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Was ist nur aus der "Altenpflege" geworden?

Sfchrayntsz


Jaja die liebe Bürokratie. Bin auch schon lange Altenpfleger (auch Mentor, war mal WBL).

Wenn früher ein Bewohner stürzte, dann...

...half man Ihm auf! Und heute wird vor dem Aufheben erstmal ein Sturzprotokoll geschrieben.

Heute sind wir z.B. in der Frühschicht zu dritt oder zu viert für 32 Bewohner.

Habe vor kurzem mal nen Dienstplan von 2002 rausgekramt: Da waren im Schnitt mindestens

SECHS Pflegekräfte vorhanden!

Aber wenn ich ehrlich bin, dürfte ich mich gar nicht mal beschweren:

Ich habe fast nie länger als 5 Tage am Stück

Ich kann im Nachtdienst schlafen

Ich habe relativ viel Zeit für meine Schüler

Ich verdiene 3000 € brutto

Bin beim BRK beschäftigt in einem von 4 kleineren Heimen (zw. 70 und 100 Plätze)

Aber das mit dem Dokuwahn kotzt so ziemlich jeden an!

Grüße aus Bayern/OPf.

DVuLnja4Jessixca


Da ich seit 17 Jahren in der Pflege arbeite muß ich sagen das wir nicht so viel Schreibkram hatten und auch mehr Zeit für die Bewohner.Heutzutage hat man durch den Bürokram kaum noch Zeit für die Leute.Ich würde heutzutage nicht mehr in der Pflege arbeiten.Es kommt immer mehr Arbeit auf das Pflegepersonal zu.Ich bin keine Bürofachkraft aber ich muß fast dieselbe Arbeit machen.Ich habe gedacht ich hätte vor 17 Jahren Altenpflege gelernt und nicht Bürokraft.Mir tun die pflegebedürftigen leid.

Sgchlfitzgaugex67


Ich habe meine Mutter im Pflegeheim 5 Monate gepflegt, weil da sonst niemand in der Lage zu war.

HpannaQ-MarIixa


Schrantsz

Leider geht das Gespenst "Pflegenotstand" nicht nur in der Altenpflege, sondern inzwischen auch schon genauso grauenhaft in der Krankenpflege um. Der Wahnsinn mit der Doku ist meist im Krankenhaus nur das zweitrangige Problem, das Problem Nr. 1 ist oft, die Versorgung der Patienten nach medizinischer Notwendigkeit, nach Pflegestandards und Menschlichkeit überhapt bei bestehendem Personalschlüssel zu gewährleisten... %:|

Wenn früher ein Bewohner stürzte, dann... half man Ihm auf! Und heute wird vor dem Aufheben erstmal ein Sturzprotokoll geschrieben.

Wenn ein Patient bei uns auf Station stürzt (z.B. weil die überforderte Pflegekraft keine Zeit hatte, innerhalb von 5 min auf die Kingel zu gehen oder der Pat. sie nicht "bemühen" wollte), dann hilft man ihm zwar zunächst auf, aber ist danach nicht selten 2h beschäftigt: 1. Arzt informieren, 2. Sturzprotokoll schreiben, 4. Pflegedoku schreiben, 4. ärztl. Anordnung zum Sturz durchführen (nicht selten Pat. aus diagnostischen Abklärungsgründen zum Röntgen, Sono, CT etc. fahren – und das auch nachts!)

Bin auch schon lange Altenpfleger (auch Mentor, war mal WBL)...

Ich bin auch schon lange Krankenschwester + Praxisanleiterin. Das heißt aber meist nur mehr Verantwortung und Aufgaben. Wer mehr kann muss mehr machen. Heute gilt eher Quantität und nicht mehr Qualität, was sich zunehmend in Pflegefehlern und ihren Folgen und in Beschwerden der Patienten niederschlägt.... Die Bürokratisierung ist daher kontraproduktiv.

Heute sind wir z.B. in der Frühschicht zu dritt oder zu viert für 32 Bewohner.

Wir sind meist nur zu dritt für 34 teilweise schwerstkranker, medizinisch hochaufwendiger Patienten! Wenn jemand kurzfristig krank wird, müssen wir es auch schon mal zu zweit schaffen... %:| Das Telefon klingelt pausenlos und die Pat. sind sehr anspruchsvoll. Glücklicherweise gibt es ein paar Praktikanten oder KP-Schüler zur Unterstützung.

Aber wenn ich ehrlich bin, dürfte ich mich gar nicht mal beschweren:

Ich habe fast nie länger als 5 Tage am Stück

Ich kann im Nachtdienst schlafen

Ich habe relativ viel Zeit für meine Schüler

Ich verdiene 3000 € brutto

Wenn ich es mit meinen Arbeitsbedingungen vergleiche, dann kannst du dich echt nicht beschwerden! :-o

Ich habe selten unter 7-9 Tage Dienst am Stück.

Ich leiste fast jeden Monat Überstunden trotz Vollzeitbeschäftigung.

Ich kann nur sehr selten die Überstunden in Freizeit wieder abbauen.

Ich bin im Nachtdienst allein und bin froh, wenn ich eine Pause machen kann.

Ich habe nie richtig Zeit für meine Schüler. Alles läuft meist nebenher durch die vielen Schichtwechsel.

Ich verdiene etwas mehr wie du, aber noch immer zu wenig.

Und – ja, wir haben einen funktionierenden Betriebsrat – aber in der Pflege wird alles mit Sonderklauseln wieder ausgehebelt und die meisten machen eh alles freiwillig mit... :°(

F\iEscxhi


An Euch alle!

Meinen Respekt und meine Anerkennung, allen die in der Pflege arbeiten.

Diese Arbeit wird zu wenig honoriert und noch weniger geachtet. Nur schade, dass die Politik nicht mehr tut für pflegende Menschen. Es ist nicht nur der psychische Druck, sondern auch die körperliche Tortour, die viele an ihre Grenzen führt.

Hut ab vor Euch allen hier und ein großes DANKE! @:) :)*

jEalela fxrlu


Pflegeplanung und Dokumentation beanprucht inzwischen so viel Zeit, das die Bewohner zu kurz kommen.

Speziell bei Schichtwechsel wird zum Ende nur noch auf die Zeit geachtet weil man schon fast eine Stunde nur für sämtliche Protokolle einplanen muss.

Was ich allerdings nicht so schlimm finde, sind die engmaschigeren Flüssigkeitskontrollen und den ggfls Ausgleich via IV.

Ich bin 18 Jahre in der Altenpflege gewesen und es war nicht selten das in den 90 igern die Flüssigkeitszufuhr mehr als mangelhaft war und speziell in den Sommermonaten es zu Zwischenfällen kam.

Nach und nach wurde dann mehr darauf geachtet, nicht alles was "neu" ist, ist auch schlecht.

Wenn ich da allerdings an die Validation denke und wie zu meiner Anfangszeit noch mit Demenz umgegangen wurde, da könnte ich heute bei so machen Erinnerungen wirklich nur heulen.

Ich habe selten unter 7-9 Tage Dienst am Stück.

Ja, war bei mir auch so, meistens sogar zwischen 9 und 10 schön in Wechselschicht,( trotz alleinerziehend mit 5 Kindern) die Tagesmutter hat erstaunliches geleistet und ich bin ihr echt heute noch Dankbar, die Überstunden plus die ganzen Fortbildungen, die ständige Wechselschicht, darum habe ich 2011 aufgehört, ich konnte einfach nicht mehr bei teilweise über 190 Std. im Monat!

EAhemmaliger \Nut*zer q(#353x655)


Was ist nur aus der "Altenpflege" geworden?

Ein Geschäft. Oma und Opa sind jetzt Waren.

SAmarag{dasuge


Ich darf gar nicht daran denken, was mal mit uns wird, wenn wir nicht mehr können.

Meine einzige Hoffnung ist, dass ich noch genug Verstand übrig habe und meine Augen noch mitspielen, damit ich ins Internet kann... lieber in eine virtuelle Welt flüchten als ein tristes Dasein in einem nach Medikamenten und Desinfektion miefenden Zimmer zu fristen, abgefüttert, gepampert.... abgeschrieben.

Hmannaj-MLaria


Ich darf gar nicht daran denken, was mal mit uns wird, wenn wir nicht mehr können.

Wir werden dann von netten [[http://www.tagesspiegel.de/wissen/pflegeautomaten-roboter-helfen-patienten/5968948.html Robotern]] gepflegt... :-X

S:miarahgda:ugxe


... und wer glaubt, dass der Einsatz von Robotern dafür sorgt, dass das Pflegepersonal mehr Zeit für zwischenmenschliche Zuwendung hat.... tja, wer's glaubt... :-X

Htann;a-Maxria


Kein Witz, [[http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/pflegeroboter-meine-rollende-nachtschwester-heisst-rimo-12595879.html es gibt sie wirklich]] :[]

[[http://www.spiegel.tv/filme/pflege-roboter/ Die Androiden kommen...]] :-o

SJmaPragda]ugxe


Ja ich weiß, die Japaner haben damit, glaube ich, angefangen. Fand ich damals schon verquer. Ich habe mal gelesen, dass es verabscheuungswürdige Versuche gab, wo man Müttern verboten hat, ihre neugeborenen Babys außer zu stillen nicht zu berühren, also kein Knuddeln, Streicheln.... die Babys sind gestorben. Weil kein Mensch ohne zwischenmenschliche Zuwendung leben kann. Ich weiß von meiner letzten Narkose mit Wachintubation, dass eine Pflegerin die ganze Zeit meine Hand gehalten hat - und wie wichtig das für mich war.

Nicht auszudenken, eines Tages nur noch gescannt zu werden und/oder Knöpfe drücken zu müssen....

HFanna;-Maaria


Pflegeroboter, Erziehungsroboter und was sonst noch an schreckensvisionärem Unfug angeblich zum Wohl der Menschheit erfunden wird – es wird Realität werden und zwar aus einem einzigen Grund: es bringt den Betreibern ne Menge Geld, mehr als reale Menschen je einbringen würden. Die Verluste und Folgen haben die Verantwortlichen bereits mit einkalkuliert. Ein Menschenleben gilt nichts im Vergleich zum Profit. Du ahnst ja nicht wie Habgier gestört werden lässt.... {:( :-X %:|

R@l4mmp


Die Dokumentation hat schon ihren Sinn. Wer mal nen Verfahren wegen Fahrlässigkeit hatte, wird froh sein, mit einer ordentlichen Dokumentation gleich schnell aus dem Schneider zu sein(wenn er natürlich alles richtig gemacht hat).

Früher war man eben auch nicht so schnell mit gleich einem sowas zu unterstellen, aber heute ist das auch einfacher!

MLonikQa#6q5


Ich hätte überhaupt kein Problem mit Robotern. Man könnte sie als eine Art selbstständige Hilfsmittel betrachten, haben wir ja heute auch, nur das Menschen sie bedienen, wenn sie es denn tun. Mir wären Roboter wesentlich lieber als gestresste Menschen.

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