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Spricht man über den Tod?!?

a2utumnx-lixke


Gestern Abend hatte ich einen ersten Eindruck davon was mich in nächster Zeit erwarten wird, da hatte er einen Schwächeanfall auf dem Klostuhl. Es ging nichts mehr, er hatte die Augen weit aufgerissen und stammelte mehrmals ganz leise und heiser "ich bin sowieso schon tot". Ich dachte in dem Moment es geht hier nicht um Wochen oder Monate sondern höchstens noch um Tage. Ich war drauf und dran einen Notarzt zu rufen, aber nach ein paar Minuten im Bett ging es wieder.**

Kommt mir bekannt vor. Wir waren damals auch schockiert, aber mein Schwiegervater hat danach noch 5 Jahre gelebt, obwohl der Hausarzt meinte, dass es eben das Endstadium sei. Wir haben damals den Hausarzt gewechselt.

Es ist verständlich, dass sich jetzt all deine Gedanken um deinen Vater und um deinen Hund drehen. Mir ging es nicht anders, als ich vor 2 Jahren meinen Hund verloren habe. Der Tod war zwar eine Erlösung, aber trotzdem viel mir der Abschied schwer. Man ist neben der Spur.

Was ich dir raten kann. Versuche einen Ausgleich zu finden. Es ist längst nicht so schön ohne Hund spazierenzugehen, aber mir z.B. hilft es den Kopf freizubekommen. Tut einfach gut. Ich habe damals bei meinem Schwiegervater funktioniert, hinzu kam dann noch damals die Arbeit mit zig Überstunden, meine schwierige Mutter etc. Als mein Schwiegervater krank war, habe ich das alles gut weggesteckt, bin über mich hinausgewachsen. Allerdings kam mein gesundheitlicher Zusammenbruch 2 Jahre nach seinem Tod, zudem starb dann noch mein Vater. Versuche Freunde zu treffen, einen Stadtbummel zu machen, Spaziergänge etc.

Die Chemo ist vom Tisch, also auch die Bronchoskopie. Es kommt auf den Zustand an. Mein Vater hatte die Bronchoskopie damals sehr gut verkraftet. Aber ihm ging es zu diesem Zeitpunkt auch gut.

Ich weiß nur zu gut, dass man sich in so einer Situation schlecht ablenken kann. Als meine Schwiegermutter ALS bekam war das ebenso. Man lernt damit zu leben, will dem Kranken helfen. Man fühlt sich aber auch hilflos, weil man die Krankheit nicht besiegen kann.

Genieße die Zeit mit deinem Vater, gehe mit ihm spazieren etc. Aber schau auch auf dich. Wegen der Pflege, hole dir Hilfe von der ambulanten Krankenpflege oder frage in einem Hospiz nach. Mir war das Hospiz telefonisch eine große Hilfe. Wir hatten ihn vorgemerkt. Wie ist dein Hausarzt? Mit dem Hausarzt konnte ich sehr gut darüber reden. Er war mir eine große Hilfe. Ohne ihn wäre er auch nie auf die Palliativstation gekommen. Es gab auch zwei Ärzte in der Klinik, welche ehrlich mit mir redeten.

aYutumIn-lxike


viel - streiche ein v und ergänze durch ein f ;-)

Tkaxps


Im Moment wäre ich offen dafür, ein paar Tipps wie man mit der Situation am besten umgeht und jemand der Zuhört.

Ob beim langsamen Sterben meiner Schwiegereltern, als auch jetzt beim geistigen Verfall meiner Mutter, das alles kenne ich nur zu gut.

Gutgemeinte Ratschläge der lieben Verwandt- und Bekanntschaft bringen einen meist nicht weiter (wer will sich schon wirklich in die Situation rein versetzen) und auf Allgemeinplätze kann man gut verzichten. Bei jedem sinnlosen banalen Gelaber meiner Mitmenschen habe ich irgendwann nur noch abgeschaltet. Und wenn "das Ganze" dann länger dauert, interessiert es auf gut deutsch keine Sau mehr. Man fühlt sich einfach im Stich gelassen.

Ich habe mich irgendwann lieber stundenlang durch das Internet "gewühlt", als mein Umfeld auch nur mit einem Wort zu behelligen. Apropos Internet, manchmal hilft es, seinen ganzen Frust, seine Gedanken einfach nur in Worte zu fassen.

Du kannst also einfach hier weiterschreiben.

Alleine durch den Wald laufen ist nicht so mein Ding, ich bin Single. Aber es stimmt, ich sollte mir da mal für Abwechslung was einfallen lassen.

Ich bin kein Single, aber mein Mann hat es im Gegensatz zu mir nicht so mit dem Spazierengehen. Selbst im Urlaub walke, laufe, gehe ich stundenlang allein durch die Natur. Na und, man trifft viele, die auch allein unterwegs sind. Davon abgesehen, brauche ich beim Joggen sowieso mein eigenes Tempo. Wie schon TestARHP schrieb, mir hilft das auch, um runter zu kommen.

Lichte Augenblicke hat meine Mutter so gut wie gar keine mehr und meist bin ich von ihrem enthemmten Verhalten (früher hat sie uns Kinder nicht mal umarmt) nur noch peinlich berührt. Nach den Besuchen bei ihr kann ich nur noch mit einem fesselnden Buch wirklich abschalten.

Und ich gebe es zu, die Besuche sind (aus Selbstschutz?) seltener geworden.

Crossie, wenn Du Auszeiten brauchst, tu was für dich und wenn das nur ganz kurze Augenblicke sind (was Leckeres essen, ein Kleidungsstück, ein Buch, ein Film…) Tu einfach, wo dir gerade der Sinn nach steht und wenn es dir noch so banal erscheint. Auch das kann helfen, um aufzutanken.

Das stimmt, viele können nicht über den Tod sprechen. Ich verstehe das gar nicht

Jeder geht mit dem Thema nun mal anders um. Mit meinem Mann kann ich da auch nicht drüber sprechen, er wiegelt dann ab, wechselt das Thema, steckt den Kopf in den Sand. Er hat auch mit Gesundheitsthemen überhaupt nichts am Hut. Mit unseren Kindern kann ich da schon eher Gespräche führen. Mit unserer Ältesten habe ich neulich erst über meine Wünsche (auch zum Thema Beerdigung) debattiert. Irgendwann (ich hoffe demnächst, mein Mann scheut sich da über Details auch nur nachzudenken) steht das Thema Vollmachten an, aber ihn brauche ich da gar nicht einzusetzen.

aFutu5mmn-likxe


Mit meinem Exmann konnte ich mich damals auch nicht darüber unterhalten bzw. damals war er noch mein Mann. Als mein Schwiegervater am Ende Wochen in der Klinik war, war mein Freund für mich da. Es tat gut, wenn er mich z.B. vor der Intensiv in den Arm nahm. Was allerdings Vollmachten betrifft, setze ich hier lieber meine Tochter ein, weil ich weiß, dass sie kämpfen wird. Mein Freund hat mit den Ärzten noch keine Erfahrung gemacht und vertraut ihnen blind.

c(rossxie


Ursina

Bei diesen Worten konnte ich nur zustimmend nicken. In der Phase, in der du gerade steckst, ist es wirklich schwierig mit der Oberflächlichkeit der anderen zurecht zu kommen. Mich hat das jeweils richtig in Rage gebracht, ich wusste fast nicht wohin mit meiner Wut, wenn ich jemandem erzählte, dass mein Partner nur noch einige Monate zu leben hat und der andere keine paar Minuten später von irgendwas wirklich Banalem erzählte. Ich denke, es ist auch eine Schutzfunktion der Menschen; sie möchten nichts mit dem Tod zu tun haben, haben Angst vor einem offenen Gespräch, wissen nicht wie sie reagieren sollen etc.

damit hast du das Verhalten gut beschrieben, in Rage bringt es mich aber nicht, ich bin nur enttäuscht. In solchen Momenten nimmt man sich selbst mal zurück, halte ich für ganz normal. Über den Tod brauche ich gar nicht zu reden, mein Vater lebt, mir geht es um die Belastung damit umzugehen. Selbst wenn mal einer käme und würd sagen ich hol dich für 2 Stunden da raus wäre das schon ein Zeichen das sie sich Gedanken machen. Ich werde mir das merken, aber was ist das für ein kranker Kreislauf.

Ich denke über mein Umfeld seit einiger Zeit verstärkt nach.

Das ist aber immer sehr individuell, die einen möchten darüber reden, die andren nicht.

mein Vater scheint es zu verdrängen. Ich habe mal gelesen "Altersforschung: Schwindender Geruchssinn kann Tod voraussagen" und die letzten Tage sagt er mir zu jedem essen das ich wie gewohnt koche es würde ihm nicht schmecken, da gehen mir gleich die schlimmsten Gedanken durch den Kopf. Der Arzt im KH sagte mir ich solle über eine Magensonde nachdenken, dass würde ihm und mir das Leben vereinfachen, habe ich abgelehnt. Da ich jetzt alle paar Minuten zu ihm gehe um ihn zum trinken und essen zu ermuntern nennt mich mein Vater schon Geier %-|

Weiter oben hast du noch gefragt, wie das Erlebte uns verändert hat. Ich habe die Kontakte mit oberflächlichen Leuten eingestellt. Zudem kann ich mich besser abgrenzen, auch mal wirklich das machen, was ich möchte. Kleinere Unpässlichkeiten des Lebens bringen mich nicht mehr aus der Ruhe; d.h. ich bin gelassener geworden, dafür habe ich bei mir eine erhöhte Angst vor Krebs festgestellt. %-|

Wie geht man mit so einer Angst um? Kann man doch nur verdrängen, sonst macht einen doch jedes Beulchen am Körper und jeder Altersfleck der irgendwo auftaucht verrückt, oder?

@:)

Comran

Es mag jetzt hart klingen, was ich schreibe, aber ich meine es wirklich so: wenn dein Vater wirklich mal zusammenbricht und du merkst, dass er wirklich stirbt, bleibe diese Momente einfach an seiner Seite. Lass ihn dann in Frieden gehen und quäle ihn nicht mit Reanimation o.ä..

klingt nicht hart Comran, ich bin sogar ganz bei dir. Nachdem ich ihn jetzt schon so lange pflege ist die Verbindung zwischen uns so eng geworden das ich hoffe ich kann den richtigen Moment loszulassen dann auch erkennen.

Gestern Morgen habe ich die Rolläden bei ihm hochgezogen da machte er die Augen auf, erzählte mir ein Witz von Tünnes und Schäl und schlief danach gleich weiter. Abends hat er mir erzählt das Berlin Probleme mit Wildschweinen hat, hat er im TV gesehen, fand er ulkig.

Der Arzt sagte mir es könne sein das er in nächster Zeit durcheinander wird, vermutlich kommen dann die Signale die einen das spüren lassen.

@:)

Chevylady & Juli-Sonne_

klar akzeptiere ich seine wünsche, aber werde ihn trotzdem auch weiterhin noch fordern. Heute steht Haare waschen auf dem Programm, das war vor dem KH zum letzten mal. Habe ich ihm vorhin gesagt, das passt ihm gar nicht.

@:)

TestARHP

Letztes Jahr ist mein Schwiegervater verstorben und seine Freunde und viele von unseren Bekannten, die ihn aus gesunden Tagen auch gut kannten, sind angesichts seines schrecklichen Zustandes in hellen Scharen geflüchtet. Somit hatten wir nur einander zum Reden.

"man sieht sich im Leben immer zweimal" das war gerade mein erster Gedanke dazu

Uns wär vermutlich der Kragen geplatzt, wenn uns da noch jemand vom Gebärmutterhalskrebs des Meerschweinchens vorgejammert hätte ]:D

ich versuche dann zu flüchten, ich mag dafür keine Kraft aufbringen. Man hat das Gefühl sie ertragen es nicht wenn es jemand anderem mal schlechter geht. Wenn es dir gut geht muss es ihnen besser gehen, wenn du Urlaub auf Mallorca machst müssen sie mindestens Übersee gemacht haben, wenn es dir schlecht geht muss es ihnen schlechter gehen...

Das fremde Menschen (ihr) mehr Empathie aufbringt als die die einem nahe stehen ist für mich suspekt.

Dass dein Hund nun am 2. eingeschläfert wurde, tut mir total leid, ich musste auch schon mal einen Hund wegbringen und weiss, dass das keine leichte Sache ist. Und ausgerechnet jetzt ist es wirklich total unpassend, lass dich mal drücken :)_

danke dir. Pedro habe ich im Garten beerdigt. Wenn ich Abends vom PC aufstehe passe ich immer noch auf das ich nicht über ihn falle, er lag immer da wo ich war. Früher habe ich immer gesagt Tier ist Tier, aber durch die Situation hier habe ich mich emotional so auf ihn eingelassen das es mich wirklich extrem getroffen hat. [[https://www.flickr.com/photos/crossiecoco/21298952533/in/dateposted/ Hier]] habe ich versucht es ein bisschen zu verarbeiten.

Das ist auch was mir normalerweise Spaß macht, aber im Moment bin ich total unkreativ.

Voraussetzung ist leider, dass ein Arzt feststellt, dass der/die Betreute nur noch ca. 3 Monate hat.

Das ist dann die Voraussetzung für eine Hospizanmeldung.

wusste ich nicht.

Ich habe am 5.11 einen Termin mit seiner Ärztin gemacht, dann werde ich zuerst mal mit ihr besprechen wie sie uns begleiten kann. In drei Wochen kommt eine Frau vom Pflegedienst um seinen Katheter zu wechseln, mit ihr werde ich dann auch reden was sie diesbezüglich für Angebote haben. Ich habe auch gelesen das ein KH hier eine Palliativ Zuhause Betreuung anbietet, falls ich nicht klar komme werde ich auch das versuchen. Bin nicht untätig und werde auch Hilfe annehmen.

Aber wenn du dich mal über das alles aussprechen möchtest, dann kannst du uns hier alles schreiben, was dir auf der Seele liegt, wir antworten dir :)z :)* :)* :)*

ich habe von dem schreiben mit euch schon einige Gedanken mitgenommen.

@:)

c8roBssiDe


autumn-like

Kommt mir bekannt vor. Wir waren damals auch schockiert, aber mein Schwiegervater hat danach noch 5 Jahre gelebt, obwohl der Hausarzt meinte, dass es eben das Endstadium sei. Wir haben damals den Hausarzt gewechselt.

5Jahre in der ständigen Angst leben, da hat sich der Arzt aber wirklich eine totale Fehleinschätzung geleistet. Ich habe eine Freundin mit der seltenen Krankheit Primär biliäre Zirrhose, zu ihr sagte der Hausarzt es könne noch eine weile gut gehen, es könne aber auch ganz schnell gehen. Mit dem Satz stand sie heulend vor mir. Ich habe Nächtelang die Krankheit studiert um ihr die Ängste nehmen zu können das sie bald sterben muss und habe sie in eine Uni-Klinik geschickt wo sie seitdem betreut wird. Ich glaube ihr Arzt wusste nicht worüber er spricht und hatte anscheinend ein Problem damit zuzugeben das er Pbc nicht kannte, dass ist auch schon Arroganz finde ich. Ist vielleicht eine Erklärung.

Was ich dir raten kann. Versuche einen Ausgleich zu finden. Es ist längst nicht so schön ohne Hund spazierenzugehen, aber mir z.B. hilft es den Kopf freizubekommen. Tut einfach gut. Ich habe damals bei meinem Schwiegervater funktioniert, hinzu kam dann noch damals die Arbeit mit zig Überstunden, meine schwierige Mutter etc. Als mein Schwiegervater krank war, habe ich das alles gut weggesteckt, bin über mich hinausgewachsen. Allerdings kam mein gesundheitlicher Zusammenbruch 2 Jahre nach seinem Tod, zudem starb dann noch mein Vater. Versuche Freunde zu treffen, einen Stadtbummel zu machen, Spaziergänge etc.

das war auch sehr viel zu ertragen für dich in so kurzer Zeit :)_ Ich grübele schon ständig wegen euch was ich mal verrücktes Anstellen kann ;-D

Mir war das Hospiz telefonisch eine große Hilfe. Wir hatten ihn vorgemerkt. Wie ist dein Hausarzt? Mit dem Hausarzt konnte ich sehr gut darüber reden. Er war mir eine große Hilfe. Ohne ihn wäre er auch nie auf die Palliativstation gekommen. Es gab auch zwei Ärzte in der Klinik, welche ehrlich mit mir redeten.

seine Hausärztin kann ich noch nicht richtig einschätzen, sie hat Anfang des Jahres die Praxis seines vorherigen Arztes übernommen. Muss ich in einem Gespräch abklären ob sie mir helfen kann/will. Die letzten male als ich sie sprach antwortete sie immer kurz mit Jaja jaja, das kann ich überhaupt nicht leiden. Aber vielleicht ist sie in so einem Fall zugänglicher.

@:)

Taps

Bei jedem sinnlosen banalen Gelaber meiner Mitmenschen habe ich irgendwann nur noch abgeschaltet. Und wenn "das Ganze" dann länger dauert, interessiert es auf gut deutsch keine Sau mehr. Man fühlt sich einfach im Stich gelassen.

geht mir auch so, ich denk dann immer es wird Zeit sie los zu werden. Als ich mit der Pflege angefangen hatte bekam ich zu hören das ich auch mal Frei machen müsse und sie helfen würden. Heute bekomme ich nur noch erzählt wie schön der Urlaub war, "interessiert keine Sau mehr" ist treffend.

Ich habe mich irgendwann lieber stundenlang durch das Internet "gewühlt", als mein Umfeld auch nur mit einem Wort zu behelligen. Apropos Internet, manchmal hilft es, seinen ganzen Frust, seine Gedanken einfach nur in Worte zu fassen.

Du kannst also einfach hier weiterschreiben.

aber wenn das Internet total zum Ersatz wird ist das glaube ich kein guter Weg. Ich war gestern einkaufen und stand danach mit Auto vor einer roten Ampel als mir eine Frau mit Handy in der Hand zu Fuß entgegen kam und sie zwei mal gegen überhängende Äste lief aber trotzdem nicht guckte wo sie hinläuft. Die sind ja gar nicht mehr Anwesend, wie im Wahn.

Crossie, wenn Du Auszeiten brauchst, tu was für dich und wenn das nur ganz kurze Augenblicke sind (was Leckeres essen, ein Kleidungsstück, ein Buch, ein Film…) Tu einfach, wo dir gerade der Sinn nach steht und wenn es dir noch so banal erscheint. Auch das kann helfen, um aufzutanken.

ich lese gerade Interview mit Sterbenden, das meinst du vermutlich nicht mit Auszeit ;-D Ich schnappe mir jetzt meine Kamera und gehe ein paar Fotos machen. Mein "Antwort schreiben" Kästchen ist nach zuerst rotem Rand mittlerweile komplett rot geworden, wie ulkig, ich hab zu viel geschrieben, das ist was neues. Teile das jetzt auf und dann geht es los.

@:)

Danke euch @:)

TRest'ARdHxP


@ crossie

Ich las gerade, dass dir das Schreiben hier suspekt vorkommt, freu mich aber trotzdem, wenn du weiter dabei bleibst :)z .

Der Grund: ich hätt keine Hemmungen, mit jedem über solche Probleme auch persönlich zu reden!

Aufschreiben finde ich aber auch sehr sinnvoll, weil sich schon beim Schreiben die Gedanken ordnen. Und noch besser ists, wenn eine Antwort kommt! Naklar ersetzt das keine guten Freundschaften und vertraute Kontakte, aber es kann einfach helfen, sich mal auszutauschen.

Das Bild von deinem Hund hab ich mir angesehen, er war bestimmt ein total braves liebes Kerlchen! Ein schönes Bild :)z !

Wenn Leute schon nach kurzer Zeit wieder zu banalen Alltagsthemen zurückkehren, dann ist das ganz sicher eine Schutzreaktion. Die meisten sind dann wirklich schockiert und wissen nicht, was sie sagen sollen. Allerdings fällt vielen auch nicht ein, zu sagen: Au weia, das ist ja schrecklich! Mensch ich bin gerade so schockiert, dass mir gerade die Worte fehlen!

Eigentlich würde mir das zumindest schon reichen. Ich weiss selber: für bestimmte Sachen gibts keinen Trost, da braucht man einfach nur Beistand, um das zu überstehen. Tja und die anderen, also die mit dem "Meerschweinchen" :=o ?

Es gibt halt Leute, die wirklich überall "besser" sein wollen, aber konkurrieren sie darum, wem es am schlechtesten geht, nennt man das "Opferkonkurrenz".

Klingt skurril, trifft aber zu! Ich sag z.B: Oje, heute ist nicht mein Tag, ich hab mir den Fuss verstaucht! dann hat der Opferkonkurrent garantiert mit was Ähnlichem, aber noch viiiiel Dramatischeren aufzuwarten, der ist dann garantiert schwer mit dem Fahrrad gestürzt und hat den Fuss im Gips. Meiner ist na "nur" ein bisschen verknackst, aaaber der andere, bu- huuu! Trifft das nicht zu, dann kennt er irgendwen, dem es noch schlechter als mir geht, und wenns das Meerschweinchen ist.

Das ist wirklich schon skurril, und auch ziemlich geschmacklos. Ziemlich nervig aber vor allem dann, wenn man sich selber gerade ein bisschen Anteilnahme wünscht %-| .

man sieht sich im Leben immer zweimal

Die Bekannten von meinem Schwiegervater, die einfach abtauchten, können mir gestohlen bleiben! Die will ich gar kein 2. Mal sehen - zumindest erstmal, weil die mich eh immer neu an diese gruselige Krankengeschichte erinnern.

Vermutlich gehts denen mit uns genau so, auch wenn wir "dichter" dran waren.

*:) *:)

L~asra79


kann man hier Bilder posten? Würde mich freuen wenn es geht, denn dann könntest Du crossie uns ein paar Bilder zeigen die Du geknipst hast in Deiner jetzigen Situation.

Tlapxs


Mensch ich bin gerade so schockiert, dass mir gerade die Worte fehlen!

Und genau das habe ich mir angewöhnt, weil es ehrlich ist und ich keine Plattitüden von mir geben mag. Dann biete kurz und knapp meine Hilfe an, für den Fall, dass derjenige sie benötigt.

aber wenn das Internet total zum Ersatz wird ist das glaube ich kein guter Weg.

Da hast Du Recht, man muss irgendwie ein Mittelmaß finden.

Ach was, ich surfe nicht ständig im Internet – außer ich bin im Büro und habe gerade nichts zu tun. Das WEB ist einfach eine Informationsquelle wie ein Buch oder Film. Ich suche (ja evtl. auch mal stundenlang) Informationen, mal schreibe ich mir den Frust von der Seele (man kann auch schreiben und das dann wieder löschen, aber dann erhält man natürlich kein Feedback).

Ansonsten bleibt mein PC aus (Smartphone habe ich gar nicht). Am Wochenende erledige ich wichtige Dinge und der Urlaub bleibt (außer gelegentliche E-Mails und Wetterbericht!!!) PC-frei. Da habe ich so viel anderes zu tun…

Ich war gestern einkaufen und stand danach mit Auto vor einer roten Ampel als mir eine Frau mit Handy in der Hand zu Fuß entgegen kam und sie zwei mal gegen überhängende Äste lief aber trotzdem nicht guckte wo sie hinläuft. Die sind ja gar nicht mehr Anwesend, wie im Wahn.

Entschuldige, wenn ich jetzt lachen musste. Ja die Leute kenne ich. Wenn die so weiter machen, sterben sie irgendwann aus, weil unter die Bahn/ das Auto gekommen…

ich lese gerade Interview mit Sterbenden, das meinst du vermutlich nicht mit Auszeit

Stimmt genau! Du musst natürlich was machen, wo du RICHTIG abschalten kannst.

Ich schnappe mir jetzt meine Kamera und gehe ein paar Fotos machen.

Gute Motive gefunden?

a+utumnI-likxe


Es ist leider Normalität, wenn sich sogenannte Freunde zurückziehen. So war es bei meiner Schwiegermutter und auch bei meinem Schwiegervater. Wir bekamen auch von anderen keine Hilfe bei der Pflege. Aber hierdurch lernt man Menschen kennen.

@ Crossie

Der Arzt, der 5 Jahre zuvor meinte, dass er sofort sterben wird, dieser hat sich dann kurze Zeit später aus der Praxisgemeinschaft zurückgezogen. Ihm passierte auch bei meinem Schwager ein Fehler. Er tat es als harmlose Grippe ab, sein Zustand verschlechterte sich. Letztendlich war er dann einige Monate ein Pflegefall, weil er Borreliose hatte. An der Erkrankung vor 5 Jahren selbst starb mein Schwiegervater nicht. 3 Jahre später kam dann eine andere Krebserkrankung.

Du wirst loslassen können, wenn es soweit ist. Zwar nicht genau in diesem Moment, wenn es passiert, aber danach. So ging es mir jedenfalls. Ich wusste, dass es besser für ihn ist. Die letzten Stunden auf der Palliativ haben wir in guter Erinnerung. Wir scherzten sogar viel mit ihm. Keiner wusste zu dem Zeitpunkt, dass es so schnell gehen wird. Das Pflegepersonal war erstklassig und ich möchte nicht mit ihnen tauschen. Sie erleben viel und nehmen sicher viel mit nach Hause.

Was die Magensonde betrifft: Besprich es mit deinem Vater, ob er sie später generell möchte oder nicht. Mein Schwiegervater wollte sie nicht. Ich stand viele Jahre in Kontakt zu einem älteren Ehepaar. Der Mann verstarb vor einigen Jahren und seine Frau rief mich an. Er hatte Jahre vorher eine Magensonde bekommen, wollte dann aber keine mehr. Ich selbst möchte keine lebensverlängerenden Maßnahmen und habe das hinterlegt bzw. hoffe ich, dass mir das alles einmal erspart bleibt und es schnell geht. Mein Vater musste nicht leiden, er starb unerwartet. Er wollte nie ein Pflegefall werden.

Gestern kamen wir im Freundeskreis auch auf das Thema zu sprechen.

SnilknPexarl


So erscheinen die gesteigerten Möglichkeiten der Medizin uns gleichzeitig als Segen und Fluch. Die Menschen werden immer länger am Leben gehalten, aber häufig auf Kosten der Lebensqualität. Es ist m. E. äußerst wichtig, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzten.

Ich habe mir dazu jetzt ein Buch gekauft - auch als Hörbuch erhältlich sehr lesenswert: "Über das Sterben" von em Palliativarzt Borasio.

CNlovn`dykxe


hallo, Crossie

- hab jetzt nicht jeden einzelnen Beitrag hier gelesen, das Ganze nur überflogen, da ich selbst momentan gefordert bin mit der Pflege meiner Mutter, aber möchte mich einfach mal bei Dir melden zum Erfahrungsaustausch.

Meine Mutter rief mich (ihr einziges Kind) am 29.Nov.2015 (mit 89 Jahren) ins Elternhaus, weil sie alleine war und es ihr schlecht ging. 2 Stunden später war sie in der Klinik, dann Reha und ich bin jetzt immer noch bei ihr und pflege sie nun seit fast 1 Jahr zuhause. Am 06.Nov. wird sie 90, ist klar im Kopf aber mehr oder weniger ständig bettlägerig wegen starker Arthroseschmerzen.

Ich hab keine Ahnung, wie alles wird, kann einfach nur jeden Tag nehmen wie's halt kommt. Altersheim ist keine Option für sie. Ich kann nichts planen- nichts unternehmen, nicht mal die Tochter u. Enkel besuchen (auch sie hätten meine Hilfe dringend gebraucht)- momentan ist nur die altersschwache Mutter dran.

Wie lange lebt ein altersschwacher Mensch ? Gibt es den Arthrosetod ? Fragen, die mit niemand beantworten kann.

In Gedanken bin ich mit allen pflegenden Angehörigen herzlich verbunden -- wünsche Euch allen die nötige Kraft (und Weisheit im Umgang mit dem Kranken).

C[huevywladxy


klar akzeptiere ich seine wünsche, aber werde ihn trotzdem auch weiterhin noch fordern. Heute steht Haare waschen auf dem Programm, das war vor dem KH zum letzten mal. Habe ich ihm vorhin gesagt, das passt ihm gar nicht.

Das ist ja auch was ganz anderes Crossie und das weißt du selbst, dass es so nicht gemeint war.

SWilkFPexarl


Clondyke, auch wenn es vielleicht OT ist hier - ich finde sehr beeindruckend, was Du tust. Alle Achtung.

c^ros/sixe


Clondyke

da ich selbst momentan gefordert bin mit der Pflege meiner Mutter, aber möchte mich einfach mal bei Dir melden zum Erfahrungsaustausch.

ich freue mich das du geschrieben hast, wenn man sich von jetzt auf gleich mit pflege beschäftigen muss ist das gleich doppelt so anstrengend, da kann ich dich gut verstehen. Es ist ein tolles Gefühl wenn man helfen kann, aber es ist auch eine psychische Belastung, das sollte man nicht unterschätzen.

Warst du in der Reha dabei? Hat man dir dort gezeigt wie du sie Gelenkschonend bewegen und verlagern kannst? So das es auch dich und deinen Rücken nicht zu sehr belastet?

Was man aus deinem Beitrag rauslesen kann ist das du anscheinend dich selbst extrem zurück nimmst, warum? Kannst du sie gar nicht alleine lassen? Ein bisschen Freiraum solltest du dir schaffen und erhalten, Tochter u. Enkel besuchen muss drin sein finde ich. Wenn du es dir so einrichtest das vielleicht 1-2mal die Woche Nachmittags und Abends ein Pflegedienst nach ihr sieht und du kannst mal die Verantwortung ein bisschen abgeben und etwas für dich tun ist das für deine Psyche auf Dauer sicher besser. Nur ein paar Gedanken.

Wie lange lebt ein altersschwacher Mensch ? Gibt es den Arthrosetod ? Fragen, die mit niemand beantworten kann.

wer will/soll dir darauf Antworten geben? Als mein Vater seinen Schlaganfall hatte und abzusehen war das er auf Dauer behindert bleiben wird sagte eine Apothekerin zu meiner Mutter das er gut noch 10Jahre so weiterleben kann. Der Satz hat sich eingebrannt, ich hörte darauf meine Mutter ganz oft sagen "noch 10 Jahre, wie soll ICH das ertragen?".

Da traf gut gemeinte Prognose auf Depression. Aus heutiger Sicht würde ich sagen es ist ein Fehler mit irgendwelchen Zahlen zu hantieren.

Ich dachte öfters mein Vater wird irgendwann an Herzversagen oder einer kaputten Leber durch die ganzen Medikamente sterben. Im letzten Arztbrief steht kräftiges Herz, kräftige Leber, kräftige Gallenblase, unauffällige Nebenniere usw... das es nun ein Tumor sein wird hatte ich nie auf dem Plan.

Wenn dir deine Fragen jemand beantwortet dann sollte das ein Arzt sein der deine Mutter untersucht hat und ihre Befunde genau kennt.

In Gedanken bin ich mit allen pflegenden Angehörigen herzlich verbunden -- wünsche Euch allen die nötige Kraft (und Weisheit im Umgang mit dem Kranken).

das wünsche ich dir auch :)*

Ich Antworte euch etwas später, bin noch beschäftigt :-) @:)

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