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Termin mit Mdk, meine Lebensgefährtin ist psychisch krank

E#raigon/0x2


ne das wird ja dann beim Tiefenpsychologen gemacht.

HDerm8elixn


Naja... was ich heraus höre ist eben, dass sie absolut keinen Antrieb hat und den ganzen Tag rumsitzt und das assoziiere ich eben mit Depressionen, genauso das mit dem "kein Wasser holen können".

Auch Aggressivität kann von der Pille und/oder der Schilddrüse kommen.

Die Sache mit dem MDK wird ja nebenher auch besprochen, aber ich finde es schon sinnvoll, bevor ich sage "Sie wieder nie wieder ganz gesund." mal alles durchzugehen, was noch Schuld sein könnte an ihrem Zustand.

Was steht denn jetzt in der Pillenpackungsbeilage?

Und konntest du schon was zu den Blutwerten heraus finden?

EkrEagonx02


ne leider noch nicht und die pillen packungsbeilage sagt schon nebenwirkung depression, aber sie hatte die mal ein jahr nicht genommen, (anweisung arzt) um das rauszubekommen obs an der Pille liegt. Deswegen wissen wir ja das es daran nicht liegt.

H<ermelLin


Okay... gut... nach einem Jahr sollte man mWn merken, ob es an der Pille lag oder nicht, dann müsste das Hormongleichgewicht wieder okay sein.

Danke für Info @:) , auch wenn es natürlich schöner gewesen wäre, wäre es so einfach gewesen.

Bleibt die Schilddrüse.

Errag-onx02


joa aber alles kann die Schilddrüse leider auch nicht schuld sein. :|N.

Warten wir mal den April ab, da steht ein neuer Bluttest an. Ärztin möchte erst abwarten ob die werte ohne Medikation besser oder schlechter werden. Das mag ich an dem Doc der doktert nicht gleich drauf los. :)^

Syerenit"y_fiyrexfly


wird die schilddrüsenunterfunktion auch mit hormonen behandelt? wenn nicht sollte man das. als ich meine diagnose hahsimoto bekam konnte ich nicht mal mehr allein zur toilette gehn aufstehn und im rollstuhl sitzen war kaum möglich. zudem enstanden durch die lange unbehandelte unterfunktion starke mängel z.b. vit b12, eisen und vit d. als alles behandelt wurde war ich nach und nach wider ganz die alte...

EGrasgonx02


Hab doch geschrieben wird noch nicht behandelt.

Ärztin möchte erst abwarten ob die werte ohne Medikation besser oder schlechter werden.

Im April nochmal ein bluttest, und dann schauen wir weiter. Alle andere werte sind in Ordnung.

k/arabixna


Hallo Eragon02,

mir geht eure Geschichte nicht so wirklich aus dem Kopf. Es haben sich ja mehrere hier schon Gedanken darüber gemacht, aber so wirklich geholfen hat es dir scheinbar nicht. Auch ich habe versucht dich etwas "anzuschubsen", was vielleicht auch irgendwie nicht das war, was du dir gewünscht hättest. Jetzt möchte ich mal versuchen, meine Gedanken zu diesem Thema etwas deutlicher zu machen. Lies dir das durch und lass es sacken, denk darüber in Ruhe nach, am besten schläfst du darüber mal eine Nacht und dann kannst du darauf antworten, wenn du möchtest - oder auch nicht.

Der Gutachter, der zu euch nach hause kommt, kennt euch ja genauso wenig, wie wir hier.

Jetzt stell dir mal das Szenario vor:

Der GA kommt, klappt sein Notebook auf und los gehts.

Zuerst wird er sich nach den Erkrankungen und Diagnosen deiner Freundin erkundigen. Da habt ihr ja einiges aufzuzählen. Dann wird er euch nach den Medikamenten fragen, die sie einnimmt. Wenn er dann hört, dass sie nur die Pille nimmt, wird er sicherlich das erste Mal stutzig und wird sich (ggf. auch euch) fragen, warum werden denn diese schwerwiegenden Diagnosen nicht mit Medikamenten behandelt? Oder, wie sieht denn zu dem jetzigen Zeitpunkt die Behandlung der Freundin überhaupt aus? Er wird vielleicht auch danach fragen, ob sie schon eine stationäre Behandlung bekommen hat? Wenn er dann noch hört, dass diese abgebrochen wurde, wird er wieder stutzig und möchte vielleicht wissen, warum? Nebenbei fragt er vielleicht deine Freundin, ob sie ihm einen Kaffee, oder Tee machen könnte. Wenn sie dann losläuft und der Kaffee auch noch schmecken sollte, könnte ja womöglich der Gedanke entstehen, naja - so ganz unfähig ist sie ja doch nicht bei der Hausarbeit.

Jetzt meine Frage: Wie erklärst du ihm das alles?

Nun möchte ich dir meine persönliche Situation erzählen. Ich hoffe, ich kann mich kurz genug fassen.

Ich selbst bin auch Angehörige eines psychisch kranken Menschen. Meine Mutter ist seit frühester Jugend krank. Sie hat mehrere stationäre Aufenthalte hinter sich und ist seit je her medikamentös eingestellt. In den letzten 10 Jahren, nach dem Tod meines Vaters, habe ich meine Mutter 2x in der Geschlossenen besuchen dürfen. (Dazu komm ich später nochmal) Das erste Mal meinte sie, ihr ginge es ja jetzt gut und hat ihre Medis abgesetzt. Bis man merkt, da stimmt doch was nicht, vergeht natürlich einiges an Zeit. Sie hat in der Zwischenzeit auch körperlich stark abgebaut. Sprich, es kam Diabetes dazu, eine neue Herzklappe + Schrittmacher mit starker Luftnot, Osteoporose, Niereninsuffizienz...etc... Das nur nebenbei.

Das 2. Mal, als sie einen Schub bekam und es ihr auch physisch immer schlechter ging, (sie hatte nach dem Schrittmacherwechsel eine Endokarditis bekommen und war grad in der Klinik). Das war schon eine lebensgefährliche Situation. Sie sagte mir, dass sie wieder diese "bösen" Gedanken hat und der Kopf nicht so mitmacht und sie die Behandlung in der Herzklinik am liebsten abbrechen wolle. Sie spricht natürlich ungern über die Sache, weil sie sich von je her auch in dieser Sache unverstanden fühlt und wie kann man so etwas jemand anderen erklären, wenn man selbst nicht weiß, was mit einem geschieht... Ich habe dann natürlich mit dem Arzt gesprochen und ihm gesagt, dass sie unbedingt einen Psychiater benötigt, sonst würde sie die lebenswichtige Behandlung womöglich abbrechen. Das haben die dann auch in die Wege geleitet und meine Mutter hat dann die Dosis ihrer Medikamente erhöhen sollen und hat auch ihre Behandlung fortgesetzt. Einen Tag später hat auch sie alles wieder runtergespielt und gemeint, es ginge ihr wieder gut, was natürlich so nicht stimmt...

Aber psychisch Kranke neigen dazu, ihre Krankheit herunterzuspielen und zu verdrängen.

Als sie dann wieder zu Hause war, ging es ihr von der Psyche noch nicht besser und da sie auch so viele körperliche Gebrechen hat, hab ich mir die Packungsbeilage der Psychopharmaka angesehen und bin bald nach hinten umgefallen. Meine Mutter hat über viele Jahre Risperdal eingenommen. Das ist ein wahres Teufelszeug und mit den ganzen körperlichen Erkrankungen, die meine Mutter hatte einfach nicht mehr zumutbar. Wir sind dann beide zu ihrem Psychiater gegangen und ich habe ihn gebeten, sie auf andere Medikamente umzustellen.

So und jetzt komme ich auch wieder zu eurer Situation zurück.

Eine Medikamentenein- oder -umstellung muss stationär erfolgen! Einfach um zu sehen, wie diese sich auswirken und das für mindestens 2-3 Wochen.

Meine Mutter wollte natürlich nicht stationär und saß wie ein Häufchen Elend beim Doc und fing an zu weinen. Hätte ich jetzt sagen sollen, nein Muttsch, du musst nicht stationär, wir lassen die schädlichen Medikamente einfach weg und alles wird wieder gut?

Hätte ihr das wirklich geholfen? NEIN!

Wir haben sie also dazu überredet und eigentlich hat sie es ja auch selbst eingesehen.

Jetzt zu der Situation auf der psychiatrischen Station...

Klar ist das Horror! Man sieht so viel Elend und so viele, die viel kränker scheinen, als jetzt z.B. meine Mutter, oder deine Freundin. So etwas macht Angst keine Frage!

Aber ihr habt meines Erachtens zu früh aufgegeben. Du hast es gut gemeint und wolltest ihr das nicht antun. Kann ich durchaus verstehen. Aber ihr wurde damit auch die Möglichkeit genommen, dass es ihr mal besser gehen wird. Und wenn das ein einziges Mal geklappt hat, dann klappt es auch immer wieder... Weißt du, was meine Oma schon zu dem Spruch: " Ich kann nicht" gesagt hat? Geht nicht gibt's nicht. Wer sagt, "Ich kann nicht!", meint " Ich will nicht!" und setzt sich nur selbst Grenzen..... DU kannst ihr nicht allein helfen! Was soll denn der Arzt machen, wenn ihr beide zu ihm geht und sagt, sie hält es hier nicht aus und alles wird nur noch schlimmer? Er schreibt eine Bescheinigung aus, dass eine stationäre Behandlung zur Zeit nicht möglich ist und entlässt deine Freundin wieder. Auch eine Psychiatrie ist kein Gefängnis.

Aber glaubst du, dass du ihr damit wirklich geholfen hast?

Was soll der GA nun in seinem Bericht schreiben?

Patientin ist psychisch krank, sieht aber die Dringlichkeit der Behandlung nicht ein?

Ist das jetzt allein ihre Entscheidung, oder mit dein Verdienst? Du kümmerst dich rührend um sie, keine Frage und ich kann dich verstehen, du meinst es nur gut mit ihr, aber hilft es ihr wirklich? Du hast keine Kenntnisse über diese Erkrankung und ihre Tücken. Sie braucht professionelle Hilfe, ansonsten wirst du damit irgendwann überfordert sein und auch krank werden.

Ich meine das jetzt wirklich gut mit dir und ihr, aber du musst einsehen, dass sie bei dir allein nicht wieder zu dem Menschen wird, der sie mal war. Im Gegenteil, wenn du sie darin bestärkst und sie zu dir nach hause holst, die Medikamente sind auch alle schlecht, wovon soll sie dann gesund werden? Liebe schafft ja vieles, aber leider nicht alles...

Vielleicht schaffst du es ja sogar den GA zu überzeugen, aber bitte geh nochmal in dich und denk mal über meine Worte nach.

Alles Gute für euch!

E$rag(onx02


Wollte dir noch Sagen karabina das ich darüber schwer nachgedacht habe und auch mit meiner Süßen so in kleinen teilen drüber spreche. Ich danke dir.

s'chnhecke1=9x85


@ karabina

Du hast in deinem Beitrag sehr gut zusammengefasst, was auch meine Gedanken zu dem Thema sind. :)^

@ Eragorn

Erstmal: ich finde es schön und toll, dass du deiner Partnerin beistehst. Aber: Ich denke, du bist mit der Situation überfordert. Du meinst das ja alles gut (und es liest sich wirklich besorgt und liebevoll), aber die Frage bleibt, ob du nicht zum Bestehen der Erkrankung beiträgst, indem du deiner Freundin so viel abnimmst? Eine Partnerschaft ist eine Partnerschaft, keine therapeutische Beziehung. Mein Partner hat mir in meiner schweren Krankheit (auch psychisch, Persönlichkeitsstörung mit diversen Komorbiditäten) auch unterstützt. Aber für mich war klar, dass mir mein Partner nur bei Kleinigkeiten helfen konnte, die Arbeit musste in der Therapie bzw. hauptsächlich an mir selber stattfinden. Zeitweise ging es mir ähnlich wie deiner Partnerin, aber ich musste weiter Verantwortung tragen. Meine Eltern wollten damals, dass ich wieder zuhause einziehe. Klar, das klingt sehr reizvoll. Aber ich habe für mich gemerkt, dass ich dann vollkommen in den Kleinkindstatus zurückfalle. Es hat mir auch gut getan, dass ich für mich sorgen musste (einkaufen, mal rausgehen, Probleme lösen). Bequem heißt bei psychischen Krankheiten eben oft nicht gut. Und ich kenne das unglaublich starke Gefühl, die Verantwortung völlig abgeben zu wollen. Aber es führt einen halt nicht in die richtige Richtung. Wenn man "normal" werden will, dann führt der einzige Weg dahin, Dinge zu tun, die auch "normale" Menschen tun. Das geht nicht von heute auf morgen, manchmal sind es ganz winzige Schritte, manchmal auch herbe Rückfälle. Aber als Richtwert hat mir das sehr bei meinem Weg aus der Krankheit geholfen.

Zum Thema herunterspielen: Ich habe gute Erfahrungen mit einem Gefühlstagebuch gemacht. Bei mir war es so, dass ich in guten Momenten die ganzen schlimmen Dinge verdrängt habe. Dadurch konnte ich mich selbst nicht ernst nehmen. Das Schreiben hat mir sehr dabei geholfen (auch für die Therapie) meinen Zustand einzuordnen, Strukturen zu erkennen die krankhaft waren, aber auch positive Erlebnisse und Fortschritte zu sehen. Vielleicht wäre das ja was für deine Freundin?

Ich habe lange gebraucht um zu akzeptieren, dass ich krank bin. Von daher weiß ich, wie schwer das ist, besonders wenn man es nie gelernt hat, schwach sein zu dürfen. Aber diese Einsicht ist die Grundlage für den Weg in eine bessere Zukunft. :)*

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