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Pflanzliche Alternative zu Quetiapin/ Seroquel gesucht

e?rhollung hat die Diskussion gestartet


hallo

meine Oma liegt seit ca. 2 Jahren im Pflegeheim. Liegt deshalb, weil sie gestürzt ist, und die Pflege, die bis dahin zu Hause von meiner Mutter gemacht wurde, für sie alleine zu viel war.

Meine Oma ist dann im Pflegeheim nochmal gestürzt (bis dahin konnte sie immer noch ein paar Schritte mit Hilfe des Rollators tippeln) und hatte einen Beckenbruch.

Sie hatte irgendwie 2 Stürze und 2 Krankenhausaufenthalte, und nach diesem 2. Sturz und OP war sie einige Wochen im KH und die Heilung dauerte auch lange. Seit 1,5 Jahren sitzt sie nur noch im Rollstuhl und wird von den Pflegern auch ins Bett gebracht, bzw. wieder in den Stuhl gesetzt.

Vor einem 3/4 Jahr konnte sie noch gut längere Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit erzählen.

Jetzt kommt die derzeit fortschreitende Problemlage:

vor ca. 4/5 Monaten erzählte meine Mutter, dass meine Oma kaum noch redet (ich wohne weiter weg, bin also nicht vor Ort). Sie konnte sich das auch nicht erklären. Sie besucht meine Oma fast jeden Tag im Pflegeheim und betreut sie zusätzlich zur normalen Pflege mit Essen geben, mit meiner Oma reden etc. . (die Pflegekräfte haben wenig Zeit für weitergehendes als die Grundversorgung- ist ja bekannt..)

sie und ich konnten nicht erklären wieso sie plötzlich gar nicht mehr spricht. dann sagte meine Mutter, dass sie das neuroleptikum quetiapin erhält. und ich bin mir sicher, dass sie deshalb auch probleme bekam um überhaupt zu reden: weil dieses neuroleptikum viele nebenwirkungen haben kann: u.a. kann es auf die stimmbänder aufs sprechen negativ wirken.

Es wird allerdings regelmässig von Pflege bzw. Arzt mitgeteilt, dass es notwendig ist, damit sie schlafen kann. Und sie können kein anderes schlafmittel geben, weil die Leute dann evtl. nicht mehr aufwachen. Da ich mittlerweile weiss, dass die üblichen Schlafmittel häufig ähnliche Nebenwirkungen haben wie die Neuroleptika (Psychopharmaka) suche ich nach einem besser verträglichen Naturheilmittel. Sie schreit wohl zunehmend auch ständig, ob in ihrem Zimmer oder im Aufenthaltsraum. Und im Februar konnte sie sich noch einigermassen artikulieren und reden, und jetzt kaum noch.

Vor allem verweigert sie schon seit einigen Wochen das Essen, obwohl sie sich bis dahin regelmässig von meiner Mutter füttern liess, die ihr auch zu Hause extra etwas zubereitet hat, damit meine Oma was isst und noch genügend Nährstoffe bekommt. Meine Oma hält jetzt allerdings den Mund zu, und hat auch wieder abgenommen. Sie ist ansonsten viel am Schreien, und das Problem ist, dass wir gar nicht wissen, was eigentlich los ist, und wieso sie soviel schreit und das Essen verweigert. Also da sie offensichtlich Probleme hat, sich sprachlich auszudrücken, sage ich schon seit längerer Zeit, dass sie dieses Quetiapin mal absetzen sollen und ihr ein pflanzliches Mittel gibt. Mir wurde von verschiedener fachlicher Seite Baldrian empfohlen. Vielleicht bessert sich dann die Situation wieder, wenn ein anderes Mittel probiert wird, und man dann sieht, ob es am quetiapin liegt.

wer kann was dazu sagen, oder hat evtl Erfahrung mit diesem Medikament und wie es wirken kann auch insbesondere bei so altem Mensch: 95 Jahre.

Antworten
M{ojnxiM


Quetiapin mit Baldrian zu ersetzen ist eine extrem schlechte Idee. Mal abgesehen davon, dass Baldrian ca 4 Wochen braucht um voll zu wirken, hat es bei weitem nicht die Wirkung von Quetiapin. Ich denke auch nicht, dass sie es nur wegen dem Schlafen bekommt-denn dafür gibt es (im Gegensatz zur Aussage des Arztes) auch bei älteren Patienten noch andere Möglichkeiten. Möglicherweise dient es auch dazu, deine Oma über den Tag ruhiger zu halten. Ob das notwendig ist bzw wie es ihr ohne das Quetiapin gehen würde, ist natürlich eine Frage. Ich würde aber eher darum bitten, das Neuroleptikum zu wechseln.

t4atua


Ich würde zunächst mal eine ausführliche Erklärung erbitten, warum dieses Medikament notwendig ist.

Neuroleptika werden normalerweise bei Alterspsychosen oder z.B. bei starken Unruhezuständen durch Demenz verursachteingesetzt. Bei Schlafstörungen sind sie nicht indiziert.

Ganz wichtig – bei alten Menschen werden die Medikamente oft viel langsamer abgebaut und die Dosierung muss dann angepasst werden. So ein Medikament wird in der Regel auch von einem Facharzt verordnet und der sollte das wissen.

Es gibt etliche Medikamente, die wesentlich weniger nebenwirkungsträchtig sind, und die auch bei gestörtem Schlaf helfen können.

Wobei es eine Frage ist, ob sie Schlafstörungen hat.

Alte Menschen brauchen nicht mehr viel Schlaf...5 Stunden und sogar weniger sind normal.

Das ist leider ein Störfaktor in Heimen, wo schon ab dem Abendbrot um halb sechs Bettruhe angesagt ist.

Bequeme "Satt und Sauber"-Pflege geht am besten mit sedierten Patienten, die nur noch vor sich hin dämmern. Diese Modell spart enorme Personalkosten und ich kenne leider Einrichtungen, wo es noch so läuft. Es finden sich auch noch Ärzte, die bei dieser Horrorpflege mitmachen und die Ruhigsteller rezeptieren.

Es muss nicht sein, dass deine Oma in so einem Haus gelandet ist – es kann aber sein.

Hast du eine Möglichkeit selber vor Ort zu gucken? Ich würde auch nach dem Personalschlüssel fragen, gucken, welche Angebote an die Bewohner gemacht werden, welchen Eindruck die anderen Bewohner generell machen.

Und desweiteren muss man mit dem behandelnden Facharzt reden, der das Zeug verordnet hat.

SFunflPoweRr_x73


Was man auch mal grundsätzlich schreiben muss:

Macht das Serouel die Probleme – oder baut Deine Oma ab und bekommt aufgr. der Probleme Seroquel? Ich habe noch nie einen Patienten erlebt, bei dem Seroquel zu derartigen Sprachproblemen geführt hat. Selbst in der Roten Liste steht NICHTS diesbzgl. drin, habe sie gerade extra aus dem Keller geholt.

Wüsste daher gern, woher Du Deine Informationen hast...

Ansonsten hat tatua schon alles geschrieben.

M`on1ixM


Und außerdem: Wie ist der Zustand deiner Oma überhaupt? Teilt sie sich anderweitig mit? Nur weil die Stimme nicht mehr funktioniert, kann ein Mensch ja dennoch kommunizieren? Oder ist auch das nicht mehr der Fall?

eDrhgoxlung


Moni

ja, es dient auch dazu, meine Oma über tag ruhig zu halten.

und wohl dass sie nachts schläft

tatua

meine Oma hatte keine alterspsychose oder demenz. ich war ein paar mal da und habe sie besucht (ich wohne weiter weg, bin aber in regelmässigen Kontakt zu meiner Mutter deshalb.

also ein paar mal vor Ort. und auch viele der anderen Pflegeheimbewohner sind ruhiggestellt durch Medikamente.reden nicht mehr. und es ist auch sehr langweilig für die alten menschen dort, weil es nichts für die zu tun gibt.

was du zu "so einem Haus beschreibst" trifft zu auch wenn das Pflegepersonal an sich überwiegend sehr nett ist. doch das ganze konzept ist eben so (wie in vielen Heimen), dass es völlig unbefriedigend ist für die alten Menschen dort zu leben. es ist mehr ein dahinvegetieren bis zum Tod.

Mit dem Facharzt wurde auch schon gesprochen (werden das aber nochmal tun, der hat ja seine Praxis ausserhalb und ist nur selten dort), und mit dem Pflegepersonal auch schon wiederholt und die meinen dass nur das Quetiapin hilft, und kein anderes Mittel. wobei die ja auch nur ein sehr begrenztes Wissen haben, wenn sie üblicherweise nur solche Mittel einsetzen und ja auch keine Arztausbildung haben.

Sunflower

da ich mir schon von 2 verschiedenen Quellen die Packungsbeilage durchgelesen habe und mich sehr ausführlich mit diesem Medikament aufgrund dieser ganzen aufgetretenen Probleme beschäftigt habe, weiss ich, dass es sich auch auf das Reden auswirken kann. ich werde es nochmal raussuchen.

und nein, meine Oma hat das Medikament nicht bekommen, weil sie abgebaut hat, sondern weil sie wohl nachts aufwacht und nicht schlafen kann.

dieses mittel und die ganze unerträgliche situation dort, die so reizarm und langweilig für meine Oma (und auch für die anderen Heimbewohner ist) hat zu diesen Zuständen geführt, dass sie dauernd schreit. und schlafen kann sie kaum, weil man nicht dauernd schlafen kann.

jetzt schreit sie ständig und verweigert das Essen.

Als ich sie bei den vorigen Besuchen gesehen habe, konnte sie noch längere Sachen aus der vergangenheit erzählen. Also sie konnte noch richtig reden. jetzt ist es so, dass es schon viel ist, wenn sie mal ein Wort oder einen einzelnen Satz sagt.

Da die Situation für meine Mutter sehr belastend wurde, die sie fast jeden Tag im Heim besucht und füttert und kümmert, und auch meine Tante sich regelmässig kümmert (etw. weniger als meine Mutter,da sie weniger Zeit hat),und vor allem, da mir meine Oma und wie es ihr geht sehr wichtig ist, versuche ich eben Hilfe zu finden zur Besserung der Situation.

Meine Mutter pflegte sie ca. 5 Jahre zu Hause fast ganz alleine und jetzt seit 2 Jahren im Heim eigentlich täglich. man kann sich vorstellen, welche Belastung das ist. doch auch meiner Mutter ist ihre Mutter wichtig. Meine Oma hat sich selber viele Jahrzehnte sehr um mich und ihre vielen anderen Enkel gekümmert und versorgt, so dass es ja verständlich ist, dass ich mich jetzt so gut es geht auch um sie kümmere.

Ich sage mal so, dass ich meiner Oma ganz viel zu verdanken habe und meine Oma ihr ganzes Leben sehr viel mehr für die anderen getan hat, als für sich selber....

eRrholtung


Sunflower

Wenn Du schreibst, dass es praktisch keine Alternativen gibt, nehme ich an, dass du in dem Bereich arbeitest? sonst könntest Du dir nicht so sicher sein.

Hast Du schon mal mitbekommen, dass andere Sachen ausprobiert wurden? Und die haben dann grundsätzlich zu wenig gewirkt, bzw. was wurde ausprobiert und wie war die Wirkung?

Moni

meine Oma redet nur noch selten und wenig.

sie teilt sich mehr durch bestimmte Laute mit (müsste ich nochmal nachfragen) oder durch Schreien. und darum geht es ja auch, ich möchte gerne wissen, wieso sie ständig schreit, ob das mittel da eine erheblichen anteil daran hat:

- weil sie sich nicht mehr richtig ausdrücken kann, was sie möchte, wie es ihr geht etc. , ich nehme an, dass es ihr sehr schlecht geht. ausserdem hat sie auch eine starke osteoporosse. und ich denke dass sie nebenwirkungen und schmerzen durch das mittel hat und schmerzen durch die Osteoporose

MconixM


da ich mir schon von 2 verschiedenen Quellen die Packungsbeilage durchgelesen habe und mich sehr ausführlich mit diesem Medikament aufgrund dieser ganzen aufgetretenen Probleme beschäftigt habe, weiss ich, dass es sich auch auf das Reden auswirken kann. ich werde es nochmal raussuchen.

Das würde mich auch interessieren, denn in der Fachinfo konnte ich jetzt auch nichts dazu finden, und da steht normalerweise mehr drinnen als in der PB. Natürlich kann eine allgemeine Sedierung auch dazu führen, dass der Patient weniger kommuniziert, aber das ist dann eher ein Symptom der Sedierung.

Und, auch wenn das jetzt hart klingt: Das Essen einstellen ist eigentlich eine natürliche Sache, wenn sich das Leben dem Ende neigt. Es wird in unserer Gesellschaft nur nicht akzeptiert, wir "zwangsernähren" in solchen Fällen dann meist. Eigentlich ist dies ein ganz normaler Vorgang, wenn der Körper merkt, dass es langsam zu Ende geht. Das kann man auch sehr gut bei Tieren beobachten.

M'onixM


Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass das Quetiapin einen erheblichen Anteil daran hat. Natürlich möchte man Gründe finden, warum es auf einmal so schnell bergab geht mit einem geliebten Menschen. Das wahrscheinlichste ist aber: Deine Omi ist 95, sie hatte ein langes Leben und irgendeinmal kommt dann leider der Punkt, an dem auch der agilste Mensch abbaut. Das kann sogar sehr schnell gehen.

Bekommt sie sonst noch Medikamente (ich nehme an, ja)? Welche?

MHurKtxel


Ich glaube du überforderst das Forum hier, wenn du für deine alte Oma, die keiner von uns kennt, eine Alternativbehandlung mit mit/zu verschreibungspflichtigen Medikamenten erhalten willst.

bquddSlxeia


Wenn du da nicht vor Ort bist, auch mit dem Facharzt nicht gesprochen hast, kannst du eine Alterspsychose oder Demenzentwicklung doch nicht sicher ausschließen.

Besonders eine Alterspsychose kann sich manchmal schnell entwickeln, schnell auch fortschreiten und ist leider nur schwer behandelbar.

Im Gespräch mit dem Arzt wäre eventuell aber zu erfragen, warum Seroquel gewählt worden ist, Risperidon ist eigentlich eher das im Alter empfohlene Medikament, allerdings in vorsichtiger Eindosierung.

Wichtig wäre gerade mit Osteoporose und mehrerem Brüchen auch eine ausreichende Schmerztherapie, die manchmal zu kurz kommt, wenn alte Menschen sich nicht mehr ausreichend ausdrücken können.

Sinnvoll wäre ggf. einen Termin zum Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu vereinbaren, sofern da eine entsprechende Vollmacht (auch deiner Mutter?) oder Entbindung von der Schweigepflicht vorliegt, um deine Bedenken dort anzusprechen.

eqrhFolung


Also sie bekommt schon seit vielen Jahren ein Medikament fürs Herz, also lange vor der Zeit im Pflegeheim. Das ist allerdings auch notwendig.

Zu Quetiapin habe ich eine andere meinung, da viele damit Probleme haben. man sollte auf jeden fall irgend eine andere andere Möglichkeit ausprobieren. ob ganz weglassen, oder etwas anderes.

ach ja, das quetiapin wurde ihr auch gegeben, weil sie schreit

(eine Frau, die ne Bekannte gepflegt hat, meinte das ist aber natürlich wenn sie schreit, da sie sich wohl nur so äussern kann. z.b. dass sie in die Hose gemacht hat, oder irgendwas anderes was sie gerne sagen würde, doch aus irgendwelchen Gründen ihre Fähigkeiten dazu (im Moment) nicht mehr ausreichen. Vor allem schreit sie in der letzten Zeit viel: obwohl sie das Quetiapin erhält. also hilft es wenn dann teilweise auch nur oberflächlich und/oder kurz in diesem Fall.

Wie ich das wahrnehme hat dieses Medikament noch zu ein paar neuen Problemen geführt...

auch jüngere Menschen setzen es ja ab, bloss ist das problem häufig bei so alten Menschen, dass sie das selber nicht mehr ausdrücken können.. das ist ja der Grund, wieso ich mich so darum kümmere..

Ansonsten:

ich denke dass das ganze doch angenehmer für meine Oma sein könnte. es wurde sich auch schon intensiv um ein anderes Heim/ betreutes wohnen gekümmert. allerdings sind die anderen Möglichkeiten wohl ähnlich im Konzept und so wie es aussieht, kann sie dann auch da bleiben, wo sie jetzt ist.

ewrhYoluxng


buddleia

es gab schon einen gesprächstermin. es soll wohl nochmal einer stattfinden demnächst.

bDuddlxeia


Was spricht hier dagegen?

Sinnvoll wäre ggf. einen Termin zum Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu vereinbaren, sofern da eine entsprechende Vollmacht (auch deiner Mutter?) oder Entbindung von der Schweigepflicht vorliegt, um deine Bedenken dort anzusprechen.

bQuddloeia


Hat sich überschnitten.

Aber du hast an dem Gespräch nicht teilgenommen?

Hat dann etwas von "Stille-Post". ;-)

Besser ist in der Regel selbst teilzunehmen.

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