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Zustände in der Altenpflege tatsächlich so schlimm?

mqabumoa hat die Diskussion gestartet


gestern Abend habe ich die Sendung [[http://www.news.de/wirtschaft/855527160/team-wallraff-deckt-auf-bei-rtl-guenter-wallraff-live-und-kostenlos-im-rtl-tv-und-online-stream-bei-rtl-inside/1/ Team Wallraff]] auf RTl geschaut.

ich war entsetzt und frage mich jetz ist es tatsächlich so katastrophal.

Mir hat es die Tränen in die Augen gertrieben.

O.K es war eine Sendung bei RTL aber was da mit versteckter Kamera gefilmt wurde ist ja so passiert.

Hier im Forum gibt es ja einiege die in der Pflege arbeiten.

Wie ist Euer Arbeitsalltag, ist es wirklich so wie in diesem Beitrag beschrieben, oder war das nur ein geballter Zusammenschnitt von Ausnahmen ??welche auch schon schlimm genug wären.

??

Mein Vater ist jetzt über 80 und ich weiß nicht wie lange er noch alleine leben kann.

Noch können wir uns um ihn kümmern, er wohnt alleine, kann sich aber noch selbst versorgen.

Aber wird es so bleiben und wenn nicht kännen wir es als Kinder dann leisten uns um ihn zu kümmern, oder werden wir dann damit überfordert sein, und dann doch nach einem Pflegeheim schauen müssen.

Nur bei diesen Bildern graust es einen daran auch nur zu denken.

Über Erfahrungen von Pflegern, Angehöhriegen und auch Bewohnern eines Pflegeheims würde ich mich freuen.

Antworten
FfMxxi


ich stehe gerade vor der Entscheidung meine 92-jährige schwergradig demente Mutter in ein Heim zu geben, da ich mit der Situation inzwischen total überfordert bin.

Der Bericht gestern abend aber hat mich sehr zurückgeworfen und verunsichert - ich konnte nur noch heulen.

h.atschxipu


Hab ich auch gesehen. Gruselig!

Habe auch Erfahrungen in dem Bereich und auch meine Schwiegermutter arbeitet dort. Bei uns ist es so, dass es relativ viel Abwechslung gibt, verschiedene Angebote zum Zeitvertreib:

-Singen/ Chor

-basteln, malen

-Handarbeit

-Sport

Das macht den Alltag nicht ganz so trist. Auch tägliche Spaziergänge finden statt, die sitzen nicht den ganzen Tag allein im Zimmer. Für die bettlegrigenist leider kaum Zeit da, Personalmangel herrscht leider überall. Da ist nur Zeit fürs nötigste.

Was ich an unseren Heimen hier gut finde, die haben alle Kooperationsverträge mit den Kitas. Da kommen dann die Kinder zum Ostereier anmalen, Plätzchen backen, zu Festen, zum Singen bei Geburtstagen usw...Da freuen sich die alten Damen und Herren immer sehr.

Und auch die Ausstattungen sind gut, die Häuser sind alle schön eingerichtet und auch renoviert und saniert, also keine Bruchbuden.

Bei manchen Heimen (wie gestern im Beitrag) bekommt man Angst alt zu werden!

F~lüxxi


Übrigens - seit gestern befindet sich meine Mutter in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung - da ich unbedingt mal ausspannen muss (wurde mir dringend aus ärztlicher Sicht geraten).

Dot ist sie nun zum 5. Mal - was ich dort bisher so mitbekam, kümmert man sich dort sehr liebevoll um die Bewohner - auch von den Bewohnern selbst erhielt ich nur positive Aussagen.

Auch wie in einem Krankenhaus sieht es dort nicht aus. Alles sehr wohnlich - auch die Gänge der Zimmer mit schönen Sitzecken, Blumen, Bildern etc.

Daher war dieses Heim bisher mein Favorit für die dauerpflege - wie es aber im selben hause auf der demenzstation abläuft, ist mir unbekannt.

Wenn man auf den Internetseiten der heime blättert - sind alle toll - haben erstkalssige bewertungen etc.- aber was steckt wirklich dahinter?

mHa+umxa


ich muß jetzt erst mal zur Arbeit, kann also nicht mitschreiben.

Ich bin gespannt auf die Diskussion, und was so berichtet wird.

Auch auf was man achten kann wenn man tatsächlich vor der Wahl steht so eine Entscheidung treffen zu müssen.

kann man als angehöhriger erkennen ob die einem bei einer Besichtugung nur heile Welt vorspielen und wenn ja woran.

ich hoffe hier schreiben viele Insider mit.

Ich schaue heute Abend wieder rein *:)

KLata\ja8x8


Also ich bin zwar in keine Pflegeheim sondern einem akut Krankenhaus aber ja es ist so schlimm.

wir sind in einer normalen Frühschicht 2 examinierte für 35 Patienten und über jeden Auszubildenden, Praktikanten, FSJler und so weiter glücklich!

Die körperliche Gewalt die man dort gesehen hat habe ich bisher nirgends wahrgenommen, aber wo fängt Gewalt an?

Das Kommentar hat eine Kollegin von mir gegeben:

- wer hat nicht schon einmal Bettgitter hochgemacht ohne Einverständnis

- wer hat nicht schon einmal Tabletten verabreicht obwohl der pat, es nicht wollte?

- oder patzig reagiert, ein klingeln ignoriert, sei es auch nur für eine winzige sekunde

- Wer hat nicht schon einmal etwas patziger mit einem Pat. gesprochen weil man genervt oder unter zeitdruck steht

- wer macht jeden Tag eine volle Pflege geschweige denn jeden tag duschen?

- Nicht auf Wünsche eingehen seien es noch so kleine wie Wasser mit oder ohne Kohlensäure, ist das nicht auch eine Form der Gewalt?

Gewalt heisst nicht gleich nur körperlich. was ist mit der mentalen/psychischen gewalt? Natürlich sind wir alle diesen Dingen auch ausgesetzt und wir haben es weiß gott nicht einfach mit dem ständigen leistungsdruck immer mehr in kürzerer zeit leisten zu müssen. aber Gewalt erzeugt gegengewalt.

E&he&mali<geKr Nutvzer [(#54542x1)


Moin Moin zusammen

keinesfalls möchte ich die Reportage und die gezeigten Zustände schön reden, es ist erschreckend, was dort gezeigt wurde und es gehört abgestellt und verurteilt.

Mich beschäftigt aber auch, dass Herr Wallraff von dem lebt, was er verkauft, und gute Nachrichten verkaufen sich nunmal nicht so gut wie schlechte. Und ist die Sendung von gestern wirklich representativ für GANZ Deutschland ? Das kann ich persönlich nicht glauben, schwarze Schafe gibt es überall, und die gehören ausgemerzt, aber jetzt die ganze Pflegebranche über einen Kamm zu scheren, halte ich für den falschen Weg.

Fnlüxxi


Hatschipu:

wie Du schreibst - Beschäftigungen zum Zeitvertreib -

wird wahrscheinlich auch in vielen heimen so sein -

meine Mutter ist zwar nicht bettlägerig ist aber so weit dement, dass sie einfache Dinge nicht mehr begreift und da wird es schwer sie dort mit einzugruppieren,. Ich habe daher besonders Angst, dass man sie dann mit ihrer Situation völlig allein lässt.

TarixHianxe64


Hey,

ich hab den Bericht leider nicht gesehen, aber darüber gelesen.

Ich denke mal, daß es bei den Heimen sehr gute, ordentliche Einrichtungen gibt, leider aber auch schwarze Schafe, wie überall. Wo immer Menschen Profit sehen, passiert es, daß etwas ausgenutzt wird.

KsatzePnpfötPchen


Hallo, ich hatte meine Mutter 7 Jahre in einem Seniorenheim. Wir konnten uns auch nicht um sie kümmern, sie litt an M.Prakinson und Altersdemenz. Seniorenheime müssen gut ausgesucht werden. Mein Bruder und ich sind Wochenlang von Heim zu Heim gerannt und haben uns sie angeguckt. Wichtig ist, das, wenn ihr ein Heim besichtigt, NICHT vorher anmelden, einfach hingehen, sagen das man sich gerne die örtlichkeiten anschauen möchte da man einen Heimplatz für Mutter oder Vater sucht.

Auch mit den Bewohnern,wenn möglich reden, meistens kann man zwischen den Zeilen lesen, wie die Eindrücke sind.

Meine Mutter war in einem Heim der AWOcura, diese kann ich nur Empfehlen. Die sieben Jahr, die sie dort verbracht hat, waren ohne irgendwelche vorkommnisse, sie hat sich wohl und geborgen gefühlt. Allerdings, sind mein Bruder und ich auch regelmäßig zu Besuch gewesen (zweimal in der Woche). Auch da haben wir sie zu unterschiedlichen Zeiten besucht, so konnten die Pflegekräfte nie wissen wann wir kommen.

Als Angehörige bekommt man eigentlich ganz schnell raus, ob die Pflege des Angehörigen gegeben ist.

Ab und zu mal zu Zeiten hingehen, wenn die Essenszeiten sind, das Essen mal Probieren und beobachten, wie sehr sich gekümmert wird.

Selbst als die Krankheit meiner Mutter schlimmer wurde und sie im Rollstuhl saß, die Demenz fortschritt, wurde sie zu Aktivitäten immer mit einbezogen, keine Bewohner wurde im Zimmer allein zurückgelassen. Das ist auch sehr wichtig. Leute, die im Bett liegen, sind in den Augen der Pflegekräfte natürlich nicht so

"anstregend" zu Kontrollieren....

Im großen und ganzen, waren wir sehr zufrieden und würden dieses Heim jederzeit weiterempfehlen.

Meiner Meinung nach, ist es aber sehr wichtig, das die Angehörigen viel mit einbezogen werden und sich auch kümmern. Aus Erfahrungen war es so, das Bewohner, wo sich Angehörigen mit einbringen und sich auch regelmäßig erkundigen der Heimaufenthalt sehr angenehm gestaltet werden kann. Natürlich gibt es auch die, die keine mehr haben, und da bin ich ganz fest der Überzeugung, das die Pflegkräfte da ein bisschen weniger Energie aufbringen. Aber das ist mein Persönlicher Eindruck, wie gesagt, das bekommt man relativ schnell raus.

Man darf aber auch nicht vergessen, das Bewohner, je nach Krankheitsbild sehr "böse" sein können, und sich die Pfelgekräfte einiges gefallen lassen müssen. Auch solche Situationen haben wir miterlebt. Und ich fand es erstaunlich, wie professionell in diesem Heim gehandelt wurde. (Eine Bewohnerin die an Alzheimer litt, ging regelmäßig mit verschiedenen Gegenständen auf die Pflegekräfte los und beschimpfte sie aufs schlimmste).

Sowas dann mitzubekommen macht schon Angst, aber die Situationen wurden von den Pflegern gut ghändelt.

Ich ziehe eingentlich meinen Hut vor allen Pflegenden, seien es Anghörige oder ausgebildete Pflegekräfte......

Ich denke diese Heime, und die Situationen die im TV gezeigt werden, sind natürlich gegeben, aber das sind die Schwarzen Scharfe...man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Wenn man im Vorfeld einiges selbst in ERfahrung bringt und sich sehr gut Informiert, und wichtig, an dem Leben des Anghörigen noch teilnimmt, kann man diesen Schritt mit gutem Gewissen "leider" machen.

CRorne8lia5x9


Ich habe zwar den Beitrag nicht gesehen, kann aber aus Erfahrung ein bißchen was berichten.

Meine Mutter lebt seit Oktober 2013 im Pflegeheim. Erst hatten wir sie vorläufig in einem Heim untergebracht, das nicht unsere erste Wahl war, einige Wochen später, im November, wurde dann der Platz im Wunsch-Heim frei, und wir haben sie verlegt.

Sie hat sich im ersten Heim bereits recht wohlgefühlt und hatte keine Einwände dagegen, wie sie dort behandelt wurde. Wichtig war ihr vor allem, daß jemand kommt, wenn sie klingelt, und daß sie nicht "angepatzt" wird. Beides war dort gegeben, obwohl sie zu einem Zeitpunkt, als die bevorstehende Verlegung schon bekannt war, berichtete, daß ihr eine Pflegerin blöd gekommen wäre. Grob behandelt wurde sie nie.

Im zweiten Heim gab es zwar zu Anfang ein paar Anlaufschwierigkeiten, bis man ihre Bedürfnisse kannte, aber dann lief und läuft es sehr gut. Die Pfleger sind samt und sonders sehr freundlich und lieb, und wenn sie Hilfe braucht, bekommt sie sie auch. Außerdem hat sie mit Hilfe ihrer Physiotherapeutin und dank des Einsatzes der Pfleger wieder stehen und laufen gelernt. Wir können sie in Kürze von Pflegestufe 3 auf Stufe 2 runtersetzen lassen, und das haben wir dem Heim zu verdanken!

Was Beschäftigungsprogramme angeht, ist da eigentlich die ganze Woche Programm. Singkreis, Bingo, Hundebesuch, Gedächtnistraining, musikalische Nachmittage, an denen jemand mit der Gitarre über die Stationen zieht und in den Aufenthaltsräumen spielt, ev. und kath. Gottesdienste an den Sonntage oder alternativ Radio-Übertragungen von Gottesdiensten, es wird eine Menge geboten.

Es mag sein, daß es Heime gibt, in denen das alles vorkommt, was hier im Faden geschildert wird, aber aus persönlicher Erfahrung kann ich das nicht bestätigen.

CAornvelixa59


Ach ja, vielleicht noch eins. Auf der Station, wo meine Mutter wohnt, gibt es auch so eine schon sehr demente Bewohnerin, die allen Besuchern und Bewohnern bekannt ist wie ein bunter Hund. Sie wandert den ganzen Tag den Flur auf und ab, besucht andere Bewohner in ihren Zimmern, erzählt allerlei wirres Zeug und muß ganz allgemein manchmal an die Hand genommen werden. Besuch bekommt sie leider nie. Aber ich sehe, daß die Pfleger sie immer ganz liebevoll behandeln, sie wird zur Essenzeit "eingesammelt" und sanft an ihren Tisch dirigiert, kriegt eigentlich immer Ansprache, egal wo sie gerade angetroffen wird. Das sehe ich im übrigen auch, wenn die Pfleger mich noch gar nicht wahrgenommen haben, also nicht wissen, daß ich da bin.

CWor"nel~ia59


meine Mutter ist zwar nicht bettlägerig ist aber so weit dement, dass sie einfache Dinge nicht mehr begreift und da wird es schwer sie dort mit einzugruppieren,. Ich habe daher besonders Angst, dass man sie dann mit ihrer Situation völlig allein lässt.

Laßt euch Zeit und Ruhe mit der Heimauswahl. Fragt in eurem Bekanntenkreis und in der Nachbarschaft herum, ob jemand bestimmte Heime aus eigener Anschauung kennt. Und fahrt hin und seht euch die Dinger an! Wenn möglich, unangemeldet, geht einfach mal über die Stationen und schaut, wie die alten Leute behandelt werden. In die Zimmer werdet ihr wohl nicht reinkommen, aber man kriegt ja schon auf dem Gang mit, wie das läuft.

Laßt euch dann auch die Zimmer zeigen, wichtig ist auch, wie die Einrichtung im Bad ist, möglichst behindertengerecht ist wichtig. Schaut euch die Freizeitangebote des Heims an, und auch die Speisepläne. Und fragt nach, ab wann ein Platz verfügbar wäre. Wenn man euch sagt, es gibt eine Warteliste, dann ist das schon ein gutes Indiz dafür, daß es ein gutes Heim ist. Die nicht so guten haben fast immer gleich was frei, auf die guten muß man warten!

MMoni2ka6x5


Ich kenne ein paar Heime als Angehörige und eins beruflich. Manches, von dem, was da geschildert wird, stimmt, es ist allerdings strukturbedingt und auch noch eine Frage, wie man es beurteilt. Man kann zum Beispiel die Versorgung als effizient oder als Akkordarbeit bezeichnen, beides stimmt irgendwie. Dazu sollte man sich mal die Zeitvorgaben des MDK für die einzelnen Pflegegruppen anschauen. Nicht, dass man bei der Versorgung ständig auf die Uhr schaut und nach einer bestimmten Anzahl von Minuten das Handtuch hinlegt, aber diese Zeitvorgaben und die Einstufungen wirken sich direkt auf die Anzahl der Pflegekräfte und der zu versorgenden Bewohner aus. Einmal pro Woche Duschen ist bei uns Standard (das wurde in dem Beitrag ja auch moniert), manchmal ist der Zeitraum sogar länger, was aber auch an den Bewohnern liegt oder an bestimmten personalen Engpässen.

Zum Thema Demenz, es gibt mittlerweile einige reine Demenzstationen oder andere Einrichtungen, wie Wohngruppen, für die man sich auch entscheiden könnte. Ich persönlich empfinde gemischte Stationen nicht als ideal.

KqatzenfpfötPchen


@ Cornelia59

Darf ich mal fragen, in welcher Heim-Gruppe Deine Mutter ist?

Das hört sich genauso an, wie es bei meiner Mutter war. Ich kann Dir da voll und ganz zustimmen.

So war es bei meiner Mutter auch......

Habe mich nur erst einmal auf das versucht zu beziehen, auf was man so achten sollte :-)

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