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Dekubitus im Pflegeheim

k8ita3x3 hat die Diskussion gestartet


Meine Mutter ist nach einem Krankenhausaufenthalt ins Pflegeheim gekommen. Zur Zeit handelt es sich um eine Kurzzeitpflege, aus der aber eine vollstationäre Pflege werden muss.

Bereits nach 12 Tagen zeigten sich Anzeichen eines Dekubitus Grad 1, 3 Tage später bereits Dekubitus Grad 2.

Mir ist bekannt, das ein D. bereits nach 2 Stunden enstehen kann, aber dieser Verlauf macht mir doch etwas Angst.

Einen Tag nachdem Grad 1 festgestellt wurde, musste ich mich erst mit einer Pflegerin anlegen, damit meine Mutter nach 2 Stunden, vom Rollstuhl in das Bett durfte. Heute hat sie wieder 3,5 Stunden im Rollstuhl verbringen müssen ehe sie wieder ins Bett durfte. Der Lagerungsplan wird sehr sehr selten geführt, somit weiß die Nachmittagsschicht nicht, seit wann meine Mutter schon im Rollstuhl sitzt.

Nun war ich nach dem Streitgespräch mit der Pflegerin, schon einmal bei der Pflegedienstleitung.

Eigentlich müsste ich dort am Montag wieder auf der Matte stehen, nur möchte ich auf keinen Fall als Meckertante da stehen, da ich schon einiges auf Station kritisiert habe.

Tja, was mache ich nun?

-Kann ich nicht mehr erwarten?

-Ist das alles normal mit dem D.?

- Gehe ich nochmals zur Pflegedienstleitung?

Desweiteren sieht es mit der Ernährung meiner Mutter nicht so gut aus, sie mag nicht essen und bekommt deshalb oftmals Kartoffelbrei (heute mit Vanillesauce :-o ). Gerade eine Mangelernährung begünstigt ja einen Dekubitus.

Gibt es da vom Arzt Vitamine zur Verordnung oder kann ich das welche von Abtei kaufen und ihr einfach verabreichen?

Antworten
Bdirkkenzwexig


hochkalorische nahrung gibt es in der apotheke. fresubin zB

was die lagerei betrifft, sind die verpflichtet, das zu dokumentieren.

wenn du aufhörst zu meckern, hast du verloren. also geh nochmal zur PDL am montag.

hat deine mutter eine antidekubitusmatratze? sind lagerungskissen da? wird gepolstert?

kXita3T3


Vielen Dank für deine Antwort.

Das Fresubin hatten wir schonmal, ich weiß nur nicht ob es in diesem Fall das richtige ist. Ich habe gelesen, dass besonders Vitamin A,C + K sind, bei Dekubituspatienten.

Vielleicht müsste das durch Pillen zugeführt werden?

wenn du aufhörst zu meckern, hast du verloren. also geh nochmal zur PDL am montag.

Zur Zeit haben wir ja Kurzzeitpflege, dann soll noch eine Verhinderungspflege folgen und dann erst die vollstätionäre Pflege.

Was mache ich, wenn sie meine Mutter dann nicht aufnehmen wollen? Weil ich eh nur Stress mache.

Ich hab mir ja schon einige andere Heime angeschaut, nur kann ich ja nirgends hinter die Kulissen schauen ???

hat deine mutter eine antidekubitusmatratze? sind lagerungskissen da? wird gepolstert?

Eine Matratze hat meine Mutter noch nicht. Hat sowas das Heim oder kommt die auch über die KH?

Lagerungskissen gibt es eines, ansonsten nutzen sie die Sofakissen, die ich von zu Hause mitgebracht habe.

Ein Dekubituskissen für den Rollstuhl hat sie seit Dienstag, im laufe der nächsten Woche kommt ein Pflegerollstuhl.

M5oni:k9a65


Im Bett kann sie auch einen Dekubitus bekommen, hundertprozent vermeidbar sind leichte Fälle davon nicht immer. Trotz entsprechenden Matratzen und Lagerung. Er sollte dann gut behandelt werden und ist nach meiner Erfahrung sehr gut eingrenzbar. Hartschaummatratzen sollte das Heim haben, da gibt es unterschiedliche Systeme, Wechseldruckmatratzen laufen über die Krankenkassen, müsst ihr sehen, ob ihr eine bekommt.

Lagerung im Bett muss dokumentiert werden.

Eigentlich müsste ich dort am Montag wieder auf der Matte stehen, nur möchte ich auf keinen Fall als Meckertante da stehen, da ich schon einiges auf Station kritisiert habe

Gut möglich, dass du keinen stationären Platz bekommst, wenn du alles mögliche kritisierst. Was hat die PDL gesagt? Ist ein Arzt hinzugezogen?

k~itIa3x3


Er sollte dann gut behandelt werden und ist nach meiner Erfahrung sehr gut eingrenzbar.

Nur sind 3,5 - 5 Stunden eine gute Behandlung?

Nach einer Matratze werde ich morgen mal fragen. Ich glaube aber aber kaum das es sowas da gibt. Anscheinend gibt es ja auch nur ein Lagerungskissen. :-(

Was hat die PDL gesagt?

In dem Gespräch ging es mehr darum, das sich eine Pflegerin weigerte, meine Mutter vom Rollstuhl ins Bett zu legen, trotz Schmerzen und beginnenden D.

Wenn ich es mir jetzt so richtig überlege, hat er sich eigentlich gar nicht so richtig dazu geäußert.

Ist ein Arzt hinzugezogen?

Ja, der Arzt weiß Bescheid. Es wurden Dekubituspflaster verschrieben und auf meine Bitte hin, ein Dekubituskissen und ein Pflegerollstuhl verordnet.

Ich werde erst mal in den nächsten Tagen den Ball flach halten, bis ich weiß, ob ich nun das Heim wechsle oder nicht.

M\oni)ka6x5


Nur sind 3,5 - 5 Stunden eine gute Behandlung?

Wie meinst du das? Weil sie die übrige Zeit im Rollstuhl ist? Hast du mal mit der Stationsleitung gesprochen.

Anti Dekubitus Matratzen müsst ihr selbst besorgen.

In dem Gespräch ging es mehr darum, das sich eine Pflegerin weigerte, meine Mutter vom Rollstuhl ins Bett zu legen, trotz Schmerzen und beginnenden D.

Mit welcher Begründung?

Wo genau hat sie den Dekubitus?

N=ilp-ferxd


Meine ganz subjektive und nicht repräsentative Einschätzung: in der Kurzzeitpflege ist die Pflege oft am schlechtesten. Die Pflegekräfte wissen, dass die Personen nur 2 Wochen oder so bleiben, sie kennen sie nicht, und es "lohnt" sich für sie auch nicht, sie kennenzulernen.

Abgesehen davon - beim Dekubitus würde ich bei der Pflegedienstleitung ruhig noch mal nachfragen, auch beim Arzt, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Im Gegenzug würde ich aber nicht bei jeder anderen "Kleinigkeit" nachhaken und kritisieren.

Wenn Dein schlechtes Gefühlt bei dem Pflegeheim bleibt, ist es vielleicht auch nicht das richtige für Deine Mutter. Warum isst sie z.B. nicht? Hat das körperliche oder andere Gründe (Verweigerung, schmeckt es ihr nicht)? Würde sie auch bei Dir nichts anderes essen als Kartoffelbrei? Gibt sich das Heim da Mühe, oder versuchen sie nur, sie irgendwie satt zu bekommen? Man kann bei keinem Heim Wunderdinge erwarten, alle haben Kosten- und Zeitdruck. Aber es gibt trotzdem wesentliche Unterschiede, z.B. eben, wie gelagert wird, wie das essen gegeben wird usw. Frag ruhig mal den Arzt Deiner Mutter, was er für Erfahrungen mit diesem und ggf. anderen Heimen gemacht hat. Hausärzte, die ins Heim kommen, sehen viel, was Angehörige nie sehen.

M{oniakax65


Ich finde es sehr wichtig, dass man auch Vertrauen in die Leistungen und Vorgehensweisen des Heims hat, wenn du das Vertrauen hier gar nicht aufbauen kannst, dann sind das die denkbar schlechtesten Voraussetzungen.

Wenn sie stationär bleibt, dann wird eine Pflegeplanung ausgearbeitet und die beinhaltet auch, wie lange sie mobilisiert wird. Das aus fachlicher Sicht, es sollte klar sein, dass in einem Heim auch Fachkräfte arbeiten. Die Mobilisierung muss natürlich nicht streng gehandhabt werden und ist auch manchmal je nach Tag und Befinden zu variieren, aber nach meiner Erfahrung entstehen mehr Dekubitusprobleme im Bett als im Rollstuhl, auch bei längerem Sitzen. Und sie sind behandelbar und sollten sich ein einem ganz normalen Heim niemals zu einem Riesenproblem auswachsen. (Wurde der Grad 2 von einem Arzt diagnostiziert oder hast du dir das im Internet zusammen gelesen?) Das ist auch sehr individuell von der einzelnen Person abhängig, da spielt dann eben eine Rolle wie gut man den Bewohner kennt.

Zu welchem Zeitpunkt hast du denn "verlangt", dass deine Mutter ins Bett gebracht wird? (Manchmal passt es gerade einfach nicht in den Ablauf). Würdest du in deinem Beruf gut darauf reagieren, wenn jemand so mit dir umspränge? Ich lese aus all deine Zeilen heraus, dass du diesem Heim nichts zutraust, so kannst du das auf keinen Fall auf Dauer weiter machen, denn das laugt dich aus, verärgert die Pflegekräfte und nützt deiner Mutter gar nichts. Wie gesagt, eine Vertrauenssache. Wenn du das nirgendwo aufbauen kannst (du bist ja jetzt schon misstrauisch, obs nicht woanders auch so oder womöglich schlimmer ist), dann musst du selbst die Pflege übernehmen.

Aber vielleicht brauchst auch du einfach Zeit, um dich daran zu gewöhnen.

Mwonitkax65


Erkundige dich auch mal danach, ob Wundexperten ins Haus kommen. Das könnte zum Beispiel einmal pro Woche der Fall sein. Sie begutachten dann die Leute, bei denen es nötig ist und geben Behandlungsanweisungen aus. Auch Verschreibungen für Pflaster, zum Beispiel.

m<usicMus_65


Gibt es da vom Arzt Vitamine zur Verordnung oder kann ich welche von Abtei kaufen und ihr einfach verabreichen?

Ältere Menschen haben oft einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel, der sich auch negativ auf die Gesamtgesundheit auswirken kann. [[http://www.aerzteblatt.de/archiv/118937/Epidemischer-Vitamin-D-Mangel-bei-Patienten-einer-geriatrischen-Rehabilitationsklinik - Studie dazu -]]

Ähnlich ist es wohl beim Vitamin B12. Beides kann (und sollte) im Blut untersucht werden. Bei starkem B12-Mangel würde ich für den Anfang zu Injektionen tendieren. Vitamin D kann in der Regel oral verabreicht werden; neben Tabletten bzw. Kapseln gibt es auch ölige Tropfen, die man z.B. in den Brei mischen kann.

In gängigen Multivitaminpräparaten, etwa aus dem Drogeriemarkt, ist Vit. D meist niedrig dosiert (garniert mit irreführenden und veralteteten Angaben wie "100 % des Tagesbedarfs"). Die Behebung eines etwaigen Mangels ist mit diesen Pillen nur schwer möglich bzw. dauert zu lange.

MZoni|ka65


Ja, ich glaube das Thema Vitamin D Mangel wird zu wenig beachtet von den Ärzten. Übrigens gilt das für alle Altersgruppen, habe ich erst neulich gelesen.

k5it7al3x3


Guten Morgen,

mir kommen 3,5 Stunden im Rollstuhl ,wenn jemand Schmerzen hat und halt einen Dekubitus Grad 2,etwas lange vor. Aber ich lasse mich da gerne belehren.

Ich habe auf keinen Fall gefordert, dass meine Mutter ins Bett gebracht wird. Ich habe abgewartet, bis alle Bewohner gefüttert waren und die Küche fertig war. Auf meine BITTE hin, wurde mir geantwortet: Meine Mutter müsste nun bis nach dem "Kaffee" im Rollstuhl bleiben. Sie wäre ja schließlich erst reingesetzt wurden.

Meine Anmerkung das sie Schmerzen hätte, Hinweis auf D. und das ich seit 1,5 Stunden schon da wäre und das somit "gerade erst reingesetzt" nicht hinkommt, wurden abgewiegelt. Als nächste Begründung kam dann-sie müsste integriert werden. Als ich zu Besuch kam, saß meine Mutter allein im Fernsehraum, in den sie musste, weil sie mit Gegenständen (Löffeln) geworfen hatte.

Ich verstehe vollkommen das solche Aktionen meiner Mutter nicht gehen, aber Integration findet nicht allein im Fernsehraum statt! Was ich der Pflegerin auch sagte, daraufhin durfte dann meine Mutter ins Bett.

Ich erwarte nicht das meine Mutter irgendwo noch integriert wird, dazu ist sie auf Grund ihrer Erkrankung gar nicht mehr in der Lage. Was ich aber erwarte ist, dass ihr Schmerzen erspart bleiben.

So, nun muss ich los. Melde mich zu den anderen Fragen/Anregungen später

M@oni$kax65


Manchmal haben die Pflegekräfte eine sehr rigorose Einstellung, die bis zur Bevormundung geht. Schwer zu sagen von außen. Gemeinschaftsräume gibt es dort mehrere?

W2i0nter4faxn85


Hallo, die richtige Ernährung und ein ausreichender Flüssigkeitshaushalt (ca. 2 Liter Flüssigkeit am Tag) sind notwendig zur Erhaltung und Förderung eines intakten Gewebes. Die Ernährung sollte reich an Eiweiß, Vitaminen und Zink (Milchprodukte,

Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte, Salat und Obst) sein. Die Einnahme des Spurenelementes Zink [Produktwerbung] fördert die Wundheilung.

Die Haut sollte bei der Körperreinigung mit milden, ph-neutralen Produkten gepflegt werden und bei sehr trockener Haut sollten nach der Waschung rückfettende Cremes zum Einsatz kommen.

Ungeeignet sind: Franzbranntwein, Gerb- und Farbstoffe, Vaseline, durchblutungsför-

dernde Salben, Kalt-/Warmanwendungen.

Da Feuchtigkeit durch das Aufweichen der Haut einen Dekubitus begünstigt, sollten

bei der Verwendung von Inkontinenzartikeln (Windeln, Einlagen) auf die genaue

Passform und den regelmäßigen Wechsel geachtet werden. Das Bettklima sollte nicht zu warm und nicht zu feucht sein. Das Zimmer sollte täglich gut gelüftet und eine zu warme Raumtemperatur vermieden werden.

Ist ein Hautdefekt entstanden, dann sollte das Behandlungskonzept der sogenannten

feuchten Wundbehandlung mit Anwendung entsprechender Wundprodukte zum Ein-

satz kommen.

Hilfsmittel ersetzen jedoch nicht die aktive Lagerung/Bewegung.

Alles Gute!

SQünDtje


Kita,

normalerweise ist die Druckentlastung im Rollstuhl immer besser, da dort immer noch mal eher durch Verlagerung der Beine etc anders Druck ausgeübt wird.

Und 3,5 Stunden im Rollstuhl sind sicher eine normale Zeit, auch mit Dekubitus, aber wenn deine Mutter es nicht aushalten kann, dann ist es natürlich zu lange.

Wenn sie nicht essen mag und mit Löffeln wirft, ist sie dement? Toleriert sie denn eine Lagerung im Bett?

Eine Wechseldruckmatrazte ist nur sinnvoll, wenn eine Mobilisation nicht mehr gewollt ist, da das Gefühl für den eigenen Körper darauf verloren geht.

Zum Lagerungsplan möchte ich gerne noch anmerken, ja, er muss geführt werden, aber daraus kannst du keine Rückschlüsse über das tatsächliche Lagern schließen.

Das ist schließlich nur geduldiges Papier. Entweder nehmen die Pflegekräfte das Lagern ernst und machen es oder nicht, da nutzt auch ein Kürzel auf einem Stück Papier nichts.

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