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Pflegenotstand- aber bitte nicht bei meiner Mutter

Szüntxje


wie ist das denn, wenn ein Angehöriger wenigstens einmal täglich kurz vorbeischaut, meinetwegen zum Abendessen? Wird bei den Patienten dann eher drauf geachtet, dass das Mindeste erledigt wurde?

es gibt natürlich Kollegen, die sich bei der Arbeit völlig verzetteln und nicht sehen, was wichtig ist und was eher nicht.

Für mich macht es keinen Unterschied in der Pflege, ob ich weiß, da kommt immer jemand zu Besuch. Deshalb pflege ich nicht sorgfältiger oder besser.

Natürlich kann ich versuchen, auf die befindlichkeiten der Angehörigen einzugehen.

Mir ist ein Beispile im Kopf, da musste der Mutter immer alles farblich ganz passend angezogen werden. Das grüne Shirt unter die grüne Jacke und dazu die helle Hose, das rote Twinset zur blauen Hose usw. Klar, wenn ich das weiß, kein Problem.

Es geht mir um die in meinen Augen, (und aus den Antworten hier lese ich, dass Pflegeleute genau wissen was ich meine) völlig überzogenen Ansprüche.

Was Pia schreibt kenne ich genau

Es war Abendbrotzeit und ich stand mit zwei essenstabletts im Gang als neben mir die Tür auf flog und die Ehefrau des Patienten mir in den rücken brüllte, das ihr Mann nun schon seit einer halben Stunde mit essen fertig sei und sich kein schw... um den Joghurt Fleck auf seinem Pullover gekümmert hat.

da motzen die ersten man müsse nun aber dringend ihre Angehörige ins Bett bringen während wir noch nicht mal überall das Essen verteilt haben.

Mich würde interessieren, was tatsächlich von Pflege erwartet wird und wenn mir jemand sagt: "ich erwarte, dass wenn meine Mutter klingelt weil sie auf das WC muss, in etwa 60 sec jemand kommt und das erledigt", ob das dann in der heutigen Zeit noch ernst gemeint ist.

TYapxs


Ich frage mal hier in die Runde, macht ihr bei euren Angehörigen auch die Augen vor der Realität zu und erwartet 24 Stunden rundum Betreuung?

Jein! Ich verlange keine Wunder. Aber mir fehlt da BEI KRANKENHAUSAUFENTHALTEN absolut die Empathie des Pflegepersonals für demenzkranke Patienten.

Dass man meiner Mutter einen Katheter verpasst, weil man nicht ständig die Vorlagen wechseln will (obwohl die Gründe angeblich medizinische sind), rege ich mich schon längst nicht mehr auf. Sie könnte theoretisch zur Toilette, aber wenn sie es merkt, muss es sofort sein und im Krankenhaus geht das nun mal nicht. Sehe ich ein, kein Problem. Aber ich rege mich auf, wenn die Schwestern nicht ihr Gehirn einschalten. Wenn man ihr den Rufknopf (in Form einer größeren Fernbedienung) am Galgen 10 cm über das Gesicht baumelt. So könne doch klingeln, wenn sie was braucht. Wie würde man sich denn selbst beim Wachwerden fühlen, wenn so ein Kasten direkt über dem Kopf hängt. Und nein sie würde den Knopf nicht drücken, weil sie mit dem Teil überhaupt nichts anzufangen weiß (sie ist nun mal dement) und zudem panische Angst hat, das komische Etwas auf den Kopf zu kriegen. Ich rege mich auf, wenn ich komme und irgendwelches Essen/ Trinken steht auf dem Tisch. Meine Mutter kann alleine essen (wenn nicht dann ist sie sowieso zu schwach und mag sowieso nichts essen), aber sie würde das, was irgendwo steht nicht anrühren, weil sie es nicht mit sich in Verbindung bringt. Man muss es ihr quasi unter die Nase halten. Das sind so zwei der Dinge, die keine zusätzliche Zeit, aber einfach ein wenig Mitdenken erfordern. Ich lasse bei der Aufnahme auf der Station immer alles in der Akte vermerken, was erforderlich ist. Das ist nicht viel. Und meine Mutter ist ein geduldiger Patient. Aber so nach vier fünf Tagen geht mein Verständnis für die Schwestern dann auch gegen Null.

Süntje ich verstehe zwar deine spontane Reaktion, aber für einen Angehörigen ist so ein Lachen einfach ein Schlag ins Gesicht.

Ich hatte so eine vergleichbare Situation neulich erst. Da hat mich ein Arzt angebrüllt, als ich Auskunft über den Gesundheitszustand meiner Mutter wollte. Welche infame Forderung von mir. Aber ich bin nun mal die vom Gericht eingesetzte Betreuung und muss in diverse Untersuchungen einwilligen. Erst als von mir gar keine Reaktion kam (ich war absolut sprachlos) wurde er stutzig. Aber so im Nachhinein hätte ich ihm am liebsten eine in die …

Bei uns im Krankenhaus sind sehr oft Patienten aus Südlichen Ländern und bei denen ist es fast selbstverständlich, das FAST IMMER eine Familienmitglied, meist die Schwester oder Tochter, oder die Mutter) als Begleitperson mit aufgenommen wird.

Hier ist es aber nun mal so, dass die Angehörigen größtenteils alle berufstätig sind. Meine Mutter war im letzten Jahr fünf Mal im Krankenhaus – an ihrem, nicht an meinem Wohnort. Ich kann weder so viele Wochen Urlaub nehmen, noch täglich mittags Feierabend machen. Und dann brauch ich mit Zug (und Umsteigen) immer noch mindestens eine Stunde pro Weg.

Viel zu oft herrscht auch die Einstellung " Mutti ist jetzt im Heim/ Geriatrie...Jetzt hab ich mit nichts mehr zu tun. Müssen die sich drum kümmern"! Wie oft kommt es vor, dass die Menschen keine Kleidung mehr haben...aber

Naja HEIM ist nochmal eine ganz andere Situation als Krankenhaus. Da kann ich mich als Angehörige nicht beklagen. Man kennt im Laufe der Jahre auch ihre unausgesprochenen Bedürfnisse. Meine Mutter ist (obwohl Pflegestufe 3) eigentlich pflegeleicht und geduldig. Ob das Bett gemacht ist (Hauptsache es ist sauber), oder die Sachen ordentlich in den Kleiderschrank eingeräumt wurden (wenn nicht mache ich das), ist mir sowas von egal. Was die Kleidung betrifft, da achte ich schon drauf, dass sie genügend hat. Aber ich ziehe sie nicht an und kann auch keine Anproben mit ihr veranstalten und sie selbst äußert sich zu gar nichts mehr. Da erwarte ich einfach eine direkte Ansprache des Pflegepersonals.

Es gibt schon einiges an dem Drumherum, was mir nicht passt, aber da meine Mutter in guten Händen ist, sehe ich über diese Missstände hinweg. Sonst hätte ich auch längst ein Heim in meiner Nähe gesucht.

Aber da ich öfters mal im Pflegeheim zu Besuch bin, bekomme ich da Vieles mit und manche Angehörige sind wirklich unverschämt.

Ja? Wenn ich meine Mutter besuche bin ich (wenn ich von einem älteren Herrn absehe, der täglich seine Frau besucht) meistens die einzige anwesende Angehörige.

Hmm, wie ist das denn, wenn ein Angehöriger wenigstens einmal täglich kurz vorbeischaut, meinetwegen zum Abendessen?

Naja nichts leichter als das, besonders, wenn man nicht gleich mal so um die Ecke wohnt. Außer mir besucht niemand meine Mutter, da ist nichts mit abwechseln.

Wer noch nie so richtig in der Pflege gearbeitet hat, darf hier gar nicht mitdiskutieren...

Halte mal den Ball flach, ja!

Du weißt überhaupt nicht, was die Angehörigen vielleicht schon vor der Aufnahme der Eltern oder des Partners ins Heim/ Krankenhaus geleistet haben. Kannst Du dir vielleicht vorstellen, dass man eine geliebte Person nicht leiden lassen will? Wenn mein Mann in so einer Situation wäre, würde ich auch ausrasten.

Und dass es überall Leute gibt, die nur meckern können ist ja nun nicht neu.

Skü~ntxje


Taps,

ich sagte, mein Lachen war unprofessionell. Hätte ich nicht gelacht, hätte ich geweint, verstehst du, das war so eine Art hysterische Reaktion, weil wir besonders im Moment absolut über dem Limit arbeiten.

Ich gebe dir recht, dass nicht alle in der Pflege für demente Patienten geeignet sind, das weiß ich. Das ist besonders anstrengend und da muss man ein gutes Händchen für haben.

Ich kann das und ich habe das.

Die Klingel muss in Griffnähe sein, egal ob sie benutzt werden kann oder nicht, Getränke stehen natürlich auf dem Nachttisch, damit jedesmal wenn man ans Bett geht, dem Patienten etwas zu trinken anbietet, wenn dieser es nicht selbst kann, ähnlich ist es mit Joghurts oder ähnlichem.

Und du hast Auskunft haben wollen. Das ist für mich etwas ganz anderes, eine völlig normale und logische Anfrage, für dich man sich natürlich Zeit nimmt. Aber wenn deine Schwester und dein Bruder und vielleicht auch nocht deine Kinder einzeln ankommen und Auskunft haben wollen, dann geht das Verständnis schon wieder flöten.

Es ist längst nicht immer ein Ansprechpartner da, sondern jedes Familienmitglied erwartet Auskunft. Und reagiert pikiert, wenn man dann darum bittet doch XY zu fragen, die nämlich morgens ein ausführliches Arztgespräch hatte

Cgorne/lia5x9


Mich würde interessieren, was tatsächlich von Pflege erwartet wird und wenn mir jemand sagt: "ich erwarte, dass wenn meine Mutter klingelt weil sie auf das WC muss, in etwa 60 sec jemand kommt und das erledigt", ob das dann in der heutigen Zeit noch ernst gemeint ist.

Nein, nicht 60 Sekunden. Aber meine Mutter wird irgendwann mal sauer, wenn sie nachts klingelt, weil sie aufs WC muß (sie soll nachts ausdrücklich nicht alleine aufstehen), und dann nach 15-20 Minuten immer noch keiner kommt. Als damals der Ärger wegen der Rückstufung auf PS 1 war, hatte sie teilweise zu dünne Vorlagen bekommen und lag dann tatsächlich im Nassen... das geht mal gar nicht! Und da haben wir dann auch mal gemeckert, dann wurde das Problem aber auch abgestellt.

Naja HEIM ist nochmal eine ganz andere Situation als Krankenhaus. Da kann ich mich als Angehörige nicht beklagen. Man kennt im Laufe der Jahre auch ihre unausgesprochenen Bedürfnisse. Meine Mutter ist (obwohl Pflegestufe 3) eigentlich pflegeleicht und geduldig. Ob das Bett gemacht ist (Hauptsache es ist sauber), oder die Sachen ordentlich in den Kleiderschrank eingeräumt wurden (wenn nicht mache ich das), ist mir sowas von egal. Was die Kleidung betrifft, da achte ich schon drauf, dass sie genügend hat

Genau. So machen wir es auch, und unsere Mutter ist zum Glück auch nicht so etepetete, daß sie sich über Dinge wie eine Tischdecke, einen Fleck auf dem Pulli oder sowas aufregen würde. Worüber sie sich aufregt, das sind meistens irgendwelche blöden Sprüche von den Pflegern, wenn die meinen, sie hätte wegen nichts geklingelt, was sich aus ihrer Sicht deutlich anders darstellt.

TZawp-s


Hätte ich nicht gelacht, hätte ich geweint, verstehst du, das war so eine Art hysterische Reaktion,

Ist mir schon klar. Und ein Angehöriger der was von Beschwerde sagt, hat meist überreagiert und wird das bei näherem Nachdenken dann doch nicht tun.

Es ist längst nicht immer ein Ansprechpartner da, sondern jedes Familienmitglied erwartet Auskunft.

Ich kämpfe jedes Mal darum, trotz Betreuerausweis überhaut Auskunft zu kriegen. Und ich bin wohl inzwischen so darauf fixiert, dass ich die Einzige bin, die die Belange meiner Mutter vertritt, dass mir weitere möglich Angehörige gar nicht erst in den Sinn kommen.

CUomrxan


Liebe Süntje, es gibt immer zwei Perspektiven. Und man muss versuchen, sich auf einen ruhigen Dialog einzulassen, damit man sich gegenseitig versteht. Denn erst, wenn man miteinander redet, lernt man, was beim Gegenüber angekommen ist. Vorhaltungen, Belehrungen oder Lachen ist da fehl am Platz. Natürlich gelten die Regeln für beide Seiten. Aber du stehst auf der professionellen Seite dieses Miteinanders, insofern müsstest du eigentlich eine führende Rolle einnehmen, das Gespräch genau auf dieses Verständnisniveau zu bringen.

Auf Seiten der Angehörigen ist die emotionale Belastung. Auf Seiten der Pflegekräfte die Stress-Belastung. Beide Belange sind aber begründet.

Die Wut von Angehörigen kann ich aus eigener Erfahrung durchaus verstehen. Man sieht auf den ersten Blick die enormen Kosten, die für Pflege berechnet werden. Natürlich weiß man (nicht nur von RTL-Empörungs-TV), dass Personal knapp und nicht besonders gut bezahlt ist. Aber das ist gerade der Grund für diese Wut. Man zahlt dieses Geld und versteht nicht (und ich bin nicht dumm), wohin es verschwindet. Das Personal deswegen anzukacken ist natürlich genauso falsch. Da warst du Blitzableiter. Aber wenn man sieht, dass man im Monat zwischen 2000 und 4000 Euro zahlt, dann lässt sich das mit dem Zimmerunterhalt und max. 2 Stunden individuelle Betreuung nicht mehr erklären. Man bekommt das Gefühl, in einer Zwangslage abgezockt zu werden und dass ganze Gewerbezweige hier eine Gewinnmaximierung betreiben. Beispiel gefällig? Meine Mutter wurde zwei Wochen zuhause gepflegt, bevor sie starb. Das Pflegebett kostete für diese Zeit 1700 Euro. Miete. Kein Witz. Mein Vater meinte noch, er wolle das nicht kaufen ... >:(

Und das treibt natürlich in einer emotionalen Situation den Zorn schnell hoch. Diese Gewinnmitnahmen ziehen sich durch die ganze Branche, und leidtragende sind die Pflegekräfte, die daran nicht teilhaben und sich durch den direkten Kontakt die Klagen der Angehörigen anhören müssen.

Das wird noch schlimmer durch die Verschiebung in unserer Gesellschaftsstruktur. Pflege wird die nächsten 30 Jahre boomen, und auf boomende Konjunkturen werden sich noch viel mehr Rendite-Jäger stürzen. Wenn man da nicht dringend dem Wucher gesetzlich Einhalt gebietet, dann wird das noch sehr schlimm. Dann wäre es mir lieber, wenn das Geld wirklich bei Kräften landet, die sich wirklich mit ihrer Zeit um die individuellen Belange der Pflegebedürftigen kümmern können.

CSorn0elia5x9


Es ist längst nicht immer ein Ansprechpartner da, sondern jedes Familienmitglied erwartet Auskunft.

Dafür empfehle ich, was meine Geschwister und ich uns in der schlimmsten Zeit - 5 Wochen künstliches Koma auf der Intensivstation - angewöhnt haben. Damit wir nicht dauernd rumtelefonieren mußten, und dann doch einer was falsch verstanden hatte oder noch die vierte von uns die Ärzte nervt, haben wir einen E-Mail-Verteiler gemacht. Wenn einer von uns da war, hat er die anderen per Mail informiert und alles Notwendige weitergegeben. Das könnte auch in solchen Fällen eine gute Option sein!

DKumEaxl


Comran

Natürlich gelten die Regeln für beide Seiten. Aber du stehst auf der professionellen Seite dieses Miteinanders, insofern müsstest du eigentlich eine führende Rolle einnehmen, das Gespräch genau auf dieses Verständnisniveau zu bringen.

Und dann fehlt noch mehr Zeit...

Ich finde Süntjes Frage für Angehörige recht interessant:

Was ist volle Leistung?

Die ist natürlich auch für Pflegekräfte sehr wichtig, aber ich denke als Angehöriger setzt man sich da nicht so wirklich bewusst mit auseinander.

E8hemaligeAr NutSzer '(#54287x2)


Hmm, wie ist das denn, wenn ein Angehöriger wenigstens einmal täglich kurz vorbeischaut, meinetwegen zum Abendessen?

Wenn man bei der Gelegenheit gleich beim Abendessen füttert/hilft und den Angehörigen vorher und nachher zur Toilette begleitet: super Idee!

ClomOraKn


Natürlich gelten die Regeln für beide Seiten. Aber du stehst auf der professionellen Seite dieses Miteinanders, insofern müsstest du eigentlich eine führende Rolle einnehmen, das Gespräch genau auf dieses Verständnisniveau zu bringen.

Und dann fehlt noch mehr Zeit...

Nicht wirklich, wenn es Eskalation vermeiden kann. Eskalation belastet und zieht dann einen Rattenschwanz sonstiger Arbeiten und Erklärungen oder langer Streitgespräche nach sich. Außerdem erwarte ich schon, dass man sich im Bedarfsfall die Zeit nehmen kann, sein Handeln zu erklären. Das heißt nicht, dass man sich mit uneinsichtigen Menschen 20 Minuten im Kreis drehen muss.

Wenn du dich falsch behandelt fühlst - von einer Behörde oder einem Dienstleister - und dein direkter Ansprechpartner sagt: "Das erkläre ich ihnen jetzt nicht ausführlich, denn sonst habe ich weniger Zeit für meine Arbeit", wie würdest du dich dann fühlen? Das ist ein Bestandteil der Arbeit.

CPhou2pettje_Finnxian


Das ist ungefähr das Verhalten der Leute, die auch die Kassiererin am Supermarkt anschreien, wenn Sachen teurer werden oder wenn irgendwas ausverkauft ist.

Keine Sorge, da ich meine Familie nicht als Ware sehe, kann ich da gut differenzieren und habe noch nie eine Verkäuferin angepampt. Aber interessanter Vergleich. Arbeitest du in der Altenpflege oder mit Menschen? Hoffentlich nicht.

Meine Schwester arbeitet in der Altenpflege und sagt übrigens, dass sehr viele Angehörige ihr sonstiges nicht-kümmern mit Herumschreierei gegen das Pflegepersonal kompensieren wollen. Aus schlechtem Gewissen, dass man zu selten da ist mischt man ordentlich den Laden auf - damit man wenigstens etwas getan hat :=o

Da machst du es dir aber sehr einfach mit dieser Erklärung! Mein Großvater ist sogar in das Heim mit eingezogen, obwohl er völlig klar ist, damit er meine Oma "nicht im Stich lässt". Meine Verwandschaft war jeden Tag da, stundenlang. Aber wenn man dann sieht, dass die eigene Oma sich wund liegt, weil die nicht in der Lage sind sie mal umzuwuchten oder im Akutfall (immer wieder Wasser in der Lunge, was bekannt war) erst 4 (!) Stunden nach dem ersten röcheln den Krankenwagen rufen, aber tatsächlich, ach so klischeehaft, an Fenster zu schmöken stehen, dann wird man definitiv sauer! Meinen Opa konnte man psychisch total vergessen und meine Familie arbeitet vollzeit, da kann man nicht rund um die Uhr da sein und trinken reichen usw.

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Und dass man hier nicht diskutieren darf, wenn man nicht in der Altenpflege gearbeitet hat ist ja wohl als Witz gemeint, oder?

Cgorneelia59


Wenn man bei der Gelegenheit gleich beim Abendessen füttert/hilft und den Angehörigen vorher und nachher zur Toilette begleitet: super Idee!

So sollte es sein. :)z Und so machen wir es auch bei unserer Mutter.

S5üntj3e


Comran

Und man muss versuchen, sich auf einen ruhigen Dialog einzulassen, damit man sich gegenseitig versteht

die Angehörigen, von denen wir hier reden, die wollen nicht reden. Die wollen ihren Frust und ihre Wut über schlechte Pflege loswerden, sie wollen nicht hören, was von uns aus geht und was nicht.

Sie reagieren ähnlich wie Choupette das hier macht. Mit Taps und Cornelia könnte ich sicher sprechen, mit Honey und Choupette nicht.

Man könnte versuchen zu erklären, dass ein Lungenödem nicht so einfach zu hören ist, schon gar nicht für die Hilfskräfte, die den Großteil des Personals in Altenheimen ausmachen und wenig medizinische Ausbildung haben, man könnte versuchen zu erklären, dass sich Menschen trotz Lagerungswechsel wundliegen, weil die Ernährung, die Grunderkrankung etc dabei eine Rolle spielen, bei einigen würde es ankommen, bei anderen nicht.

Die mit den unsinnien Forderungen, so ist zumindest meine Erfahrung, die wollen nicht hören von uns, was machbar ist und was nicht.

S(ün'tje


reiche ein "g" für unsinnige nach

EWhemaligeQr WNutz5er (#W542872)


Warum drehen stundenlang anwesende, in Vollzeit arbeitende (hä?) Verwandte die Oma eigentlich nicht mal selbst im Bett um? Wenn man das nicht kann, darf man den Pflegekräften zusehen und sich kurz anleiten lassen. Das machen die meistens mit, wenn dafür später die Arbeit erleichtert wird.

Falls das Pflegepersonal ausschließlich raucht und nichts tut, darf man sich natürlich beschweren. Aber nicht vergessen, dass sogar Pfleger theoretisch sowas wie ein Recht auf Pause haben. Und vielleicht überlegen, wie oft man selbst im Büro mal eben Rauchen, zur Toilette oder einen Kaffe holen geht.

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