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Pflege meiner Großmutter: Großmutter wird immer schwieriger

T8he1BlaJckCWidow


Sowas habe ich selber schon mit meinem Großvater erlebt. Meine Mutter hat sich als Schwiegertochter aufgeopfert und die eigenen Geschwister waren niemals bereit, meinen Opa auch nur für einen Tag zu nehmen. Da er aber eine gute Rente hatte, kamen sie ständig zu Pflichtbesuchen und wollten gern die Hand aufhalten. Meinen Eltern wurde regelmäßig unterstellt, sie würden die Rente komplett einsacken. Das tat meiner Mutter sehr weh. Für uns Kinder wurde es unerträglich, als er schwer demezkrank wurde und seine Notdurft beim Laufen verlor usw.usw.

Ich kann dir nur raten: Deine Eltern sollen sich mit dem Zustand nicht abfinden sondern mit den Geschwistern eine einvernehmliche Lösung suchen. Tagespflege und ab und zu mal ein freies Wochenende. Man darf sich sein eigenes Leben nicht ständig für andere Leute aufopfern. Das geht auf Dauer auf die Gesundheit.

sNchnieQki


naja, sind denn deine eltern überhaupt bereit, da irgendwas zu machen? klingt mir halt nicht wirklich so, vor allem bei deiner mutter.

wurde die oma denn schon mal auf irgendwelche alterskrankheiten hin untersucht, also demenz, alzheimer etc.?

weil sowas muss halt auch gut gefördert werden und da wäre eine art alterswohnheim mit anständiger betreuung bestimmt besser.

du solltest deinen eltern klar machen, dass das so mit oma nicht mehr geht und sie auch einfach "egoistischer" sein müssen und dass es der oma in einem heim wahrscheinlich auch besser gehen würde.

l=eana-BuNrgyfe7st


Meine Mutter pflegt zur Zeit meine Oma, die Familie packt mit an. Das heißt, jeden Tag ist ein Geschwisterteil mit da, eines kommt 1x die Woche, das andere will von der Oma nix wissen.

Es sind nur zwei Enkel da, die mit helfen. Das heißt dass Sitten angesagt ist, ich muss jeden Morgen nach der Oma schauen, genauso wenn meine Mutter nachmittags mal weg geht. Abends koche ich für sie mit, da sie kein kaltes Essen mehr möchte.

Meine Oma ist nicht dement, aber ich finde die Situation schon recht belastend. Da ich sehe, dass meine Mutter und das eine Geschwisterteil sich regelrecht aufopfern, damit es Oma an nix fehlt.

Es ist nicht immer einfach, und ich hab großen Respekt vor den Leuten, die das auch wirklich können.

Hatschepsut, deine Oma wird wahrscheinlich nicht darauf hören was man ihr sagt. Deine Mutter sieht sich sicherlich in der moralischen Verantwortung deine Oma zu pflegen und wird sicherlich ein extremes schlechte Gewissen bekommen, wenn sie dies nicht mehr tut.

Das sind Argumente die höre ich bei uns auch, solange meine Mutter so noch ist, nicht dement, dann pflege ich sie, ich muss das so machen, ich kann nicht anders....

Ich glaube, daran wirst du nichts ändern können, ich streite mich wegen dem Thema viel mit meiner Mutter, dass sie eben mehr abgeben muss, vielleicht auch Pflegehilfskräfte, mobil, oder zeitweise Tagespflege ect. da rede ich gegen eine Wand.

Vielleicht wird das bei dir auch so sein?

Ich kann nur von mir sprechen. Ich hab mich emotional entfernt , was das Thema angeht, da ich mir einfach denke, es kann auch anders gehen, ohne das man sich selbst aufgibt. Aber meine Mutter stellt sich stur, und da denke ich, dass sie damit zurecht kommen muss. Seit wir das geklärt haben, ist es auch besser. Nur, lasse ich mich nicht in etwas hinein zwingen, was sie so will.

Ich hatte vor einem halben Jahr selbst einen Faden dazu, und man sagte mir daraufhin, dass man es manchmal besser in einem Heim hat, als zu Hause sich zu Tode zu schufften, ich wollte es nicht glauben, aber Recht hatten sie.

Es bringt deiner Mutter nichts, wenn sie selbst zusammen bricht und krank wird. Und deine Oma scheint nun wirklich nicht einfach zu sein.

Bei uns klappt es gut, so wie es ist. Zwar habe ich eine ander Meinung als meine Mutter, aber sie ist die Jenige, die die meiste Arbeit hat und sie muss zurecht kommen. Aber selbst meine Oma, mit nur Pflegestufe 1 und nicht dement, ist oftmals sehr schwierig.

Da kann ich mir gut vorstellen, wie es bei euch ist.

Ich drück euch die Daumen, dass ihr eine Lösung findet, mit der alle leben können @:)

L!ouis4iana


Auch wenn das hart klingt, ich würde einen pflegebedürftigen Menschen, wenn er sich nicht in die Familiengemeinschaft integriert, in ein Altersheim bringen, und zwar ohne schlechtes Gewissen. Und mit "integrieren" meine ich, dass die Person sich nicht nur einordnet ins Familienleben, sondern dass sie auch ein sehr hohes Rücksicht auf diejenigen nimmt, die sie gewissermaßen versorgen und das Dach überm Kopf bereitstellen.

Ich bin zugegebenerweise nicht übermässig gut auf alte Leute zu sprechen, weil in dieser Bevölkerungsschicht, sei es nun altersbedingt oder gesellschaftlich/kulturell anerzogen, Starrsinn, Selbstgerechtigkeit und Egozentrik häufiger zu finden sind als bei jüngeren Menschen, und genau das ein Zusammenleben äusserst schwer macht. Und sich von jemandem, bei dem genau diese Eigenschaften vorherrschen, terrorisieren zu lassen, das sollte sich nun wirklich keiner antun, zumal jeder nur einmal lebt und die Eltern der TE selbst nicht mehr die Jüngsten sind und noch was vom Leben haben wollen. Natürlich wird gerne emotional erpresst ("ich hab dich geboren und mit viel Verzicht großgezogen"), aber mal ehrlich, wer Nachwuchs zeugt, um im Alter gut versorgt zu sein, hat Kinder nicht wirklich verdient, oder?

l eana~-BurHgfest


Louisiana, das was du schreibst, habe ich mir schon öfter überlegt, ich hatte mir sogar überlegt, hier ein Thema über die Charaktäre der alten Menschen zu eröffnen.

Ich sehe das nämlich auch öfter, dass grade ältere Menschen "bösartig" werden, damit meine ich keine dementen, aber eben alte Menschen.

Meine Oma ist jetzt ein kleines Menschlein geworden, hilfebedürftig und sie tut mir leid. Aber vor einem halben Jahr war sie noch ganz anders, sie war immer eine tolle Oma und hat immer alles für ihre Enkel getan, aber trotzdem hatte sie viele Charakterzüge, die ich nicht "mag" bzw. gut finde.

Und die kommen heute noch raus.

Das war nun ein wenig OT, tut mir leid.

Llouisixana


@ Leana:

Das ist ein schwieriges Thema. Meine guten Erfahrungen mit alten Menschen kann man wirklich an zwei Händen abzählen. Wo ist der milde, abgeklärte, souveräne und weise alte Mensch, der nicht besserwisserisch daherkommt sondern einfach gütig auf die jüngere Generation zugehen kann? Solche Alten wären für unsere gesamte Gesellschaft, die so hektisch und zerrissen ist, ein Gewinn...

Ich meine, die Gesellschaft ändert sich, und so wie man von der "Spaßgesellschaft" für Menschen in den jüngeren Jahren spricht (also man will nur noch Fun, koste es was es wolle), oder von Egotrip/"Selbstverwirklichung" für Leute in mittleren Jahren, so hat sicherlich auch die ältere Generation einen "Knacks" in Sachen soziales Miteinander. Klar spricht man gerne davon, früher waren die Alten in die Familien integriert usw usf. Aber ich glaube, die Alten von früher waren auch anders drauf als die Alten von heute.

Sry für Off-Topic. Aber es untermauert vielleicht auch mein Posting von weiter oben, wo ich mich klar für die Variante Altersheim für aggressive, manipulierende und renitente Senioren ausspreche, die nicht durch ihr Alt-Sein oder ihre Pflegebedürftigkeit sondern ganz allein durch ihr Wesen zur unerträglichen Last werden können.

lweanCa-Burpgfesxt


Aber es untermauert vielleicht auch mein Posting von weiter oben, wo ich mich klar für die Variante Altersheim für aggressive, manipulierende und renitente Senioren ausspreche, die nicht durch ihr Alt-Sein oder ihre Pflegebedürftigkeit sondern ganz allein durch ihr Wesen zur unerträglichen Last werden können.

Und wo ziehst du die Grenze?

Ich hab es nämlich so erlebt, dass jeder alte Mensch, der so ist, wie du es beschreibst, auch völlig anders sein kann, lieb und liebevoll, sowie herzlich und lustig. Für eine bestimmte Zeit, bis sie wieder ihre "Tour" fahren.

Gehören die deiner Meinung nach auch in ein Altenheim?

L:oui[sia#nxa


Und wo ziehst du die Grenze?

Hm... schwierige Frage. Auf jeden Fall wäre die Grenze für mich definitiv erreicht, wenn meine Familie darunter leiden würde. Meine Familie geht mir vor. Dann lieber regelmässige Besuche im Altenheim.

Habe schon zu viel von Pflegenden gehört, die unter der Mehrfachbelastung (Pflege, Familie, Job) zusammengebrochen sind. Das kann nicht im Sinne des zu pflegenden Elternteils sein. Und wenn es ihm egal ist, muß man sich erst recht kein schlechtes Gewissen wegen dem Altenheim machen.

Gerne wird Kinderpflege und Altenpflege verglichen (wer kennt den Spruch nicht, dass eine Mutter für 5 Kinder sorgen kann, aber 5 Kinder nicht für die Mutter), aber das ist in meinen Augen nicht richtig. Es ist etwas ganz anders, ein Kind aufzuziehen als einen alten Menschen zu betreuen.

loeana;-Buargfest


Louisinana, ich hadere ja mit mir, weil ich langsam mehr in die Richtung wie du denke, ganz tief in mir. Und ich komme immer mehr zu dem Entschluss, dass die Pflege zu Hause nicht so ablaufen soll wie ich es erlebe und hier auch lese. Ich finde es müsste mehr "Fremdbetreuung" dabei sein. Pflege zu Hause schon, aber eben unter gewissen Voraussetzungen. Alles andere finde ich nicht richtig, man lebt auch nur einmal. Aber äußere ich mich so, werde ich als Unmensch bezeichnet. Kalt und herzlos.

LLouisLianxa


@ leana

Also, es kommt sicherlich immer auf das Verhältnis an, das man zu der pflegebedürftigen Person hat und wie die Umstände (Wohnraum, Geld, Arbeitszeiten falls Job) sind. Sicherlich ist es eine gute Sache, auch Pflegepersonal heranzuziehen, die einiges an Belastung abfangen. Jeder Mensch braucht Zeit für sich, und wenn man eine Mehrfachbelastung hat, braucht man auch mehr Auszeiten davon. Viele Pflegende aber haben keinen freien Tag in der Woche, geschweige denn Urlaub. Und das kann es in meinen Augen nicht sein.

Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen, jemanden anderen (außer meinen Mann) tagtäglich zu pflegen.

Aber äußere ich mich so, werde ich als Unmensch bezeichnet. Kalt und herzlos.

Lass mich raten: Entweder Leute, die nicht selbst in der Situation sind wie Du oder Leute, die zwar pflegen, aber meinen, warum sollen es andere Pflegende besser haben als ich?

Ich würde mir jedenfalls kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Nur, um sein Gewissen rein zu halten sein restliches Leben zu versauen, das kann es ja nicht sein, der Preis wäre zumindest mir zu hoch.

JaunEge tBerxgfee


@ Hatschepsut:

SChon mal ne private 24hPflege angedacht? ich kenn die Situation recht gut, in der Ihr Euch befindet, ist ne längere Story, aber eine Entlastung, wenn man ne gute Dame findet, isses allemal. Es gibt auch sonstige Pflegerinnen, die ins Haus kommen, ohne an eine Organisation gebunden zu sein...

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