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Anspruchshaltung der Mutter (92) belastet mich

L5adySxue hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich möchte mich nur mal ein bischen "auskotzen".

Meine Mutter ist seit 8 Jahren im Altersheim in direkter Nähe zu meiner Wohnung. Ich gehe mehrmals die Woche zu ihr, ebenso meine Kinder – also es ist fast jeden Tag jmd da.

Sie sieht sehr schlecht, hat aber vor Jahren schon öfter eine vom Augenarzt empfohlene Augen-OP konsequent abgelehnt, ebenso Hörgeräte, bräuchte sie ja nicht. Also brüllen wir ihr heute in die Ohren um uns dann anzuhören, dass wir so schrill u undeutlich sprechen, selbstverständlich liegt es nicht an ihren Ohren. Und so zieht es sich in allem dahin, meine Mutter ist sehr unkooperativ und schwierig.

Sie schickt mich fröhlich durch die GEgend: hol mir dies oder jenes und ich tus dann.

Mich kotzt es manchmal richtig an – ich habe keine Lust mehr, fürchte aber, ich komme aus der Nummer nicht mehr raus bis zu ihrem Ableben. Dement ist sie eher nicht, aber das Ergebnis ihrer Verweigerungshaltung macht es uns allen schwer. Wenn mal keiner zu ihr rübergeht, kommt der Anruf, ob es mir denn gut ginge (Vorwand) um mir dann vorzujammern, wie langweilig der TAg gewesen sei, weil ja keiner da war und : werd du mal so alt etc...... ich kanns nicht mehr hören.

Ich sagte ihr schon öfter, das wir tägl. Besuch nicht immer leisten können – keine Chance.

Achja, Windeln bzw Einlagen braucht sie natürlich auch nicht, entsprechend müffelt es manchmal in dem Zimmer, das es einen ekelt.

Kontakte zu anderen hat sie natürlich von vornherein abgelehnt, möchte sie nicht – die Alten reden ja nur über Krankheiten. Sie nahm auch nie an den wöchentlichen Veranstaltungen dort teil.

Sie hat sich also voll bei mir eingeklinkt, wie früher bei meinem Vater.

Es ist so nervig – ich weiß, ich bin es selber schuld, weil ich diese Anspruchshaltung mit geschürt habe, bringe es aber jetzt auch nicht mehr übers Herz, nicht mehr hinzugehen, weil sie mir natürlich auch ein bischen leid tut. Trotzdem sehne ich den Tag herbei, wenn ich mal nicht mehr ins Altersheim gehen muß – das muß ich ehrlich sagen.

Empfinde meine Mutter als ziemliche psychische Belastung.

Schuldig bin ich ihr nichts, meine Kinder mal zu nehmen hat sie kategorisch abgelehnt früher, dafür hab ich sie jetzt am Back – hatte auch nie die enge Bindung zu ihr, eher zu meinem Vater.

Kann das jmd verstehen oder bin ich die böse selbstsüchtige Tochter?

LadySue ":/

Antworten
SGchlistzaruge6x7


Konsequent sagen, dass man erwachsen – und auch schon über 60 sei. Und das Nervenkostüm heute nicht so gut wäre.

Für jeden morgigen Tag genau 10 Minuten ankündigen und sofort das Thema wechseln, wenn dann nur Dünnpfiff geredet wird. Oder gleich gehen, mit der Bemerkung, sich auf 10 schöne Minuten gefreut zu haben, die Nerven was anderes nicht zulassen.

Das konsequent durchhalten. Immer wieder betonen, wie man die 10 Minuten gestalten könnte. Und bei Nichtgefallen, das Problem genau dort lassen, wo es hingehört: bei der Mutter.

L_adyS;ue


Hallo Schlitzauge67,

Danke für Deine Antwort, aber ganz falsche Alterseinschätzung (meine Eltern haben sehr spät KInder bekommen) – bin noch voll berufstätig und habe auch noch Familie u Kinder zu versorgen.

Mag nachmittags manchmal gar nichts beginnen, denn ich muß es eh unterbrechen, weil ich ja gleich ins Altersheim muß – das ist einfach blöd.

Ich setze mich meist eh nur ca 25 Minuten rein und nehme mir so ein Heftchen zum Blättern und rede nur das nötigste (die Brüllerei macht halt keinen Spaß). Manchmal gibt sie Statements ab – da könnte man nur schreiend aus dem Zimmer laufen. Leider fehlt mir da das dicke Fell.

Ich wollte eigentlich nur wissen, ob mich jmd verstehen kann.

LadySue

SpchTl<itza~ugxe67


Nun ja, ich habe gerade beide Eltern im ihrem Haus gepflegt. Nichts, gar nichts konnte ich richtig machen. Sie sind dement und krebskrank, frech wie Rotz und glauben, man wäre immer noch das kleine Kind, was sie gängeln können.

Dazu gehören jedoch zwei. Einer der macht – und einer läßt machen und hält den Kopf hin.

Ich bin ausgestiegen.... Habe das angekündigt, entsprechende Stellen informiert – und ich lebe wieder mein Leben.

Schlechtes Gewissen? Nein, ich war dort, obwohl selbst schwerbehindert, von früh bis spät zu Gange, ich habe meine Zeit geschenkt, ich war eine billige Haushaltssklavin. Ich habe geleistet – und nun ist Schluß. Deren hohes Alter berechtigt nicht, ungerecht zu sein.

Ich erkenne meine Leistung an, und deren ungerechte Empörung dürfen sie gerne haben, aber wie ich schon schrieb, ich lasse das bei denen.

Du hast schon längst Deine Grenze überschreiten lassen, Du bist die Einzige, die das ändern kann. Geh Kompromisse ein, wenn Du meinst, dort hin zu müssen. Aber in einem wirklich kleinem Zeitrahmen, vielleicht 2 x die Woche.

Und ansonsten lebe Dein Leben, tue mal was für Dich.

Es ist normal, dass man sogar eine Haßkappe bekommt. Wer ständig angemault wird, bekommt eben einen Haß auf die Situation. Verständlich. Na und?

T5aps


Kann das jmd verstehen oder bin ich die böse selbstsüchtige Tochter?

Ja kann ich. Das Verhältnis zu meiner Mutter war fast 30 Jahre lang mehr als unterkühlt, bis ich mich im letzten Jahr in allen Belangen um sie kümmern "musste". Wer hätte es auch sonst tun sollen. Dabei hat sie nie was gefordert. Aber mich hat die ganze Situation fertig gemacht. Bis meine Ärztin von Notbremse geredet hat. Wenn ich jetzt meine demente Mutter im Pflegeheim besuche, freut sie sich einfach, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wer hätte das vor einigen Monaten gedacht. Ich habe zwar noch genug Probleme mit ihr und auch sonst, aber wenigsten wieder einen Teil "meines" Lebens zurück.

Nein Du bist nicht die böse Tochter. Du bist nicht für deine Mutter verantwortlich, auch wenn Du es denkst. Du musst DEIN Leben leben. Tja, was kannst Du tun? Klare Grenzen setzen, fürs erste den Unmut in Kauf nehmen und schrittweise die Besuchszeiten auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Viel Glück!

Tbapxs


Noch ein Nachtrag:

Auch meine Schwiegermutter hat immer nur gefordert, doch irgendwann in den letzten Wochen hatte auch sie den Bogen überspannt. Nun lässt sich auch von ihr niemand mehr auf der Nase herumtanzen. So schwer es den Kindern fällt, auch mal nein zu sagen.

Um kein falsches Bild entstehen zu lassen, jeder tut für die Mutter was er nur kann. Aber von ungerechtfertigten Forderungen muss man sich abgrenzen, um nicht selbst kaputt zu gehen. So hart es klingt. Das haben wir "Betroffenen" in den letzten Monaten lernen müssen.

m$ollui2


:°_

Ich weiß was du zur Zeit dulden mußt,doch wie schon gesagt Grenzen ziehen.

Sie werden wie kleine Kinder und dem muß man auch so begegnen.

Wegen dem schlecht hören -kauf so ein Gerät welches in den Ohren eingehangen wird und das muß sie nehmen zur Unterhaltung ,sonst redest du nicht mit ihr.Sage auch das es im Zimmer riecht und sie Einlage benutzen soll,doch das Pflegepersonal muß sie auch aufklären.

Sag ihr auch ,"wenn sie sich wie ein Kind verhält,wirst du sie auch so behandeln".Keine Diskussionen-fertig.

Wichtig -konsequent-bleiben. :)*

aMug2`3x3


.. und mal umhören, ob es vor Ort eine Selbsthilfegruppe für Angehörige dieser Kategorie gibt; da gibt es Aussprache, Unterstützung, Tips und auch mehr Abstand. Wenn es eine solche Gruppe nicht gibt, dann eine gründen. Ein Abend im Monat gehört dann der Gruppe und alle haben daraus einen Gewinn. In der Realität vor Ort erprobt!

O"biBWwahn


Glaube auch nicht, dass du eine böse selbstsüchtige Tochter bist. Zumindest nicht böser als ich als Sohn.

Wichtig -konsequent-bleiben

Stimmt absolut. Das Problem dabei ist, dass die mehr oder weniger beschäftigte alte Mutter den lieben langen Tag Zeit hat, drüber nachzudenken, wie sie deine Konsequenz unterlaufen kann, dich mit kleinen Nadelstichen systematisch weichkochen kann, deine objektiv richtigen Maßnahmen ad absurdum führen kann.

Und natürlich sind wir als Kinder noch immer 12-15 und können nichts, aber auch gar nichts richtig beurteilen.

Alles Gute und viel Kraft,

mVolnlxi2


Manchmal denke ich diese Menschen waren schon früher mit ihrem Leben unzufrieden und "rächen" sich jetzt an den Kindern,frei nach dem Motto:"da seht ihr mal wie es mir mit euch ergangen ist","immer Ansprüche gestellt,nie hatte man seine Ruhe".

Es trifft nicht auf alle älteren Menschen zu,doch den Eindruck habe ich oftmals.

Manche "fühlen" sich auch nur "abgeschoben"-ihr wollt mich nicht haben-.

Einfach mal zurückschauen wie der Mensch früher war,was es seine Unzufriedenheit auslöst.

Auch im Alter sind Menschen für sich selbst veranwortlich (außer Demenzerkrankte).

mBo`lli2


Und natürlich sind wir als Kinder noch immer 12-15 und können nichts, aber auch gar nichts richtig beurteilen.

Ganz schlimmes Alter. ;-D

rda_dionikx69


sag ihr klar, wenn Sie Vorwürfe bringt , dann gehst Du , aber dann musst auch gehen. Das lehrt

hatte auch meine Mutter und meine Schwiegermutter, die war nicht so, aber die Bettnachbarn , die waren furchtbar

Aber das liegt an Dir , lass Dir nicht auf den Kopf scheißen

Als 1. musst Du auf Dich schauen. Du bist nicht verantwortlich für Deine Eltern.

Nur alles ein Gut will , nicht mehr.

Günter

m0ollxi2


Du bist nicht verantwortlich für Deine Eltern.

In manchen Dingen schon,aber nicht für ihre Gemütsschwankungen und ihre Dienerin bist du auch nicht.

Wegen dem Gebrauch der Einlagen unbedingt mit dem Pflegepersonal reden,die haben da meist eher Erfolg als du,du bist "nur" die Tochter.

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