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Angehörige bringt sich und uns in Gefahr - ich werde wütend!

PGink:LadyA\pfel hat die Diskussion gestartet


Ich pflege in meinem Haushalt eine Angehörige (Schwimu), die aus verschiedenen Gründen nicht mehr allein wohnen kann. (Dialyse, Herzinfarkt, Angina Pectoris etc.)

Gleich vorab: Für die körperlichen Beschwerden kann sie nichts (naja, für die Dialyse doch, aber darum geht es nicht). Aber für ihre Unachtsamkeit, mit der sie sich und mich und meine Familie in Gefahr bringt sehr wohl und langsam werde ich richtig zornig und weiß mir nicht mehr zu helfen.

Sie ist (man verachte mich dafür, aber das ist die Wahrheit) nicht besonders intelligent und kann oft 1 und 1 nicht zusammen zählen. (Wurde mir auch von ihrem Arzt schon so gesagt). Das ist aber nicht das Problem, man kann sich mit der Zeit darauf einstellen und anders mit einem Menschen agieren, dessen Horizont nicht so weit ist. (Nicht von oben herab sondern eben mit ein wenig mehr Einfühlungsvermögen, so dass sich der Mensch nicht doof fühlt und trotzdem alles verstehen kann.)

Was mich aber wahnsinnig macht ist ihre Unaufmerksamkeit. Wir hatten schon oft das Problem, dass ich ihr etwas gesagt habe (z.B. dass ihr Fahrdienst heute früher kommt) und sie hört aber lieber nicht zu, bewundert ihre Fingernägel und schaut sonstwo hin). Auch damit komm ich noch klar.

Jetzt ist es aber so, dass ihre Unaufmerksamkeit richtig ärgerlich wird.

Fall 1: Wir haben den Katzennapf für meine 3 Senioren neulich im Raum stehen gehabt, weil die Jungs Hühnerherzen bekamen und wir zuschauen wollten, wie sie mampfen. Sie saß auch dabei und amüsierte sich über das Geschmatze. Sie wusste 100 Prozent dass da der Napf steht, sie hat sich noch die Herzen angeschaut und fands lustig. Dann steht sie auf, guckt beim laufen in den Spiegel und fällt über den Napf.

Folge: Sie schlägt mit dem Kopf an die Heizung, hat zwei Platzwunden am Kopf, die Rettung muss kommen und sie hat ne Gehirnerschütterung.

Möglich wäre aber auch gewesen, dass sie auf eine meiner Katzen fällt (einer blind, einer dement, der andere auch schon älter). Den Katzen hätte sonstwas passieren können.

Ich gestehe dass ich in dem Moment einfach nur wütend war und ihr am liebsten eine geknallt hätte, mein Mitgefühl war einfach nicht vorhanden, denn sie ist nur gefallen, weil sie einfach nicht nachdenkt und nicht guckt wo sie hinrennt.

Fall 2:

Gestern war sie bei Rewe, hatte meinen Haustürschlüssel dabei. Heute suche ich meinen Schlüssel und wo ist er? Er steckte die ganze Nacht von außen an der Tür. Das kann doch nicht wahr sein! Da hätte jeder heute Nacht reinkommen können oder mir den Schlüssel klauen können!!! Kellerschlüssel war auch dran, jeder Arsch hätte mir den Keller ausräumen können.

Es regt mich einfach nur noch auf.

Das Problem ist ja nicht, dass sie kognitiv zu blöd ist diese einfachen Sachen zu begreifen. Sie ist zwar nicht die hellste, aber ich würde schonmal sagen, dass sie auf dem geistigen Niveau eines zehnjährigen ist, ohne dabei das Grundschulwissen zu haben. Sowas kann und darf nicht passieren.

Fall 3: Ich habe mir ein Produkt fürs Badezimmer gekauft was aus medizinischen Gründen erforderlich war. Ich bin da etwas eigen und möchte nicht, dass jemand anderes das benutzt. Also schrieb ich in groß und rot meinen Namen drauf und klebte es mit etwas Klebeband zu. Was war am nächsten Tag? Sie riss es auf und benutzte es trotzdem... Drauf angesprochen erzählte sie mir erst, dass sie das "nicht absichtlich" gemacht hätte, gab dann aber zu, das Produkt bewusst verwendet zu haben und entschuldigte sich.

Sie entschuldigt sich grundsätzlich immer für alles, aber das Wort "Entschuldigung" ist kein Allerheilmittel, wenn sie trotzdem nichts ändern und durch die Welt läuft wie Hans Guck in die Luft.

Mir ist aufgefallen, dass ich seit Wochen Träume mit Gewaltfantasien ihr gegenüber habe. Ich schlage sie im Traum oder trete sie oder schreie sie an. Nie so sehr dass etwas ernstes passiert, aber ich nehme meine Wut mit ins Bett und das macht mir Sorgen.

Ich weiß einfach nicht was ich machen soll, wie ich ihr beibringen soll, dass sie einfach mehr auf ihre Umgebung achten muss. Wenn das krankheitsbedingt wäre, hätte ich mehr verständnis, aber ich habe nur noch Wut bei Leuten, die aus Unachtsamkeit ihre Mitmenschen in Gefahr bringen.

Antworten
Mdadame nCIhaZrentoxn


pflegst du sie allein? immerhin ist sie deine Schwiegermutter - wo ist dein Mann? wo sind seine Geschwister wenn er welche hat?

jedenfalls geht es so nicht weiter denn irgendwann wirst du vermutlich an den Punkt kommen an dem du nicht mehr kannst, deine Schwiegermutter bräuchte eine 24-Stunden Betreuung, habt ihr schonmal überlegt sie in ein Heim oder betreutes Wohnen zu geben?

P#inkL(adyApxfel


pflegst du sie allein? immerhin ist sie deine Schwiegermutter - wo ist dein Mann? wo sind seine Geschwister wenn er welche hat?

Mein Mann ist natürlich auch hier, aber er ist tagsüber arbeiten und bekommt daher erst Abends/Nachts die Problematiken mit.

Das mit dem Heim habe ich natürlich auch schon überlegt, aber wie ist sowas finanziell überhaupt stemmbar? Sie ist überschuldet, hat Eidesstattliche Versicherungen abgegeben und ich bin bei sowas einfach vollkommen ratlos und weiß gar nicht, ob das funktioniert.

Geschwister gibt es, auch von ihr (66) noch, aber keiner möchte mit ihr etwas zu tun haben, weil sie auch nicht immer die netteste zu ihren Verwandten war.

Smtuhlxbeixn


Ich weiß einfach nicht was ich machen soll, wie ich ihr beibringen soll, dass sie einfach mehr auf ihre Umgebung achten muss.

Na, offensichtlich kann sie das nicht. Oder meinst du, es macht ihr Spaß, sich den Kopf an der Heizung zu stoßen? Aber die Hauptsache für dich ist, dass den Katzen nichts passiert ist?! :|N

nwimu1ex88


Das mit den Katzen finde ich nun auch... Eigenartig, dass du das gegen sie als Argument anbringst. Du sagst selbst, sie ist nicht die intelligenteste - meinst du, das macht sie absichtlich? Sie hat sich immerhin dabei verletzt..

ddan3ae87


War sie schon immer so oder hast du das Gefühl das es in letzter Zeit schlimmer wird? Vielleicht ist sie dement und vergisst eben so langsam alles was sonst im Kurzzeitgedächtnis gelagert wäre.

Du brauchst in jedem Fall Entlastung, vielleicht ginge ja eine Tagespflege? Das ist finanziell weniger belastend als eine Heimunterbringung und du hast doch mehr Raum für dich.

Hkyp5erixon


Vielleicht mal zur Demenzabklärung beim Facharzt vorstellen.

c/laAirext


Das klingt schon ein wenig so, als ob sie mental nicht mehr ganz auf der Höhe ist. Vielleicht war sie schon immer unaufmerksam und schusselig, aber mit Alter und Krankheit wird das natürlich nicht besser. Ich glaube mit reden kommst du da nicht weiter. Sie kann einfach nicht anders.

Deine Träume würde ich schon als Warnzeichen sehen. Sie ist erst 66. Wie lange kannst du diese Situation noch aushalten, besonders mit der Aussicht, dass es eher schlimmer als besser wird? Dein Mann sollte sich mal über andere Optionen informieren.

M;o[nik&ax65


Bei Dialysepatienten sind Gedächtnisprobleme und überhaupt die Gehirnleistung häufig beeinträchtigt. Ich muss mich schon wundern, denn das, was du da aufgezählt hast, sind an sich echt Kleinigkeiten. Katzenschüsseln stellt man auch so auf, dass wirklich niemand drüber stolpern kann, da habt ihr fahrlässig und unaufmerksam gehandelt.

aIuttumno-l:ike


In einem Seniorenheim würde es deiner Schwiegermutter eindeutig besser gehen.

Das mit den Katzennäpfen ist übertrieben. Bei uns stehen sie in der Nähe der Eckbank und uns ist es auch schon passiert, dass wir beim Aufstehen nicht mehr daran gedacht haben. Deine Schwiegermutter war in Gedanken und hat nicht mehr an den Napf gedacht, aber deswegen gleich auszurasten. Sei froh, dass ihr nicht mehr passiert ist.

Die Geschichte mit dem Haustürschlüssel ist meiner Mutter auch schon passiert. Dann siehst du eben künftig abends noch einmal nach der Haustür.

Und was das Entschuldigen betrifft: Ich habe eine Kollegin, welche zuerst nicht weiß, wie sie es handhaben soll und wenn ich ihr dann die Lösung sage, sagt sie generell, so hätte sie es auch gemacht. Auch bei ihr gehört das zum Alltag und sie wird sich nie ändern.

Ich hatte auch einen Pflegefall, aber ich hatte ihn gern und liebevoll gepflegt. Es gibt schwierige Menschen, aber diese würde ich nie pflegen.

HUappy 0BanAana


Ich würde auch vorschlagen das da mal auf Alzheimer und Demenz getestet werden sollte. Ich habe den Eindruck du kommst überhaupt nicht damit klar das sie sie so massiv verwirrt ist.

s chTneck6eN1985


Wenn ich darüber nachdenke, was ich alles so verbocke / verbummle / versaue, dann müsste man auf mich auch eintreten.

Meiner Meinung nach bist du mit der Pflege massiv überfordert (übrigens ist Gewalt gegen alte Menschen / Pflegebedürftige recht häufig) und deshalb bringen dich solche Kleinigkeiten (ja, für mich sind das Kleinigkeiten) so massiv auf die Palme.

ad 1) Du machst dir also mehr Sorgen um die Katzen, als um deine Schwimu? Außerdem: Ich stolpere / falle dauernd über verschiedene Dinge. Egal, wie sehr ich mich anstrenge, ich bin halt ein Bruchpilot.

ad 2) Schlüsselchaos ist nichts ungewöhnliches. Mir in der Form zwar noch nicht selber passiert, aber wie oft sperren sich Leute selbst aus dem Haus / Auto aus, wie oft gehen Schlüssel verloren oder verschwinden. Auch in dem Punkt reagierst du deutlich über, denn de Fakto ist nichts passiert.

ad 3) Ärgerlich, aber auch nichts, was mich jetzt zur besinnungslosen Wut treiben würde. In einer Familie oder generell im Zusammenleben mit Anderen (z.B. WG) passieren solche Dinge doch seeeehr häufig. Auch hier frage ich mich: Was ist in deiner Psyche los, dass dich so eine Kleinigkeit so in die aggressive Ecke drängt?


Ich kann wirklich verstehen, dass einen pflegebedürftige Menschen in den Wahnsinn treiben können. Aber sie können nichts für die Gefühle, die in uns wüten. Für unsere Balance sind wir - jeder von uns - individuell verantwortlich.

Bei meiner Oma hat sich die Situation entspannt, als mit den anderen Angehörigen ein Tag in der Woche vereinbart wurde, wo sich die mal den ganzen Tag gekümmert haben. Das ist zwar nicht viel Freiraum, aber es ist Gold wert. Das muss ja jetzt nicht über Verwandte laufen, da gibt es sicher auch pflegedienstliche Angebote. Ich glaube, du brauchst einfach hin und wieder Freiräume und eine Abklärung darüber, wie es in den nächsten Jahren / Jahrzehnten weiter gehen soll.

C_houpet/te_Finxnian


Wir hatten auch so einen Fall in der Familie. Schau, dass du Entlastung bekommst und zwar dringend. :-)

Ich kann deine Gefühle verstehen. Sie wird es sicher nicht absichtlich machen, aber irgendwann macht einen diese Sorglosigkeit wütend, vor allem wenn man selber derjenige ist, der den Ärger dann damit hat und den Kram aufräumen muss, putzen muss, sich mit dem Krankenhaus rumschlagen usw. In der Menge kann das sehr zermürbend sein.

Es gibt vom Caritas oder anderen Einrichtungen Veranstaltungen, die holen die Angehörigen morgens ab und bringen sie nachmittags wieder, zwischendrin spielen sie mit den älteren Leuten, singen, oder lassen sie einfach nur quatschen. Das ganze kannst du dann auch selber einteilen und schauen, wie oft sie dort hingeht bzw. es vielleicht mit ihr ehrlich besprechen. (Ohne die Fantasien zu erwähnen. ;-) ) Schau doch mal nach sowas in eurer Nähe.

JOuli-rS<onxne_


Gibt es Hilfe innerhalb der Familie? Könntet ihr euch abwechseln? Anders geht das nicht mehr. Oder könnt ihr einen Pflegedienst bestellen, der sich um sie kümmert?

Wurde sie gründlich untersucht, um Krankheiten auszuschließen?

a.utuxm`n-like


Sie hat geschrieben, dass sie schon immer nicht die Netteste war. Meine Mutter würde ich nie pflegen. Als meine Mutter den Schlüssel über Nacht stecken ließ, fand ich es auch nicht so toll. Mit Abstand sieht man es anders, viel lockerer.

Solche Veranstaltungen, bei denen die Angehörigen abgeholt werden, gab es bei uns leider nicht.

Und ich weiß was meine Mutter damals mit ihrer Schwiegermutter mitgemacht hat, bei der Pflege. Auch meine Oma war früher ein Drachen und blieb es ;-) Zum Glück war meine andere Oma das genaue Gegenteil.

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