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Altersheim/Pflegeheim: Ja oder Nein!?


Ich habe einen OT-Beitrag gelöscht.

YjtonSg11


Meintest du den OT, wo ich den TE eines Russen-Trolls bezichtigt habe :-?

[[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/715321/?p=10#p22025017 Hier]] bei seinem anderen Provofredd hat er es dann aber selbst zugegeben. Vielleicht schaut ihr euch die Vögel, die hier in schöner Regelmäßigkeit aufschlagen, doch mal etwas genauer an ;-D

L0ilaLxina


Guckt mal zu den Türken, Serben, Russen usw.rüber! Da werden alte Leute sogut wie nie ins Heim abgeschoben.

Neben den fehlenden finanziellen Mitteln vielleicht noch ein Argument, warum in Deutschland Pflegebedürftige eher in einem Pflegeheim leben als in anderen Ländern:

Lebenserwartung eines Mannes in Deutschland ca. 78 Jahre

Lebenserwartung eines Mannes in Russland ca. 64 Jahre

Lebenserwartung eines Mannes in der Türkei ca. 71 Jahre

CWorne%lia5x9


Wir haben das ganze Drama hinter uns. Unsere Mutter hat noch lange allein gewohnt, obwohl es eigentlich schon nicht mehr ging. Wir haben alles einbauen lassen, was irgendwie möglich war. Treppenlift, behindertengerechtes Bad, Pflegebett, Rollator vorhanden und auch der Rollstuhl stand bereit, für den Fall des Falles. Mehrere Stürze und die dazugehörigen Krankenhausaufenthalte und Reha-Maßnahmen, sie wollte immer wieder nach Hause und wir haben das auch weiterhin ermöglcht. Pflegedienst mehrmals täglich, Lieferdienst fürs Essen, Putzfrau, Einkaufsservice, das meiste durch uns Kinder selber, bis auf den Pflegedienst.

Dann wurde sie richtig schwerkrank und landete auf der Intensivstation im künstlichen Koma, für insgesamt 5 Wochen. Danach war sie schwerstpflegebedürftig, und das war zuhause nicht mehr zu machen, auch nicht mit Pflegedienst. Heute lebt sie in einem Pflegeheim und hat sich dort durch Physiotherapie und den Einsatz der Pfleger dort soweit erholt, daß sie von Pflegestufe 3 auf Stufe 1 heruntergesetzt werden konnte. Sie war damals komplett bettlägrig, mußte sogar gefüttert werden. Heute kann sie allein aus dem Rollstuhl aufstehen!

Im übrigen fühlt sie sich im Heim inzwischen zu Hause und will dort gar nicht mehr weg.

C]or#nelxia59


Braucht es dazu ja eine Vormundschaft. Sowas will ich nicht.

Nur kurz dazu: Nein, es braucht keine Vormundschaft. Zum einen gibt es die gar nicht mehr, das heißt jetzt Betreuung. Der zu Pflegende kann auch eine Betreuungsvollmacht ausstellen, die ihm selber noch den Freiraum läßt, selber zu entscheiden, solange es irgend möglich ist. Dazu sollte man sich anwaltlich beraten lassen. Wir haben's so gemacht, daher weiß ich das so genau. Meine Mutter trifft ihre Entscheidungen trotzdem noch selber, ihr Vollmachtinhaber - mein Bruder - ist nur ausführendes Organ.

Anders wäre es nur, wenn der zu Pflegende tatsächlich nicht mehr in der Lage ist, selber zu entscheiden, weil verwirrt, dement oder was auch immer.

DxieL'enny


Gut. Aber wer keine Vormundschaft hat braucht dann einen richterlichen Beschluss um eine andere Person einweisen zu lassen. Den zu bekommen geht in Deutschland auch nicht mal fix am Dienstagnachmittag.

Traps


Aber wer keine Vormundschaft hat braucht dann einen richterlichen Beschluss um eine andere Person einweisen zu lassen. Den zu bekommen geht in Deutschland auch nicht mal fix am Dienstagnachmittag.

Warum soll man eine geistig gesunde Person einweisen lassen wollen? Die darf über ihren Aufenthaltsort immer noch selbst bestimmen. Wer keine pflegenden Angehörigen hat oder an sich ran lässt, dem ist es frei gestellt, sein Lebensende so zu verbringen, wie er möchte – ob durch Umzug in ein Pflegeheim oder Verwahrlosung in der eigenen Wohnung.

Außerdem, in ein Pflegeheim wird man nicht eingewiesen. Die zukünftigen Bewohner (oder deren Vertreter) schließen einen ganz normalen Vertrag. Die Leute wohnen da. Sie bezahlen in Abhängigkeit von der bewilligten Pflegestufe nicht wenig Geld dafür.

Wenn dagegen ernsthafte Zweifel an der geistigen Gesundheit einer Person bestehen, kann man (und dieses man ist jeder) die Bestellung eines Betreuers anregen. Die Entscheidung wird dann nach der Anfertigung eines ärztlichen Gutachtens durch einen Psychiater gefällt. Das kann wirklich einige Zeit in Anspruch nehmen. Gibt es keine entsprechenden betreuungsvollmachten, wird ein Betreuer vom Betreuungsgericht bestellt. Das kann ein Berufsbetreuer oder eine geeignete nahestehende Person sein. Der Betreuer ist gegenüber dem Gericht verpflichtet, regelmäßig über seine Tätigkeit zu berichten und die weitere Notwendigkeit der Betreuung wird überprüft.

Beim Bestehen einer ernsthaften Gefahr, kann eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie (nicht in ein Pflegeheim) tatsächlich auch mal fix am Dienstagnachmittag angeordnet werden. Dazu erscheint dann der zuständige Richter vor Ort + ein Amtsarzt, der Dringlichkeit und Notwendigkeit bescheinigt. Gibt der Amtsarzt sein ok und die Person steigt nicht freiwillig in den bestellten Krankentransport, wird die Polizei gerufen. Ich habe das Prozedere durch, dauerte keine 5 Minuten.

Der ganze Papierkram wurde dann parallel erledigt. Die Anordnung einer freiheitsentziehenden Maßnahme kann nur für einen begrenzten Zeitraum erfolgen. Nach ca. 5 Wochen ist meine Mutter in ein ganz normales Pflegeheim gezogen. Sie ist dort keine Gefangene. Theoretisch könnte sie es jederzeit verlassen und wohin auch immer sie möchte gehen. Sie hat aber nie den Wunsch geäußert, sondern war froh, sich nicht mehr um die täglichen Belange kümmern zu müssen. Die einzige freiheitsentziehende Maßnahme, die man jetzt anordnen könnte, wären Bettgitter (sie ist schon mehrfach aus dem Bett gefallen). Aber die genehmigt der für sie zuständige Richter nicht, weil auch Gurte notwendig wären. Meine Mutter hat jetzt eine Auffangmatte vor dem Bett

Lxi&tdtlje-mWitf-LoBttxe


Hallo,

hätte man mich vor 18 Monaten gefragt, hätte ich ohne zu Zögern gesagt: nein, niemals würde ich meine (Groß-)Eltern "abschieben".

Inzwischen, nach eigener Erfahrung, weiß ich, manchmal geht es nicht anders.

Vor 1,5 Jahren hatte mein Opa einen Schlaganfall und war fortan zwar geistig voll da, aber halbseitig spastisch gelähmt. Von einem auf den anderen Tag haben wir sein Haus im EG behindertengerecht ausstatten lassen, einen Pflegedienst engagiert der morgens und abends helfen sollte.

Abwechselnd haben die Kinder Mittagessen vorbeigebracht, eingekauft, Botengänge und Arztfahrten erledigt. Alles neben eigener Vollzeittätigkeit und teils, bei meinem einen Onkel, selbst noch kleinen Kindern.

Schnell waren alle Kräfte-mäßig am Limit, dann ist mein Opa auch noch beim Aufstehen gestürzt und jetzt fast bettlägerig. Eine Hilfskraft 24 Std wurde eingestellt, aber alleine bekommt man ihn nicht einmal aus dem Bett. Die freien Tage der Pflegekraft sind kaum abzudecken, da wie gesagt alle Kinder selbst berufstätig sind.

Meine Mutter ist inzwischen nahe dem BurnOut, fährt täglich 2x je vor und nach ihrer (10-stündigen) Berufstätigkeit vorbei, kauft ein und verbringt jeden freien Tag mit Organisation.

Jetzt haben meine Mutter und ihre Geschwister entschieden dass es nicht mehr leistbar ist - und einen schönen Platz in einem privaten Heim gesucht, dass die gute Rente meines Opas glücklicherweise hergibt. Ich hoffe, dass sie sich dann alle erholen und nicht auch noch in einer Psychiatrie landen, weil sie sich so überschafft haben, ständig gab es die letzten Wochen dazu noch Streit und Missverständnisse weil alle so überarbeitet waren.

Daher: wer es nicht selbst erlebt hat, kann kaum urteilen.


Der Fadenstarter wurde wegen Regelmissbrauchs gesperrt.

C.lon}dyke


Als pflegende (selbst schon Rentner-) Tochter einer 90 jährigen, schwerst Arthrose-geplagten Mutter frage ich mich schon mal, ob eine schwere Polyarthrose eine finale Erkrankung ist- ich meine damit "kann man an Arthrose sterben?" oder sind es die anderen Organe, die schwächer werden und sich irgendwann verabschieden. Meine Mutter versteift mehr und mehr- eigenständig laufen schon lange nicht mehr, Arme und Beine werden immer dünner, Muskeln bilden sich zurück.

Woran letztlich verstirbt ein solch alter schwacher Mensch ? Altersschwäche soll's als finale Diagnose ja nicht mehr geben... ":/ Sie kommt mir so (sorry, Mutti) "vertrocknet" vor :-/ :-X

H<ats$che)psuxt_


Unsere Omi ist gestürzt. Da sie einen Blutverdünner nahm, keine weitere Behandlung wollte, war es wahrscheinlich ein Zwischending aus Verletzung und Verhungern.

TGap\s


Clondyke, es ist doch egal, wie man die Diagnose nennt. Meine Schwiegermutter wurde einfach auch immer weniger und schwächer und ist dann einfach eingeschlafen. Auf dem Totenschein stand glaube ich ":/ Herzstillstand. Als ob nicht jedes Leben damit endet.

:°_ :)*

MVonikax65


Woran letztlich verstirbt ein solch alter schwacher Mensch

Das geht oft sehr, sehr langsam. Letztendlich versagen immer die Organe, Herz und Nieren. Voraus geht, dass Essen und Trinken eingestellt wird. Letzteres kann man bis zu einem gewissen Grad künstlich zuführen, nur wie sinnvoll das ist, muss entschieden werden.

Dass sie dir vertrocknet vorkommt, liegt wahrscheinlich an der dünnen und faltigen Haut, was bei Muskelschwund noch krasser aussieht.

Cpornel*ia59


Sie hat aber nie den Wunsch geäußert, sondern war froh, sich nicht mehr um die täglichen Belange kümmern zu müssen.

So geht es meiner Mutter auch. Daß sie sich nicht mehr ums kochen, waschen, putzen kümmern muß, ist ihr eine gewaltige Erleichterung, auch wenn wir das alles für sie schon übernommen haben. Die Pfleger sind nett, sie kriegt, was sie möchte, kann den halben Tag verschlafen, wenn sie das will und im Notfall ist Hilfe nur einen Knopfdruck weit weg.

CRorneylia5x9


wer es nicht selbst erlebt hat, kann kaum urteilen.

Genau das ist es. Und das höre ich von allen bestätigt, die selber schon mal einen derartigen Fall in der Familie hatten, ganz gleich, ob sie selber gepflegt haben oder in ein Heim gegeben haben. Auch die, die selber pflegen, kommen einem nicht von oben herab, wenn man sagt, die Mutter ist im Pflegeheim.

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