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Peg diese Frage wurde uns gestellt...was nun?

m^auvxie


hallo an alle, die sich hier beteidigen und ein herzliches dankeschön!

ich war gestern, wie jeden tag, wieder bei opa, und er hat seit 2 tagen "sehr gute tage", ich versuche euch seinen zustand der letzten 2 tage zu beschreiben: er liegt gebisslos im bett (was den optischen anblick noch verschlimmert) er lacht und grinst sogar. er konnte gestern auch wieder schlucken und aß seinen brei (lt. schwester gestern alleine), auch hat er besser gesprochen, zwar nicht alles gleich verständlich, und mit phantasie erriet ich auch was er möchte.

er hatte durst (obwohl seit gestern wieder eine ringer-infussion angeschlossenwar) er fragte sogar nach einem bier! die schwester antw auf meine nachfrage, das ich ihm heute ein bier mitbringen kann, dann darf er auch angedickt trinken. (werde ein alk.freies mitnehmen) – ich hatte ein fotoalbum was ca 30j alt ist aus unserer gemeinsamen amerikareise mitgebracht, er erkannte sich und auch den lake taho see, allerdings seinen schwager auf dem foto erkannte er nicht mehr. (opa leidet auch an beginnender alzheimer). auf meine frage, wie alt er wäre antw opa mit 84, was auch stimmt – dadurch als wir ganz alleine im zimmer waren stellte ich ihm die frage, die mir unheimlich schwer fiel. "opa, hast du hunger?" antw. "nein" – "opa die möchten dir eine magensonde legen wenn du nicht essen kannst" opa schaute mich an und sagte sofort "Nein" – dieses "nein" kam im richtig strengem ton. dann stellte ich die frage (auch wenn sie brutal klingen mag, aber es ist für ihn einfacher mit ja oder nein zu antworten) "opa, möchtest du sterben?" er antw. "nein, jetzt noch nicht". er zog mich zu sich runter damit ich meinen kopf auf sein kissen legen musste, so lagen wir beide ein paar minuten nebeneinander.

gestern hatten wir wirklich 2 schöne stunden zusammen, er grinste und lächelte viel und ich habe den eindruck, er bekommt richtig viel noch mit.

selbst umdrehen kann er nicht mehr, versuchte aber immer näher an den rand des bettes zu mir hinzurutschen, was ihm nicht gelang. habe ihm weiter bilder gezeigt und über den schönen amerikaurlaub gesprochen. so einiges fiel ihm wieder ein, das konnte ich an seinen augen und grinsen erkennen, bei manchem antwortete er gar nichts, denke das ist dann wenn er sich nicht mehr daran erinnern kann, da möchte er dann nicht "nein" antworten und sagt lieber gar nichts.

am liebsten würde ich opa zu mir nach hause holen, nach dem kh und nicht mehr ins pflegeheim .... diese entscheidung ist nicht einfach, da ich eigentlich seit 8j im ausland lebe, doch ich würde hier in D im haus bleiben bis opa dann eingeschlafen ist. mein mann wäre damit auch einverstanden, er sagt, frag die oma ob sie einverstanden ist damit. doch ich denke sie wird es nicht sein. ich denke nicht, das opa noch jahrelang weiterleben wird, falls er überhaupt seinen geb.tag im oktober noch erleben wird. klar kann das keiner sagen, doch ich würde lieber in einer bekannten umgebung sterben als in einem pflegeheim.

J u!lixania


Sunflower

Alternativ: Was spricht gegen das Legen der PEG und schauen, wie er sich darunter entwickelt? Und dann weiter entscheiden?

1. für das Legen einer PEG ist eine Mini-Narkose erforderlich. Weil das Stanzen schon etwas unangenehmer ist, dürfte einfaches Dormicum nicht ausreichen. Ist Propofol bei einem 84jährigen eine gute Idee? Ich weiß es nicht.

2. PEGs können sich entzünden, Abzesse bilden, weh tun; leichte oder heftigere Gastritis an der Bumperstelle scheint "normal" zu sein; man kann nicht mehr gut im Bett umherrollen oder auf dem Bauch liegen; Pflaster können zu Ausschlag führen; PEG-Pampf zu Durchfallexplosionen; die geschwinde Einlaufgeschwindigkeit ohne Hochklappen des Kopfendes des Betts, wie es das Pflegepersonal gerne einstellt, führt zum Erbrechen des Pampfs (lecker); und im Zweifelsfall kann es bei Kanalentzündung sogar bis zur Bauchfellentzündung kommen. Bauchfellentzündungen sind meiner Meinung nach deutlich unschöner als Lungenentzündung oder Verhungern.

3. liegt die PEG erstmal, dann wird sie auch genutzt werden. Als "lebensverlängernde" Maßnahme halt. Eine PEG wieder loszuwerden, gestaltet sich auch ohne Bettlägerigkeit und mit Kommunikationsfähigkeit als ausgesprochen kompliziert, wenn sich ein Arzt querstellt.

4. Ich habe schon genug Geschichten gehört von Leuten, die sich die PEG dann selbst gezogen haben, weil sie sie eben doch nicht wollten. Dann wird eine neue PEG gelegt. Die wird wieder gezogen. Maßnahmen dagegen können dann im Pflegeheim in Fixierung ausarten. Da hört der Spaß dann aber wirklich auf.

5. Flüssigkeit in den Bauch hilft nicht gegen die verfluchte Mundtrockenheit und damit nicht gegen den Durst. Immer ein Tüchlein im Wasserglas in Reichweite des Opas wäre eine gute Maßnahme, wenn er noch greifen kann.

Und, am wichtigsten:

6. Er sagt klar und deutlich, daß er keine PEG haben will.


mauvie

Ich finde es toll, daß es ihm so viel besser ging und ihr einen schönen Nachmittag verbringen konntet. @:)

Pflege daheim wäre natürlich super toll, aber das ist wohl unheimlich belastend, gerade, wenn es noch länger geht. :-(

MConi~ka65


Eine schwierige Entscheidung. In den Pflegeheimen leben manche Leute damit Jahre lang, manchmal bei noch vorhandener Lebensqualität, aber auch solche, die kein eigentliches Leben mehr haben, kein Bewusstsein mehr zeigen. Was sich abspielt, können wir aber nicht wirklich wissen. Deshalb finde ich es so problematisch, aber in dem Fall, dass der Mensch noch reagiert, würde ich ihn nicht verhungern lassen als Angehöriger. Und das ist ja hier der Fall.

LsadyMVasdonxna


Herzerwärmend schöner Bericht über deine Liebe zu Deinem Grossvater ! Dankeschön .

Ich denke, bei soviel Wärme und Geborgenheit wird sein verbleibender Lebensabend ,ganz gleich ob Tage, Wochen,Monate,Jährchen, eine wunderschöne Zeit. Hut ab vor soviel Respekt und Liebe Deinerseits !

mAaruxvie


nach 3 tagen totaler essensverweigerung sollte opa morgen wieder ins kh kommen, er muss diesen weg nun nicht mehr antreten. mein opa ist heute nachmittag von uns gegangen und friedlich hinübergeschlafen. dieses bild ist jetzt wie eingebrannt in meinem kopf, und ich wollte ihn heute noch besuchen, doch dann kam was dawzischen und ich habe jetzt auf morgen verschoben.... so hätte er evtl nicht ganz alleine in seinem zimmer einschlafen müssen. das ärgert mich und macht mich gleichzeitig unendlich traurig. jetzt war ich jeden tag bei ihm, mal kürzer mal länger, und diesen letzten tag, da kam was dazwischen....:(

azgnexs


:)_

Versuch, Dir keine Vorwürfe zu machen. Manche Leute scheinen mit dem Sterben darauf zu warten, daß sie allein sind. Du warst täglich bei ihm. Viele alte Leute kriegen kaum oder überhaupt keinen Besuch.

Und laß Dir nicht einreden, daß er verhungert ist.

:)_

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