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Zustände in der Altenpflege tatsächlich so schlimm?

SOün}tjxe


Frau Kopfsalat

wieviel Personal gibt es denn bei euch, dass du das als Panikmache bewertest?

Mein Beispiel vom 6.5 um 15.08 kannst du so nicht bestätigen?

hGatsCch8ipxu


Zu den Demenzkranke, da finde ich Pipi und Kacka noch harmlos. Ich kenn da andere Sachen...z.B. beim Spazierengehen: " Wir müssen zurück, ich muss sch***en !"

Auch Beschimpfungen sind echt krass. Von F***e bis dummes Trienchen war alles dabei. Wobei ich das echt nicht krumm nehmen kann. Eigentlich beneide ich sie darum, dass sie ungestraft das sagen dürfen, was man selbst oft nur denken kann. :-D

Der Betreeungsschlüssel in euren Einrichtungen würde mich auch mal interessieren (aller Altenpfleger in diesem Faden)

S[ilbe_rmonRdaugxe


Zu Silbermondauges Beispielen könnte ich auch noch ein paar Sachen sagen, aber ich weiß gar nicht, ob das Sinn macht.

Wie gesagt, mir wurden die Begebenheiten so erzählt (und ich bin von der Wahrheit ausgegangen) und ich habe ja auch nie behauptet, dass die Zustände immer und überall so seien.

Und wenn ich mir so überlege, für welchen – sorry – Mist unsere Regierung Geld hat, da könnten sie auch ein paar Euro für die Alten und Kranken abzweigen !

E(hemal.i;ger Nu5tzer U(#279x702)


Ich bin ein Angehöriger, meine Mama wohnt seit über 10 Jahren im Pflegeheim. Mein Vater ist damals schwer erkrankt (und mittlerweile gestorben) und konnte meine Mama (seine Frau) zuhause nicht mehr adäquat betreuen.

Ich habe mir bewusst die ganzen Beiträge hier nicht durchgelesen.

Ich kann wirklich nicht klagen über ihr Pflegeheim, meine Mama ist in Pflegestufe 2 (und kurz vor Stufe 3), ich bin ihr gesetzlicher Betreuer.

Sie wird jeden Morgen in ihrer "Morgengruppe" betreut (ich schau da morgens auch schon mal vorbei), die Betreuerinnen sind wirklich sehr nett und liebevoll, nachmittags finden auch Gruppenangebote statt. Und ich komm immer ohne Voranmeldung, um mir ein Bild machen zu können.

Medizinisch ist sie bestens versorgt, die Hausärztin schaut regelmäßig vorbei, ihre Fußpflege wird vom "Heim" (ich hasse dieses Wort) organisiert, ihre Krankengymnastik ebenso. Es wird ein Trinkprotokoll erstellt und wenn etwas fehlt (Schuhe oder Kleidung entsprechend der Jahreszeit), werde ich angerufen um es ihr zu besorgen. Ebenso, wenn sie gestürzt ist, werde ich unterrichtet (das passiert öfters, ist also nichts wirklich dramatisches).

Lange Rede kurzer Sinn:

Meine Mama ist gut versorgt!

L=ineLaV`exrde


Bei meiner Oma sah das vor 1-2 Jahren so aus:

Sie musste wegen akuter schwerer Krebserkrankung ins Heim. Den Heimplatz haben wir sehr zügig bekommen.

Das Heim selber war sehr sauber und ordentlich. Oma hatte ein Doppelzimmer. Fand ich zwar nicht optimal, aber sie hat eh nichts mehr mitbekommen. Sie konnte nicht mehr alleine trinken und Essen und ich hatte das Gefühl, dass man im Heim keine Zeit hatte um sich darum zu kümmern. Stattdessen wurde ihr ein Trinkbecher in die Hand gedrückt den sie dann im Laufe des Tages zur Hälfte gelehrt hat.

Ich glaube, wenn nicht täglich Besuch gekommen wäre, wäre Oma verhungert und verdurstet... (Wäre aber vermutlich egal gewesen, da der Tod für sie Erlösung war)

Grösstes Problem waren bei uns die Krankenkassen. Die wollten nicht mehr als Pflegestufe 1 bezahlen, obwohl keine selbstständige Nahrungsaufnahme oder Wasserzufuhr mehr möglich war.

b[eVetlejui`ce2H1


Das ist dann die Pflegekasse, nicht die Krankenkasse... und Problem ist das nicht wirklich wenn der Heimplatz schon feststeht. Dann bekommt das Heim einfach weniger, euch als Angehörige war das für die wenigen Wochen sicherlich egal ob PS 1 oder 3. Das Heim drückt dann aber schon arg drauf, dass die PS erhöht wird.

N|Lena


Zu den Demenzkranke, da finde ich Pipi und Kacka noch harmlos. Ich kenn da andere Sachen...z.B. beim Spazierengehen: " Wir müssen zurück, ich muss sch***en !"

Auch Beschimpfungen sind echt krass. Von F***e bis dummes Trienchen war alles dabei. Wobei ich das echt nicht krumm nehmen kann. Eigentlich beneide ich sie darum, dass sie ungestraft das sagen dürfen, was man selbst oft nur denken kann. :-D

Der Betreeungsschlüssel in euren Einrichtungen würde mich auch mal interessieren (aller Altenpfleger in diesem Faden)

hatschipu

Mir taten die Alten früher auch sehr leid, wie sei ewig in Heimen behandelt werden. Aber mittlerweile habe ich auch eine Menge Alter kennengelernt und ich muß sagen, denen lässt man viel zu viel durchgehen. Es sind nicht alle dement und so ein Benehmen wie oben beschrieben, muss sich keiner bieten lassen. Dieser Altenbonus, sich alles herausnehmen zu dürfen, nur weil man alt ist, stößt mir immer wieder sauer auf. >:(

Ein Alter ist rechtlich so zu behandeln wie ein Erwachsener. Er darf sich nicht mehr oder weniger herausnehmen. Wenn er es doch tut, und das auch noch straffrei tun will, dann muß er halt entmündigt werden.

S<ilberkmondaxuge


@ NLena

Die wirklich dementen stehen eh fast alle unter Betreuung (die klassische "Entmündigung" gibt es nicht mehr)

@ all v.a. @ AltenpflegerInnen

Kürzlich habe ich in einer Illustrierten gelesen, dass es um die Zahngesundheit bei Pflegeheiminsassen schlecht bestellt sei da Zahnärzte so gut wie nie Hausbesuche machen würden. Was ist denn dazu zu sagen ? (wobe ich einräumen möchte dass es bei älteren Leuten, die zuhause gepflegt werden, ja auch auf die Angehörigen ankommt wie es mit Arztbesuchen aussieht)

M+onkikTa65


Ein bisschen auf die Terminologie achten.. das sind keine Insassen, sondern Bewohner.

Zahngesundheit ist in der Tat ein schwieriges Thema. Das fängt schon bei der Zahnpflege an, optimal ist das sicher nicht. Viele haben allerdings auch Gebisse, das ist dann noch einfacher als mit den echten Zähnen. Zahnärzte kommen schon ins Haus, aber eine optimale Versorgung ist ambulant ja auch nicht möglich.

J7enas5x8


Also ich fand es sehr wichtig, dass jemand mal diese Zustände aufgedeckt....der Pflegebereich wird sowieso immer totgeschwiegen – gemeint z.B. Pfleger/innen verdienen für Ihre Arbeit viel zu wenig und arbeiten viel zu viel weil keine weiteren Kräfte eingestellt werden!

Wir haben auch Erfahrung gemacht mit einem schlechten Seniorenheim, weshalb wir unsere Oma jetzt in einem Betreutem Wohnen der Augustinum Gruppe untergebracht haben und sowohl wir als auch Oma fühlen sich sichtlich wohl!

Hier wird PFLEGE aber auch noch groß geschrieben.....in dem anderen Heim war das oft kein menschenwürdiger Zustand.

PS: manche dieser Häuser haben sogar einen eigenen "Hauszahnarzt"!

SXilbcermGozndzauge


@ Monika65

Das mit den "Insassen" stand so in der Zeitschrift ich hab das so abgeschrieben

M4oanik|a6x5


Silbermondauge

Umso schlimmer. Journalisten, sag ich nur...

R ut


Wir hatten das große Glück, dass meine Mutter seinerzeit (2002) in einem Heim aufgenommen wurde, dass ein Pilotprojekt war. Sie war leicht dement.

Die einzelnen Gruppen lebten wie in einer großen Wohnung. Jeder hatte ein eigenes Zimmer. Mittelpunkt der Wohnung, ich nenne es mal so, war ein großer Wohnraum mit offener Küche. Eingerichtet im Stil der 50ziger, 60ziger Jahre. Und oftmals gab es Musik vom Band aus früheren Jahren, Joh. Heester z.B. und die Damen summten mit. In diesem Tagesraum konnten die Bewohnerinnen den Tisch decken, in der Küche mithelfen – Salat schnippeln, Kartoffeln schälen, Kuchen wurde gebacken, es duftete nach Braten – eben wie zu hause. Sie waren beschäftigt, hatten Freude, dass sie gebraucht wurden.

Natürlich war alles gesichert. Wenn einer aus dem Bereich rausging oder einen Kühlschrank öffnete, z.B. piepte es bei der Betreuerin. Das Licht in den Gängen, die sehr breit waren wurde zum Wohnraum heller. Instinktiv gingen die Bewohner der Helligkeit entgegen und verliefen sich nicht.

Eine, die im Rollstuhl saß, konnte nach 4 Wochen wieder kurze Strecken laufen und zwar deshalb, weil eine Betreuerin mit ihr täglich übte. In dem Heim, wo sie vorher war, machte sich keiner diese Mühe – es war ja bequemer, sie im Rollstuhl zu transportieren.

Der Betreuungsschlüssel war hoch und alle extra ausgebildet und motiviert, diese neue Wohnform weiter zu entwickeln. In diesem Haus waren 3 Gruppen, unterschiedlicher Krankheitsbilder. Leider verstarb meine Mutter.

In dem Heim, in dem meine Mutter vorher lebte, waren immer zu wenig Pflegekräfte, die auch laufend wechselten, weil sie die Vorgaben der Heimleitung nicht mitmachen wollten, Ärger bekamen, wenn sie sich zu lange unterhielten mit den Bewohnern.

h~atsch(ipu


Rut das mit dem betreutem Wohnen klingt ja traumhaft. Sollte eigentlich Standard sein, wird es aber sicher nie, weil keiner mehr so viel Geld in alte Leute investieren will, sehr schade!

M.oni)ka6x5


Ja, das klingt wirklich sehr gut. Schade, dass das noch nicht Standard ist.

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