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Dringende Fragen zur Heimplatzwahl

s|grbund hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Mutter ist nach einem Oberschenkelhalsbruch in einer geriatrischen Reha.

Vorauusichtlich am10.08.2012 wird sie dort entlassen (habe ich erst heute erfahren).

Da sie kein selbständiges Leben mehr führen kann benötige ich einen Heimplatz. Kostenträger wird auch das Sozialamt sein, ein entsprechender Antrag wurde gestellt, auch ein Antrag für eine Pflegestufe. Die Begutachtung erfolgt lt. DAK erst nach der Reha. Ich habe heute in einem Pflegeheim mit der Pflegeleitung gesprochen. Die Person sagte, eine Kostenzusage des Sozialamtes erfolge nur bei vorhandener Pflegestufe 1 oder höher. Wie kann es sein, dass eine Person die sich nicht mehr selbst versorgen kann, keinen Pflegeplatz bekommt, weil systembedingt noch keine Untersuchung des MDK erfolgte.

Stimmt diese Aussage der Pflegeleitung überhaupt?

Zur Info, meine Mutter kann nicht laufen, sie ist harninkontinent, braucht Hilfe beim Waschen/Duschen und Anziehen.

Darüber meine Mutter bei mir aufzunehmen habe ich auch nachgedacht, doch aufgrund der Wohnsituation bei mir und wegen meiner persönlichen Belastbarkeitsgrenze erscheint mir dies unrealistisch. Ich wohne in Miete im 2. Stock und habe natürlich kein behindertengerechtes Bad.

Nun muß ich also innerhalb von einer Woche einen Heimplatz finden. Der Antrag auf Kostenübernahme beim Sozialamt läuft schon seit 2 Monaten und alles befindet sich noch in der Warteschleife.

Wer kann mir Ratschläge zu der beschriebenen Situation geben? ":/

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Gruß

Simon

Antworten
C6ornel*ia5x9


Du kannst noch in der geriatrischen Reha die Begutachtung durch den MDK durchführen lassen. Das haben wir gerade bei meiner Mutter hinter uns, die vor 3 Monaten zuhause gestürzt ist und sich dabei einen Lendenwirbel gebrochen hat. 10 Tage KH, dann 2 Wochen geriatrische Reha in einem anderen KH und danach Kurzzeitpflege für 4 Wochen in einem Heim. Während der geriatrischen Reha kam der Mann vom MDK und hat sie begutachtet. Ergebnis: Pflegestufe 1, noch am Krankenbett bestätigt.

Da du die Kostenübernahme ja ab dem Zeitpunkt brauchst, zu dem sie ins Heim kommt, solltest du das nochmal bei denen klarstellen. Die können ja, wenn die das erst zum Ende der Reha machen wollen, am 8. oder 9. August aufkreuzen, oder von mir aus auch in den ersten Tagen im Heim.

Sieh auch zu, daß du solche Sachen wie Rollstuhl oder ähnliches schon vom Hausarzt verschreiben läßt.

sDgr@und


Ist es sinnvoll, als Angehöriger bei der Begutachtung durch den MdK selbst dabei zu sein?

R@ut


Ja unbedingt, wenn du es zeitlich einrichten kannst.

Ich habe mich zwar im Hintergrund gehalten, griff aber ein, als meine Mutter nach ihrer Beweglichkeit gefragt wurde und sie dann gymn. Übungen ( rudern mit den Armen) vorführte um zu zeigen, wie gelenkig sie sei. Und dabei konnte sie ohne Stock kaum laufen.

C<orn:elNia5x9


Genau, was Rut geschrieben hat, ist unheimlich wichtig. Meine Mutter hatte nämlich vorher auch schon mal eine Begutachtung durch den MDK und hat sich da total ins Zeug gelegt, um zu beweisen, wie fit sie noch ist. Treppe rauf war auf einmal kein Problem mehr und all sowas. Meine Schwester, die bei der Begutachtung dabei war, war anschließend total sauer auf sie, weil sie sich eine Riesenarbeit mit der Vorab-Dokumentation gemacht hatte, was alles so an Arbeiten schon anfiel, und dann war alles für die Katz.

Hinterher stellte sich heraus, daß unsere Mutter Angst hatte, wir wollten sie entmündigen lassen. Sowas kann dabei herauskommen. Besprich das vorher mit deiner Mutter, mach mal eine Aufstellung, was im Laufe eines Tages/einer Woche für Tätigkeiten anfallen, die für sie übernommen werden müssen, von der Körperhygiene einschließlich Zähneputzen übers Anziehen, Hilfe bei der Essenszubereitung/Essen bis zur Hilfe beim WC-Gang. Das kann schon ganz hilfreich sein, wenn der Gutachter kommt.

Mkonikfa65


Bei meiner Mutter war es so, dass sie kurzfristig einen sogenannten Kurzzeitpflegeplatz bekam, der wird unabhängig von der Pflegeeinstufung bezahlt und kann bei entsprechender gesundheitlicher Voraussetzung in Anspruch genommen werden. Ich meine mich zu erinnern bis zu 6 Wochen. In dieser Zeit wird dann die Einstufung gemacht, das ist viel besser, als wenn man es zuhause machen lässt, weil das Personal alles dokumentiert. Von uns war da keiner dabei, war echt nicht nötig.

swgruxnd


Meine Mutter ist jetzt seit ca. 4 Wochen in einem Pflegeheim auf Dauer und hat am Montag die Begutachtung durch den MdK.

Der angebenen Zeitrahmen ist zwischen 8-16.30 Uhr, das kann ich unmöglich abdecken, das Pflegepersonal schätzt das meine Mutter eine PS 0 bekommt. Sie sitzt zwar im Rollstuhl und ist inkontinent, doch zieht sie sich selbst an und rollt selbstständig zur Toilette. Sie muß quasi nur gewaschen/geduscht werden und fährt 3x die Woche mit dem Taxi (sehr müßsames ein- und aussteigen) zur ambulanten Reha in der Nähe des Altenheims, dort trainiert sie das Gehen am Rollator, bisher eher mit sehr überschaubarem Erfolg.

Wenn ich so den gesundheitlichen Zustand beschreibe, was glaubt ihr welche PS sie bekommt?

Sie wohnte vorher allein in einem baufälligen(!) Haus ohne Zentralheizung, fließend warm Wasser und mit Holzöfen. Dazu hat das Haus mehrere Etagen, der Zustand war eher schon unzumutbar.

Ich und mein Bruder leben jeweils in einer Mietwohnung im 2.OG ohne Aufzug und ohne barrierefreiem Bad, wir können jeweils unsere Mutter leider nicht aufnehen. Sie istdiese Woche auch wieder gestürzt und mußte von zwei Pflegerinnen ins Bett verfrachtet werden.

Falls nur 0 herauskommt, müßte meine Mutter dann das Pflegeheim verlassen?

Gruß

Simon

MVonIika65


Nein, das Pflegeheim verlassen muss sie nicht, aber du bzw. sie muss alle Kosten allein tragen. Ich schätze mal so rund 2.500 bis 3.500 Euro. Allerdings würde ich trotzdem schon mal vorab beim Sozialamt mich erkundigen.

Wenn das Personal PS 0 schätzt, wird es vermutlich darauf hinauslaufen, sie sollten die Erfahrung haben. Du kannst selbst mal googeln zu den Pflegeeinstufungen, generell überwiegt die Körperpflege, das heißt, der allergrößte Teil der Pflegeaufwendung muss auf diesen Bereich fallen. So wie du es schilderst, wundert es mich dann doch, dass sie keine 1 bekommen soll. :-/

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