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Pflegestufe 1 und die Krankenkasse ordnet Pflegedienst an

S8nooLp=y7q79x1 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

nach viel Einsatz und Kraft ist heute seitens der Kasse die Bestätigung der Pflegestufe 1 eingetroffen. Allerdings schreibt die Sachbearbeiterin, dass die Forderung auf Geldleistung abgelehnt wird. Mir wird ausschließlich der Sachleistungsbetrag in Höhe von 450,- € gewährt sofern ich einen anerkannten Pflegedienst beauftrage.

Da ich durch die jahrelange häusliche Pflege der Eltern weiss was dies bedeutet, ist dies für mich inakzeptabel. Kann der Träger so entscheiden? Und wurde der Betrag für die Pflegestufe nicht auf 305/665€ erhöht?

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

Gruß

snoopy

Antworten
GQriBesuxh1


Hallo Snoopy7791

Die von dir genannten erhöhten Beträge der Pflegestufe 1 gibt es nur, wenn eine Demenz diagnostiziert und im Einstufungsverfahren anerkannt wurde.

Ansonsten gibt es Pflegegeld in Höhe von 235€ oder Kombi/Sachleistung in Höhe von 450€

Wäre eine Demenz diagnostiziert stünden dem Pflegebedürftigen neben dem erhöhten Pflegegeld / Kombi-Sachleistung auch noch Gelder für Betreuungsleistungen nach § 45 b des SGB XI zu.

Diese Gelder für Bertreuungsleistungen werden nicht bar ausgezahlt, es sind sogenannte Erstattungsbeträge. Das bedeutet, Die Einrichtung die die Betreuung erbringt stellt euch die Leistung privat in Rechnung, ihr zahlt an die Einrichtung und reicht dann die Rechnung an die Kasse zur Rückerstattung ein. Privatpersonen erhalten KEIN Geld für die Betreuungsleistungen. Es kann die Pflegeeinrichtung aber auch direkt mit der Kasse abrechnen wenn eine Abtretungserklärung für die Betreuungsleistungen vom Pflegebedürftigen unterschrieben wird. Abrechenbar sind diese Betreuungsleistungen nur durch zugelassene Pflegedienste, Tages u. Nachtpflege oder durch Pflegeheime die anerkannte Betreuungsleistungen anbieten.

Soviel zu den Geldbeträgen.

Nun zu deiner Frage ob die Kasse diese Entscheidung , nur Sachleistung treffen kann.

Im Grunde ja, wenn bei der Begutachtung der Gutachter den Eindruck gewinnt, dass die Pflege und die Versorgung, warum auch immer, nicht alleine durch Angehörige sichergestellt werden kann.

Diese Begründung ist im Gutachten zu finden.

Es muss also ihrgend etwas vorliegen, dass der Gutachter davon ausgehen musste, dass ein ambul. PD eingeschaltet werden muss.

Auf Entfernung und ohne das Gutachten und euere häuslichen Verhältnisse gesehen zu haben kann hier nicht gegen oder für diese Entscheidung der Kasse gesprochen werden. Dazu fehlen alle Internas um diese Entscheidung der Kasse beurteilen zu können.

Ihr müsst jetzt der Kasse nachweisen, dass durch Angehörige die Versorgung und Pflege gesichert werden kann. Dazu muss ein Widerspruch - spätestens 4 Wochen nach Eingang des Einstufungsbescheides bei der Kasse vorliegen.

Hilfreich dabei kann der in euerer Nähe befindliche Pflegestützpunkt oder das Seniorenbüro euerer Stadt, oder auch Vdk und ähnliche Verbände sein.

G\r#iesKuhx1


Nachtrag: du schreibst : Allerdings schreibt die Sachbearbeiterin, dass die Forderung auf Geldleistung abgelehnt wird. Mir wird ausschließlich der Sachleistungsbetrag in Höhe von 450,- € gewährt.

Bist du die Pflegebedürftige Person?

Wenn ja dann steht dir das Geld zu.

Bist du jedoch die Person die Pflegt, steht dir das Pflegegeld nicht zu.

Grundsätzlich stehen die Kassenleistungen (Pflegegeld) dem Pflegebedürftigen zu. Wenn der Pflegebedürftige dann dir für die Versorgung das Geld gibt und damit die Pflege durch dich gesichert ist, ist das OK.

Eine Frage hätte ich noch: was ist daran so schlimm einen Pflegedienst zur Unterstützung bei der Versorgung mit ins Boot zu nehmen?

GZriegsuxh1


Und noch ein Nachtrag: Solltest du die Pflegebedürftige Person sein und es gibt KEINE privat personen die die Pflege u. Versorgung übernehmen, dann ist die Entscheidung der Kasse OK.

Sunoo*py7R791


Hallo,

Danke fuer die ausführliche Ausführung. Kurz zu den Fragen. Ja ich bin die zu pflegende Person. Und im MDK-Gutachten steht explizit, dass ich in einem sehr guten Pflegezustand bin. Und seit 3 Jahren werde ich bereits unterstützt durch die im Gutachten benannte Privatperson. So ist es total unsinnig wenn auf der einen seite entschieden wird, die Pflege sei nicht abgesichert und auf der anderen seite ist alles so toll??

Ja warum habe ich egwas gegen Pflegedienste - ganz einfach ich was was da los ist. Mehr moechte ich dazu lieber nicht ausführen.

Gruß

Gcri0es>uxh1


Hallo Snoopy7791, irgend etwas kann hier nicht stimmen.

Kann es sein, dass die private Pflegeperson nicht tgl. nach dir schaut?

Oder liegen andere Gründe vor die du hier nicht benennen willst?

Wenn es so ist, wie du sagst, da von gehe ich erst einmal aus, musst du wie schon gesagt Widerspruch einlegen und belegen, dass die Pflege durch die privat Person gesichert ist.

Noch verstehe ich nicht was du gegen Pflegedienste hast. Welche schlimmen, negative Erfahrungen hast du denn gemacht, dass du so eine Abneigung hegst?

Um einen Pflegedienst wirst du nicht herum kommen. Denn sollte dir das Pflegegeld bewilligt werden so hast du in Pflegestufe I, 2 x jährlich – pro Halbjahr 1 x – einen so genannten Pflegeberatungsbesuch nach § 37.3. des SGB XI, der Kasse nach zu weisen.

Erfolgt dieser Nachweis nicht, so kann die Pflegekasse die Zahlungen des Pflegegeldes kürzen oder ganz einstellen.

Diese Pflegeberatungsbesuche machen zugelassene Pflegedienste.

Den Pflegedienst musst du dir selbst suchen.

Die Kosten für diesen 37.3 Besuch zahlt die Pflegekasse.

SEilbexrmon3daPuge


@ Griesuh

Du bist zwar, glaub ich, vom Fach aber man liest doch so viel in Zeitungen, wie huschhusch manche Pflegedienste arbeiten, dass manches nicht gemacht wird, dass der Pflegedienst manchmal erst um 10h kommt während die Pflegebedürftige Person bereits ab 6h wach ist...

Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber es wird schon was dran sein...

Ausserdem dachte ich auch immer, man könne selber entscheiden ob man Geld- oder Sachleistungen will ? Man kann doch auch der Nachbarin oder einer Freundin das Geld geben damit die einen pflegt. Muß es jemand Verwandtes sein ?

(oder müsste die Nachbarin/Freundin das Geld dann als Einkommen versteuern ?)

G!ribesu6he1


Hi Silbermondauge.

Natürlich kannst du entscheiden ob Pflegegeld oder Kombileistung gezahlt werden soll.

Jedoch muss bei Pflegegeldleistung die Pflege durch PRIVAT PERSONEN sichergestellt sein.

Ob Bekannte, Verwandte , Freunde oder Angehörige die erforderliche Pflege erbringen, das ist egal.

Es kann jedoch nicht sein, dass Pflegegeld bezogen wird, bei dem keine privat Personen die Pflege übernehmen oder die privat Personen nur 1 x die Woche vorbeischauen und sich der Pflegebedürftige ansonsten selbst versorgt. Das ist dann KEINE gesicherte Pflege durch privat Personen, wenn in solch einer solchen konstellation überhaupt eine Pflegestufe erforderlich wäre.

Ist eindeutig Pflege erforderlich und es gibt keine bekannten, Freunde nachbarn oder Angehörige, die die Pflege erbringen können, so wird IMMER Sachleistung ( Kombileistung) gewährt, damit die Pflege durch Dritte, in diesem Fall einem ambul. PD sichergestellt werden kann.

Nun zu den angeblichen machenschaften der ambulanten Pflegedienste.

Ich weis ja nicht wie du dir das vorstellst, wie die PD's organisiert sind.

Glaubst du die Pflegekräfte sitzen herum und warten bis der Kunde aufgewacht ist und versorgen in dann?

Jede Pflegekraft hat ihre Runde , der die einzelnen Kunden zu geteilt wurden. Die Kunden werden dann der Reihe nach versorgt.

Bei der Aufnahme von Kunden werden grundsätzlich die Zeiten vereinbart wann die Pflege beginnen soll. Wurde 9.00 Uhr vereinbart, dann wird der PD nicht schom um 6.00 Uhr beim Kunden sein, auch wenn dieser schon wach ist. Dann hätte der Kunde eine frühere Uhrzeit vereinbaren sollen. Auch die vereinbarten Uhrzeiten können nicht immer auf die Minute genau eingehalten werden. Stau auf der Strasse, Glatteis und Schnee oder beim vorherigen Kunden kam etwas dazwischen, dass die Versorgung länger dauerte. Klar dadurch kommt der PD evtl. 15 min später zum nächsten. Aber auch du bzw. der Kunde der dann etwas später Versorgt wurde ist dann froh, sollte bei ihm etwas vorfallen, dass der PD dann auch nicht einfach abhaut da er ja schon längst beim nächsten sein müsste. Die vereinbarten Uhrzeiten sind "Richtwerte" und es muss mit 15 Min +/- aus den oben genannten Gründen immer gerechnet werden.

Nun zu den Leistungen die angeblich nicht erbracht werden.

Der Pflegebedürftige kann sich Leistungen einkaufen. Hat er sich bestimmte Leistungen nicht eingekauft, werden sie auch nicht erbracht. Dann gibt es Leistungsgruppen in denen mehrere Leistungen gekoppelt und nicht abwählbar sind.

Die Pflegekräfte gehen nicht wegen der Lust und der Liebe arbeiten, sie verdienen sich mit ihrer Arbeit ihren Unterhalt. Dass für eine Grundpflege, bei einenem Honorar von ca. 15,50€ durch die Kasse an den Pflegedienst, keine Stunde gewaschen werden kann ist wohl verständlich. Denn diese 15,50€ sind ein gedeckelter Betrag, es gibt nicht mehr. Ob die Pflege 20, 30 oder 40 min dauert, ist der Kasse egal. Von diesen 15,50€ sind nähmlich nicht nur die Löhne plus Lohnnebenkosten, sondern alle weiteren Betriebskosten des Pflegedienstes ab zu decken.

Dann gibt es noch die EDA Leistungen, das ist das wenn der Pflegebedürftige glaubt, ebenso die Angehörigen, ihr seit ja EH DA, könnt ihr das mal schnell mit machen. Können wir, aber nicht auf Dauer und nicht kostenlos. Denn jede Minute kostet Geld.

Wünscht der Kunde bestimmte Leistungen kann er sie sich beim Pflegedienst einkaufen. Dann werden diese auch erbracht.

Zur Presse gibt es nur zu sagen: So ein Negativaufreißer nur von einer einzigen Einrichtung verkauft sich nun mal besser als wenn in der Zeitung stehen würde: seit Wochen gibt es nur positives von den ca. 9000 bundesweiten ambul. Pflegediensten zu berichten. das würde kein Mensch lesen.

Solche Aufreißerberichte sind immer mit grtößter Vorsicht zu genießen.

bNeettl.ejuuicex21


schön beschrieben :)=

Sailberm~ondaxuge


Jaaa grundsätzlich wird das hier geschriebene schon stimmen :)

Aber ich lese auch hier in diesem Forum ab und zu Mecker über Pflegedienste...das sind gewiss Ausnahmen aber ab und zu kommt es vor...

(aber der TE schreibt ja eh nimmer)

bPeetl<ejuice21


Klar bei Pflegediensten gibt es genauso schwarze schafe wie bei Schlüsseldienst, insallateur und co.

PNrinmadoennaxGirxl


Griesuh hat das sehr gut zusammenfasst.

Wenn auf meiner Liste steht 10 Uhr, fahre ich um die Zeit dahin. Ob der Patient da seit 5 stunden oder seit einer halben wach ist, interessiert mich weder noch ist es mein Problem. die Vorstellung, dass ein PD sich an Aufwachzeiten von 30 Menschen zu richten hat, verstößt doch gegen jede Realität.

Ich bin auch im PD und habe Diskussionen wegen der Anfahrtszeiten. Verweise da auf die Chefin, welche die grandiosen Pläne schreibt. Ich bin die Exekutive und mehr nicht.

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