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Bin ich wirklich ungeeignet für Altenpflege?

Alias 713944 hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich bin wirklich an mir am zweifeln.

Angefangen hat es mit einem Schwesternhelferinnenkurs, der hat mir gefallen und ich wollte nach langer Pause wieder in der Pflege einsteigen.

Habe vor 14 Jahren darin gearbeitet, Kinder bekommen, meine Mutter gepflegt, vieles kam dazwischen, positiv wie negativ.

Aber es hat mir damals wirklich freude gemacht und ich bin gerne arbeiten gegangen.

Gut, ich habe ein Praktikum angefangen. Es war der reinste Horror. Es hat gestunken, nicht in den Zimmern, sondern überall.

Nun gut, dachte ich mir.

Aber es wurde richtig heftig und ich dachte wirklich an Team Wallraff.

Wie die mit den Leuten umgegangen sind %:| , miteinander und mich haben sie angeschrien, für nichtigkeiten.

Ich sollteam zweiten Praktikumstag dann gleich 4 Leute fertig machen, "nur" die leichten Fälle, im Rollstuh, gelähmt, weder den Arm zu bewegen und Hände waren voller Kontrakturen.

Von Kommuniktion ganz zu schweigen, sie war schlichtweg nicht möglich.

Dann hat die Altenpflegerin, die die mich anlernen sollte zu einer dementen Person gesagt, die Frau bat um Hilfe , "dir hilft keiner, es wird nur dem geholfen der sich selber helfen kann" :-o , die alte Dame sagte "wo sind die Leute alle hin?", die APf "weg, zuhause, alle sind weg, sie sind allein und es kommt auch keiner" {:( .

So in etwa war der Umgang und ehrlich, ich war starr vor Schreck.

Mir wurde gesagt das sei heute in der Pflege so, ich solle meine rosarote Brille verlieren.

Ich wurde niedergemacht, mir wurde gesagt ich habe doch Glück, ich müsse nur vier Leute fertig machen, später 8.

Es war eine schlimme Atmosphäre dort.

Es sind auch noch mehr Dinge vorgefallen.

Als ich wieder dort blöd angemacht wurde, anders kann ich es nicht sagen, mir wurde gesagt Frau X würde jetzt ihr Insulin nicht bekommen und ich sei schuld, da ich sie noch nicht fertig gemacht habe und überhaupt, wie könne ich nur so langsam sein und mich so blöd anstellen.

Da konnte ich nicht mehr, erst hab ich zurück gemeckert, aber dann hab ich angefangen zu hyperventilieren, keine Ahnung. Ich dachte ich hätte nen Nervenzusammenbruch, wäre übergeschnappt oder so.

Das ging aber automatisiert, richtig einfluss hatte ich ab da keine mehr :[] .

Das war der zweite Tag, ich hab gesagt das ich mir das nicht geben muss und bin gegangen.

Nun hab ich das zweite Praktikum in einem anderen Haus begonnen, das zum Glück gut ist.

Gut im Sinne von Freundlichkeit und den Ansatz das bestmögliche für die alten Herrschaften zu erbringen.

Jetzt bin ich dort den vierten Tag und ich brauche einfach so lange um eine Person zu mobilisieren, zu waschen und anzuziehen.

Sicher 30-45 min.

Jetzt bekomme ich natürlich zu hören das dies viel zu lange ist, dabei gebe ich mir alle Mühe.

Wenn ihr euch jetzt fragt warum ich unter einen Alias schreibe obwohl das Thema ansich nicht allzu brisant ist, dann deshalb weil ich keinerlei Rückschlüsse auf meine Identität haben möchte, was unter meinem sonstigen Namen aber möglich wäre.

Nun frage ich mich selber ob ich zu weich, zu zimperlich und zu lahm bin für diesen Job?

Mich macht es unwahrscheinlich unsicher das niemand sieht wieviel Mühe ich mir gebe und ich ständig kritisiert werde wegen meiner geschwindigkeit :-( .

Ich hab doch nicht umsonst solchen Muskelkater ;-) .

Daher wollte ich euch fragen, die in der Pflege arbeiten, wart ihr auch am Anfang so lahm?

Früher wurde ich nicht derart kritisiert, es herrschte da allerdings nicht ein so imenser Zeitdruck :-| .

Versteht mich nicht falsch, ich vertrage Kritik durchaus, allerdings hilft mir ein "du bist zu langsam, mach schneller, mach zügiger" auch nicht groß.

Antworten
E-hema*liger| NutzeNr (#46x7193)


Harter Job mit miesen Arbeitsbedingungen.

Das war leider gegenwärtig einfach ein Stück Realität. Zum Teil kommt dann eben auch von dir beschriebene harsche Umgangston und die oft knappe Personalsituation.

Darf ich dich fragen warun du ausgerechnet in die Altenpflege willst oder dir davon erwartest?

Alias 713944


Naja, warum ich in der Altenpflege arbeiten möchte?

Ansich würde mir diese Arbeit Spaß machen, auch wenn für viele unvorstellbar. Damals hat es mir aufjedenfall mehr freude gemacht als mein erlernter Beruf.

Die alten Herrschaften mag ich, komme gut mit ihnen klar und irgendwie fand ich (damals) die Atmosphäre sehr gut, hab mich mit ihnen beschäftigt, auch unterhalten, es war gut.

Und warum ich dahin zurückmöchte?

Ja, das ist es ja, was ich mich langsam selber frage. Dachte ich könnte dort wieder anknüpfen wo ich aufgehört habe.

Es heißt doch immer das in der Altenpflege viel Personal gesucht wird, da dachte ich mir auch das nach so langer Berufspause bessere Jobaussichten sind.

Zumindest viel viel besser als in meinem erlernten Job.

Wiedereinstieg ist schwierig.

Mir macht es nichts aus die Leute zu waschen, ihre Gebisse einzusetzen und all das was dazu gehört.

Selbst der Tod nimmt mich nicht so sehr mit, nicht so das es mich zuhause allzu belastet.

Aber dieses gehetze, schon am Anfang, bevor jeder Griff überhaupt sitzen kann.

Bevor ich weiß wo wie und warum.

Schade, einfach schade.

Am besten erst gar nicht so alt werden :-( ...

GXala%xi


Hallo Alias 713944

in Einrichtungen in der Pflege geht es meist nach Zeit und leider nicht mehr um den Menschen, doch sollte in jeder Einrichtung ein freundlicher Umgang im Team herrschen.

Eine Kommunikation spiegelt sich nicht alleine durch einen Appell, sondern auch durch Mimik und Körpersprache. Du kennst bestimmt noch die vier Ohren eines Appells, die Beziehungsseite, Sachebene, Appelebene, Selbstkundgabe (Sender -Empfänger). Vieles ist an dich nicht persönlich gerichtet, sondern im allgemeinen. Persönlich sollte man es nicht nehmen und auch nicht an sich heran lassen.

Aber wie du diese erste Einrichtung beschrieben hast, der unfreundliche Umgang im Team oder schon alleine der Geruch, der erste Eindruck. Wie wird es denn dann den Bewohner ergehen ??? ?

Dann muss ich sagen ein klares NEIN wenn es nicht passt, du alles versucht hast, es nicht klappt und gehen das richtig! :)^

Es gibt noch andere Einrichtungen die auf beide Seiten gut zusammen arbeiten können, das ist das A und O eines Teams.

Nur leider ist es so das jede Einrichtung egal wo man hin kommt unter großen Zeitdruck gearbeitet wird, so werden im Schnellgang von einer Pflegeperson acht Bewohner versorgt, auch die schwierigen Fälle. Aber wenn sollte man ein Team als Team sehen und sich auf die Mitarbeit der Kollegen beziehen können und um Hilfe bitten.

E9hem4aliger 5Nutz?er I(#46x9485)


Jetzt bin ich dort den vierten Tag und ich brauche einfach so lange um eine Person zu mobilisieren, zu waschen und anzuziehen.

Sicher 30-45 min.

Ich finde die Zeit liegt für eine Praktikantin, die ja offiziell nichtmal alleine am Patienten arbeiten darf, absolut in Ordnung.

Erhemaligero Nutzjer (#u46948x5)


ohne liegt

G;alaxxi


Als Praktikantin wird man oftmals schon wie einen feste Pflegekraft angesehen, so erging es mir auch und ich konnte im Schnitt 6-8 Leute mit Demenz, schwierige Fälle oftmals alleine versorgen.....

oft habe ich mich dann aber immer selbst ertappt, das ich mir einfach mehr Zeit für die Bewohner gelassen habe, ihnen Respekt, Sicherheit, Wertschätzung und ihr Selbstwertgefühl zurückgab...

aber genau so sollte es sein eine Praktikantin ist eben erst mal eine Praktikantin und keine Fachkraft!

Alias 713944


Joker91

Bettmachen war da noch dabei und es handelt sich um eine Person die mit Lifter ausgehoben wird usw. dafür alles rund 45 min.

Ich weiß das die anderen dafür nur die halbe Zeit benötigen, aber die sind ja auch schon um einiges länger als 4 Tage dabei.

Aber es wird halt so getan als würde ich absichtlich langsam sein.

Und mich verunsichert die Reaktionen der anderen einfach.

Dabei war ich die vergangenen Tage nur am rasen, ich verstehe diese erwartungshaltung nicht.

Wie schon geschrieben, erstmal wollte ich mein Praktikum machen und so wie es langsam aussieht wird es wohl auch dabei bleiben.

Sollte ich nämlich danach in nem job übergehen vermute ich mal stark das die mit mir pflegende Person einen Hals schiebt weil ich nicht so fix bin.

Echemaxligewr Nu9tze6r T(#4671;93)


Muss ehrlich sagen, dass ich da jeden dafür bewundere, der meint sich bewusst für einen Tätigkeit in der Pflege zu entscheiden, besonders der Altenpflege.

Meins wäre es nicht, nicht wegen der Tätigkeit per se, sondern wegen des dort häufig herrschenden Klimas. Es hat schon auch so seine Gründe, wieso es in dem Bereich einen recht hohen Personalturnover gibt oder die Leute diese Tätigkeit nur als Überbrückung sehen, damit sie endlich was anderes machen können.

liegt für eine Praktikantin, die ja offiziell nichtmal alleine am Patienten arbeiten darf, absolut in Ordnung.

Auch einer der Punkte die mich desöfteren gestört haben. Menschen die Tätigkeiten durchführen, für die sie nicht ausreichend qualifiziert sind und die geforderte (vorgeschriebene) Kompetenz schlicht fehlt - das aber von der Heim- oder Stationsleitung stillschweigend geduldet wird.

Aber naja, ich kenn schon auch den ein oder anderen der in so einem Umfeld glücklich geworden ist. Da muss man aber auch der Typ für sein, wenn sich da die Kolleginnen mal wieder die Augen auskratzen, mal wieder alles nicht rundläuft und der Bewohner einen mit seiner Salmonelleninfektion in den Wahnsinn treibt... da gab es definitiv ein paar die hatten da immer noch ein wahnsinnig sonniges und noch nicht verbittertes Gemüt.

Die sind aber meiner Erfahrung nach die Ausnahmen.

Alias 713944


Ob mir nun die Kompetenz fehlt?

Ja wahrlich, wie so vielen. Wäre aber gerne bereit mir welche anzueignen, wenn mich den jemand anweist und auch einweist.

Denn ich muß den Mensch vor mir doch erstmal kennenlernen, welche Krankheiten er/sie hat, worauf ich besonders achten muss und so weiter.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäume nicht, vor allem wenn es hinter einen tick tack tick tack macht.

Zickig bin ich auch nicht ;-D und ein freundliches Wesen o:) besitze ich zudem, wahrscheinlich aber ein zu lahmes.

Naja, wenn nächste Mal wieder was über Pflegenotstand im Fernsehen berichtet wird hab ich nur ein müdes Lächeln.

Hab mal in den Ferien in ner Fabrik Akkord am Fließband gearbeitet, das war einfacher.

Ist aber auch schon lang her, wahrscheinlich rattert das Fließband nun auch schneller.

E~hem'aliger N utzer (2#4694x85)


Alias, ich würde mich gerne per PN mit Dir unterhalten. Um Dir einen Tipp zu geben. Dafür musst Du mich allerdings mit deinem realen Nick anschreiben. Wenn Du das möchtest, freue ich mich. Wenn nicht, bin ich Dir nicht böse. Aber ich würde niemals Deinen realen Nick an irgendjemanden verraten.

AVmbitvalenxt70


Hast Du mal dran gedacht in die Betreuung nach §87b zu wechseln? Der Kurs dauert nicht allzu lange, Alltagsbegleiter nach §87b werden gesucht und die Bezahlung ist ok.

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