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Männliche Harninkontinenz – Theorie und Praxis

E)hemali^ger Nutz7er (#14918x7) hat die Diskussion gestartet


Weil ich nicht weiß, wen ich fragen kann, frage ich einfach mal hier, hier gibts doch einige Pfleger und Pflegerinnen.

Ein Mann, 99, sehr mobil und geistig fit, hat eine völlige Harninkontinenz. Er spürt, wenn es läuft, aber er kann es nicht steuern.

Bislang nimmt er Windelhosen, Windeln und auch Urinalkondome, die in einem Beutel enden, der an der Wade fixiert ist. Die Urinalkondome will er weg lassen, weil er sie mit Hefpflaster am Penis fixiert. Dieses Pflaster muss er mit Scheren und anderen scharfen Gegenständen von seinem Penis lösen, und ihm ist bewusst, dass er sich eines Tages seinen Penis versehentlich abschneiden oder zumindest verletzen wird.

Windeln und Windelhosen halten bei ihm nicht dicht, warum weiß ich nicht.

Jetzt möchte ich mal wissen, wie man Urinalkondome fachgerecht am Penis fixiert. Ist Heftpflaster das Mittel der Wahl? Kann ich mir nicht so ohne weiteres vorstellen.

Wie kann es sein, dass Windelhosen, mit oder ohne zusätzlich eingelegte Windel, so undicht sind, dass der Urin letztlich in den Schuhen landet? Was macht der Mann falsch? Der Penis lag nach seinen Worten normal, also nicht zwischen Bein und Windelhose, denn dann könnte ich mir noch vorstellen, dass er einfach an der Windelhose "vorbei zielt".

So, mal sehen, ob hier jemand was weiß.

Antworten
S{ünStjxe


dann sitzt die Schutzhose nicht richtig, hat evtl eine falsche Größe, sie muss in der Leiste schon richtig abschließen.

Wenn der Mann so fit ist, wie wäe es denn dann mit einem Katheter durch die Bauchdecke?

tpatmuxa


Die Urinalkondome will er weg lassen, weil er sie mit Hefpflaster am Penis fixiert

Da stimmt was nicht – so weit ich weiß, sollen die auch ohne zusätzliche Pflaster haften.

Möglicherweise stimmt die Größe nicht und sie rutschen deshalb. Oder die Firma ist nicht so gut.

Hier ist ein [[http://www.youtube.com/watch?v=STzCDspYPlg Demovideo]], wo du sehen kannst, wie es eigentlich aussehen sollte. Es gibt Fachberater der einschlägigen Hilfsmittelfirmen und die machen auch Hausbesuche, wo man vor Ort konkrete Tipps bekommt.

Auch Windeln oder Pants sind nicht so undicht, es sei denn, sie sind von der Größe bzw. Art ungeeignet.

Wenn der Mann so fit ist, wie wäe es denn dann mit einem Katheter durch die Bauchdecke?

Bloss nicht bzw nur als ultima ratio.

Wer verschreibt denn die Sachen und was sagt der Arzt dazu?

Erstens ist das wesentlich invasiver als alle bisherigen Massnahmen – das Infektionsrisiko ist nicht unerheblich. Der Eingriff zum Legen des suprabubischen Katheters ist bei einem Menschen dieses Alters auch kein Pappenstiel.

E%h.emali4ger Nutezer (#149N187)


Danke für Eure Antworten, ich bin jetzt zu müde zum Schreiben. Aber morgen ... ;-)

Eqhemalitger Nutz<er (#1|491x87)


Süntje,

also der Mann ist ungefähr 1,80 groß, wiegt so um die 70, 72 kg, und hat Beinchen wie Streichhölzer. Ist mir völlig rätselhaft, wie der irgendwann im Krieg zu Fuß durch ganz Griechenland gelaufen ist ;-)

Vielleicht hat man ihm bislang die falschen Schutzhosen verkauft, da kann ich mal mit dem Sanitätsgeschäft reden, das muss ja rauszukriegen sein.

Ein Katheder durch die Bauchdecke? DAnn muss man ja auch einen Zugang zur Blase oder zur Harnröhre herstellen, oder nicht? Ne, das kann nur was für den Notfall sein, das hört sich ja scheußlich an.

tatua,

vielen Dank auch für deine Antwort. Also die Urinalkondome müßten von selber haften. Gut zu hören, dann ist da vielleicht auch was falsch. Ich weiß halt nicht, vielleicht hat der Mann so einen dünnen Penis, dass auch die kleinste Größe noch zu groß ist? Zumindest kann ich aber in Erfahrung bringen, was für eine Größe das Sanitätshaus immer an ihn verkauft, evtl. sind das dann nicht die kleinsten. Vielleicht ist aber nicht die Größe das Problem, sondern was ganz anderes. Ich weiß es nicht, weil ich mit ihm darüber nicht so im Detail reden kann. Vielleicht könnte ich es sogar, aber ich trau mich nicht, einen 99-Jährigen zu fragen, wie er was nun ganz genau handhabt usw. Alles was ich weiß, weiß ich von meiner Mutter, die hat da mir gegenüber keinerlei Ängste.

Übrigens hab ich mir mal das Demovideo angeschaut, das ist hilfreich. Ich werde ich meine Mutter vor den Monitor setzen, und ihr das mal zeigen. Sie kann ihm u.U. ein bisschen detaillierter als ich erzählen, was er wie machen muss. Er benutzt übrigens auch diese ganzen Coloplast-Sachen und Conveen und so. Ich bin ja der, der das Zeug hier massenhaft her karrt.

Auf jeden Fall scheint es so zu sein, dass der Mann was falsch macht, das hilft schon mal weiter, denn dann wissen wir, dass es sinnvoll ist, nach Lösungen zu suchen.

t+atuxa


Ich werde ich meine Mutter vor den Monitor setzen, und ihr das mal zeigen. Sie kann ihm u.U. ein bisschen detaillierter als ich erzählen, was er wie machen muss

Vielleicht kann der betreffende sich das Video auch selber angucken. ;-)

was für eine Größe das Sanitätshaus immer an ihn verkauft, evtl. sind das dann nicht die kleinsten

Denkbar ist das auf jeden Fall. Man kann sich sicher bei Coloplast diese Messchablone bestellen – die haben einen guten Service da. Möglich ist auch, dass der alte Herr die Kondomurinale festklebt, weil der dem Konzept mit Selbsthaftung nicht traut.

Was Windeln angeht... Bestellt euch Proben verschiedener Hersteller – die Passform ist sehr unterschiedlich. Der behinderte Sohn einer Freundin hat extrem dünne Beinchen und er kommt mit Molicare-Windeln gut klar – ohne Auslaufen.

SIün9tjxe


Ein Katheder durch die Bauchdecke? DAnn muss man ja auch einen Zugang zur Blase oder zur Harnröhre herstellen, oder nicht? Ne, das kann nur was für den Notfall sein, das hört sich ja scheußlich an.

nein, das ist durchaus nicht nur eine Notfallmaßnahme.

Natürlich hat er dann auch die Ableitung in einen Beutel wie beim Urinalkondom, aber ich habe bei vielen Patienten erlebt,dass sie eine ganz neue Lebensqualität gewonnen haben, wenn nicht mehr alles nass ist und nach Urin riecht.

tKatxua


nein, das ist durchaus nicht nur eine Notfallmaßnahme.

Äh, und du meinst nicht, dass man zuerst mal konservative Möglichkeiten der Urinableitung bzw aufsaugende Inkontinenzversorgung ausschöpfen sollte?

Ich habe zwei Menschen mit einem Bauchdeckenkatheter im Freundeskreis und so trivial ist die ganze Geschichte nicht. Ich selber hab meinen Urologen mal regelrecht angebettelt für einen SPK und er hat ihn mir klar verweigert – weil seiner Ansicht nach eben noch nicht alle anderen Mittel ausgeschöpft wären.

S.ün3tjxe


der Mann um den es geht ist 99.....

und er kommt nicht mit den anderen Hilfsmitteln zurecht. Und nein, gerade dann finde ich Inkontinenzmaterial gar nicht so glücklich

tVatqua


der Mann um den es geht ist 99.....

Eben... das OP-Risiko ist in dem Alter nicht zu vernachlässigen. Das Infektionsrisiko ist auch ins Kalkül zu ziehen .. in dem Alter hat man nur einmal Urosepsis.

und er kommt nicht mit den anderen Hilfsmitteln zurecht.

Wenn er tatsächlich mit einer optimalen Versorgung nicht zurechtkommen würde, würde ich dir rechtgeben, aber ob die verwendeten Hilfsmittel richtig ausgewählt und angepasst sind, steht für mich in Frage.

Und ich habe schon so viele Fälle erlebt, in denen eine Versorgung ohne Sachverstand und Betreung gelaufen ist, dass ich zunächst diese Baustelle abarbeiten würde. Es ist ja nicht so schwer heraus zufinden, ob z.B. die Kondomurinale die richtige Größe haben.

Wenn da keine Verbesserung möglich ist, kann man immer noch die großen Gewehre herausholen, oder?

Smilenpt Axbyss


Ich leide an MS und folglich habe ich auch Beschwerden mit der Harnblase.

Ausgezeichnet ist ein Harnbeutel. Nur allein anlegen geht nicht immer. Dann brauche ich Hilfe. Leider ist nicht jede Hilfe fähig mir dabei zu helfen.

Meine Mutter :)^ macht das als ob sie es gelernt hätte. Sie bringt das Urinalkondom dicht am Penis an und ich kann ohne Sorge überall hingehen. :)=

Lkavende6lbl`üte


Hallo kleiner Prinz,

Auf alle Fälle mit einer Messchablone (vielleicht gibt's die gratis im Sanitätshaus (war früher in jeder Packung inklusive) die richtige Größe bestimmen. Falls der Penis bzw die Vorhaut behaart sind, empfehle ich eine Rasur (wurde leider im Demovideo ausgelassen)

Und zusätzlich Einlagen benutzen, ein Abrutschen des Urinals ist schnell passiert....

Manche Männer kommen damit ganz gut klar, bei einigen klappt es leider so gar nicht...

Viel Erfolg wünscht Lavendelblüte

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