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Bewohnerin will nicht geduscht werden und wird es deshalb nicht

A_si,ga hat die Diskussion gestartet


geduscht ?

Hallo !

Eine Arbeitskollegin von mir ist Betreuerin ihrer Tante, die 92 Jahre alt (und dement?) ist und in einem Pflegeheim lebt. Sie regt sich über einiges auf, u.a. darüber dass diese Tante fast nie geduscht wird und auch fast nie die Haare gewaschen werden.

Vom duschen rede ich jetzt nicht, kann ja sein dass die Frau dann statt dessen gewaschen wird...aber was das Haare waschen betrifft: Also, nach einigem hin und her bekam meine Kollegin jetzt die Info, die Tante möchte nicht geduscht werden und keine Haare gewaschen bekommen, also wird das auch nur selten gemacht.

Gut, "vergewaltigen" soll man die alten Leute nu auch nicht, aber DARF das echt sein ? Klar, für eine/n Pfleger/in ist es so weniger Zeitaufwändig und auch weniger anstrengend...

(Meine Kollegin hat jetzt übrigens schriftlich hinterlegt, sie habe die Betreuung und sie bestehe darauf, dass die Tante 1x in der Woche geduscht und ihr die Haar gewaschen werden)

Antworten
H~ypatixa


Die Pfleger/innen sind nicht zu beneiden: nicht nur, dass die Arbeit schwer und nicht immer angenehm ist, sondern sie müssen sie manchmal gegen den Willen der betreffenden Person verrichten.

Ich würde, wie deine Kollegin, auf eine gründliche Hygiene bestehen. Und es kann nicht sein, dass ungewaschene Bewohner in einem Pflegeheim geduldet werden.

Manche Pfleger/innen setzen sich mit Humor durch. Ich habe einmal miterlebt, dass eine (zuhause Haus gepflegte) Person nicht 'untenrum' gewaschen werden wollte. Durch die halboffene Tür habe ich gehört, wie die Pflegerin lachend sagte: "Wenn Sie das nicht möchten, komme ich nicht mehr zurück, ich mache keine halben Sachen." Und schon hat es geklappt mit dem Waschen.

Hvypa(tiCa


[[http://www.google.lu/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&ved=0CDgQFjAD&url=http%3A%2F%2Fwww.rae-nuernberg.de%2FPortals%2F6%2FMandanteninfo%2FHaftungsrecht%2520in%2520der%2520Pflege%2520mit%2520Fallbeispielen.pdf&ei=aht8T4OAC8bG0QX60umkDQ&usg=AFQjCNFMLyGLIc8NKy9wSs4iTvi_r-DMUw&sig2=2XA64CqiNSHQosDo4Ng_7Q Hier]] habe ich etwas gefunden.

Gewalt in der Pflege und Betreuung

[- ...]

- Waschen gegen den Willen des Heimbewohners

sollte jeweils nur dann erfolgen, wenn es entweder im Interesse des jeweiligen Bewohners oder Patienten oder zum Schutz Dritter, insbesondere anderer Heimbewohner oder Patienten, erforderlich ist. Ansonsten stellen die vorgenannten Maßnahmen strafrechtliche Handlungen dar, die sowohl zu einer strafrechtlichen Haftung als auch zu zivilrechtlichen Ansprüchen führen, sofern keine ausreichenden Rechtfertigungsgründe bestehen.

Das Waschen eines Bewohners findet sowohl in seinem eigenen Interesse statt wie es dem Schutz der Mitbewohner dient!

S:ch@rantsxz


Lasst doch die Frau in Ruhe!

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich! Erst recht bei Dementen!

Eventuell Trockenshampoo benutzen, wenn sie stinkt ein gutes Deo und immer

saubere Klamotten anlegen.

Danach ihre Hand nehmen und sich mit ihr unterhalten, Bilder von früher zeigen lassen,

oder am Besten etwas erklären lassen.

Aber ich weiß, wenn die Betreuerin darauf besteht, dann steht man in der Zwickmühle. ":/

HWansesline


Meine Oma war ebenfalls wegen Demenz im Pflegeheim – und beschrieb das Geduschtwerden durch einen Pfleger als Vergewaltigung, es war für sie ein traumatisches Erlebnis.

Es reicht ja nicht zu sagen "sie ist dement und weiß daher nicht, was gut für sie ist – also sollte man sich ggf. über ihren Willen hinwegsetzen";

sondern man muß auch die andere Seite sehen: Demente verstehen oft nicht, was mit ihnen gemacht wird. Ein fremder Mensch zieht dich aus und nimmt ein gruseliges Ding (was will er/sie damit? dich schlagen? würgen?) und macht dich naß (ist das eine Strafe? wofür?) und ignoriert deinen Unwillen, sogar deine Hilfeschreie werden nicht beachtet. Du gerätst in Panik. Es hilft nichts.

Würdest du das erleben wollen? Ich nicht. Darum würde ich es auch niemandem antun.

Vielleicht ist es möglich, das Haarewaschen anders zu organisieren – erstens ohne Ausziehen; zweitens durch eine vertraute Person (die Nichte?) oder in einer vertrauten Umgebung (z.B. bei dem Friseur, zu dem sie früher gegangen ist).

AvsiBgxa


Hmmm...klar dass meine Kollegin das Haarewaschen selber übernimmt, wäre eine Option. Sie ist dort sowieso 1-2x pro Woche auf Besuch. Werde ihr das mal vorschlagen (wahrscheinlich wird sie sagen, das Altenheim kostet tausende von Euro, da sollen die sich kümmern).

Friseur ist leider keine Option.

(Ja...Altenpfleger/in ist kein leichter Job und ich gehe jede Wette ein, dass gerade solche Tätigkeiten von "Bufdis" oder 1-Euro-Jobbern erledigt werden, die - nicht böse gemeint - vielleicht gar nicht so einfühlsam sind wie sie es sein sollten)

Majinnxa


Ich würde, wie deine Kollegin, auf eine gründliche Hygiene bestehen. Und es kann nicht sein, dass ungewaschene Bewohner in einem Pflegeheim geduldet werden.

:-o :-o Bitte? Hier geht es immer noch um Menschen und nicht um Hotel-Teppich Belag.

Eventuell Trockenshampoo benutzen, wenn sie stinkt ein gutes Deo und immer

saubere Klamotten anlegen.

:)^

lIun+ali7x9


die sache ist wohl auch die,dass die menschen,die im pflegeheim leben, doch auch noch eine gewisse selbstbestimmung haben und gerade diese gestärkt werden soll.

ich komme aus dem behindertenbereich und kenne es von dort zumindest so.

a;pri;l4x5


Wenn man sich auf die Eigenheiten der Bewohner im Heim gut einstellt, kann man auch einen guten Kontakt auch zu demeten Personen bekommen und mit Ruhe und Geduld bekommt man sie auch zum duschen und Haare waschen. Und wenn sie an einem Tag nen schlechten Tag haben und absolut nicht wollen na dann halt am nächsten Tag, wenn sie an einem Tag ordentlich gewaschen werden und nicht duschen sondern erst an einem anderen Tag ist dies auch kein Problem.

H^anse:linxe


Sicher, EIGENTLICH sollte man meinen, daß das im Pflegepreis inbegriffen ist...

Aber das Personal WILL ja die Haare waschen, nur die Tante will es eben nicht!

Und: Leider wird für die einzelnen Pflegeschritte viel zu wenig Zeit veranschlagt, so daß es meistens gar nicht möglich ist, sich die Zeit zu nehmen, die es bräuchte, um Vertrauen zu gewinnen.

A-sigxa


die sache ist wohl auch die,dass die menschen,die im pflegeheim leben, doch auch noch eine gewisse selbstbestimmung haben und gerade diese gestärkt werden soll.

So ganz persönlich bin ich ja auch der Meinung, dass man lieber die alte Dame überzeugen soll,

dass frisch gewaschene Haare und ein frisch geduschter Körper was angenehmes sind und nicht dass man ihr - bildlich gesprochen - nen Eimer Wasser über den Kopp schüttet.

Und: Leider wird für die einzelnen Pflegeschritte viel zu wenig Zeit veranschlagt, so daß es meistens gar nicht möglich ist, sich die Zeit zu nehmen, die es bräuchte, um Vertrauen zu gewinnen.

Tja, leider...und genauso leider gibt es - zumindest den Erzählungen nach - in diesem bestimmten Pflegeheim viele angelernte Kräfte

bveet,lejuHicxe21


Naja mal ehrlich zum Haarewaschen ist angelernt sein jetzt auch eigentlich genug... sonste steigen die Preise der Heime ja noch mehr und dann ist das Geschrei groß. Lieber eine Person mehr die kein Examen hat, als unbedingt Fachkräfte (ich red jetzt natürlich nur von Grundpflege... ne Spritze soll mir kein angelernter geben).

Aber mal zu der alten Dame, ich bin eigentlich froh, dass die ihren Willen bekommt und man sie nicht zwingt... das gibts leider Gottes auch anders in anderen Heimen... und überzeug mal jemanden der dement ist... viel Spaß :-D

WCilde dHYilde 69


Ich arbeite auch in einem Pflegeheim mit überwiegend Dementen.

Also: Dort gibt es sogenannte " Duschpläne". Am Ende der Woche sollten eigentlich alle geduscht sein.

Falls es aber bei mir vorkommt ( ich kann da nur von mir reden), dass ein Bewohner rebelliert und nicht möchte, dann lass ich es auch und versuche mein Glück halt am nächsten Tag, oder bitte meine Kollegin in der Gegenschicht, dass sie ihr Glück versucht.

Meistens klappt das.....

Frohe Ostern @:)

AOsig-a


@ beetlejuice21

Naja mal ehrlich zum Haarewaschen ist angelernt sein jetzt auch eigentlich genug

Ich bezog das jetzt mehr drauf, dass eine examinierte Kraft vielleicht in der Ausbildung gelernt hat, wie man mit "rebellischen" (ich schreib das jetzt mal so) Personen umgeht.

S%chprantsz


Oft wird vom Pflegepersonal einfach vergessen, dass MENSCHEN gepflegt werden. Die haben meistens noch etwas, was im alltäglichen Pflegewahnsinn untergeht: Einen eigenen Willen. Auch ein Dementer kann sagen: Ich bin satt! Warum soll ich dann noch weiter eingeben?

: Ich will jetzt nicht in die Bastelstunde! Warum soll ich ihn dann trotzdem hinbringen?

: Ich mag ins Bett, mich hinlegen! Warum sollte ich ihn trotzdem auflassen?

: Ich möchte jetzt nicht duschen! ...

Da beschweren sich die Pflegekräfte immer über zuviel Arbeit, obwohl es einfacher auch ginge! Warum soll ich jemanden, der sowieso schon sehr schwach und alt ist jeden Tag komplett anziehen und mit dem Lifter in den Mobistuhl hiefen, obwohl der oder diejenige sagt: Ich würde viel lieber liegenbleiben, mir tut alles weh! Na klar, sonst bekomm ich keine Pflegestufe III. (Nebenbei bemerkt ist der Unterschied von II auf III sehr sehr gering)

Die Hauptsache ist doch, dass es dem MDK gefällt.

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