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Verhinderungspflege – Pflegeperson?

C(allaoloo hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

gestern rief mich ein Pflegedienst an, den meine Mutter kontaktiert hatte. Man erklärte mir, dass es die sog. Verhinderungspflege gibt ( hatte ich vorher nie gehört ) und meiner Mutter im Jahr 1550 € zustünden, womit sie vom Pflegedienst für ca. 1 Stunde die Woche Unterstützung erhalten würde. Meine Mutter wird im September 75 Jahre alt und ist noch gut beieinander, aber Dinge wie Baden, Bettenmachen etc.. fallen ihr alleine doch sehr schwer. Da wäre eine Hilfe einmal wöchentlich wirklich angebracht.

Der Pflegedienst wollte von mir wissen, ob ich bereit bin mich als Pflegeperson bei der Pflegekasse eintragen zu lassen. Ich bin jetzt etwas hin- und hergerissen.

Hintergrund ist: Ich habe seit geraumer Zeit keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter und das muss für mich auch noch eine Weile so bleiben, da ich mich selbst gesundheitlich schützen muss. Eine lange Geschichte, die ich hier in diesem Faden nicht ausbreiten möchte. Es ist wie es ist und es ist gut so.

Jetzt weis ich nicht, ob das Konsequenzen für mich, oder meine Mutter haben könnte, denn der Eintrag meiner Person als Pflegeperson wäre wirklich nur der Eintrag auf dem Papier. Ich lebe weder mit ihr zusammen in einem Haushalt, noch habe ich in irgendeiner Form Kontakt zu ihr.

Ich bin aber – und das möchte ich ganz eindeutig klar stellen – zu jeder Hilfe bereit, bei der ich nicht mit ihr in Kontakt treten muss. Was in meiner Macht steht soll ihr zuteil werden, da werde ich mich nicht sperren. Im Gegenteil. Dennoch bin ich hier jetzt erstmal ein wenig unsicher und möchte mich lieber informieren. Ich möchte jetzt auch nicht bei der Pflegekasse anrufen und da schlafende Hunde wecken...

Ich habe auch gelesen, dass Verhinderungspflege dann zum Tragen kommt, wenn man jemanden schon 6 Monate häuslich pflegt und dann mal in den Urlaub möchte etc.. Das wäre ja nun auch nicht der Fall. Pflegestufe 1 hat meine Mutter. Das wäre dann aber auch schon das einzige Kriterium, dass sie erfüllt. Ich möchte halt einfach nichts falsch machen. Für mich nicht, aber für sie auch nicht.

Kennt sich damit jemand aus? Kann ich mich da einfach so eintragen lassen? Würde ich diese Hilfe sehr gerne ermöglichen und es würde mich auch beruhigen, wenn sie sowas endlich mal in Anspruch nimmt. Pflegegeld bekommt sie ja, aber da sie noch nie gut haushalten konnte. benötigt sie das Pflegegeld für andere Dinge, als für die Pflege.... *seufz*

LG/ Loo

Antworten
c\lairxet


Die Verhinderungspflege ist doch dafür gedacht pflegende Angehörige zu entlasen. Du pflegst aber gar nicht.

Irgendwie klingt das für mich nach einem krummen Ding, ich würd mich nicht eintragen lassen.

CMall'alZoxo


Na das ist es ja was ich meine! Die Frage ist, was passiert wenn's rauskommt? Oder ist sowas Gang und Gäbe, so wie der Pflegedienst mir das weismachen möchte und es gibt da keine Nachteile, weder für Mutter noch für mich? Ich mein, ich möchte ihr ja auch die Möglichkeit mit der Pflege nicht nehmen....

GBrie suhx1


hallo.

Meine Erste Feststellung wäre: Der Pflegedienst ist mit 32,29€ die Stunde für die Verhinderungspflege sehr teuer.

Um den Anspruch auf Verhinderungspflege stellen zu können ist eine Pflegestufe erforderlich.

Dazu wird bei der zuständigen Pflegekasse deiner Mutter per Telefon ein Einstufungsantrag gestellt.

Die Kasse beauftragt den MDK zur Begutachtung.

Bei der Antragstellung gibt es 3 Möglichkeiten:

1. Pflegegeld, das wird beantragt wenn die Pflege ausschließlich von Angehörigen erbracht wird.

2. Komileistung, dies wird beantrag wenn Angehörige und ein Pflegedienst die Pflege gemeinsam übernehmen.

3. Sachleistung, die wird beantrag, wenn KEINE private Pflegeperson vorhanden ist und die Pflege ausschließlich von einem Pflegedienst erbracht wird.

Punkt 3 wäre in diesem Fall das richtige.

Den Antrag muss deine MUtter stellen.

Alle drei Leistungsarten sind mit der Verhinderungspflege kombinier bar.

Da deine MUtter schon Pflegegeld bezieht, bedeutet das in euerem Fall, wenn der PD tgl. Pflege erbringen soll, dass deine Mutter bei der Kasse das Pflegegeld auf Sachleistung umstellen lassen muss.

Dann kann der PD die leistungen direkt mit der Pflegekasse abrechnen.

Die Verhinderungspflege würde ich nur inanspruch nehmen, wenn es wirklich finanziell eng und pflegerich ernst wird.

C%allaxloo


Griesuh1, vielen Dank für die Informationen. So ganz schlau werde ich noch nicht daraus, aber das liegt nicht an dir, sondern daran, dass ich mich damit noch nie beschäftigt habe :-) Ich hätte also noch ein paar Fragen...

Zunächst ist es so, dass meine Mutter bereits Pflegestufe 1 hat und Pflegegeld bezieht. Dafür müsste ja dann theoretisch eine Pflegeperson hinterlegt sein, wenn ich deine Erklärung richtig deute. Also ein Familienangehöriger. Keine Ahnung wer das sein soll. Kann meine Mutter mich da einfach eintragen lassen, ohne das ich davon was mitbekommen haben könnte? Muss ich da nichts unterschreiben?

Problem ist, dass meine Mutter das Pflegegeld leider noch nie für die Pflege ausgegeben hat, sondern es zur Aufstockung ihrer Rente genommen hat und es dafür wohl auch braucht. Fand ich nie gut, aber was soll ich machen.. es ist ihr Geld, ihr Konto, ihr Leben...

Die Verhinderungspflege wäre jetzt für sie eine Möglichkeit überhaupt Pflegeleistungen in Anspruch nehmen zu können.

Wie sieht es denn aus, wenn ich mich nicht eintragen lassen würde? Meine Geschwister werden das def. nicht machen! Würde sich der Pflegedienst eintragen lassen können und.. wäre dann ihr Pflegegeld weg, bzw. würde an den Pflegedienst gehen?

Ach man ist das kompliziert....

Gcr;ies%uh1


Hi, da bei deiner Mutter keine private Pflegeperson vorhanden ist, wäre wie schon gesagt die Sachleistung die Richte Wahl.

Das bedeutet, deine Mutter bekommt KEIN Geld mehr ausgezahlt, da die restliche Versorgung nicht durch private Personen gesichert werden kann.

Wäre eine Pflegeperson benannt, egal wer -- da gibt es keinen Ärger, wäre Kombileistung zu wählen.

Der PD rechnet dann direkt mit der Pflegekasse ab. Bleibt vom Betrag der Kombileistung noch was über, so wird prozentual auf das niedriegere Pflegegeld umgerechnet und davon wird dann der Restanteil an deine Mutter ausgezahlt.

Beispiel:

Pflegestufe 1 Pflegegeld = 235 € mtl, bei Kombileistung stehen mtl. 450€ zur Verfügung.

Verbraucht der PD jetzt von der Komileistung 75% des Betrages, so erhält deine Mutter vom Pflegegeld 235€ noch 25% ausgezahlt. Das wären in diesem Beispiel noch 58,75€.

Wird das Geld kompl. verbraucht bekommt sie nichts mehr. Übersteigt die eingekaufte Pflege den Betrag der Pflegestufe so ist der Mehrbetrag privat zu bezahlen. Grundsätzlich fällt ein Eigenanteil, sogenannte Investitionskosten immer an, der privat zu bezahlen ist, egal ob das Geld der Kombileistung reciht oder nicht.

Ckallcaloo


Vielen Dank Griesuh1, damit sehe ich schon klarer und blicke so langsam, aber sicher durch @:) @:) @:)

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