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91-Jährige nur am Heulen, großes Drama

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@ Monika,

da stimme ich Dir zu. Das ist bei meiner Mutter ganz genau so. Der Tagesablauf ist auf die Bewohner zugeschnitten. Bestimmte Zeiten wie zum Essen,Kaffeetrinken, Spiele, Friseur, Fußpflege......und die Gespräche mit den anderen Bewohnern.....das kann man zu Hause alles gar nicht leisten. Sobald diese Sachen mal unterbrochen werden, weil z.B. Pflegepersonal krank oder Urlaub hat, und sich die Zeiten ändern oder sogar mal ausfallen (Spiele oder Gymnastik usw) ist der Tagesablauf gestört, und das merken die Bewohner, und es kommt langeweile auf. Und dann, so ist es zumindest bei meiner Mutter, wird nach irgendeiner Aufmerksamkeit gesucht, und wenn sie nur dasitzt und immer Hallo hallo ruft. Vor zwei Jahren konnte ich meine Mutter immer noch ein paar Stunden zu mir holen. Meistens halt an Feiertagen, Geburtstagen ect. Da merkte ich das schon ganz heftig, sobald man sich nicht mit ihr Beschäftigt hat, fing sie an auf sich aufmerksam zu machen. Oft mit so sachen wie: Kind mir gehts nicht gut... Kind meß mal bitte meinen Blutdruck....Kind ich muß auf die Toilette.... hast Du meine Tabletten auch dabei....

Es gibt wirklich gute und schlechte Tage. An manchen Tagen, wenn ich zu ihr fahre, ist sie sowas von gut drauf, da kann man denken, was will sie in so einer Einrichtung, an anderen Tagen, denke ich manchmal, hmm ob sie die nächsten Tage noch schafft :°( ??? ??

SSatiZne


Wir hatten ja auch gedacht, dass ihr die Gesellschaft im Heim gut tun würde. Aber leider war die Zimmergenossin im Krankenhaus. Wir dachten ja, dann ”reißt sie sich etwas zusammen”, wenn da eine fremde Person ist. So war das ja vorher auch, wenn zum Beispiel jemand vom Besuchsdienst der Kirchengemeinde da war, oder jemand, der die Pflegestufe festlegt... ]:D (War ja bei meinem Opa auch so... Sonst total wackelig auf den Beinen, aber bei der Festlegung konnte er auf einmal wie ein junger Hüpfer seine Zehen mit den Fingerspitzen erreichen... ;-D )

Sicher wird im Heim viel geboten... Aber das muss man auch annehmen. Die Mutter meines Freundes sich da ja total gesperrt. Auch noch zuhause wollte sie nirgends hin. Er hätte sie gern im Auto hingefahren, wenn sie zur Kirchengemeinde gewollt hätte. Oder letzten Sommer hätte sie so schön mit in seinen Biergarten gehen können. Nach dem Essen hätte sie ja wieder nach Hause gefahren werden können. Gr kein Problem. Aber sie geht ja nichtmal mehr in ihren eigenen Garten hinter dem Haus.

Sie würde nichtmal mit dem Rollstuhl gefahren werden wollen.

Kann ich nicht nachvollziehen... Eine Freundin geht regelmässig mit über 90jährigen Damen aus dem Altersheim spazieren. Die Damen im Rollstuhl und sie schiebt. Die freuen sich wie ein Schnitzel, wenn es wieder los geht. Oder sie machen nen Ausflug ins Cafe und trinken nen Prosecco... :-D Eine zeitlang hat sie mit den Bewohnern Gymnastikstunde gehalten. Bis ihr von der neuen Heimleitung Steine in den Weg gelegt wurden (Verbannung in ungeeignete Räume etc). Leider. Das wurde nämlich echt gut angenommen und es wurden immer mehr, die mitmachen wollten. Aber der Hausmeister hatte was dagegen, weil es extra Arbeit war den Raum dann zu putzen... %-|

K>atz"enpfö;tcehen


@ Satine

Genau das was Du beschreibst hat meine Mutter auch gemacht, nirgendwo mehr hin gehen wollen.....das kenne ich gut.

Am Anfang hatte sie im Heim auch ein Doppelzimmer, da kam sie auch nicht mit zurecht. Als sie dann ihr eigenes Zimmer bekam und wir ihr ein paar ihrer alten Möbel hineinstellten, ging es immer besser. :-)

Du schreibst, das sie nicht mal mit dem Rollstuhl in ihren Garten gefahren werden möchte? Und wenn ihr das einfach macht? Auch wenn sie sich beschwert! Meistens ist es doch so, (auch bei meiner Mutter) wenn man sie einfach mitnimmt und was mit ihnen unternimmt, gefällt es den meißten doch. Sie geben es nur ungerne zu, aber man merkt es doch an ihren Gesten....

Auch im Heim nimmt meine Mutter noch lange nicht alles sofort an, wenn sie gefragt wird, ob sie z.B mit zur Sitzgymnastik möchte, dann kommen so spitzen wie: was soll ich denn da, nö keine Lust, Boh laßt mich in Ruhe, ich kann doch nicht, frag doch die anderen........., ich habe dann den Pflegern gesagt, sie sollen meine Mutter einfach mitnehmen, egal wie sie meckert, und siehe da, sobald sie dann da ist, macht es ihr immer spaß.

Meine Mutter ist früher auch nur mit ach und krach irgendwo hingegangen, z,B. Kaffeeklatsch in der nahe gelegenden Kirche. Es waren wirklich nur 5min gehweg. Die ersten paar male war es ja O.K, irgendwann wollte sie aber auch nur noch abgeholt und hingefahren werden. Sie hat gesehen, das andere Damen vom Fahrdienst der Kirche gebracht und abgeholt wurden, das wollte sie dann auch. Und wenn sie keiner Fuhr, gut, dann ging sie auch nicht mehr hinn. Wie gesagt, es waren nur 5min zu laufen.

Manchmal muß man auch mit den Müttern schimpfen, auch wenn es einem wirklich von Herzen weh tut. Wenn meine Mutter anfängt zu weinen oder zu meckern ohne das es einen Grund dafür gibt, dann tröste ich sie nicht. Ich rede dann etwas "strenger" mit ihr, auch wenn es mir unentlich weh tut. Nur so, merkt sie, das sie mit jammern und weinen nicht weit kommt. Würde ich sie dann trösten und vielleicht noch mit meckern, dann würde sie immer weiter machen. Am Anfang habe ich auch immer gedacht, mensch was ist mit mama los, warum weint sie? Hat sie schmerzen? Hat ihr jemand was getan? die Pfleger haben mit mir gesprochen und ich verstand, das sie mit solchen Aktionen versucht, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Pflegekräfte finden schnell raus, wie so manche leute ticken. Auch gucken sich die Bewohner viel untereinander ab. Was die eine hat, will die andere auch ect.....die eine heult ein bischen dann kommt jemand.......gut, dann heule ich auch, dann kommt auch jemand zu mir. Auch wenn es schlimm klingt, aber das ist wirklich so, das habe ich schon oft beobachtet. Sie benehmen sich dann wirklich oft wie kleine Kinder. ;-)

S*at#inxe


So, jetzt hat die S. gekündigt... Sie war beleidigt, als die R. ihr beibringen sollte, wie sie mit der Mutter umzugehen hat... Dafür hat mein Schatz jetzt scheinmal über ne Zeitungsannonce Kontakt mit noch einer Polen aufgenommen, die das angeblich auch gelernt hat in Polen.

Er ist schaut sich das dann zwei Wochen an, und wenns mit der klappt, dann will er ihr ein Zimmer errichten, damit sie rund um die Uhr da bleiben kann. Es ist halt seit 30/40 Jahren nichts mehr in dem Haus gemacht worden. Er überlegt sogar, ob er nen Durchbruch macht, um zwei Zimmer zu nem großen zu verbinden. Neu tapezieren muss er, paar Vorhänge, n Schreibtisch, nen Fernseher....

Irgendwie schon ne seltsame Vorstellung, dass eine andere Frau bei meinem Freund einziehen wird... :-/ Direkt neben seinem Zimmer. Naja... Ich ”tröste” mich jetzt einfach mal mit dem Gedanken, dass Schatzi dann mehr Zeit hat, bei mir zu übernachten. :-D

Gestern wollte er eigentlich so gegen halb acht nochmal kurz hinfahren von der Arbeit aus, um zu gucken, ob sie ruhig schläft, aber er traut sich schon gar nicht mehr... Das geht ihm so an die Nieren, wenn er sie so sieht. Manchmal, wenn sie einigermaßen klar ist, sagt sie: Ach wenn ich doch nur sterben könnte... :-(

Dabei ist die Frau aber unverwüstlich.... :)z Vor 40 Jahren hat sie sich das erste Mal von ihrem Sohn verabschiedet. Damals hatte sie Untwrleibskrebs, dann hatte sie Brustkrebs, nen Herzschrittmacher usw... Sie hat alles überlebt. ;-D

Slatxine


Die polnische Pflegerin ist nun schon ein paar Tage da. Schatzis Mutter beschwert sich zwar immer noch und klammert auch immer noch.... Aber er hat das Gefühl, dass sie schon wieder etwas klarer geworden ist. Er versteht jetzt wieder, was sie sagt usw.

Sie hat nun gemeint, dass sie doch gar nicht rund um die Uhr jemand um sich braucht. Das kann sie nicht haben. ;-D Die weiss auch nicht, was sie will.... ]:D Naja, da muss sie nun durch. ;-)

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