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Zustände in der Altenpflege tatsächlich so schlimm?

bOinapuchMda


Ich kann dir nur Recht geben Frau Kopfsalat.

Ich arbeite auch im Seniorenzentrum und bei uns ist es ganz anders wie in dem Bericht gestern gezeigt.

Natürlich hätten auch wir gerne mehr Pflegekräfte um mehr Zeit mit den Bewohnern verbringen zu können.

Aber das Klima ist durchaus sehr positiv bei uns.

Alle sind sehr freundlich und bemüht um jeden einzelnen, auch die bettlägerigen.

Während der Pflege wird fröhlich geredet, das alleine reicht schon oft dass der Bewohner mitarbeitet.

Ich glaube jeder würde sich sträuben wenn ein Pfleger, so wie gestern gezeigt, versucht den Bewohner mit Gewalt aus dem Bett zu zerren.

Aber wenn die Pflegekraft schon fröhlich pfeifend und einem netten Guten Morgen Frau.... ins Zimmer kommt, dann ist der Bewohner gleich positiv gestimmt und arbeitet auch mit.

Bei uns gibt es viele Angebote des sozialen Dienstes.

Kegeln, singen, basteln, malen.

Dann gibt es Hundevisite, Kinder aus dem Kindergarten kommen.

Es gibt Feiern zu jedem möglichen Anlass, Modenschau usw.

Und nachmittags gehen auch ehrenamtliche mit den Bewohnern spazieren. Wir haben einen schönen kleinen Park mit Vogelvoliere.

Selbst wenn Stress angesagt ist, der natürlich nicht ausbleibt, sind wir immer bemüht dies den Bewohner nicht spüren zu lassen.

Beim Essen anreichen nehmen wir uns einfach die Zeit, auch wenn wir hinterher die Hufe schwingen müssen weil noch 5 Betten zu beziehen sind.

Unser Essen kommt aus dem Mutterheim und wird frisch gekocht und geliefert.

Die Küche dort hat schon eine Auszeichnung bekommen wegen der Frische und der Hygiene.

Es wird durchaus Heime geben wie die gestern gezeigten, jedoch möchte ich Angehörigen die Angst nehmen denn die meisten Heime sind bedeutend besser und menschlicher.

K atzen_pföotcxhen


Ich denke, das es auch auf die verschiedenen Träger der Heime ankommt. Bevor meine Mutter damals einen Vollstätionären Platz bekommen hat, war sie in einer Kurzzeitpflege als Übergang. Dort, ich weiß nicht, ob ich den Träger nennen soll, waren noch nicht einmal Frische Pflanzen oder Blumen erlaubt, es wurde uns sogar vorgeschrieben, wieviel Sachen zum Anziehen die Bewohner mitbringen dürfen.

Ich kann die Awocura-Gruppe nur loben.

Zugewandtheit, Abwechslung, Lebendigkeit, Fürsorge. Das kann ich nur Bestätigen.

Es sollten wirklich auch mal positive Berichte im TV benannt werden.

Therapien mit Hunden, Altagsbegleiter, Abwechslungsreiches Programm, Tagesausflüge........

Und wenn ein Bewohner Geburtstag hatte, da wurde vom Haus eine ganze Torte für den Bewohner und Angehörige bereit gestellt. Ein Aufenthaltsraum wurde schön hergerichtet das der Bewohner auch merkte, das es sein Geburtstag ist.

Sämtlich Anlässe wurden gefeiert und immer waren die Angehörigen dazu eingeladen wie z.B Weihnachtsfeiern, Karneval....große Sommerfeste mit Grillstand, Tombola selbsthergestellte Plätzchen oder Handarbeiten der Bewohner....

Meine Mutter ist jetzt schon 2 Jahre Tod, und mein Bruder und ich stehen heute noch in Kontakt zu dieser Einrichtung. Es waren dort alle halt ein Große Familie...

Achso die Sterbebegleitung war auch sehr gut organisiert, wir als Angehörige wurden super mitbetreut. In der Sterbephase meiner Mutter war immer eine Pflegekraft für sie und uns da. Sogar auf der Beerdigung unserer Mutter war eine Pflegekraft (im Namen der ganzen Station) und die Chefin des Sozialen Dienstes dabei. Das fand ich total toll.

Also, man muß auch mal die guten Taten erwähnen und mal all die Leute loben, die sich Tag und Nacht für unsere "Oldies" aufopfern. Und ganz ehrlich, ich möchte diesen Hammerharten Job nicht machen müssen......

hcatscGhipxu


Wenn ihr alle in so tollen Heimen arbeitet, braucht ihr euch ja auch nicht angegriffen fühlen. Dass es bei euch toll ist, heißt ja nicht, dass es die Missstände in den anderen Einrichtungen nicht gibt.

Bei Berichten über schlechte Kitas oder Erzieher fühle ich mich ja auch nicht angegriffen, weil ich mit mir und meiner Arbeitsstelle sehr zufrieden bin.

h/atscVhipxu


Meine Schwiegermutter macht auch Sterbebegleitung und ist für die Patienten wie für die Familie da, egal wie lange es dauert. Sie macht das auch mit viel Feingefühl und geht auch auf Wunsch zur Beerdigung.

KuatzKenpfö*tcxhen


@ hatschipu

Das finde ich super Klasse, und auch unheimlich wichtig für beide Seiten.

Ich könnte das nicht, habe teilweise schon schwer schlucken müssen, wenn eine Mitbewohnerin meiner Mutter gestorben ist. Man gewöhnt sich schon sehr an die Leutchen in den Heimen.

Glaube auch nicht, das sich hier jemand angegriffen fühlt. Jeder kommt irgendwann mal in die Situation, das man vor der Wahl steht die Eltern in ein Heim zugeben, oder halt selber zu Pflegen, und diese TV beiträge machen nun mal Angst.

h)atsc9hipxu


Ich stell mir das schon sehr interessant vor so eine Sterbebegleitung. Ich habe mich auch schon mal fast angemeldet für eine Ausbildung zur Trauerbegleitung. Habe mich dann aber doch nicht getraut. Ich weiß nicht ob ich mich dann im Griff hätte oder jedes Mal mit weinen müsste.

Meine Schwiegermutter hatte eine Dame auf ihrer Station, die habe ich im Praktikum dort kennengelernt. Bezeaubernd war die, lustig, lieb und immer freundlich und dankbar.

Leider ist sie letzten Sommer kurz vor ihrem hundertsten Geburtstag gestorben. Das ging mir auch nahe...

Ich habe dort einige Damenn kennen gelrnt, die mir sehr schnell ans Herz gewachsen sind, es würde mich sehr traurig machen, wenn es denen so gehen würde wie den Leuten im RTL Beitrag.

FXrau K*opfs-alaxt


Wenn ihr alle in so tollen Heimen arbeitet, braucht ihr euch ja auch nicht angegriffen fühlen. Dass es bei euch toll ist, heißt ja nicht, dass es die Missstände in den anderen Einrichtungen nicht gibt.

Was soll denn der blöde Ton, hatischpu?

Ich fühle mich nicht angegriffen. Ich bin stinksauer, dass gewisse Zustände so dargestellt werden, dass sie vielen als die Norm erscheinen. Damit ist niemandem geholfen, am allerwenigsten Angehörigen, die sich eh schon schwer tun und Schuldgefühle haben.

h>atRschxipu


Das war kein blöder Ton, das hast du falsch verstanden.

Ich freue mich wirklich, dass es gute Heime gibt, gibts ja bei uns auch, und ich denke nicht, dass nun alle denken, alle Heime sind so.

Aber vielleicht schauen sie bei der Anmeldung ihrer Angehöriger mal genauer hin und merken, dass in manchen Heimen nicht alles ok ist.

Wo ich dir aber Recht geben muss, man hätte ruhig ein Vergleich zu guten Heimen bringen können. Das hab ich auch noch gesehen, war aber glaube ich in einer anderen Sendung. Da wurde gezeigt wie das woanders läuft, hat mir sehr gut gefallen.

K/atzeznpfötbchexn


Genau diese Schuldgefühle, die FRAU KOPFSALAT erwähnt, die hatte ich auch.

Und durch solche Berichte traut sich doch keiner mehr, Angehörige in eine Pflegeeinrichtung zu geben.

Und ich bin mir heute ziemlich sicher, hätte ich meine Mutter selber gepflegt, hätte sie keine 7 Jahre so angenehm gelebt. Ich hätte gar nicht die Hilfe Leisten können, die im Heim geleistet wurde. Sei es psychisch oder physisch.

A@ho)rnblvatxt


Ich fühle mich nicht angegriffen. Ich bin stinksauer, dass gewisse Zustände so dargestellt werden, dass sie vielen als die Norm erscheinen. Damit ist niemandem geholfen, am allerwenigsten Angehörigen, die sich eh schon schwer tun und Schuldgefühle haben.

Aber genau, wo die Norm nicht ist, muß man laut werden.....

Im Übrigen habe ich eigentlich keine Unfreundlichkeit erwähnt. Das Personal, ob nun qualifiziert oder nicht, war zumeist freundlich, aber eben extrem hilflos, machte unbezahlte Überstunden, war überlastet oder verstand kein Deutsch.

Wer da nicht schreit, wird eben nie gehört....

Und wo es technisch nicht paßte, wurde von uns auch die Heimleitung gebeten, Dinge abzustellen etc. Wie ich schon schrieb, wechselte die Heimleitung in den 5 Monaten allein 5 x und ansonsten war die Fluctuation auch wahnsinnig stark, es waren junge Mütter, die 20 Std. arbeiten wollten, dann das Kind aus der Kita holen mußten und denen auferlegt wurde, länger zu arbeiten. Das ging dann 2 x und dann waren auch die wieder weg.

Das war die Realität. Anfangs die überhaupt fehlenden Kathether: ist auch nicht so pralle. Wir hatten für unsere Mutter mehrere vom HA verschreiben lassen, die wurden zwecks Not an anderen Pat. verwendet, sind dann Tage später aber ersetzt worden. Aber man stelle sich das vor, wir als Angehörige mußten erst mal auf die Idee kommen, dass da überhaupt welche zur Verfügung stehen.

Aber klar, man erwartet zu viel. Und bitte bedenken: wir sind ja auch schon über 60 ich gehe auf die 70 zu, da sind manche schon selbst im Pflegeheim.....

A+hobrnbglxatt


5 Monaten allein 5 x

Uups, sie wechselte 3 x.

hiaPtsc'hipu


Katzenpfötchen, ich denke dass kein Angehöriger mal so eben seine Verwandten ins Heim bringt. Wer das tut, hat oft keine andere Wahl und das wird sich auch nicht nach diesem Beitrag ändern. Nur wird hoffentlich das Heim sorgfältiger ausgewählt.

KBatzz,enMpfötcxhen


Genau das ist ja der Punkt, wenn man keine Wahl hat, dann fällt es nach so einem Beitrag ja noch viel schwerer.

Und das schlechte Gewissen beisst einen da schon. Ich hatte auch keine Wahl, wir sind alle voll berufstätig. Und es wurde uns auch gesagt, das meine Mutter rund um die Uhr "Gesellschaft" und Pflege braucht.

Und, es ist ja auch immer noch eine Frage der Kosten. Wer hat denn mal eben 3500 Euro im Monat übrig für die Heimunterbringung.

Das ist ja auch so ein heikles Thema. Womit sind solche Kosten gerechtfertigt.

Für das was die "Oldies" speisen, für das bisschen Wasser und Strohm was sie verbrauchen? Für die paar Quadratmeter an Zimmer?

Für die wenigen Pflegekräfte? (Nicht böse nehmen, an all die Pflegekräfte hier) aber es ist ja nun mal so, das fast ALLE Heime Unterbesetzt sind.

hyatFschipxu


Na ja ich denke, schwer fällt es einem so oder so. Wer macht das denn mit gutem Gewissen?

Nicht wegen der Qualität, sondern weil dort Leute Geld dafür bekommen um sich um die Leute zu kümmern, das ersetzt ja keine Liebe von den eigenen Kindern/ Enkeln/ Geschwister usw...

Mir würde es leid tun meine Verwandten aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen und sie Pflegern zu überlassen. Und das ganz unabhängig von der Qualität der Pflege.

Aber klar, wenn man selbst berufstätig ist, Familie hat oder die Pflege einfach nicht allein bewerkstelligen kann, hat man keine andere Wahl. Und da würde ich dann schon sorgfältig suchen.

MOoni^ka6x5


Ahornblatt

Aber man stelle sich das vor, wir als Angehörige mußten erst mal auf die Idee kommen, dass da überhaupt welche zur Verfügung stehen.

Wie meinst du das denn?

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