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Pflegenotstand- aber bitte nicht bei meiner Mutter

wNhatat\ragedy


Ich denke, da kann man beide Seiten gut verstehen.

An wen sollen sich die Angehörigen denn sonst wenden? Die Verwaltung? Da geht die Beschwerde in den nächsten Papierkorb, oder wird von der genervten Sekretärin genauso ignoriert.

Zudem weiss denke ich jeder, wie unglaublich überbelastet die Pflege ist. Allerdings ist mir andersherum auch kein einziges Pflegeheim bekannt, wo nicht mindestens ein Fünftel der Belegschaft statt zu arbeiten lieber einen "wer kann am meisten im Schwesternzimmer rauchen"-Wettbewerb abhält.

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An wen sollen sich die Angehörigen denn sonst wenden? Die Verwaltung? Da geht die Beschwerde in den nächsten Papierkorb, oder wird von der genervten Sekretärin genauso ignoriert.

Also lassen wir es bei den Leuten ab, die GENAUSO darunter leiden und nix ändern können, hauptsache wir haben Frust abgelassen? :|N

Wo du den Rauchercontest beobachtet hast weiß ich nicht - hier ist jedenfalls Rauchen überall verboten.

Sdüntjxe


An wen sollen sich die Angehörigen denn sonst wenden?

an die Pflegedienstleitung und den ärztlichen Direktor. Oder es gibt Beschwerdestellen.

Dies Kaffee-und Zigarettenimage, das werden wir irgendwie nicht los.

Ich hab im letzten Spätdienst ohne Pause mit einer Überstunde nach hinten raus eine Tasse Kaffee im Stehen und eine Banane gegessen, als die Patienten ihr Abendbrot hatten. In just dem Moment kommt der Sohn von Frau Mustermann und sagt: "aha, das machen sie, wenn sie sagen, sie haben gerade keine Zeit meine Mutter ins Bett zu bringen......

w,hat>atra/gexdy


Also lassen wir es bei den Leuten ab, die GENAUSO darunter leiden und nix ändern können, hauptsache wir haben Frust abgelassen? :|N

Jap. Muss man nicht gut finden, tue ich auch nicht, ist aber die normale menschliche Reaktion. Wenn man wütend ist, neigt man eben nicht unbedingt zur Abstraktion.

Wenn ihr hier so energisch einfordert, man möge als Angehöriger doch bitte halbwegs praktisch denken, sollte man das selbst auch tun.

Dies Kaffee-und Zigarettenimage, das werden wir irgendwie nicht los.

Ist natürlich auch nur selektive Wahrnehmung meinerseits. Bei euch fallen die schwarzen Schafe vielleicht einfach mehr auf?

MviMaMa*us


Wie kommst du darauf, dass die Frau eingenässt in ihrem Bett lag und nicht mit Inkontinenzmaterial versorgt war ???

Da hinkt der Vergleich %-|

E-hemaligVer Nu/tzer> (#39x3910)


Honey91_mit_Mini13

Aber dann kann es wenigstens eine Windel geben damit die Frau nicht in ihren nassem bett rumliegen muss,

Wo bitte steht denn dass die Frau im nassen Bett gelegen ist?

Es war hiervon die Rede

dass die Vorlage ihrer Mutter nass ist

Eine Vorlage ist soetwas wie eine übergroße Damenbinde die in die Unterhose eingelegt wird und hat somit die selbe Funktion wie eine Windel.

Und sorry, die gnädige Tochter hätte diese Vorlage ja auch mal wechseln können, wenn das Pflegepersonal zeitlich einfach nicht dazu kommt.

Ein stündlicher Toilettengang ist halt einfach nicht drin.

Und ja, es stimmt. Die Angehörigen werden zunehmend fordernder und unverschämter.

D$islced4erxe


Und ja, es stimmt. Die Angehörigen werden zunehmend fordernder und unverschämter.

devil_w

Könnte auch daran liegen, daß die Angehörigen da einen guten Batzen Kohle dafür hinlegen, daß da jemand im Pflegeheim betreut wird.

Ich meine - ich verstehe schon, daß bei Pflegenotstand nicht jeder Patient ne deLuxe-Versorgung bekommen kann. Aber: ich muß trotzdem als Angehörige monatlich den vollen Betrag hinlegen und ein "hey, ich habe gerade diesen Monat Geld-Notstand, zahl ich eben was weniger" zieht da auch nicht.

Ja, die Pflege ist unterbesetzt, hat teilweise scheiß Arbeitsbedingungen uswusf. Aber die Pfleger arbeiten weder ehrenamtlich, noch sind die Pflegebetten kostenlos. Und solange ich den vollen Betrag löhnen muß, verlange ich auch volle Leistung.

D$iscedxere


Blöde nicht-vorhandene Editierfunktion

Ich redete natürlich vom Pflegeheim, im KKH sieht das etwas anders aus. Aber prinzipiell - so lange die Betten voll abgerechnet werden, sollte auch die volle Betreuung gewährleistet sein. Und da kann ich die Angehörigen verstehen, die da umentspannt werden.

Aber auch die Pfleger, die schon machen, wie sie können, es aber trotzdem nicht ausreicht.

Es bringt aber nichts, daauf den jeweils anderen zu schimpfen. Die Probleme wurden ja anderswo verursacht.

SKünttjxe


Und solange ich den vollen Betrag löhnen muß, verlange ich auch volle Leistung.

guter Punkt.

Was ist volle Leistung?

E5hemalzige9r Nutze#r (#3x93910)


Und solange ich den vollen Betrag löhnen muß, verlange ich auch volle Leistung.

solange diese Leistung nur den allgemeinen Pflegaufwand betrifft, kannst Du sie auch verlangen.

Es geht hier aber um alle möglichen Extras, die so manch Angehörige verlangen. Ich arbeite nicht im Pflegeheim, sondern war jahrelang in der Intensivpflege tätig. Würde, wenn ichs gesundheitlich noch könnte, auch nie im Pflegeheim arbeiten wollen.

Aber da ich öfters mal im Pflegeheim zu Besuch bin, bekomme ich da Vieles mit und manche Angehörige sind wirklich unverschämt.

M,iMaDMnaus


Naja, ganz so viele Selbstzahler gibt es nicht mehr :-/ . Kurios ist da auch, dass die Angehörigen die nichts bezahlen oft am meisten meckern...

Theoretisch bekomme ich von den Krankenkassen eine bestimmte Pflegezeit bezahlt...die natürlich hinten und vorne nicht reicht!

Ich musste mich schon mit Gutachtern des MDK darüber streiten, dass ein Wechsel des Inkontinenzmaterial neun Mal täglich stattfindet. Fand er vollkommen übertrieben...so ne Vorlage hat ja ein enormes Fassungsvermögen und reicht den ganzen Tag :-(

Da bleibts dann bei PS I. Und wir wechseln trotzdem 9 mal

PYia0x6


Hallo Süntje *:)

Ich War auch vor kurzem in der Situation eine Beschwerde angedroht zu bekommen.

Ich arbeite auch in der Geriatrie mit 30 Patienten und dank der Grippewelle mit einer Kollegin der Pflege und einer hauswirtschafterin im dienst.

Es war Abendbrotzeit und ich stand mit zwei essenstabletts im Gang als neben mir die Tür auf flog und die Ehefrau des Patienten mir in den rücken brüllte, das ihr Mann nun schon seit einer halben Stunde mit essen fertig sei und sich kein schw... um den Joghurt Fleck auf seinem Pullover gekümmert hat.

Mir ist zum Glück nur die kinnlade runtergefallen und nicht die Tabletts. Ich habe mich mit den Worten verabschiedet, das noch nicht mal jeder mensch hier zu essen bekommen hat und das nun erstmal Priorität hat.

Somit flog mir die Drohung einer Beschwerde um die ohren.

Also, ich verstehe dich :)*

V:agAabund)in


Wer noch nie so richtig in der Pflege gearbeitet hat, darf hier gar nicht mitdiskutieren...

Ich habe lange Zeit nebenbei in einem städtischen Pflegeheim gearbeitet. Da werden dann die Leute untergebracht, bei denen kein Geld für ein "besseres Heim" zur Verfügung steht oder die Angehörigen nicht gewillt sind, etwas mehr auszugeben.

Neun mal am Tag das Inkontinenzmaterial wechseln? :-o :-o Ich bin an guten Tagen auf 6 mal, an schlechten auch leider mal nur auf 4-5 Mal gekommen.

Ich musste eine Station mit 15 Bewohnern morgens oder eben auch abends allein versorgen. Und ja, wir hatten dort auch eine Tochter einer Bewohnerin, die eine Mordswelle geschlagen hat, wenn Muttis Tagesdecke nicht absolut perfekt über das Bett gelegt wurde. Dass andere Bewohner gefüttert oder dringendst "trockengelegt" werden mussten, war ihr da völlig egal.

Die Heimleitung ist der richtige Ansprechpartner.

Die Zeiten, in denen man es sich rauchend im Aufenthaltsraum gemütlich gemacht hat, kenne ich auch noch, die sind aber schon seit über 20 Jahren vorbei.

Ich habe diesen Nebenjob aufgegeben, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, diese Leute nicht anständig versorgen zu können- das ist einfach nicht zu schaffen. Wir hatten gemischte Stationen, mit halbwegs fitten Bewohnern, mit absolut bettlägerigen und Dementen mit starkem Bewegungsdrang. Und während man noch einen Bettlägerigen umlagert, steht die 90jährige nackt und heulend im Flur und schreit nach ihren Eltern und zerfetzt ihre nasse Vorlage...

Und ohne eine gewisse Abgebrühtheit kann man diesen Job nicht ausüben.

Natürlich ist es für die Angehörigen ganz schlimm, solche Zustände mit anschauen zu müssen aber da muss ich die Pflege eben selbst übernehmen, oder nen Tausender mehr locker machen für ein Pflegeheim mit einem besseren Personalschlüssel. Das Pflegepersonal muss da leider immer als Blitzableiter herhalten.

f^ilosoxfia


Hmm, wie ist das denn, wenn ein Angehöriger wenigstens einmal täglich kurz vorbeischaut, meinetwegen zum Abendessen? Wird bei den Patienten dann eher drauf geachtet, dass das Mindeste erledigt wurde? Das ist immer so mein Verdacht und ich würde wahrscheinlich täglich hingehen und ein bisschen Gesellschaft beim Essen spenden oder spazieren gehen, wenn das möglich ist. Ich bin zwar glücklicherweise (noch) nicht in der Situation, dass ich pflegebedürftige Angehörige habe, aber es wäre für mich auch schlicht unmöglich, die Pflege zu stemmen. Andererseits graut es mir vor den Zuständen in den Heimen – es ist ja auch herausgekommen, dass es ziemlich egal ist, wie viel man zahlt und gerade die teuren Anbieter möglichst viel Gewinn abschöpfen, statt das Geld in die Pflege zu investieren. :(v

Den Pflegern würde ich da keinen Vorwurf machen, es sei denn sie verhalten sich aggressiv gegenüber den alten Menschen oder ähnliches, weil sie dem Stress nicht gewachsen sind.

C!ornheliax59


Meine Mutter lebt auch im Heim, sie ist übrigens Selbstzahlerin, wir Angehörigen müssen nichts zuschießen, weil sie genug Einkünfte (und auch Vermögen) hat. In der Anfangszeit dort war sie mit PS 3 eingestuft, dann berappelte sie sich langsam, zu unser aller Erstaunen und Begeisterung, und dann haben wir sie nochmal vom MDK begutachten lassen, mit dem Ziel, eine Eingruppierung in PS 2 zu bekommen, einfach auch, weil PS 3 bei den Heimkosten sehr teuer kommt und sie die Leistungen auch gar nicht mehr bekam, ihres guten Zustands wegen. Ergebnis war dann allerdings eine Runterstufung in PS 1. Das hat uns als Angehörigen erstmal Ärger mit der Heimleitung eingebracht, und es gab auch ein paar blöde Kommentare der Pflegekräfte gegenüber meiner Mutter, wenn sie mal etwas mehr Hilfe brauchte (gibt halt gute und schlechte Tage bzw. Nächte). Das haben wir mittlerweile mit einem klärenden Gespräch abstellen können. Übrigens fühlt sich unsere Mutter dort wohl und betrachtet das Heim mittlerweile als ihr Zuhause.

Als sie dann vor kurzem krank wurde (Grippewelle), war sie erstmal wieder PS 3, also voll bettlägrig, und da haben die Pfleger auch ohne Gemecker genau diese Pflegeleistungen erbracht. Zu dem Zeitpunkt waren wir, ihre Kinder, allerdings auch täglich da (normal sind wir an 4-5 Tagen der Woche da und nehmen den Pflegern da auch Arbeit ab) und haben sie mehr oder weniger gefüttert, denn sie hat fast nichts gegessen in der Zeit.

Ich sehe, wie die Pfleger schuften, und daß sie die ganzen Tag nur am rennen sind. Und dieses Heim ist eins der guten, das noch mit ausreichend Personal ausgestattet ist. Trotzdem wissen die Pfleger manchmal nicht, wo ihnen der Kopf steht, einer klingelt immer, sie können doch nicht überall gleichzeitig sein. Wenn dann noch irgendwelche doofen Angehörigen Terror machen wegen einem Joghurtfleck oder was auch immer... da kann ich mir nur an den Kopf fassen!

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