» »

Ein demenzkranker Mensch im Altenheim

s%ekparato-renfleOisxch


Habt ihr ein Notrufsystem eingerichtet?

Wie gesagt, vorerst werden mit ihm zwei Frauen in Abwechslung in der Wohnung rund um die Uhr leben.

Umsehen würde ich mich jetzt schon mal, wenn Ihr davon ausgeht, dass er früher oder später in ein Heim muss.

Das werde ich in nächster Zeit angehen. Momentan blüht er ein wenig auf, nach den Strapazen der letzten Tage. Mit der Frau, die sich momentan um ihn kümmert, versteht er sich gut. Er betrachtet sie ein wenig als seine Tochter. Er fühlt sich wohl. Ich werde die Situation jedoch beobachten.

M+itter%n*8cxht


Ich weiß, dass dieses Thema vom Januar ist, doch lässt es mich nicht los und ich möchte die Fragen wie man im Heim demenziell veränderte Menschen vor Stürzen schützen kann nicht so unbeantwortet im Raum stehen lassen!

(Ich arbeite seit knapp 6 Jahren in der Pflege, seit diesem Monat auf einer "normalen" Etage, vor meinem Umzug auf einer "Demenzstation")

Grundsätzlich gilt natürlich "Jeder Mensch hat das Recht zu Fallen", das heißt, dass nicht sofort jeder der umher wandert gleich ans Bett gebunden wird!

Es gibt diverse Möglichkeiten der Sturzprävention.

Es gibt z.B. sog. "Protectorenhosen", welche man unter die normale Tageshose/Schlafanzughose zieht.

Diese sind mit Hüftpolstern ausgestattet und können Stürze so "abmildern".

Grade für Menschen die nachts herum geistern und sturzgefährdet sind würde sich noch eine "Klingelmatte" anbieten!

Sobald die Person auf diese tritt wird es dem Personal angezeigt, so als würde man selbst die Klingel im Zimmer betätigen und dann weiß man "Oh Hr/Fr XY ist aufgestanden, da muss ich sofort mal gucken gehen!"

Ebenso wie hier schon erwähnt bietet sich auch ein Niederflurbett an.

Ein Bett welches man sehr weit herunter fahren kann.

Ganz simpel auch grade für Läufer:

Anti-Rutsch oder auch "Stopper-Socken" genannt!

Da demenziell veränderte Menschen auch oft einfach auf Socken los laufen und der Bodenbelag in vielen Häusern einfach ziemlich rutschig ist kann dies schon eine große Hilfe sein!

Das wären jetzt die Dinge, die mir spontan als Nicht-FACHkraft einfallen!

Je nach Bewohner KANN auch ein Bettgitter helfen, doch erhöht sich die Sturzgefahr, wenn die betroffene Person versucht darüber zu klettern und da meines Wissens nach ein Bettgitter einer gerichtlichen Anordnung bedarf,( da dies als Fixierung gilt!) welche jährlich überprüft wird, DARF ein Heim dies niemals willkürlich OHNE Anordnung einsetzen!

Mit Bauch-/Bettgurten schaut es glaube ich genauso aus, bei uns im alten Heim wurden beide nur fixiert da die Angehörigen das so wollten und dies bei Gericht durchgesetzt haben.

Medikamente können unterstützend nach Absprache mit Angehörigen/Betreuern und Ärzten gegeben werden, allerdings kenne ich es von uns so, dass in den ersten Tagen/Wochen wo solche Medikamente gegeben werden darauf geachtet wird ob es denjenigen im Alltag negativ beeinträchtigt (die Person "abgeschossen" wird) und ob die Dosierung gut scheint oder zu hoch/zu niedrig scheint.

Auch das wieder stets in Rücksprache mit Angehörigen/Betreuern und Ärzten!

Soviel zum Thema von mir, wobei ich mich jetzt speziell auf die nächtliche Unruhe konzentriert hab, da das speziell im Eröffnungspost angesprochen wurde.

Alle Angaben sind natürlich ohne Gewähr und ich weise nochmals daraufhin, dass ich keine PflegeFACHkraft bin, sondern "nur" eine Pflegehelferin, doch das ist das was ich in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn erlebt hab und ich persönlich bin auch der Meinung, dass Fixierung und Medikamente in einem GUTEN Heim die letzten Lösungsmöglichkeiten sind!

s5eFpargatore'nflxeisch


@ Mittern8cht

Ich danke dir für deinen Beitrag und deine Bescheidenheit. Aber deine Erfahrung und darin verborgende Bescheidenheit hilft mir wirklich weiter, als wenn da einer klugscheissert .

Nach dem Eingangsbeitrag hat sich mein Vater zwar etwas erholt und es ist momentan nicht ganz so akut, aber die Demenz schreitet und schreitet voran. Zwar ist dein Erfahrungsbericht im Augenblick nicht so aktuell für mich, jedoch kann sich das in wenigen Wochen und Monaten und ich befürchte es, wieder ändern und deshalb danke ich dir, dass ich dann wieder deinen Beitrag nachlesen kann.

Momentan beschäftigt mich Tag für Tag, es kostet mich viel Kraft und Nerven und das mehrfach am Tag, die Frage, wann denn der richtige Zeitpunkt wäre, ihn in fremde Hände Hände zu geben.

Vielen Dank Mittern8cht, dass du dich mit meinem nicht mehr so aktuellen Faden hier im Forum beschäftigt hast. @:)

Mgitte"rn8cxht


Zunächst einmal:

Gern geschehen!

:-)

Ab wann die Zeit für einen Platz im Heim gekommen ist ist wohl individuell, aber ich denke wenn es dich selbst zu sehr "kaputt" macht dir täglich Gedanken zu machen, es immer schwerer wird die Gesellschaft zuhause zu gewährleisten oder eben die unruhigen Zustände grade Nachts zunehmen wäre es für alle Beteiligten besser, denn im Heim kann und darf man die Pflege und auch einen Teil der Verantwortung abgeben, muss sich nicht selbst u allein 24/7 den Kopf zerbrechen und je nach Situation können "geschulte" Menschen auch besser mit manchen Dingen umgehen....

Natürlich ist das richtige Pflegeheim das A und O und ein geeignetes zu finden kostet mit Sicherheit viel Zeit und Nerven, denn gepflegt und Bewohnerfreundlich sind sie beim ersten Besuch alle.....

Ich drücke dir unbekannterweise die Daumen und hoffe dass du sobald es nötig ist einen guten Platz findest.

Sollte es noch irgendwelche Fragen bzgl. dem Altenheimalltag oder der Demenz o Ähnlichem geben stehe ich gerne per PN o hier zur Verfügung, auch als Nicht-Fachkraft :=o

mGnexf


vorerst werden mit ihm zwei Frauen in Abwechslung in der Wohnung rund um die Uhr leben.

Wieso nur vorerst?

Ich gehe davon aus, dass es Pflegefachkräfte sind, oder was heißt "eine Frau"?

sTepa.ratoTrenflxeisch


@ mmef

Was ist daran nicht zu verstehen?

Ich fange mal von Anfang an an. Bei meinem Vater schreitet die Demenz im vierten Jahr immer schneller voran. Mittlerweile wird es sehr deutlich, dass er aufgrund der Demenz Alterskrank ist und die Rakete der Probleme steigt immer höher.

Nach dem Tod meiner Mutter kurz vor Weihnachten 2015 hat er einen gewaltigen Schub zum Schlimmeren erhalten.

Tja, meine Mutter ist nun nicht mehr da und ich bin mir mit vielen Freunden unserer Familie einig, dass es ihr gegönnt sei, das nicht mehr erleben zu müssen.

Somit haben wir ab Anfang des Jahres über Agentur polnische Frauen gefunden, die mit ihm in der Wohnung leben, quasi rund um die Uhr. In Abwechslung von vier bis fünf Wochen. Die Frauen sind toll aber auch nicht ohne Fehler. Ist ja menschlich.

Im Januar 2016 war alles sehr gut, es schien, als würde sich mein Vater ein wenig zu erholen. Anfang Februar noch, dann fingen die Probleme richtig an. Im März kam die Frau vom Januar voller Freude wieder und sie stellte eine unangenehme Persönlichkeitsveränderung bei meinem Vater fest. Das sagte sie mir.

Es gab Anfang bis Mitte März gute und schlechte Tage, auch vom Wetter abhängig. Aber die Frau klagte mir ihr Leid, dass er sie wie ich auch von Zeugen erfuhr, schwerwiegend tagelang schikanierte.

Meine Schwester und ich haben ihm darauf hin die Pistole auf die Brust gesetzt und ihm klar gemacht, dass wenn er sich nicht benimmt, mit den Frauen in Frieden leben zu wollen, er zwangsweise in ein Altenheim kommt, weil es sonst aufgrund seines Verhaltens keine Möglichkeit gäbe, ihn in seiner Wohnung zu halten. Generalvollmachten vom Notar haben wir und notfalls könne er einen Betreuer vom Amtsgericht bekommen.

Ich bin bei meinem Vater sowieso der BÖSE, weil ich sein Geld verwalte und sonst über ihn bestimme. Somit ist es für mich OK, wenn die polnischen Frauen die Rolle der Guten übernehmen. Die finanzielle Situation behalte ich ja in der Hand.

Bei meinem Vater wird in letzter Zeit immer deutlicher, dass die Demenz eine Erkrankung ist!!! Menschliche Unannehmlichkeiten treten immer mehr in den Vordergrund.

Die Frauen aus Polen haben zwar Interesse Geld mit der Betreuung meines Vaters zu verdienen, aber das hat dann Grenzen, wenn die Situation psychisch nicht mehr für sie zu ertragen ist. Und ich fürchte, es wird spätestens Ende des Jahres 2016 der Fall sein, wenn nicht schon früher oder bald.

Ich würde gerne noch etwas zu polnischen Pflegekräften aus eigener Erfahrung schreiben wollen:

Wenn die Chemie zwischen der Frau aus Polen und der zu versorgenden hilflosen Person stimmt, ist ja alles gut und wünschenswert.

Geld hin und her. Aber wenn im Fall meines Vaters die polnische Pflegekraft vier bis fünf Wochen bis auf ein bis drei Stunden am Tag ständig bei ihm ist und mein Vater zu 99 Prozent einen katholischen Kirchensender schauen will, weil er das sonstige Fernsehen nicht mehr versteht, obgleich polnische Fernsehprogramme verfügbar wären, dann ist m. E. mit der polnischen Pflegekraft Mitgefühl angebracht, dies ertragen zu müssen. Deshalb brauchen auch diese Frauen auch die Erholung in ihrer heimatlichen Umgebung.

M\itt*ern8cxht


Guten Morgen *:)

Bitte sei mir nicht böse, aber was du schreibst klingt eigentlich nur noch nach Stress und Anspannung für deinen Vater und vor allem auch für dich!

So wie du es schreibst klingt es als seien diese polnischen Frauen die mit deinem Vater z.Z leben kein Pflegepersonal sondern einfach Frauen die bei ihm leben, damit er nicht allein zuhause ist und wenn dies tatsächlich so ist halte ich das für relativ grenzwertig....

Wenn die Frauen sich bei dir über "unschöne" Seiten deines Vaters beschweren.....naja ich sags mal so:

Wer vom Fach ist weiß was da so auf einen zukommen KANN....

Vielleicht liegt klingt es nur so, aber....hast du deinen Vater mal gefragt wie ER mit den beiden Frauen zurecht kommt?

Vielleicht zeigt er seine "menschlichen Unannehmlichkeiten" ja bei ihnen verstärkt, weil sie ihm (aus seiner Sicht) keine andere Wahl lassen und er sich nicht anders zu helfen weiß?

Was mir sehr wichtig ist:

Es tut mir leid, dass du die Krankheit Demenz live erleben musst und dass es deinen Vater betrifft, aber bitte bitte nimm dir nicht alles was dein Vater in seiner Demenz so sagt/tut zu Herzen!

Wie du schon sagst, es ist eine miese Krankheit und dein Vater meint es mit Sicherheit niemals so wie er es sagt, wenn er dich als "den Bösen" hinstellt!!!

Ich bin mir sicher, dein Vater weiß eigentlich zu schätzen was du für ihn tust (schließlich hast du ja nicht umsonst die Vollmacht bekommen!), also bitte halte dir das vor Augen!

Er ist nach wie vor dein Vater und er liebt dich auch nach wie vor, auch wenn er das nicht immer sagt/zeigt!

Ich wünsche dir weiterhin starke Nerven und ein dickes Fell :)_

m%nef


Was ist daran nicht zu verstehen?

Von einer polnischen Pflegekraft, von der du absolut nicht so begeistert zu sein scheinst, war bisher nicht die Rede.

Nur ums Geld gehts im Heum ebenso.

Grundsätzlich heißt auch eine Verschlechterung des Zustandes nicht automatisch, dass Pflege nur noch im Heim möglich ist. Deshalb die Frage; das gibt es da nicht zu verstehen.

mJnexf


So wie du es schreibst klingt es als seien diese polnischen Frauen die mit deinem Vater z.Z leben kein Pflegepersonal sondern einfach Frauen die bei ihm leben, damit er nicht allein zuhause ist

So isz es. Weil es so klingt habe ich gefragt, was man sich unter "die Frauen" vorstellen darf. :-)

M1onixka65


Eine "Standpauke" wird nicht so viel weiterhelfen, wenn er dement ist. Wahrscheinlich wird er sich auch noch weiter verändern. Mir ist nicht klar, warum ein Pflegeheim so ausgeschlossen sein soll. Ich glaube auch, dass dir die polnischen Kräfte kündigen werden, weil eine solche Rundumbetreuung eines einzelnen dementen Menschen ist bei weitem belastender als die Arbeit in einem Heim, bei der man immer wieder Distanz herstellen kann.

s!eparaXtorEefnZfl&eixsch


Mir ist nicht klar, warum ein Pflegeheim so ausgeschlossen sein soll.

Für mich nicht. Für meinen Vater jedoch ist es wie für den Teufel das Weihwasser. Er hat es sich ausdrücklich gewünscht zu Hause bleiben zu dürfen. Irgendwann wird es ihm wahrscheinlich egal sein.

sMepa|ratJoren~fleixsch


Als ich erstmalig angesprochen habe, dass ein Pflegedienst kommen muss, um ihn zu baden, da hat er tagelang nicht mit mir geredet. Und heute versteht er sich recht gut mit den Leuten vom Pflegedienst.

Als meine Mutter noch lebte, es ihr aber schon ziemlich schlecht ging, da machte ich den Fehler und habe mit meinen Eltern das Gespräch gesucht um mit ihnen über eine mögliche spätere Heimunterbringung zu reden, falls sich die Situation verschlimmert. Meine Mutter bekam einen Heul- und Wutanfall. Wir dachten schon, wir müssten den Notarzt kommen lassen. Für eine schwer herzkranke Frau natürlich nicht gut.

M<onidka65


Solange es funktioniert, ist es ja gut, wenn er noch so leben kann, wie er will. Aber das Leben im Heim stellt er sich vielleicht auch schlimmer vor als es ist.

MQoniOkax65


Nochmal zu den polnischen Pflegekräften, warum bekommen sie nicht einen eigenen Fernseher? Ich glaube auch nicht, dass es so wie du schilderst noch lange gut geht. Abgesehen davon, geht ihre ständige Präsenz deinem Vater nicht auf die Nerven? Ich stelle mir das schrecklich vor. :-/

soep\arat?orenofleisxch


Abgesehen davon, geht ihre ständige Präsenz deinem Vater nicht auf die Nerven?

Es ist eigentlich anders. Er beschwert sich bei mir, wenn die mal seiner Meinung nach zu lange weg bleiben.

Über die Toten nur Gutes heisst es. Jedoch ist es schon ein Problem, dass meine Mutter ihn so umsorgt hat. Das kann eigentlich kein Mensch ersetzen. Die Frauen geben sich wirklich Mühe.

Solange es funktioniert, ist es ja gut, wenn er noch so leben kann, wie er will. Aber das Leben im Heim stellt er sich vielleicht auch schlimmer vor als es ist.

Ich war gerade ein Altenheim besichtigen. Auf der Station, auf der ich war. Wenn ich den Zustand der Menschen, welche ich dort gesehen habe mit dem meines Vaters vergleiche, dann ist er meiner Einschätzung nach maximal ein halbes Jahr davor.

Jetzt muss ich mich mit guten Freunden unserer Familie und meiner Schwester beraten. Weil es unter Umständen etwas dauern kann, bis ein Heimplatz frei wird. Und wenn es in den nächsten Wochen plötzlich gar nicht mehr geht und ich ihn noch nicht angemeldet habe, was mache ich dann?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kranken- und Altenpflege oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH