisten älteren Menschen sind auf lebensverlängernde Medis angewiesen: Blutdrucksenker, Blutverdünner, Betablocker, Cholesterinsenker, uvm. Daneben gibt es Herzschrittmacher, Stents, Prothesen.

Die Medizin ist einerseits ein grosser Segen, weil viele von uns nicht so früh sterben müssen, wie es die Natur eigentlich mit uns vorgesehen hat. Aber wir schlittern damit auch in Probleme, mit der sich noch keine Generation vor uns beschäftigen musste: was machen wir mit den vielen alten, chronischkranken und pflegebedürftigen Menschen? Den medizinischen Fortschritt können wir nicht rückgängig machen (und vermutlich will das auch niemand), wir können aus ethischen Gründen aber auch keine Selektion treffen, indem man ab einem gewissen Alter z.B. Medikamentengaben einstellen würde.

Wie kann man vermeiden, selbst mal so zu werden? Dazu müsste man ja erstmal verstehen, wie es dazu kommt und woran das liegt! Ich würde mir echt lieber mit 70 die Kugel geben, als noch 15 Jahre solch eine Bürde für meine Familie zu sein (meine damit nicht meine Oma im Speziellen, die ist ja vergleichsweise echt noch gut drauf und ist hoffentlich noch laaange bei uns!

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir selbst so enden werden, ist relativ gross. Man kann etwas Natürliches nicht vermeiden, man kann es – vielleicht – nur etwas hinauszögern. Aber dass wir an Körper und Geist abbauen und letztendlich zerfallen, das ist unumstösslich.

Ich nehme an, dass in der Zukunft freiwillige Suizide mit Hilfe von Sterbeorganisationen stark zunehmen werden. Dass also die Entscheidung zu Sterben – wie alle anderen Lebensprozesse – immer mehr individualisiert werden.

MRayWflowxer


Nur heulen und Festhalten der Leute... Kann nicht allein bleiben...

Aber daraus entwickelte sich auch so eine Art "Klammern". Sie wollte hinterher nur noch bei mir oder meinen Bruder sein und nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung.

Da hinter steckt die selbe Angst, wie bei einem Kind, das sich an seine Bezugsperson klammert, wenn diese gehen will: die Angst, dass man sich vielleicht nie mehr sieht.

Im hohen Alter ist diese Angst realistisch. Alte Menschen wissen, dass ihre Tage gezählt sind. Und man sich irgendwann halt wirklich das letzte Mal gesehen hat.

SLatixne


@ Monika65:

Mm, das mit der Kontrolle könnte schon sein. Werd ihn demnächst mal fragen..

Die Beruhigungsmedikamente hat die Mutter meines Freundes auch schon lange bekommen. Unter anderem wegen Durchschlafstörungen. Im Pflegeheim meinten sie aber das sei kontraproduktiv, weil die Bewohner dann nicht so am Leben im Heim teilnehmen würden. Daher würde das abgesetzt. Jetzt bekommt sie sie halt wieder... Ist ja sicher auch sehr stressig für sie selbst, den ganzen Tag so aufgebracht und verzweifelt zu sein.

@ Peddi:

Zu nem gewissen Grad wird die Mutter sicher weiter den Ton angeben. Hätte mein Freund kleine Kinder würden die sicher auch vorgehen. Er ist nunmal verantwortlich.

Klar, wenn sie mir jetzt zum Beispiel den lang ersehnten Urlaub im Februar ruiniert (jetzt nicht aus gesundheitlichen Gründen), weil sie sich wieder absichtlich aus dem Sessel stürzt und von ihm verlangt, dass er da bleibt.. Also da wär ich dann schon auch sauer.... :-/

Bis jetzt versucht mein Freund schon, die Male wenn er wegen der Mutter nicht kann, oder weg muss mit Qualitätszeit wieder auszugleichen. Es geht ja zum Glück, weil sie viel schläft und bald zu Bett geht. Danach hat er dann Zeit. Bzw hätte..... Er ist ja dann abends auf der Arbeit.

M6oni;kaJ65


Ist ja sicher auch sehr stressig für sie selbst, den ganzen Tag so aufgebracht und verzweifelt zu sein.

Auf jeden Fall. Diese extrem beruhigende Wirkung lässt ohnehin nach, meine Mutter ist anfänglich auch sehr müde gewesen, dann wurde die Dosis reduziert, aber ganz ohne ist die Unruhe einfach zu stark und quälend für sie selbst.

k!amaika:ze


Mayflower

Der Mensch ist eigentlich nicht für ein so langes Leben konzipiert. Die "natürliche" Lebenserwartung eines Menschen – also ohne medizinische Versorgung – würde irgendwo zwischen 35-50 Jahren liegen.

Has Du dafür eine Quelle? Ich dachte nämlich immer, dass auch schon "früher" Menschen gab, welche ein hohes Alter erreichten (wenn auch nicht so viele wie heute) und der niedrige Altersschnitt im Wesentlichen auf der damals weitaus höheren Säuglingssterblichkeit basiert.

DLoRox27


Wir bezahlen für unseren Ur Opa 1400 euro monatlich für seine pflegerin die auch 24 stunden bei ihm ist und auch dort schläft.

Es sind eigentlich sogar 2 pflegerinnen. Die zwei wechseln sich alle 2 wochen ab und jede bekommt für 2 wochen 700 euro, dass macht 1400 euro im monat. Die beiden damen sind tschechinnen. Es geht also doch billiger als 2000-3000 euro im monat.

b{eeKtle^juiTce21


Also ich als deutsche würde für 14 * 24 stunden und 700 Euro sicher nicht arbeiten gehen....

Da irgendwelche "Billigkräfte" ausnutzen find ich schon arg grenzwertig, vor allem da in der Pflege eh so schlecht bezahlt wird... ok wenn sie es machen, sie zwingt ja keiner...

S\atinxe


Klar, 1400€ ist viel Geld für einen Normalbürger. Aber für ne Rundumbetreuung find ich das auch zu wenig....


Mit der Mutter von meinem Schatz läuft es schon viel besser jetzt. Die Beruhigungstablette für den Tag konnte er schon weglassen, da R. (die neue Pflegerin) sehr viel mit ihr spricht, sie beruhigt und streichelt. Das ist schon viel wert. Sie kann das einfach und hat auch die ganzen Handgriffe drauf. Jetzt muss die Haushälterin (das war die erste Kraft nämlich die letzten zwei Jahre) demnächst bei R zuschauen und lernen. Sie hat zwar ehrenamtlich im Altenheim geholfen, aber ist (sorry) strunzdoof. Dann hätte er die R für die Woche und die andere fürs Wochenende. Es ist ja nur tagsüber bis um halb sechs. Dann geht die alte Dame schlafen und die Pflegerin kann heim. Da Schatz nich weit weg arbeitet fährt er dann immer mal kurz hin um zu schauen, ob sie fest schläft.

Er glaubt ja, dass die nicht so individuelle Pflege im Heim auch dazu beigetragen hat, dass sie in den letzten Wochen dermassen abgebaut hat. Da sitzt halt keiner daneben und schauts, dass sie nicht austrocknet, bzw ist halt grad mal niemand fa, wenn sie jemand braucht.

Es muss echt dramatisch sein, wie sie abgebaut hat. In ihren Heulattacken hat sie wohl wie ein kleines Kind nach Mama und Papa gerufen... :-o

M{oniRka6x5


Er glaubt ja, dass die nicht so individuelle Pflege im Heim auch dazu beigetragen hat, dass sie in den letzten Wochen dermassen abgebaut hat. Da sitzt halt keiner daneben und schauts, dass sie nicht austrocknet, bzw ist halt grad mal niemand fa, wenn sie jemand braucht.

Möglich, möglich ist aber auch, dass es gute und schlechte Tage gibt. Das ist bei meiner Mutter auch so. Immerhin haben sie im Pflegeheim wiederum die Ansprache durch die anderen Bewohner, das kommt nun auf den Typ Mensch an, aber meine Mutter würde bei einer von uns sich und alle verrückt machen, weil sie immer jemand um sich haben will. Nur die Anwesenheit, so richtig gut reden über länger geht ja auch nicht mehr, das ermüdet sie. Im Pflegeheim gibt es Tagesabläufe, die Essenzeiten, bestimmte Sachen, die veranstaltet werden einschließlich Friseurbesuch etc., die für sehr wichtig sind. Ich glaube wiederum, dass sie eher bei einer Einzelpflege zu Hause schneller abbauen und sich schrecklich langweilen würde.

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