» »

Pflegestufe/Leistungen

C0hvrisx64 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Eltern haben eine Pflegestufe zugesprochen bekommen.

Im Antrag hatten wir Geldleistung und Kombinationsleistung angegeben.Genehmigt wurde die Kombinationsleistung mit der Auflage diese mindestens für ein halbes Jahr in Anspruch zu nehmen........das heißt,wir sind nun ein halbes Jahr gebunden und können erst dann je nach Situation beispielsweise auf Geldleistungen oder Sachleistungen umsteigen ":/ ???

Ein Anruf bei der Pflegekasse diesbezüglich ergab ein klares "Nein,kein Wechsel von Kombi auf Geldleistung mehr möglich" entweder Kombi 6 Monate oder gar nichts.

Wäre lieb,wenn mir jemand da weiter helfen könnte.Im Internet habe ich auch keine konkrete Antwort diesbezüglich gefunden.......ist das wirklich so?Wie sind eure Erfahrungen?

LG

Antworten
Girie@suZh1


Hallo, hier scheint es so zu sein, dass erst einmal die Begriffe geklärt werden müssen.

Ihr habt 2 Leistungsarten auf dem Antrag angekreuzt, Pflegegeld u. Kombileistung. Das geht nicht, es ist immer nur eine Leistungsart wählbar. Hierin ist schon der erste Fehler zu suchen.

Pflegegeld ( Geldleistung) bedeutet, dass die pflegerische Versorgung ausschließlich durch Angehörige oder andere private Pflegepersonen erbracht wird.

In diesem Fall erhält der Pflegebedürftige das mtl. Pflegegeld entsprechend seiner Pflegestufe. Der Pflegebedürftige hat dann mit diesem Geld seine Versorgung durch privat Personen zu sichern.

In diesem Fall hat der Pflegebedürftige der Kasse in Pflegestufe I u. II pro Halbjahr einen sogenannten Pflegeberatungsbesuch nach § 37.3 des SGB XI und in Pflegestufe III, 4 mal jährlich den Pflegeberatungsbesuch nach zuweisen, dass die Pflege durch die privat Personen gesichert ist. Die Kosten für diesen Beratungsbesuch trägt die Pflegekasse.

Nun zur Sachleistung: Die Leistungswahl gibt es nur, wenn keine privaten Pflegepersonen vorhanden sind und die Pflege ausschließlich durch zugelassene Pflegeeinrichtungen

( ambulanten Pflegedienst) erbracht wird.

Eine Aussahlung an den Pflegebedürftigen evtl. Restbeträge der Sachleistung erfolgt nicht, somit würde das nicht verbrauchte Geld der Sachleistung verfallen.

Die Kombileistung ist zu wählen, wenn in kombination von Angehörigen und sonstigen privaten Personen und zusätzlich von einem zugelassenen ambul. Pflegedienst die Versorgung erbracht wird.

Es ist in der Tat so, dass der Pflegebedürftige an diese Leistungswahl per Gesetz mind. ein halbes Jahr gebunden ist.

Viele Kassen zeigen sich jedoch kulant und ändern die Wahl der Leistungsart bei richtiger Erklärung der Sachlage ab.

Bei der Kombileistung kann der Pflegebedürftige einen Pflegedienst mit seiner Versorgung zum Beispiel 1 x tgl. morgens Große Pflege beauftragen, die restliche Versorgung erfolgt dann durch Angehörige. Der Pflegedienst rechnet seine erbrachten Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab. Gehen die Kosten der gebuchten Pflegeleistungen über den Betrag der jeweiligen Pflegestufe, so hat dies der Kunde privat zu bezahlen

Der Kunde hat generell einen privatanteil, die sogenannten Investitionskosten, immer selbst zu tragen, egal ob der Betrag der Kombileistung ausgeschöpft ist oder nicht.

Der Pflegebedürftige bekommt bei der Wahl der Kombileistung einen prozentualen Anteil der durch den Pflegedienst nicht verbrauchten Kombileistung auf das niedrigere Pflegegeld berechnet ausgezahlt.

Beispiel:

Pflegestufe I Kombileistung = 450€.

Der Pflegedienst verbraucht jetzt mtl. 225€ von der Kombileistung ( = 50%) , so bekommt

der Pflegebedürftige vom niedrigeren Pflegegeld 235€ - 50% = 117,50€ ausbezahlt.Übrigens, sicherlich gibt es auch bei euch in der Nähe einen sogenannten Pflegestützpunkt. das sind Beratungsstellen der Landkreise und der Kreisfreien Städte. Dort werdet ihr kostenfrei in allen fargen und allen Belangen rund um die Pflege, Anträgen usw. beraten.

ich hoffe ich konnte einwenig licht ins Dunkel der leistungsarten bringen.

G9rieUsxuh1


Nachtrag du schreibst: deine Eltern haben eine Pflegestufe zugesprochen bekommen.

Wer hat denn nun die Pflegestufe? Dein Vater oder deine Mutter, oder hat jeder eine Pflegestufe erhalten.

Dann hättet ihr für jeden Elternteil einen eigenen Einstufungsantrag stellen müssen.

Jeder Pflegebedürftige bekommt "seine Pflegeeinstufung"

Eine gemeinsame Einstufung in einem Antrag für 2 pflegebedürftige Personen gibt es nicht.

G*ri^epsuIhx1


Noch ein Nachtrag:

Die Pflegeberatungsbesuche werden von zugelassenen ambulanten pflegediensten erbracht.

den Pflegedienst müsst ihr euch selbst aussuchen und mit dem Beratungsbesuch beauftragen.

C>hrisx64


Hallo Griesuh1,

Danke für deine sehr ausführliche Antwort @:)

Ich hätte ich mich vor der Antragstellung besser informieren sollen,das ist nun meine Schuld,habe nicht gewußt,das es eine Bindungsfrist gibt.Das Gespräch mit der Pflegekasse hatte ich schon und man sagte mir,das wir die Kombileistung definitiv in Anspruch nehmen müssen,ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt ist ausgeschlossen.

Sollte es widererwarten Schwierigkeiten geben mit einem Elternteil und dieser die Hilfe des PD ablehnend gegenüber stehen,dann weiß ich auch nicht weiter. ":/

Die Pflegestufe 1 haben beide einzeln zugesprochen bekommen.Bei meinem Vater noch zusätzliche Betreuungsleistungen.

Gilt die Bindungsfrist auch analog bei einer Wahl von "Sachleistungen" oder alternativ dem "Pflegegeld"??

Nun zur Sachleistung: Die Leistungswahl gibt es nur, wenn keine privaten Pflegepersonen vorhanden sind und die Pflege ausschließlich durch zugelassene Pflegeeinrichtungen

( ambulanten Pflegedienst) erbracht wird.

Eine Aussahlung an den Pflegebedürftigen evtl. Restbeträge der Sachleistung erfolgt nicht, somit würde das nicht verbrauchte Geld der Sachleistung verfallen.

So hatte ich es eigentlich auch verstanden,aber im Antrag auf Leistungen der Pflegekasse steht bei Sachleistung in Klammern:

-bei Nichtausschöpfung soll anteiliges Pflegegeld gezahlt werden

Im Grunde genommen ist die Sachleistung dann auch nicht anders wie die Kombinationsleistung.Der Unterschied ist doch nur,das die Kombipflege zweiseitig (PD und Angehöriger)und bei der Sachleistung die Pflege einseitig (PD) erbracht wird.

In beiden Fällen wird anteilig Pflegegeld ausgezahlt,vorrausgesetzt der Anspruch wurde nicht ausgeschöpft.

Wie verhält sich das dann eigentlich nach diesen 6 Monaten?Bleibt es dann uns überlassen,welche Leistungen wir in Anspruch nehmen?Kann ich dann beispielsweise auch bespielsweise monatlich wechseln?

LG *:)

Cehri?s64


oh man,Korrektur......nur einmal beispielsweise....... |-o ....

G]ri|esu&h1


Nochmals: Bei der reinen Sachleistung ( keine pflegenden Angehörigen vorhanden nur Pflegedienst ) wird kein überschüßiges Geld ausbezahlt, es verfällt.

Bei der Kombileistung, die auch per Gesetz eine "Sachleistung" ist, da der PD per Gesetz als "Sache" betitelt wird, wird der "Überschuß prozentual vom Pflegegeld aus berechnet ausbezahlt.

Nein es ist nicht monatlich wechsel bar, da es sonst mit den Abrechnungen und der Berechnung der Überbestände erhebliches durcheinander gäbe und keiner mehr durchblicken würde.

Grundsätzlich bleibt es euch frei welche Leistungen ein ambul. Pflegedienst erbringen soll.

Nur wie schon erwähnt ist bei mtl. wechsel von Kombi auf Pflege kein Durchblick mehr vorhanden und ergibt auch keinen Sinn.

Sollten deine Eltern die bei einem Pflegedienst eingekauften Leistungen verschiedentlich ablehnen, so werden diese auch nicht berechnet. Daraus ergibt sich eine niedrigere Abrechnung mit der Kasse und ihr bekommt anteilsmäßig etwas mehr ausbezahlt.

Nur wenn deine Eltern kompl. die Versorgung durch einen PD ablehnen sollte dies nochmals der Kasse eindeutig erklärt werden, dann wird auch die Leistung umgestellt.

Eine Frage habe ich: Kann es sein, dass bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst im Gutachten steht, dass zwingend ein PD einzuschalten ist?

Wenn ja, dann ist die jetzige Entscheidung der Kasse nachvollziehbar.

COhr\is6x4


Hallo,

sorry,es ist doch ein wenig später geworden.

Nochmals: Bei der reinen Sachleistung ( keine pflegenden Angehörigen vorhanden nur Pflegedienst ) wird kein überschüßiges Geld ausbezahlt, es verfällt.

Dann kann ich mir das nur so erklären,das es sich bei diesem Antrag,um einen Formfehler handelt oder etwas falsch übertragen wurde....... ???

Eine Frage habe ich: Kann es sein, dass bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst im Gutachten steht, dass zwingend ein PD einzuschalten ist?

Leider kann ich es dir nicht sagen,denn die Gutachten selbst haben wir nicht erhalten.Ich werde bei der PK nachfragen und um eine Kopie bitten.

Wir haben doch ein Recht darauf oder ???

LG *:)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kranken- und Altenpflege oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH