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Sexistische Sprüche bei der Intimpflege

E:hemal!iger NSutzerx (#15)


phoebe

Das sehe ich anders...denn wenn man mit jedem Menschen der in einer solchen Situation steckt..respektvoll umgeht...dann passiert das doch gar nicht erst. Es gibt allgemeine Regeln in der Pflege...jedenfalls habe ich sie gelernt.

Natürlich! :)^

Aber wie schon gesagt und wie es auch Süntje sagt: Es entstehen auch gewisse Beziehungen zwischen Patient und Pflegekraft, bei denen es im Bereich des Möglichen liegt, dass es sich beiderseits so ergeben hat.

Ich finde einfach dieses Grundsätzliche davon ausgehen (ohne mit nur einem Beteiligten gesprochen zu haben!!!), dass es dem Patienten auf jden Fall unangenehm ist, weil er ja den 2. Weltkrieg mitbekommen hat und damit auch zwangsläufig mit sexueller Gewalt schon in Kontakt war usw. – ebenfalls nicht ok.

PqolyUxenxa


@ Isabell

Unsere Pat. sind oft zwischen ca. 1918 und 1930 geboren (das sind sicher 1/4 aller Im-KH-Lieger, die ich so kenne). Und das für die der Krieg vorbei ist, da irrst Du Dich leider (wenigstens bei einem Teil). Das war so ein einschneidendes existentiell bedrohliches Erlebnis, dass es viele in keinster Weise vergessen haben und bei vielen kommt das jetzt am Lebensabend, wenn sie (zu) viel Zeit haben, darüber nachzudenken, alles wieder hoch.

Ich erinnere mich erst in den letzten Monaten an einen Pat., der mit bitterlich weinend von einer Situation erzählt hat, wo er als U-Boot-Marine-Soldat mit dabei war, als sie ein englisches Schiff beschossen haben und er zusehen musste, wie die anderen Soldaten ertranken ohne ihnen helfen zu dürfen. Er hat heute noch große Schuldgefühle deswegen.

Und glaube mir, viele Jungs mussten zusehen, wie die fremdem Soldaten Ihre Mütter/Schwestern etc. mitgenommen haben und konnten Sie nicht beschützen, das vergessen die nie und gerade solche Situationen können unter Umständen Erinnerungen wieder hochholen.

Ich freue mich übrigens auch über kritische Kommentare. Keiner hat die Wahrheit für sich alleine gepachtet, sie liegt immer irgendwo in der Mitte....

E1hemaltigber Nu&tzeEr (&#14x9187)


Süntje,

irgendwie so versuche ich das die ganze Zeit rüberzubringen :)z

lass es, das schaffst du nie ;-).

A0mbivkalyent70


@ Phoebe:

genau so hab ich es auch gelernt :)^

Respektvoller Umgang mit Pflegebedürftigen ist das A und O.

p3hoYebxe


Ja und gerade bei einer Demenz kommt das ganze langzeitgedächtnis zum Vorschein....alles was früher war...wird doppelt wahrgenommen...das kann sowohl positives als auch negatives sein.

E}hemal+iger ONutzer (#1x5)


Polyxena

Wie gesagt: Ich bin insgesamt bei Dir. Und ich sage ja auch nichts gegen Opfer/Kriegstraumata!

Ich will nur sagen, dass man dennoch nicht alle über einen Kamm scheren sollte. Vielleicht ist genau der Patient um den es hier geht von einem anderen Schlag – verstehst Du was ich meine? Eben kein Kriegsopfer/Geschädigter oder was auch immer – also meine Familie ist recht groß, sie haben z.B. größtenteils vom Krieg kaum etwas mitbekommen.

p|hoexbe


Naja ISA, ich denke sie wird ja mit der Pflegekraft reden...und dann wird sie sich ja auch dazu äußern. Aber ich denke...mal lieber die Sprache so einzustellen, dass einem da gar nicht erst etwas passieren kann.

EvhemTalig6eUr Nutzerx (#15)


Der kleine Prinz

irgendwie so versuche ich das die ganze Zeit rüberzubringen

lass es, das schaffst du nie

:)z

Leider scheinen irgendwie hier alte/ältere Menschen lediglich als "Opfer" gesehen zu werden und nicht mehr als individuelle Persönlichkeiten.

E@hemYaliger WNutzceer (#149x187)


Also ich würde mehr leiden, wenn alles seinen politisch korrekten Formulierungsgang ginge. Ich hätte mehr Spaß, wenn die Pflegerinnen und Pfleger lockerer wären, und auch mal einen Spruch losließen. Ich gehe jetzt nicht zum Lachen in den Keller und wenn ich alt, senil und dement wäre, würd ich mir bestimmt manches einfallen lassen, um mein Gegenüber aufzumuntern ;-D.

ENhemali%ger rNut~zer ()#15x)


Der kleine Prinz

Das meine ich. :)z

Ich fände es wesentlich demütigender als sozusagen "automatisches Opfer" gesehen zu werden.

Ich meine es ist doch so:

Bin ich noch soweit bei Verstand, dann kann ich mich bezüglicher gefühlter Respektlosigkeiten wehren oder sie mit Humor nehmen – bin ich nicht mehr soweit bei Verstand, dann sollte es das Pflegepersonal merken und mich somit auch "in Watte packen" und sich ein solches Verhalten wie hier beschrieben mal ganz gepflegt sparen.

C/olo,r 2Copy


Also ich würde mehr leiden, wenn alles seinen politisch korrekten Formulierungsgang ginge. Ich hätte mehr Spaß, wenn die Pflegerinnen und Pfleger lockerer wären, und auch mal einen Spruch losließen.

Auch MAL... ja... aber unbedingt in dem Kontext? Mein Vater war auch immer zu Späßen aufgelegt, hat gerne versaute Witze erzählt, war alles anderes als politisch-korrekt, aber als er pflegebedürftig wurde, ging es ihm verständlicherweise gar nicht gut damit und obwohl er sonst dazu neigte, unangenehme Dinge mit Albernheit zu überspielen, da war definitiv die Grenze erreicht. So ein Spruch, der ihm seine hilflose Lage beim Gewaschen- oder Gewickeltwerden bewusst gemacht hätte, während er völlig entblößt daliegt, wäre definitiv nicht gegangen und absolut daneben gewesen. In vielen anderen Situationen, beim Blutabnehmen (wenn x mal daneben gestochen wurde) beim Essenbringen oder vielem anderen, mal ein flotter Spruch, gerne. Aber ich denke, gerade wenn es um den Intimbereich, die Intimsphäre geht, ist bei vielen eine Grenze erreicht.

Ich finde jedenfalls gut, wenn da für einen sensiblen Umgang plädiert wird, solange der Patient nichts absolut Gegenteiliges verlauten ließ. Von daher, ja, klar, zur Sicherheit sollte man natürlich nochmal nachfragen, wie es genau dazu kam und sowieso ist es gut, das Thema anzusprechen, aber ich denke, Vorsicht ist bei dem Thema echt besser als Nachsicht. Die Gefahr, dass jemand durch so einen Spruch gedemütigt und verletzt wird, ist nämlich mit Sicherheit ungleich höher, als dass jemand unter "politisch korrektem" Umgang beim Gewaschenwerden im Intimbereich leidet.

P>olyx)enxa


@ Isabell

Nö. Natürlich ist ein großer Teil meiner Pat. nicht übermäßig traumatisiert. Viele sind stolze Mütter/Väter/Großeltern und blicken auf ein erfülltes Leben zurück.

Das Problem ist nur, weiß man, was ein Pat. alles erlebt hat? Ich kann mir nicht von jedem die ganze Biographie erzählen lassen (und viele wollen das auch gar nicht).

Aber ich bin vorsichtig und versuche halt, potentielle unnötige Verletzungen zu vermeiden. Ich glaube nichts ist schlimmer, als krank unter lauter unbekannten Leuten zu liegen und die hauen einem auch noch unbeabsichtigt Kränkungen um die Ohren. So eine schlaflose Nacht im KH kann sehr lang sein, und wenn man dann noch traurige Gedanken hat, weil jemand einen durch flappsige Sprüche verletzt hat, kann das glaube ich sehr weh tun. Mit ein bisschen Sensibilität, Verständnis und Zuneigung kann das echt vermieden werden....Selbst wenn der Pat. nicht mehr Herr seiner selbst ist und damit stressig für uns. Ein dementer Pat. versucht in der Regel nicht, uns absichtlich zu ärgern, er begreift halt die Situation nicht.

mrnxef


politisch korrekt

Ah, Reizbegriffe :-@

Leider scheinen irgendwie hier alte/ältere Menschen lediglich als "Opfer" gesehen zu werden und nicht mehr als individuelle Persönlichkeiten.

???

Das ist doch etwas überzeichnet und stark verallgemeinert. Hier geht es überhaupt nicht um ältere Menschen im Allgemeinen. Meine Eltern sind 70 und stecken jeden zweiten 30-jährigen locker in die Tasche, aber sie sie sind komplett selbstständig. Wenn man aber darauf angewiesen ist, sich waschen zu lassen, dann ist man ganz klar in diesem Moment nicht auf Augenhöhe mit dem Pflegekräften. Diese Gleichmacherei, wo nunmal keine ist, das ist wennschon die negativ gemeinte politische Korrektheit.

Plolyxxena


Und nee, ich bin kein politisch korrekter Über-Sozpäd. Es gibt durchaus viele Witze, die man machen kann und die nicht unter der Gürtellinie liegen. Und ein Händedruck oder ein nettes Lächeln tut es oft auch, gerade wenn man krank ist und u.U. Schmerzen/Atemnot usw. hat. Da können mir persönlich Witze eher gestohlen bleiben

pshoEeXbxe


Also ich würde mehr leiden, wenn alles seinen politisch korrekten Formulierungsgang ginge. Ich hätte mehr Spaß, wenn die Pflegerinnen und Pfleger lockerer wären, und auch mal einen Spruch losließen. Ich gehe jetzt nicht zum Lachen in den Keller und wenn ich alt, senil und dement wäre, würd ich mir bestimmt manches einfallen lassen, um mein Gegenüber aufzumuntern .

Klaus Lage singt in einem Lied : das Pendel sucht steht's das Extreme! Aber...in diesem fall braucht es nicht nur nach rechts oder links zu gehen...ein lockerer Spruch zum Beispiel wäre für mich...Bettruhe gibt's erst nach dem waschen wieder...jetzt müssen sie sich noch einmal anstrengen...mit einem Lächeln auf den Lippen und locker dahergesagt...hört es sich nicht an als würde ich mit einem Opfer sprechen. Man muss doch auch nicht unbedingt in jedem Menschen ein Opfer sehen um ein Opfer nicht sprachlich treffen zu müssen. Es gibt so viele lockere Sprüche, die nicht anzüglich wirken können....oder müssen.

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