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Im Krankenhaus alles gut – zu hause schlecht

rEo;cab/e hat die Diskussion gestartet


Guten Abend,

nachdem ich mir nun einige Beiträge durchgelesen habe, hoffe ich hier auf Unterstützung:

Es geht um meine 79jährige Mutter. Diese hat schon seit langem große Rückenprobleme und ist auch schon seit etlichen Jahren damit in Behandlung.

Im August wurden sie dann dramatisch schlimmer. Sie kam ins Krankenhaus und es wurde ein Wirbelbruch festgestellt. Erst wurde versucht, diesen konservativ zu behandeln, dann wurde sie jedoch operiert. Eine Woche nach der OP kam sie nach hause. Es ging ihr nicht gut. Die Rückenschmerzen waren immer noch sehr schlimm. Sie bekam dann von ihrer Hausärztin ein Schmerzpflaster, von dem sie immer nur erbrach. Sie wollte es nicht mehr, die Ärztin glaubte aber daran und sagte, sie müsse es tragen. Nachdem meine Mutter in drei Wochen 10 kg abgenommen hatte und nur noch erbrach, haben wir das Pflaster abgemacht. Ohne großen Erfolg. Sie kam dann wieder ins Krankenhaus. Dort wurden zwei Magenspiegelungen gemacht. Bei einer wurde ihr ein Polyp entfernt. Sie wurde im Krankenhaus auf Targin 2 x 10 mg eingestellt. Ohne Erfolg. Die Schmerzen blieben. Das Krankenhaus konnte ihr nicht mehr helfen, sie wurde entlassen mit dem Hinweis, sich doch einmal in einer Schmerzklinik vorzustellen. Nach zwei Tagen zu hause, die die Hölle waren, habe ich sie in eine Schmerzklinik gefahren. Dort wurde sie zunächst auf 3 x 20 mg Targin eingestellt. Zudem bekam sie einen Schmerzkatheter, der eine Woche liegen blieb und über den zweimal am Tag Schmerzmittel und Kochsalz gegeben wurde. Am Tag des Ziehens des Katheters musste sie die Schmerzklinik verlassen. Sie war zwar aufgrund ihrer immer noch vorhandenen Rückenschmerzen beeinträchtigt, aber ansonsten fit. Nach zwei Tage zu hause wurde sie immer seltsamer. Sie schlief noch mehr als sonst, sprach nicht, trank nicht, aß nicht und war total unkoordiniert. Ein Anruf in der Schmerzklinik hatte zufolge, dass wir die Targingabe reduzieren sollten. Es wurde dennoch immer schlimmer. Nach einer Woche zu hause musste sie wieder ins Krankenhaus. Völlig apathisch. Sie konnte nicht mal mehr einen Becher halten. Sie war total überdosiert. Sie hat dann zwei Tage überhaupt keine Schmerzmittel bekommen und wurde dann wieder auf 2 x 10 mg Targin eingestellt. Dann kam sie in die Geriatrie und kämpfte sich zurück ins Leben. Sie hat viel gearbeitet und es ging ihr soweit gut. Am Freitag letzer Woche ist sie bei wirklich gutem Zustand entlassen worden. Allerdings hat der behandelnde Arzt ab Donnerstagabend noch eine Tablette Tilidin morgens und abends angeordnet. Das Ergebnis hat er dann aber nicht mehr überprüft, weil sie ja entlassen wurde. Am Samstag war noch alles toll. Sonntagabend dann schon komisch. Montag war sie dann wieder wie bedröhnt und wir haben am Montagabend das Tilidin weggelassen. Gestern noch schlimmer.Wir haben sie dann immer wieder gebeten zu trinken. Hat sie auch getan und dann alles wieder erbrochen. Heute morgen war sie dann gut wach, heute nachmittag hat sie dann wieder nur geschlafen. Aber sie ist wieder so unglaublich durcheinander. Kann wieder keinen Becher mehr halten, nimmt sich ihren Becher zum Trinken und stellt dann fest, dass sie gar keinen Becher in der Hand hat. Nimmt die Fernbedienung ihres Stressless-Sessel und "trinkt daraus". Sie hat keinen Hunger mehr, ist kaum etwas.

Ich verstehe das alles nicht. Sie war doch so fit. Hat mich gebeten, ihr eine Infrarotleuchte zu besorgen, weil ihr das im Krankenhaus immer so gut getan hat. Heute kam die Leuchte. Es interessiert sie gar nicht.

Gibt sich das wieder? Was sollen wir nur tun?

Danke fürs Lesen und eure Antworten.

Rocabe

Antworten
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Seid Ihr sicher, dass sie nicht selber zu viel von den Medikamenten nimmt?

rmocxabe


Ja, da sind wir ganz sicher. Sie bekommt die Medikament von meiner Schwester oder mir gereicht. Und die Targintablette bekommt sie gesondert. Morgens und abends um 7.

lg

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Mist, habe das mit dem Tilidin überlesen. Vermutlich ist die Dosis der Opioide dadurch insgesamt wieder zu hoch und sie reagiert einfach sehr empfindlich darauf. Kaum ist das Tilidin länger drin, baut sie von Tag zu Tag ab.

Wenn es ihr in der Geriatrie so gut ging: Warum wurde dann kurz vor der Entlassung das Tilidin überhaupt noch angesetzt, wenn es mit dem 1x 10 mg Targin doch gut lief?

Es wäre naheliegend, das Tilidin wieder abzusetzen. Sprecht morgen unbedingt mit dem Arzt, denn die Überdosis ist nicht ohne. Der Flüssigkeitsmangel kann zusätzlich für Verwirrung sorgen!

r@oc+abxe


Ja, das ist die Frage der Fragen. Warum hat er noch mal zusätzlich Tilidin verordnet? Wahrscheinlich weil sie immer noch über Schmerzen geklagt hat. Sie hat ja auch Schmerzen. Keine Frage. Aber ich behaupte, dass die früher viel schlimmer waren. Denn da wollte sie nicht mehr leben. Sie kam gut zurecht. Lief etwas, machte ihre Krankengymnastik, ruhte sich wieder aus. Machte wieder Übungen, ruhte sich wieder aus und so weiter.

Wir haben das Tilidin jetzt seit Montagabend weggelassen und uns gestern das ok der Hausärztin geholt.

Ich hatte mich in meiner Not an die familiale Pflege gewandt und die fand meine Anregung mit die Tilidin auch verständlich und ist schnurstracks zum dem Arzt gegangen. Der aber hat sie nur abgebügelt: meine Mutter sei nicht mehr seine Patientin. Er sei nicht zuständig.

Du hast auch keine Idee, ob das nur Vorübergehend sein kann?

A"ngeliLka Karxin


Hallo,

ich glaube, das sind zwei verschiedene Sachen und erinnert mich auch sehr an meine Mutter. Das eine ist der Rücken und das andere liest sich wie eine beginnende Demenzerkrankung. Oft zeigt sich das solange nicht wie die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung sind und das Leben mehr oder weniger in einem bestimmten Rhythmus abläuft.

Jetzt war deine Mama aber paar mal im Krankenhaus, dazu noch jede Menge neue Medikamente und ich denk mal, dass das ein Auslöser sein kann. Das hat vielleicht für sie ziemlich viel durcheinander gebracht. Und dass sie die Leuchte nicht interessiert,, kann drauf hindeuten, dass sie das einfach vergessen hat. Ob sich das wieder gibt ist ne schwierige Frage. Ich würd zuerst mal wieder einen normalen Tagesablauf veranstalten und etwas abwarten. Ganz viel Liebe, keine "Vorhaltungen" weil sie was "falsch"macht, einfach easy going. Ganz wichtig ist, dass sie genug trinkt. Wenn es nicht reicht oder sie die Flüssigkeit wieder erbricht, kann der Hausarzt ne Infusion anhängen, das geht auch zuhause. Wenn das länger als 4 Wochen andauert (dauerndes Erbrechen muss nicht unbedingt vom Magen kommen, kann auch bei Durchblutungsstörungen im Gehirn vorkommen) wäre ein CT angeraten, Anfänge von Alzheimer z.B. lassen sich so auch nachweisen.

Ich wünsch euch alles Liebe und Gute und dass sich deine Mama wieder erholt.

r>ocxabe


Ja, Mama hat in der letzten Zeit viel vergessen. Zum Beispiel, dass sie die Magenspiegelungen hatte. Sie kann im Moment auch nicht mit ihrem Sessel umgehen. Das war auch so, als sie wegen der Überdosierung im Krankenhaus musste. Als sie letzte Woche wieder raus kam, konnte sie es wieder. Jetzt kann sie es wieder nicht.

CpornAejliai5x9


Erstmal vorab eine Frage: trinkt sie ausreichend? Das wäre das erste, was ich bei solchen Verwirrungszuständen überprüfen würde!

Als ich das mit dem Wirbelbruch gelesen habe, ist mir sofort meine Mutter eingefallen. Die hatte vor über einem Jahr ebenfalls einen (Lendenwirbel), der allerdings konservativ behandelt wurde. Geblieben sind ihr ebenfalls Schmerzen, die dafür sorgten, daß sie am liebsten nur noch liegen wollte. Nach einer Ärzte-Odysse sind wir bei einem Neurochirurgen gelandet, der ihr dann Depotspritzen mit Ultracain (Lidocain) direkt in den Wirbel gegeben hat. Das geht nur unter Durchleuchtung, aber die Wirkung hält mehrere Monate an, dann braucht sie wieder eine. Seitdem geht es ihr deutlich besser, und die ganzen Opioide können bleiben, wo der Pfeffer wächst!

Fragt mal die behandelnden Ärzte, ob das eine Option wäre, besorgt euch eine Überweisung zu einem Neurochirurgen!

r<ocaxbe


Erst mal danke an alle!

Das wäre eine Option. Die Überweisung zum Wirbelsäulenzentrum liegt schon vor. Aber sie ist viel zu schwach dafür. Das wäre gegangen, wenn sie in dem Zustand geblieben wäre, in dem sie Freitag war. Aber so nicht.

Und natürlich trinkt sie nicht genug. Weil sie ja nur schläft. Und weil sie ja kaum schafft, den Becher zu heben. Als sie aus dem Krankenhaus kam, hat sie genug getrunken. Da war sie ja fit.

C8ornelVia59


Hat sie eine Schnabeltasse? Wenn ja, nur halb füllen, dann kann sie die auch heben. Ich spreche aus Erfahrung, wir haben das bei unserer Mutter auch erlebt. Und mit einer Schnabeltasse kann sie auch im Liegen bzw. halb sitzend vernünftig trinken.

Notfalls muß eben kurzzeitig mal eine Nasensonde gelegt werden, damit ihr genug in sie reinbekommt, notfalls auch für Sondenkost. Dafür müßtet ihr aber wahrscheinlich einen Arzt einschalten, ich glaube nicht, daß ein Pflegedienst das macht, und Sondenkost bzw. die Gerätschaften für einen Flüssigkeitstropf müßten verschrieben werden.

C"ornelixa59


Ach, noch was. Könnt ihr sie per Krankentransport in dieses Wirbelsäulenzentrum schaffen? Da könnte sie sogar liegend transportiert werden, in ihrem Zustand wäre das wohl die beste Möglichkeit. Holt auch auch dafür eine Verschreibung!

rVocKaxbe


Schnabeltasse hat sie bereits. Anders ginge es gar nicht.

Die Ärzte sind alle so zögerlich. Die Beschwerden passen zum Krankheitsbild und dann sind sie fertig. Es könnte - theoretisch auch an ihrer Hüfte liegen. Auch das hatte ein Arzt im Sommer mal angesprochen. Aber ich rede und rede und erreiche irgendwie nichts bei den Ärzten.

C}ornoelixa59


Am besten ist immer, wenn die Ärzte miteinander reden, das ist so eine Ebene von Profi zu Profi. Als Angehöriger hat man halt immer den Nachteil, Laie zu sein. Schalte mal den Hausarzt dazwischen, der soll mit den Fachärzten reden. Damit haben auch wir bei unserer Mutter mehr erreicht, als durch selber mit den Ärzten zu reden. Inwieweit ist der Hausarzt informiert bzw. aktiv? Wenn bisher nicht, dann aktiviert den mal!

rno!c$abxe


Der Hausarzt ist immer Bilde. Schaltet sich aber wegen Überlastung nicht ein .....

C ornLeleia59


Dann holt euch von dem wenigstens die Verschreibung für einen Krankentransport in dieses Wirbelsäulenzentrum. Das ist hoffentlich sowas wie ein Krankenhaus? Und dort werden sie den Zustand eurer Mutter schon genauer angucken. Dokumentation mitnehmen, also die Arztberichte aus den Krankenhäusern usw. (Wir haben mittlerweile einen ganzen Ordner. %:| )

Gerade wenn ihr Zustand so schlecht ist, denke ich, daß ein Krankentransport die beste Möglichkeit wäre.

Diese Verwirrungszustände und Demenzerscheinungen hatte meine Mutter während ihrer Arzt- bzw. Krankenhausodyssee auch. Mittlerweile ist sie in einem Pflegeheim, und dort hat sich das Problem gelegt, einfach weil sie zur Ruhe gekommen ist. Ich fürchte aber, bei euch ist das eher durch die Schmerzmittel ausgelöst. Sobald die wegfallen, wird sich die Situation hoffentlich bessern.

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