» »

Ich darf nicht für meinen Mann entscheiden?

Mfausezxahn0x209 hat die Diskussion gestartet


Hallo, meine Schwester und ich haben heute telefoniert und sie hat mir etwas erzählt, was ich irgendwie gar nicht glauben kann.

Sie liegt in Scheidung und hat eine 5 jährige Tochter. Sollte ihr und ihrer Tochter etwas passieren (z.B. ein Unfall) und meine Schwester ist nicht in der Lage etwas zu entscheiden, dann darf ihr Mann (oder dann vielleicht Ex-Mann) nicht für die Tochter entscheiden. Obwohl es ihr Vater ist. Der Staat würde dann entscheiden wo sie hin kommt.

Ist das wirklich so? Das wäre ja schrecklich. %-|

Außerdem hat sie gesagt, das Eheleute auch nicht für den Partner entscheiden dürfen, z.B. wenn mein Mann nach einem Unfall nicht selbst dazu in der Lage ist.

Oder wenn es mir so schlecht geht, das ich im Koma liege oder so. Warum sollte der Partner dann nicht entscheiden dürfen?

Stimmt das wirklich?

Ich hoffe inständig das sie sich geirrt hat. ":/

Antworten
Sxi]lberm~ondau3gxe


Hallo Mausezahn,

lebt deine Schwester in Deutschland ? Dann haben sie und ihr Ex-Mann das gemeinsame Sorgerecht und entscheiden auch nach der Scheidung wichtige Dinge gemeinsam,die die Tochter betreffen. Im Falle ihres Todes würde die Tochter selbstverständlich beim Vater bleiben. Außer er kann sie gar nicht versorgen.

Wenn jemand im Koma liegt darf der Partner nicht "einfach so" entscheiden dass die lebenserhaltenden Maschinen abgestellt werden. Für solche Fälle empfiehlt sich eine Patientenverfügung.

Was passieren kann: wenn z.B. der Mann im Koma liegt und das Bankkonto läuft auf seinen Namen und die Frau hat keine Kontovollmacht, dann sieht sie erst einmal "alt" aus. Aber auch das kann man ja vorab regeln.

PLaul#inex11


Sollte ihr und ihrer Tochter etwas passieren (z.B. ein Unfall) und meine Schwester ist nicht in der Lage etwas zu entscheiden, dann darf ihr Mann (oder dann vielleicht Ex-Mann) nicht für die Tochter entscheiden. Obwohl es ihr Vater ist. Der Staat würde dann entscheiden wo sie hin kommt.

Ist das wirklich so? Das wäre ja schrecklich.

Das hängt erst mal vom Sorgerecht ab. Aber selbst wenn er es nicht hat, guckt das Jugendamt erst mal, ob jemand aus der Familie sich um das Kind kümmern würde. Erst mal kennt den das Kind schon und nebenbei hat das Jugendamt meist auch die Kosten für eine Unterbringung im Auge. Wenn der Vater also nicht komplett unfähig ist, würde das Kind bei ihm bleiben, wenn er will.

Ich habe nur vor Jahren im Umfeld erlebt, dass Vater und Großeltern (Eltern der Mutter) des Kindes jahrelang klagten, weil alle das Kind beanspruchten. Die (minderjährige) Mutter war vor der Geburt zum Vater des Kindes gezogen, verunglückte tödlich, als es ein halbes Jahr alt war. Der Vater behielt das Kind gegen den Widerstand der Großeltern, bekam das alleinige Sorgerecht, zumal seine Eltern und eine Schwester sich kümmerten, wenn er arbeiten war. Das Kind wurde übrigens ein schrecklicher Jugendlicher, weil er es nur so kannte, dass alle eilten, um ihm jeden Wunsch sofort zu erfüllen.

Außerdem hat sie gesagt, das Eheleute auch nicht für den Partner entscheiden dürfen, z.B. wenn mein Mann nach einem Unfall nicht selbst dazu in der Lage ist.

Oder wenn es mir so schlecht geht, das ich im Koma liege oder so. Warum sollte der Partner dann nicht entscheiden dürfen?

Er darf es nicht automatisch, weil nicht jeder Partner dein Bestes will. Praktisch ist es so (war es zumindest bei mir), dass die Ärzte ihn doch fragen, was in deinem Sinne wäre. und, dass er meist problemlos die Betreuung vom Amtsgericht übertragen bekommt, wenn er es will. Aber genau um solche Probleme auszuschließen, machen viele Leute Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht! Ich hab das aber auch erst, nachdem mein Leben eine Weile auf der Kippe gestanden hatte.

M0a~u}se9zahn0Y209


Vielen Dank für Eure Antworten. Also die Kleine wurde ja in der Ehe geboren, deshalb haben ja auch beide das Sorgerecht. Ich weiß nur nicht ob der Vater es auch auf jeden Fall behält nach der Scheidung, wenn sie bei der Mutter wohnt.

Das man nicht für den Partner entscheiden darf wusste ich nicht. Hab mich damit noch nie so beschäftigt. Für mich war immer klar, das mein Mann oder meine Kinder das dürfen.

Wenn man aber z.B. einen deutschen Krimi guckt, dann wird immer der Ehepartner gefragt und der kann auch entscheiden. Ich weiß, es ist dann nur ein Film, aber warum sollte das nicht stimmen.

Wir haben noch keine Patientenverfügung, sollten vielleicht mal drüber nachdenken.

a/lwithPeaa


Eine Patientenverfügung sollte jeder machen, damit klar geregelt ist, was ich will und was nicht. Selbst (häufig sinnvolle) Bettgitter stellen im Sinne des Gesetzes eine Freiheitsberaubung dar und können nicht ohne weiteres angebracht werden.

Trotzdem gibt es immer noch Dinge, die auch dann nicht "einfach" entschieden werden dürfen und -wie z.B. ein Luftröhrenschnitt- eine Amtsrichterliche Genehmigung brauchen. Mit all dem sollte sich auch ein junger Mensch schon beschäftigen, weil niemand weiß, was morgen passiert.

Eihemali;ger Nuotzer (#282<877)


Ich weiß nur nicht ob der Vater es auch auf jeden Fall behält nach der Scheidung, wenn sie bei der Mutter wohnt.

Wo das Kind wohnt ist für das Sorgerecht erstmal nicht so von Belang. Es ist ein ziemlicher Akt das einem Elternteil wieder zu entziehen.

Generell halte ich es aber für sinnvoll das die beiden, sofern sie sich noch grün genug sind sowas in Ruhe zu besprechen, schriftlich einigen wie das ganze laufen soll wenn einem der beiden was passiert.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kranken- und Altenpflege oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH