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Pflegenotstand- aber bitte nicht bei meiner Mutter

Cahou;pette_FVinxnian


Meine Mutter hat in der Pflege gearbeitet, daher kenne ich den Pflegenotstand etwas.

Ihre Reaktion darauf war, dass sie sehr zügig und geordnet gearbeitet hat, sie war teilweise doppelt so schnell wie ihre Kollegen, am Ende hatte sie dann sogar etwas Zeit zum Essen anreichen oder für ein paar nette Worte.

Ich hab mal ein Pflichtpraktikum in der Altenpflege (die Härtefälle der Demenz, war ne gute Vorbereitung auf meine eigene Großmutter zu reagieren) gemacht und wenn die Angestellten dort mal einen Schritt schneller gegangen wären und nicht so viel gequatscht hätten, dann hätten sie dazu auch Zeit gefunden. Wobei ich das nicht verallgemeinern will, so läuft es sicher nicht überall.

kUarCabixna


Ich habe heute morgen um acht Uhr angefangen im Büro zu arbeiten und kam bis zur Mittagspause (die ich übrigens durchgearbeitet habe) nicht mal zum pinkeln aufs Klo. Nicht nur der Pflegebereich ist stressig.

Komisch....

Zeit hier zu schreiben hattest du heute aber... ;-)

Cvhou#pe+tte_Fi$nniaxn


Oh, einen Beitrag-Stalker hab ich auch! Ich fühle mich geehrt! Zwischen nem Klogang und ne halbe Minute einen Beitrag verfassen, während man auf den Chef wartet ist für mich aber ein Unterschied.

kuara:bixna


Je nachdem, wie und wo man seine Prioritäten setzt, nicht wahr? :-)

Cdhoupnette_|Finn)ian


Mal unabhängig davon, dass ich mit dir sicher nicht meinen Klogang ausdiskutiere, dauert er länger als 30 Sekunden und wenn mein Chef mich am Arbeitsplatz erwartet kann ich schlecht weg. Hast du auch was zum Thema beizutragen, weil irgendwie kam von dir dazu noch nichts.

Aber wenn deine Prioritäten darauf liegen meine Beiträge nach Uhrzeiten zu sortieren und dazu Kommentare abzugeben, statt was zum Thema zu schreiben... Ja dann viel Spaß, ich schreibe hier viel! ]:D

ksara,binxa


Unabhängig davon, dass ich dir nicht abnehme, einen Beitrag in 30 Sekunden zu verfassen (selbst als gelernte Bürokraft) - man muss ja auch noch im Faden mitlesen, um darauf entsprechend antworten zu können......

Mein Beitrag zu dem Thema: Wie fühlt man sich so, wenn man an seiner Arbeitsweise kritisiert wird? ;-)

EcrolxNRW


Ich hab großen Respekt gegenüber Krankenschwestern, Pflegern etc und finde es bewunderswert dass sie trotz der Umstände diese Arbeit nachgehen.

Ich finde das Verhalten vieler Patienten und Angehörige einfach nur unverschämt, selbst ein "Danke" kennen die meisten nicht.

Manche Menschen tun dann wirklich so als wäre das Pflegepersonal der neue Leibeigner obwohl allgemein bekannt ist das Pflegenotstand herrscht und die Situation sehr belastend ist für die Leute die dennoch in dieser Branche arbeiten.

Wenn man sich dann mal nicht halten kann und bei einer Forderung etwas lacht find ich es völlig legitim denn jeder normal denkende Mensch muss doch sehen wieviel Chaos auf den Stationen herrscht und wie wenig Personal da rumlungert ..

An den Pflegenotstand kann sich nur etwas ändern wenn es wirklich mal nen großen Knall gibt und die Pfleger die Arbeit niederlegen um zu zeigen was passiert wenn sie nicht da wären.

Aber das bringt man nicht übers Herz, man macht den Job ja um Menschen zu helfen.

Hab jetzt nicht soviel Erfahrung in Sachen Seniorenbetreuung aber bei jedem Besuch im KH (die Problematik ist ja beinahe auf jede Station gleich) bekommt man mit wie undankbar die Leute sich verhalten.

MFiMxaMaIus


Wenn Babys bei einer nassen Windel schreien, wird ja auch reagiert (auch in der Gruppe wo viele Kinder sind), bei alten Leuten wird es ignoriert, wenn die Vorlage nass ist und die sich untenrum was wegholen. Entweder sie können sich nicht mehr beschweren, was superpraktisch ist, oder sie werden ignoriert und sind eh nur alte Meckertanten.

Unfassbar, was du hier so global unterstellst :-o

Djesp@erxo


Vielleicht ist es besser sich einen anderen Job zu suchen?! Und das meine ich keineswegs aus Sicht des Angehörigen. Wenn man sich zur Maschine degradiert fühlt, sollte man sich überlegen, ob man nicht etwas ganz anderes machen will, denn den AG zu wechseln hilft ja wahrscheinlich nicht viel.

Dann hätten wir wirklich ein Problem, da wir dann alle kündigen würden. Ich habe seit Ende meiner Ausbildung nicht mehr auf Station gearbeitet und würde es auch nie wieder tun. Für die Pflegekräfte, die sich das noch tagtäglich antun, mein tiefster Respekt. *:)

Zum Thema Angehörige: Bin selbst mal an eine nette Dame geraten, die mich im Spätdienst vor allen anderen bloß stellte, nur weil ihr Mann ihr den Rücken waschen musste. Die Erklärung, dass nur ich (Azubi) und eine Vollkraft für 40 Patienten da sind und der Frühdienst sie morgen vor der OP unter die Dusche stellt hat sie vollkommen ignoriert. Ich bin auch nur ein Mensch und behandle jeden höflich und mit Respekt. Und freue mich auf solche Patienten. ]:D

Junge Patienten die keine Gehbehinderung haben und nach einer Wasserflasche klingeln, Bett höher stellen oder das Fenster aufhaben möchten, war keine Seltenheit. Und ja, eine Bürokraft sieht nicht unsere Arbeit. Der Vergleich hinkt, anderer Job, andere Tätigkeiten, anderer Stress bedeutet das kein Vergleich möglich ist. :=o

Cyhou\petted_Finnixan


Dann hätten wir wirklich ein Problem, da wir dann alle kündigen würden.

Nö, dann würde was passieren.

Der Vergleich hinkt, anderer Job, andere Tätigkeiten, anderer Stress bedeutet das kein Vergleich möglich ist.

Jah, ihr seid sicher die Elite des Stresses. Keiner arbeitet so hart wie ihr und Undank ist der Lohn dafür. Schnarch. Komisch, dass das quasi fast jeder so empfindet. (Nö, ich nicht, ich denke es gibt Leute, die weit mehr Stress haben. Und ich denke es gibt Leute, die sich gerne gestresst sehen.)

Sgüntxje


Choupette, ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, wenn ich auf deine Beiträge nicht mehr eingehe, aber dazu habe ich keine Lust.

Bellagia,

Ihre Reaktion darauf war, dass sie sehr zügig und geordnet gearbeitet hat, sie war teilweise doppelt so schnell wie ihre Kollegen, am Ende hatte sie dann sogar etwas Zeit zum Essen anreichen oder für ein paar nette Worte.

Das finde ich sehr bewundernswert, wenn man das kann. Auf meiner Station ist das durchaus schwierig, da denkt man, man ist gut dabei, dann fällt einer aus dem Bett und schwupp ist der schöne Plan hinüber.

Aber es gibt natürlich sehr unterschiedliche Arbeitsweisen, ich habe auch eine Kollegin, die ist so schnell, aber die Patienten mögen sie nicht besonders, die haben es meist etwas individueller lieber.

Wir versuchen im Team auch uns zu ergänzen, was dem einen schnell von der Hand geht, dauert dem anderen vielleicht länger und umgekehrt gibt es dann auch mal Arbeit zu tauschen.

Das ändert aber nichts am Grundproblem.

LinkeSocke,

das ist ja aber auch ein, wie soll ich sagen, vernünftiges oder berechtigtes Anliegen, duschen und Haare waschen, das versuchen wir nach Kräften auch 2x pro Woche.

Aber wer damit am WE kommt, dem wird das abgeschlagen und oft fehlt auch da das Verständnis.

Clairet

Ich kann mir vorstellen, dass die Leute das sehr wohl mitbekommen und einige deshalb erst recht auf Krawall gebürstet sind, weil sie auf keinen Fall wollen, dass ihre eigenen Angehörigen darunter zu leiden haben. Statt Verständnis kommt bei manchen eher Egoismus zum Vorschein.

ich glaub, da ist viel wahres dran.

Wie oft hab ich hier im Forum schon gelesen: "da muss man den Pflegern auf die Finger gucken, sonst wird es nicht gemacht", vielleicht ist es tatsächlich gerade auch bei den durchaus Informierten die Konsequenz.

Ich habe es jetzt nicht zur Hand, wie das mit dem Stellenabbau in der Pflege statistisch aussieht, ich googel danach, aber die Mehrbelastung bilden wir uns ja nicht ein.

Ich mache diese Arbeit seit fast 30 Jahren (ich glaube 7 Jahre im Beruf ist in der Pflege normal?) und kann beurteilen, wie Pflegestellen abgebaut werden bei gleichzeitig höherem Arbeitsaufkommen

C`ornelxia59


Aber es gibt natürlich sehr unterschiedliche Arbeitsweisen, ich habe auch eine Kollegin, die ist so schnell, aber die Patienten mögen sie nicht besonders, die haben es meist etwas individueller lieber.

Im Heim meiner Mutter gibt es auch so einen Pfleger. Meist kümmert er sich Montags um ihre Dusche, und sie haßt es wie die Pest, weil sie immer das Gefühl hat, daß er sie total hetzt.

Er mag schneller sein als die anderen, aber das macht ihn nicht unbedingt beliebter.

Oura.ngeCbanyoxn


Was ist volle Leistung?

Volle Leistung ist für mich, es dem Menschen, der und dessen Angehörige viel Geld für die Pflege zahlen, es zu ermöglichen in WÜRDE zu altern.

Meine Großmutter ist in Pflegestufe 4 (ich weiss nicht ob sich Deutschland und Österreich da decken, bei uns sind das 160 Stunden Pflegeaufwand/Monat). Sie kann nicht mehr alleine gehen und braucht somit Hilfe ins Badezimmer zu kommen um sich zu waschen.

Was ich erwarte? Ich erwarte, dass man sie regelmäßig ins Badezimmer bringt, dafür sorgt, dass sie genügend zu essen und zu trinken hat und auch darauf geachtet wird, dass sie genügend isst und trinkt. Ich erwarte, dass es auffällt und man einschreitet, wenn sie 10kg Gewicht in 4 Wochen verliert, komplett dehydriert ist, mein Vater die Rettung rufen muss und sie 6 Wochen im Krankenhaus landet, weil man sich um oben genannte Dinge nicht kümmert. Ich erwarte auch, dass man sie nicht 2 Stunden nackt in der Dusche sitzen lässt, weil man einfach auf Sie vergessen hat. Und zu guter Letzt erwarte ich, dass Ihr Zustand, sofern es altersbedingt möglich ist, stabil bleibt und sich nicht durch fehlende Sorgfalt, fahrlässiges Handeln, Ignoranz oder Personalmangel verschlechtert.

Ich erwarte NICHT, dass man sie rund um die Uhr betüdelt und ihr Gute Nacht Geschichten vorliest, aber ein würdevolles Altern, dass erwarte ich mir sehr wohl um diesen Preis.

D\espxero


Du hast mich missverstanden. Man kann keine verschiedenen Berufsgruppen miteinander vergleichen. Ich kann nicht einmal meine beiden Jobs miteinander vergleichen und das obwohl sie beide eine med. Ausbildung verlangen. Es war auch nie Thema ob dein Job der stressigste ist oder nicht.

Stress ist relativ. Eine PK-Blutabnahme die strenge Abnahmezeiten besitzt auf die Minute stresst mich mehr als ein Notkaiserschnitt.

Es amüsiert mich aber, dass du mir erzählst wie es in der Pflege abläuft. Bitte nicht als glauben was Schwester Stephanie dir erzählt. ]:D

b2ellFagixa


Nur damit das hier nicht mies geredet wird. Meine Mutter war sehr beliebt bei den Bewohnern. Sie arbeitete zwar zügig und effektiv, aber hetzte nicht.

Sie sparte Zeit ein beim Kollegensmalltalk, traf zielsicher Entscheidungen und hängte im Notfall auch eine halbe Stunde dran. Sie liebte den Beruf von ganzem Herzen.

Die Kinder waren gross, so dass sie keinen Familienstress hatte. Sie hatte mit meinem Vater lange gerungen, diese Ausbildung zu machen. Es war einfach ihr ein und alles. Ich glaube alles klappt besser, wenn man es mit Freude tut.

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