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Ein demenzkranker Mensch im Altenheim

soeparSa4torenmflexisch hat die Diskussion gestartet


Bei meinem Vater ist die Demenz mittlerweile recht weit fortgeschritten und sein Umzug in ein Altenheim rückt wohl immer näher.

Die letzten Tage habe ich mit ihm rund um die Uhr in seiner Wohnung verbracht, weil er nicht mehr allein gelassen werden kann.

Insbesondere nachts geistert er durch die Wohnung und weiss nicht, wo er ist. Manchmal läuft er stabil, manchmal muss man ihm jede Bewegung vormachen und er droht zu stürzen, somit Verletzungsgefahr. Da war meinerseits eine ständige Vorsicht angebracht.

In einem Altenheim kann so eine Beobachtung nicht gewährleistet werde.

Meine Frage wäre nun: Was passiert in solch einem Fall in einem Altenheim? Wird er sich selbst überlassen und man lässt ihn rumgeistern? Schlaftabletten? Beruhigungsmittel? ??? ":/

Antworten
TXaps


Eine Beaufsichtigung rund um die Uhr ist im Pflegeheim nicht möglich. Dass ein demenzkranker Mensch durch die Gegend wandert, ist nicht ungewöhnlich. Deshalb sollte man bei der Suche des Heims auch viel Wert auf die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen legen.

im Heim meiner Mutter werden Personen auf Wanderschaft durch Pflegekräfte angesprochen und zurückgeholt. Da der Ausgang im Aufenthaltsbereich des Personals liegt, wird ein Ausbüxen zumindest schwierig. Im eigenen Zimmer hat meine Mutter trotzdem schon so einiges fertig gebracht. Mit gewissen Risiken muss man einfach leben. In der Nacht werden übrigens Kontrollgänge unternommen. Eine Medikamentengabe erfolgt nur auf Verordnung des Arztes und sollte auch niemals zur Ruhigstellung eingesetzt werden.

S&unflowexr_73


Ggf. muss man zum Schutz des Patienten über Bettgitter o.ä. nachdenken. Bei meinen Onkeln/Tanten ging es ab einem gebest. Punkt nicht mehr ohne. Zum Glück war niemand mehr gelenkig genug, um da noch irgendwie rüberklettern zu wollen.

Ich kenne auch Einrichtungen mit Spezialbetten, die ganz tief gestellt werden können, so dass es kaum Sturzgefahr (zumindest bzgl. Verlassen des Bettes) gab.

Man muss sich aber auch vor Augen führen: Irgendwann werden solche Situationen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch geschehen.

Am Besten, Du fragst direkt selber im Heim, wie man dort konkret vorgeht!

P2edxdi


Ich habe damals zu lange gewartet, meine Mutter hat sich sehr schwer an das Pflegeheim gewöhnt. Also warte nicht zu lange. Du gehst sonst auch drauf. Schaue dir die Heime an, Du wirst schon wissen, was wichtig ist.

Hast Du eine Vollmacht?? Das ist wichtig. Pflegestufe?

T4aps


@ Sunflower_73

Irgendwann werden solche Situationen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch geschehen.

Das stimmt. Meine Mutter hat da schon einiges durch.

Sie ist auch aus dem Niederflurbett gestürzt. Zum Glück ging das Ganze dank Matte noch glimpflich ab.

Bettgitter werden inzwischen wegen der Gefahr des Darüberkletterns (zumindest durch die Betreuungsgerichte in unserem Bundesland) überhaupt nicht mehr genehmigt. Da helfen auch keine Vollmachten. Bei Schwiegermutter lagen die alle vor. Es wurde trotzdem die Genehmigung des Gerichtes eingeholt. Der Richter zieht sogar nachts durch die Pflegeheime und kontrolliert die Einhaltung seiner Anordnungen. Es gibt auch zweigeteilte Bettgitter und die fallen wohl auch nicht unter Freiheitsentziehung, aber dazu muss man das Prinzip noch verstehen. Was bei dementen Menschen meist nicht mehr gegeben ist.

s:eparat(orenxflexisch


Ich habe eine vom Notar beglaubigte Generalvollmacht. Das haben wir noch in guten Zeiten machen lassen. Momentan hat er die Pflegestufe 1, jedoch hat sich da auch ab 2016 was geändert. Ich muss mich da im Netz ggf. durchlesen, bevor ich neue Anträge stelle. Mein Vater bleibt zunächst noch zu Hause und wird gegen Bezahlung dort betreut. Ich wurde allerdings schon von mehreren Leuten darauf aufmerksam gemacht, dass das wohl in einigen Monaten nicht mehr gehen wird.

Danke für die Antworten.

S'ilberdmondaxuge


Schau dir das Heim an. Es gibt welche, da bekommen die Bewohner Schlafmittel und Beruhigungsmittel. Klar, auf ärztliche Anordnung. Aber das geht manchmal schnell...

Ich weiß dass es nicht überall so ist aber es gibt solche und solche Heime...

T8aps


Momentan hat er die Pflegestufe 1, jedoch hat sich da auch ab 2016 was geändert.

Ja die 3 Pflegestufen sollen jetzt in 5 Pflegegrade (unter besonderer Berücksichtigung von Demenz) geändert werden. Eine Umsetzung wird aber wohl erst 2017 erfolgen. Evtl. kommst Du mit einer Neueinstufung besser weg.

MConikOa65


Wenn du vorhast, ihn in ein Heim umziehen zu lassen, dann lass das erstmal mit einer Höherstufung, weil dich das Heim dann erheblich teurer kommt. Grundsätzlich hast du immer die Möglichkeit ihn erstmal in Kurzzeitpflege zu geben, im Heim wird meistens dann schnell klar, ob einer Höherstufung nötig ist.

Stürzen kann er da allerdings genauso, es gibt keine Möglichkeit das komplett zu verhindern. Für die Nacht ein Beruhigungsmittel wäre sicher sinnvoll, diese Unruhezustände sind auch für die Betroffenen alles andere als angenehm. Kläre das mit seinem Hausarzt ab.

sLepara1torenfdleTisxch


Für die Nacht ein Beruhigungsmittel wäre sicher sinnvoll, diese Unruhezustände sind auch für die Betroffenen alles andere als angenehm.

Den Eindruck haben wir aufgrund seines Verhaltens auch und entnehmen es auch so in etwa seinen Äusserungen. Wobei ein klein wenig scheint er sich jetzt wieder zu fangen. Ihm hat der Tod meiner Mutter im Dezember schwer zugesetzt und was die Demenz angeht einen sehr deutlichen Schub zum schlechteren hervorgerufen.

MHonikxa65


Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Krankenhausaufenhalten haben auch oft so einen Effekt. Das Verhalten ist allerdings auch nicht jeden Tag gleich, es kann und wird ziemlich sicher auch wieder schlechter werden. Deshalb wäre es sicher gut, wenn du dir konkret Gedanken machst, wie es weiter gehen soll.

d*ie Toxrte


ich habe mal in einer einrichtung gearbeitet die speziell für alzheimer/demenzkranke patienten sind.

nie wieder.

viel zu wenig personal. es gab dor fälle, da werden die nach dem essen im rollstuhl auf ihr zimmer geschoben, starren 5 stunden die wand an und werden dann wieder zum essen geschoben. was dort abgegangen ist war mir zu heftig ..

sIepar&atorenf;leisxch


Für mich, bzw. für uns ist der Fahrplan eigentlich mehr oder weniger klar:

So lange wir ihn noch in der eigenen Wohnung halten können, kommt er noch nicht in ein Heim. Das ist für ihn gut, für uns Angehörige und auch aus finanzieller Sicht. Wird es eines Tages aufgrund von Verschlechterung seines Zustandes durch die Demenz nicht mehr möglich sein ihn in heimischen Wänden zu halten, ja dann werden wir uns nach einem Platz im Heim umsehen müssen.

MWoGni8ka65


Habt ihr ein Notrufsystem eingerichtet? Möglichst mit Rückruf, das hat bei meiner Mutter ihr Verbleiben im häuslichen Bereich verlängert. Auch bei meiner Schwiegermutter, die oft gestürzt ist.

NCilpfe'rd


So lange wir ihn noch in der eigenen Wohnung halten können, kommt er noch nicht in ein Heim. Das ist für ihn gut, für uns Angehörige und auch aus finanzieller Sicht. Wird es eines Tages aufgrund von Verschlechterung seines Zustandes durch die Demenz nicht mehr möglich sein ihn in heimischen Wänden zu halten, ja dann werden wir uns nach einem Platz im Heim umsehen müssen.

Umsehen würde ich mich jetzt schon mal, wenn Ihr davon ausgeht, dass er früher oder später in ein Heim muss. Gute Heime haben Wartelisten (und pauschal gesagt: schlechte nicht), und man sollte sich die Heime in der Nähe mal in Ruhe ansehen und sich erklären lassen, wie sie dort mit demenzkranken und sturzgefährdeten Personen umgehen.

Meine Mutter ist auch schwer dement und sturzgefährdet und seit einem Jahr in einem Heim. Sie ist dort mit Gurten über den Oberschenkeln im Rollstuhl fixiert, so dass sie nicht alleine aufstehen kann, nachts im Bett ist es ähnlich gelöst. Meistens reicht schon ein Stecktisch am Rollstuhl (den konnte meine Mutter aber lösen).

Meiner Meinung nach (neben der eigentlichen Pflege) sehr wichtig: Aufenthaltsräume, in denen sich die Patienten, die nicht bettlägerig sind, tagsüber aufhalten. Weniger wichtig finde ich spezielle Demenzstationen, da in den Heimen ohnehin mehr als die Hälfte der Bewohner dement sind. Aber der persönliche Eindruck zählt. Und ggf. mal den Hausarzt oder Bekannte fragen, was sie für Erfahrungen gemacht haben.

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