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Sexistische Sprüche bei der Intimpflege

MAelan#ie0x8


Hi. Hab erstmal nur den Eröffnungsbeitrag gelesen, also mal dazu:

Ich finde es extrem, wie die mit dem umgehen. Das Ding ist, es geht wohl meistens so zu, du warst nur zufällig in der Nähe. Wenn das einmal passiert, dann ist das schon zur Normalität geworden. Nur dieses Mal waren sie eben nicht 'ungehört'.

Wenn die Frauen so angequatscht worden wären, wer weiß, wie die da reagiert hätten.

Ich stell es mir grausam vor, bei einem älteren Mann, der nicht weiß, was los ist, der sich auch irgendwie nicht wehren kann, so einen Spruch zu bringen. Und wenn ich das so lese, kann ich mir auch vorstellen, dass die da recht ruppig zugange sind.

Die sollen sich mal überlegen, wenn mit ihren Eltern so umgegangen würde oder wenn es ihnen selber später mal so ergeht.

Du hast Recht, das war eine verbale Vergewaltigung.

Und was geht es die zwei an, ob der Mann Jungfrau ist oder nicht? Zumal das noch so... ich weiß nicht. Als ob der einfach alles mit sich machen lassen muss, weil er keine Jungfrau ist. Oder weil er alt ist. Es hätte noch gefehlt "Stell dich nicht so an, du kennst das doch" oder noch schlimmer "Das gefällt dir doch."

Klar ist das eine extreme Demütigung. Der Mann muss es ja noch weiter über sich ergehen lassen, denn scheinbar ist er auf deren Pflege angewiesen.

Auf solche Menschen kann man doch echt verzichten.

Krass ist noch, dass diese Leute gebraucht werden, weil es kaum Pflegekräfte gibt. Die wissen wohl, dass sie kaum einer entlassen kann, trotz ihres Verhaltens. Das war unter aller Sau. Ich persönlich wäre für sofortige Kündigung. Aber diese Gesellschaft ist wohl anders.

Traurig.

M1elaBni.e08


Nachdenklich würde mich das auch machen, es war eben ziemlich unpassend aber vllt. haben sich die "Mädels" echt nichts dabei gedacht, es heißt aber auch: "Der Ton macht die Musik"

Wenn die Damen etwas gesagt hätten wie "sonst reißen wir Ihnen was ab" in einem scheiß-freundlichen Tonfall wäre es immernoch eine Drohung. Egal wie freundlich. Da ist der Ton egal.

Außerdem hat sie (die Faden-Eröffnerin) ja aus dem Tonfall schon herausgehört, dass es nicht nett gemeint war. Und selbst wenn, so ein Spruch ist furchtbar.

Aber natürlich solltest Du morgen dieses Thema ansprechen!!! Bei allem Verständniss vor dem Stress und dem Druck unter denen medizinisches Personal stehen kann. Man arbeitet an einem Menschen und dieser Mensch hat ein Recht darauf das man ihn mit Respekt behandelt!!!!

Ich hoffe sehr das Du Dein Gespür dafür niemals verlierst!!!

:)^ :)=

Klar hat man Verständnis für den Stress. Aber es ist das Letzte, das an einem Patienten auszulassen. Der kann nichts für den Stress. Ganz und gar nicht. Das sind die Pflegeheime, die überall sparen wollen und müssen, das ganze System dahinter ist nicht ganz korrekt. Da läuft viel verkehrt.

Und diese Leute wissen genau, auf was sie sich einlassen. Es ist allgemein bekannt, wie stressig der Beruf ist. Man kann sich überall informieren, was auf einen zukommt. Also lassen sie sich darauf ein, haben Spaß daran und benehmen sich dementsprechend mit Freude und Respekt gegenüber den Patienten oder sie lassen es. Man kann nicht dann den Patienten die Schuld in die Schuhe schieben.

Und auch wenn es dann heißt "der ist ja dement – der bekommt das nicht mit" ... bleib dabei und lass Dich nicht verunsichern.

Woher weiß man denn, ob er es nicht mitbekommt? Und scheinbar sollte der Mann mitarbeiten, seine Beine bewegen. Also hat er schon ein Wenig mitbekommen. Das ist, als wenn man meint, Patienten in Narkose bekommen nichts mit.

Meine Tante erzählte letztens, dass sich die Ärzte bei der OP über sie lustig gemacht haben wegen ihrem Aussehen. Sie versuchte, auf sich aufmerksam zu machen, dass sie nicht komplett weg war. Es ging aber nicht. Da darf man nie sicher sein, dass der Patient, ob dement oder in Narkose, nichts mitbekommt.

Eigentlich hasse ich halt so "ernste Gespräche unter vier Augen".

Aber manchmal müssen sie eben sein. Dass so etwas doch nicht Gang und Gäbe wird. Scheinbar meinst du, es wäre doch ein einmaliger 'Ausrutscher' und wenn sie merkt, dass es zu weit ging, nimmt sie sich in Zukunft wohl etwas zurück.

Nene, ich mache das schon freundlich, schließlich habe ich mich mit der Schwester bisher immer gut verstanden und bin sowieso der Meinung, dass Rumbrüllen der Einsicht nicht gerade förderlich ist, sondern eher im Gegenteil.

:)z

Da ich aber die Zimmerpflege meistens nur sporadisch und in zufälligen kleinen Stichproben mitkriege würde mich schon mal interessieren, ob so ein Vorfall eher "normal" oder doch außergewöhnlich ist.

Das ist das, was ich meinte. Weiß man nicht, ob das 'normal' ist...

je nachdem wie der Patient sonst so mit dem Pflegepersonal spricht, finde ich kann so ein Spruch durchaus gehen.

Ja. Wenn das so ein Mann ist, der ebenfalls mal lockere Sprüche bringt, den Schwestern auch mal ähnliche Sachen hinterher ruft, mag das gehen. Aber ich glaube nicht, dass ein Mann, der gewaschen wird und dement ist, noch zu sowas in der Lage ist.

Und der Spruch der TE fällt leider für mich nicht in die Sparte "therapeutisch" oder "begründbar" oder auch nur "dokumentierbar" ;-)

Stimmt.

Und so, wie Polyxena es gehört und aufgefasst hat, wird es schon gewesen sein. Sie schrieb ja auch, das war schon ein aggressiver Tonfall (freundlich mit, aber dennoch aggressiv). Und hätte der Patient reagieren können – in der Art, dass er dem in angemessener Weise entgegnet hätte mit einem ähnlich kessen Spruch -, dann hätte er es getan und das hätte die TE auch noch mitbekommen.

Sollte man sich bei einer solchen Situation nicht immer den eigenen Opa oder Vater vorstellen, der hilflos im Heim ist und dem sowas an den Kopf geknallt wird?? Möchte man, dass der sowas zu hören bekommt?

es komm auf den ton an, aber da ist mir ein flapsig-nettes "bist doch keine jungfrau mehr" bedeutend lieber als ein unfreundliches "frau stern, jetzt lassen sie sich gefälligst mal waschen"

Ach ja?? Ich fänd's beschämend. Nur weil man eventuell keine Jungfrau mehr ist, muss man das nicht so an den Kopf geknallt kriegen. Es ist ja schon eine Sache, so dazuliegen, dann noch verbal so ... ich weiß nicht. Naja, verbal vergewaltigt passt eigentlich am besten dazu. Es ist so. Wenn man sowas noch zu hören kriegt, obwohl man schon 'ungeschützt' da liegt, das macht es doch noch viel schlimmer. Vor allem mit dem ersten Teil des Satzes "jetzt aber mal los, die Beine auseinander".

genauso, wie es ein recht auf respektvollen umgang gibt muß es ja auch möglich sein, eine art recht auf lockeren umgang zu haben. mein zahnarzt ist zum beispiel unter anderem deswegen mein zahnarzt, weil er mich selbstverständlich duzt.

Aber dieses Recht, wie du es nennst, muss man sich erstmal 'verdienen' – da müssen zwei Personen schon in dieser Weise zueinander passen, dass sie sich so verstehen. Man kann nicht davon ausgehen, dass alle diese Art gut finden. Grundsätzlich ist erstmal der Respekt zu wahren.

Gibts sowas wie eine Entschuldigung (aber nicht nur als Floskel sondern richtig!)?

Ne, eben nicht. Außer nie wieder einem späteren Patienten so gegenüber zu treten oder konsequent den Beruf zu wechseln, wenn man zu einem angemessenen Tonfall nicht in der Lage ist. Diesem Herren hilft das aber alles nicht, das kann man nicht rückgängig machen.

Genau das ist es. Das geht nicht rückgängig.

Und bei einem dementen Patienten kann man auch nicht sagen "Ich benehme mich so, wie er mit mir spricht" aka "der hat aber angefangen!" :|N

Japp. :)z

Letztens war ich beim Röntgen und dort sollte ich mein Hemd ausziehen...es waren ne Menge Leute dort im Zimmer (die gerade alle dort etwas zu erledigen hatten und ich wollte kurz warten bis die slle weg waren ) so dass ich mich echt unwohl fühlte...da meinte die Sprechstundenhilfe zu mir...wir gucken ihnen schon nichts weg :-o das fand ich genauso bescheuert!

:-( :(v >:(

Ich vergess nie die Anzüglichkeiten leicht dementer Herren im Altenheim... Beim Waschen bekamen die Herren gern ne Erektion mit den Worten "Jo schwester der steht wenigstens noch wenn ich das schon nicht mehr ohne Rollator kann" war noch das harmloseste...

Na gut, das ist natürlich auch... :-X Abartig. Wo ist denn der Smiley, der ganz grün im Gesicht wird, wenn man ihn mal braucht.

– wenn ich diesen Spruch ohne jegliche weitere Erklärung zur Situation einfach so gehört hätte, hätte ich ihn als erstes wahrscheinlich mit einer Vergewaltigung assoziiert, in der eine Mann zu einer Frau sowas sagt (mach die Beine breit und stell dich nicht so an, ist ja nicht dass erste Mal....).

Eben. Und wieso soll Frau sich weniger belästigt fühlen dürfen als Mann?

Ich finde nach wie vor, dass es nicht geht, sowas zu einer hilflosen Person zu sagen, die nackt vor einem liegt und an der man gerade die Intimpflege durchführt.

Ja, es ist was anderes, wenn der Mann die Pflegekräfte ins Zimmer kommen sieht und sie schon mit derben Sprüchen begrüßt, als wenn ein Mann, der sich eben kaum bewegen kann, mit sowas begrüßt wird. Ich fänd die derben Sprüche des Patienten an die Frauen auch nicht besonders prickelnd.

– die Pat. dieser Altersklasse haben alle Zeiten erlebt, in denen sexuelle Gewalt in schlimmster Form zur Machtdemonstration genutzt wurde (von allen Parteien). Weckt so ein Satz in ihnen ganz andere Assoziationen als in uns?

:-| ":/

– der Witz spielte auch ganz klar mit Machtgefügen: normalerweise haben Männer die Macht, Frauen mit Vergewaltigung zu bedrohen (und diese Drohung bzw. die Umkehr des Verhältnisses Mann/Frau, hat hier schon scherzhaft unterschwellig mitgespielt, das hat ja die Witzigkeit des Witzes ausgemacht). Empfinden nackte Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind und ihre Machtlosigkeit dauerhaft wohl schon schmerzhaft erleben, das wirklich als lustig?

Wenn er noch angezogen gewesen wäre, dann wäre dieser Spruch wohl nicht ganz so negativ aufgefallen. Negativ, aber nicht so arg. Aber dann wären wohl auch die Grundvoraussetzungen andere, dann kann man davon ausgehen, dass der Patient das verstanden hätte.

1/2

Mdelan*ie0x8


Polyxena: Wo du das gerade ansprichst mit der 'älteren Generation' – Es ist ja so, dass eben jene ältere Generation meist nur von der eigenen Frau (Ehefrau) nackt gesehen wurde, von eventuellen anderen sexuellen Spielen ganz zu schweigen. Ich glaube kaum, dass es früher praktiziert wurde, dass die Frau ihrem Mann ... 'Zur Hand' gegangen ist. Wie drückt man das zu so früher Stunde am besten aus – Ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine. Da wurden in den Schlafzimmern nicht diese heute üblichen sexuellen Spielarten praktiziert.

Und dass dann im Alter, wenn MANN sich eh nicht mehr so frisch fühlt, eine junge Frau, die nicht seine Ehefrau ist, seinen Intimbereich berührt – ob nun zur Pflege oder nicht – kann für ihn schon extrem unangenehm sein.

– generell ist Intimpflege wie oben erwähnt schon eine heikle Situation. Hat da das Erwähnen von Sexualität durch die Pflege, die ja in diesem Moment massiv (oft gegen den Willen) in die Privatsphäre des Pat. eindringt, überhaupt stattzufinden? Wenn der Pat. das von selbst anspricht, ist das vielleicht noch etwas anderes...

Nee. Der Gedanke ist schon richtig, das gehört da nicht noch hin.

Das ist ja der Punkt: Du weißt ja nicht, wie die Beteiligten sonst miteinander umgehen. Vielleicht hat den Tag vorher der Patient gegenüber der Schwester ebenfalls einen normalerweise nicht salonfähigen Spruch gebracht, aber es ist zwischen ihnen üblich

Dieser Punkt erübrigt sich ja schon mit folgender (vorher gemachter) Aussage:

– der Pat. selbst war eher kein so forscher, wie ich den Eindruck hatte. Für flotte Sprüche seinerseits war er eher zu desorientiert.

– ich glaube nicht, dass die Schwester im Einverständnis mit dem Pat. gescherzt hat. Sie hat ihn "untenrum"gewaschen, und so wie ich das verbal mitbekommen habe (war ja gerade beim Blutabnehmen am Nachbarbett), hat er die Beine wohl nicht freiwillig geöffnet, um sich waschen zu lassen, in der Situation sind ja die Äußerungen gefallen.

Also kann man auch davon ausgehen, dass er es nicht unbedingt wollte oder nicht verstanden hat. Von 'klarem Geist' kann man da nicht reden. Aber annehmen, dass er die Situation als unangenehm empfand.

marika stern:

ich finde die sache mit der sexuellen gewalt echt sehr überinterpretiert. der spruch geht meiner meinung nach eher in die "wir gucken ihnen nichts weg" oder "denken sie, ich hab noch nie nen nackten mann gesehen"- richtung.

Finde ich nicht. Schließlich fassen sie ihn an, müssen ihn waschen. Das ist mehr als nur angucken.

also ich denke bei dem spruch nicht an eine vergewaltigung und ich glaube auch nicht, dass ein vergewaltiger den spruch so verwenden würde.

Und woher willst du das wissen?

ich hab auch durchaus zu meiner tochter beim wickeln schon "mensch, jetzt stell dich nicht so an und mach die beine auseinander" oder ähnliches gesagt – völlig aus dem kontext gerissen könnte man da auch was reininterpretieren.

Du vergleichst doch hier nicht das Wickeln DEINES Kindes mit dem Waschen einer im Prinzip fremden älteren Person durch eine junge (jüngere) Frau?

mich würde es als patient übrigens weitaus mehr stören, wenn noch andere leute mit im raum sind als unbedingt sein muß als das ein spruch von den nötigen kommt. das find ich ehrlich gesagt ziemlich respektlos.

Wie Polyxena bereits schrieb, war sie am Nachbarbett, also waren da noch mehr Personen im Raum. Zum einen sie, die Ärztin, und ein anderer Patient.

Ich hoffe, Deine Tochter ist noch ein ganz süßes unschuldiges kleines Mädchen (wenn sie noch gewickelt wird....) und weiß noch gar nicht, was Sex ist. Daher kann Sie sich auch nicht sexuell angegriffen fühlen. Andere Situatiuon irgendwie....

:)z :)^ Total andere Situation.

Isabell

2. es kommt von Dir so rüber, als hätte es damals nichts Anderes gegeben. Als hätte Jeder der damals gerade mal laufen konnte solche schlimmen Dinge erlebt. Auch das ist nicht so, auch hier sind es keine 100%, nicht mal annähernd.

Man kann aber nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass es die Person, mit der man gerade zu tun hat, nicht erlebt hat.

Also so weit hergeholt ist das alles nicht ... leider ... wir sollten das immer ein Stück weit im Kopf haben, auch wenn es schon lange her ist, ist die Generation die wir gerade pflegen davon noch immer beeinflusst.

:)z :)_

Phoebe

@:) *:)

Die Problematik auf die diese Diskussion hinsteuert sehe ich darin, dass Polyxena in dem Patienten (oder auch allen Weiteren) ein ehemaliges Opfer zu sehen scheint.

In gewisser Weise ist das auch eine Bewertung, Vorverurteilung ohne überhaupt etwas über das Leben dieses Menschen zu wissen.

Man kann aber auch nicht mit den Menschen so ruppig und derb umspringen, weil man meint 'Der hat nie irgendeine Form von Gewalt erlebt' – Davon kann man nicht einfach ausgehen.

Das will ich doch auch gar nicht bestreiten!

Aber ich finde, man darf nicht davon ausgehen.

Man kann, wie gesagt, nicht davon ausgehen, dass diese Menschen nichts erlebt haben. Das ist falsch. Und der Respekt sollter erstmal gewahrt bleiben. Sollte so ein älterer Herr selber anfangen, so zu reden ist das was anderes. Dann kann man – wenn man denn will – sich darauf einlassen und es ebenso machen, dem mit einem derben Spruch entgegnen. Grundsätzlich aber geht es nicht, dass man meint, alle älteren Menschen, oder eben jener spezielle ist sicher ohne irgendeine Form von Gewalt oder Trauma herangewachsen bzw. hat er sicher nie in seinem Leben ähnliches erfahren.

Ich finde einfach dieses Grundsätzliche davon ausgehen (ohne mit nur einem Beteiligten gesprochen zu haben!!!), dass es dem Patienten auf jden Fall unangenehm ist, weil er ja den 2. Weltkrieg mitbekommen hat und damit auch zwangsläufig mit sexueller Gewalt schon in Kontakt war usw. – ebenfalls nicht ok.

Das muss nicht mal was mit dem Krieg zu tun haben. Mir wäre es unangenehm. Man sollte erstmal die Grundhaltung haben, respektvoll mit jemandem umzugehen, denn er könnte sich dadurch beschämt fühlen. Jeder Mensch hat ein gewisses Schamgefühl. Und da möchte man meinen, dass man dieses nicht verletzt. Also, es sollte im Interesse der Pfleger liegen, dieses nicht zu verlezten. Wenn der Patient offenkundig kein Problem mit solchen Sätzen hat, weil er selber welche bringt oder weil er zu verstehen gibt, dass es kein Problem ist, dann ist das was anderes.

Ich erinnere mich erst in den letzten Monaten an einen Pat., der mit bitterlich weinend von einer Situation erzählt hat, wo er als U-Boot-Marine-Soldat mit dabei war, als sie ein englisches Schiff beschossen haben und er zusehen musste, wie die anderen Soldaten ertranken ohne ihnen helfen zu dürfen. Er hat heute noch große Schuldgefühle deswegen.

Und glaube mir, viele Jungs mussten zusehen, wie die fremdem Soldaten Ihre Mütter/Schwestern etc. mitgenommen haben und konnten Sie nicht beschützen, das vergessen die nie und gerade solche Situationen können unter Umständen Erinnerungen wieder hochholen.

:°( :°_

Also ich würde mehr leiden, wenn alles seinen politisch korrekten Formulierungsgang ginge. Ich hätte mehr Spaß, wenn die Pflegerinnen und Pfleger lockerer wären, und auch mal einen Spruch losließen.

Der kleine Prinz: Dann bist du als Patient aber derjenige, der die Möglichkeit hat, das zu 'veranlassen'. Indem du mit neckischen Sprüchen anfängst. Dann wissen die schon bescheid. Die können dir nicht von vornherein mit einer derartigen Weise begegnen, ohne zu wissen, wie du das findest.

Auch MAL... ja... aber unbedingt in dem Kontext? Mein Vater war auch immer zu Späßen aufgelegt, hat gerne versaute Witze erzählt, war alles anderes als politisch-korrekt, aber als er pflegebedürftig wurde, ging es ihm verständlicherweise gar nicht gut damit und obwohl er sonst dazu neigte, unangenehme Dinge mit Albernheit zu überspielen, da war definitiv die Grenze erreicht. So ein Spruch, der ihm seine hilflose Lage beim Gewaschen- oder Gewickeltwerden bewusst gemacht hätte, während er völlig entblößt daliegt, wäre definitiv nicht gegangen und absolut daneben gewesen. In vielen anderen Situationen, beim Blutabnehmen (wenn x mal daneben gestochen wurde) beim Essenbringen oder vielem anderen, mal ein flotter Spruch, gerne. Aber ich denke, gerade wenn es um den Intimbereich, die Intimsphäre geht, ist bei vielen eine Grenze erreicht.

:)z *:)

Die Gefahr, dass jemand durch so einen Spruch gedemütigt und verletzt wird, ist nämlich mit Sicherheit ungleich höher, als dass jemand unter "politisch korrektem" Umgang beim Gewaschenwerden im Intimbereich leidet.

;-D ;-D ;-D ;-D ;-D ;-D

M{ela;nixe08


die welt ist nicht rosarot und aus Zuckerwatte und man muss eben manchmal dampf ablassen oder das kind beim namen nennen.

Dampf ablassen – aber nicht bei hilflosen, pflegebedürftigen Patienten, die sich nicht wehren können.

Dann den Dampf da ablassen, wo er aufgebaut wird.

nein ich vergleiche mich nicht mit ihm. ich sagt ja dass ich so einen Spruch harmlos finde und nicht wirklich schlimm. hab im Krankenhaus schon ganz andere Sachen gehört.. und wer weiss wie er früher geredet hat

Kawa Ninja 2008

:-o Woher willst du wissen, wie er früher geredet hat? Man kann doch nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass jemand sowas gutheißt oder sowas selber gemacht hat.

Und wenn du mal pflegebedürftig bist und dich zwei Pfleger am Intimbereich waschen, dir so nen Spruch an den Kopf knallen, dass du dich nicht anstellen und die Beine auseinander machen sollst – weil du bist ja sicher keine Jungfrau mehr – dann kannst du weiter reden. Aber nicht auf dem 'freche Kellnerin'-Niveau.

%-|

M.oMnniXka6+5


Ich hatte früher eine Kollegin in der Altenpflege, die genau so geredet hat. Allerdings nicht um Dampf abzulassen, sondern scherzhaft, sie hat ständig solche Sprüche gebracht und war sehr beliebt bei den Bewohnern. Einer hat sogar die Arme ausgestreckt nach ihr und gelacht, was er bei sonst niemandem – auch mir nicht, die ihn immer sensibel und "korrekt" angesprochen – hat, gemacht hat. Damit habe ich das jetzt assoziiert, nicht mit Überlastung und Genervtsein der Pflegekräfte. Und das kommt ja auch vor, ohne solche Sprüche, das ist für die Leute viel schlimmer.

S/marCtie?67


Ach Leute,

Pflegekräfte haben einen schlecht bezahlten Knochenjob und ein gesundes Mass an Zynismus ist durchaus hilfreich, mit dem ganzen Elend, das man tagtäglich sehen muss, umzugehen. Wer nie in dem Berufsfeld zu tun hatte, wird das kaum verstehen können. Jedenfalls sind solche Dinge in den seltensten Fällen so böse gemeint, wie sie wirken und die meisten Pflegekräfte fühlen trotz ihrer manchmal "überrobusten" Art sogar einen Stolz, eine wirklich wichtige Arbeit zu tun.

Um es auch mal ganz brutal zu sagen: [...]

Natürlich geht so eine dämliche Bemerkung gar nicht aber ich denke, es genügt vollauf, wenn die Ärztin sie mal wieder an die Mindestanforderungen in Sachen Respekt hinweist (und im Wiederholungsfall eine Abmahnung veranlasst).

EKhemalikger Nbutze:r (#1^49x187)


Um Gottes Willen, was macht ihr hier für ein Fass auf :-o.

Wenn sich der Mann wund läge, mangels Pflegepersonal, würde kein Hahn danach krähen.

MqonikBa65


Um es auch mal ganz brutal zu sagen: [...]

Ich fass es gerade gar nicht. :-o Das ist kein "DRECKSJOB", unglaublich.. Und was die geistige Elite anbelangt, ich habe viele anregende Gespräche mit meinen Kollegen gehabt, einige hatten auch Abi. Was den Job schwierig macht, sind solche Sichtweisen, nämlich die, dass es Drecksarbeit ist, alte Menschen zu pflegen. Welche Bemerkung ist denn nun schlimmer?

MaelVaniex08


Natürlich geht so eine dämliche Bemerkung gar nicht aber ich denke, es genügt vollauf, wenn die Ärztin sie mal wieder an die Mindestanforderungen in Sachen Respekt hinweist (und im Wiederholungsfall eine Abmahnung veranlasst).

Das wollte sie ja machen, falls aufgrund mangelnder Möglichkeiten und der langsam verstreichenden Zeit nicht schon zuviel Abstand zwischen diesen Vorfall und dem Ansprechen der betreffenden Pflegekraft liegt.

S]ma2rtie6x7


@ Monica65

Ich wollte den Job nicht. Es ist wohlbemerkt eine wichtige Aufgabe aber der Job geht auf die Knochen, die Arbeitszeiten sind unmöglich und wenn jemand Ausländer ist, muss er sich am Ende von debilen Alten noch rassistisch beschimpfen lassen. Nur die wenigsten machen den Job aus reiner Berufung sondern bestenfalls, weil sie sozial eingestellt sind und nix besseres bekommen haben.

Das bedeutet nicht, dass ich diese Leute verachte – ich habe im Gegenteil grössten Respekt vor jedem, der diesen Job jahre- oder gar jahrzehntelang durchzieht und ja, mir sind auch durchaus einige begenet, die wussten durchaus besser als der behandelnde Arzt, was dem Patienten fehlt.

[...]

@ Melanie08

Richtig: Hier muss man sofort einschreiten. Alles andere ist sinn- und fruchtlos.

EGhemal%igePr Nu6tzeYr (#x15)


smartie

Pflegekräfte haben einen schlecht bezahlten Knochenjob und ein gesundes Mass an Zynismus ist durchaus hilfreich, mit dem ganzen Elend, das man tagtäglich sehen muss, umzugehen.

Ja – vollste Zustimmung. Aber nicht in der Situation und nicht direkt gegenüber dem Patienten.

Darum geht es doch hier: Es ist keine Verarbeitung durch schwarzen Humor im Stillen – sondern es ist direkte Konfrontation mit einem lebenden, fühlenden Menschen, egal wie eingschränkt er sein mag. Das ist was völlig Anderes.

p2h\oebe


Deine Beiträge "Smartie67" zu kommentieren lasse ich jetzt lieber.

Melanie08 :)= @:)

S[üntxje


Smartie,

ein Arzt ist den Pflegekräften was die Ausübung der Pflege angeht nicht weisungsbefugt. Ein Arzt ist dem Pflegepersonal ja nicht vorgesetzt.

Zum Rest von dir sage ich lieber nichts, sonst riskiere ich eine Sperrung hier.

Melanie08

du hast in vielem recht was du schreibst, aber dement ist nicht gleichzusetzen mit "unfähig sich zu äußern" oder "unfähig zu kontern".

Das möchte ich gerne mal festhalten.

S!martixe67


@ Süntje

Nicht weisungsbefugt? Schön, aber seit wann muss ich jemandem gegenüber weisungsbefugt sein um ihn zurechtzuweisen. Dafür brauche ich keine Weisungsbefugnis, nur Rückgrat.

EmhemalXiger mNutzeer (x#15)


Smartie

Ich finde eine (wahrscheinlich noch eher unerfahrene) Ärztin die nicht sofort verbal zuschlägt sondern sich erst mal Gedanken macht, als durchaus nicht "blöd". Weder intellektuell noch sonstwie.

Im Gegenteil. Sie will es an allen "Fronten" richtig machen, eine Lösung finden die für alle Beteiligten konstruktiv ist. Und dabei ist es völlig egal ob sie diesezüglich in einem Diskussionsfaden nachfragt oder bei ihrem Gärtner.

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