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Eltern - meist liebt man sie mal könnt man sie ;-)

MWiB}u71 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin 44, Single und habe noch zwei Geschwister (10 und 13 Jahre älter als ich, aus erster Ehe meiner Mutter) und habe noch beide Elternteile: Vater 82 Jahre und Mutter mit 78 Jahren.

Ich beschreibe nachfolgende kurz die Situationen meiner Eltern:

Meine Mutter ist schon seit Jahren (Ende er 70er) blind, gehbehindert(Mite der 90er) und mal mehr mal weniger depressiv (schon immer). Seit ca. drei Jahren kümmter sich dreimal täglich der Pflegedienst um sie: Blutzucker bestimmen, Insulin spritzen. Ende letzten Jahres wirkte sie oft verwirrt und vergaß sehr schnell immer alles.

Wie sich herausgestellt hat, nahm sie zusätzlich zu all ihren Tabletten die verschrieben sind noch ohne Rücksprache ein Schlafmittel - das sich leider mit Antidepressiva nicht verträgt - wir konnten sie überzeugen drauf zu verzichten und es ging ihr dann wieder besser.

Meinem Vater ging es bis vor drei Jahren sehr gut - fuhr immer noch ca. 30km Fahrrad am Tag und erledigte Einkäufe, mähte Rasen und kümmerste sich halt grob um den Alltag.

Vor drei Jahren im Januar hatte er auf einmal einen epileptischen Anfall - plötzlich aus heiteren Himmel.

Was ich nicht wußte - mein Vater hatte 1980 während seines Alkoholentzuges schon Mal solche Anfälle.

Nun gut - ein Anfall (Januar 2014) danach Ruhe - keine Medikamente.

Januar 2015 (Weihnachten 2014 war etwas stressig) gab es den nächsten epileptischen Anfall - etwas heftiger. Er wurde dann medikamentös eingestellt.

am 30.01. diesen Jahres war ich noch bei meinen Eltern und Beiden ging es sehr gut - vor allen meiner Mutter war gut gelaunt und auch vom Erinnerungsvermögen war alles in Ordnung.

Am 01.02. dann der Anruf morgen um 10h: Vater liegt im Krankenhaus.

Gleich hin zu Muttern, die relativ gefasst wirkte und dann ab ins Krankenhaus.

Vattern hatte wohl einen leichten Schlaganfall mit zwei aufeinanderfolgenden epileptischen Anfällen - es tat weh ihn so hilflos da liegen zu sehn - das kannte ich so nicht von ihm. (Von meiner Mutter bin ich sowas leider schon gewohnt, da sie das Pech hatte bis jetzt Durchschnittlich dreimal im Jahr im Krankenhaus gelegen zu haben - gesehen auf die letzten 30 Jahre).

Wie es bis jetzt aussieht ist die Motorik von Papa wohl komplett vorhanden aber evtl. kann der Schlaganfall eine Demenz ausgelöst haben, jedenfalls bringt er noch einiges durcheinander.

Es ist erst eine Woche her also besteht sicherlich noch eine sehr große Chance dass alles wieder ins Lot kommt.

Bloß meine Mutter - alleine zu Hause - scheint wieder wirr im Kopf zu werden/zu sein. Stellt ca. alle zwei Minuten die gleichen Fragen...ist allgemein vergesslich. Ich vermute, dass sie wieder zusätzlich, um besser schlafen zu können, Schlaftabletten nimmt oder von ihren "normalen" Tabletten mehr nimmt.

Jetzt ist im Gespräch, dass mein Vater für ca. drei Wochen zur Reha soll - ich habe Angst meine Mutter alleine zu lassen. Aber eine Tagespflege - oh Gott...wir Kinder wollen sie abschieben.

Wir Drei (Kinder) wohnen alle 50km oder mehr weg und sind alle berufstätigt. Wir können von Glück sagen, dass es den Pflegedienst dreimal täglich gibt und die Nachbarin (70+) die regelmäßig vorbeischaut (und seit nem halben Jahr haben meine Eltern endlich einen Hausnotruf).

Was sollen wir bloß machen, wenn mein Vater wirklich dement ist und dann wieder nach Hause will/kommt - beide sind dann ansich nicht mehr selbst in der Lage sich zu versorgen - aber betreutes Wohnen oder Heim kommt überhaupt nicht in Frage "vorher werden sie mit den Füßen voran aus der Wohnung getragen" - so ihr Aussage.

Ich mag meine Eltern sehr aber ich habe mich schon immer schwer getan mit der Pflege/Betreuung von Menschen egal welchen Alters.

Meine Geschwister sind selber zwar in der Branche tätig (Arzthelferin und Krankenpfleger) aber wohnen halt weit weg (Umzug kommt für meine Eltern auch nicht in Frage - meine Schwester und ich haben es ihnen angeboten aber sie wollen nicht - so wären wir schneller vor Ort aber auch dieses Argument zählt nicht).

Im Moment bin ich ratlos und hege noch die Hoffnung, dass mein Vater die Kurve noch mal bekommt und wir noch ein/zwei Jahre gewinnen um das Thema (vielleicht) zu klären...aber er wird halt nicht jünger und wenn der Rhythmus stimmt, wissen wir was uns im Januar 2017 erwarten wird.

Ich glaube, dass schon jetzt ein betreutes Wohnen angebracht wäre...wie kann man seine Eltern überzeugen einen leichteren Alltag anzunehmen?

Im schlimmsten Falle - beide sind dement...können sie meiner Meinung nach nicht mehr alleine wohnen (achso die Wohnung ist 55qm groß, hat zwei Zimmer), eine Pflegeperson kann da nicht einziehn (finanziell wäre es wohl möglich).

Ich/wir sind ratlos.

Mir gehts so, dass ich bei jedem Telefonklingeln zusammen zucke - es könnte ja wieder was mit den Eltern sein. Beruflich habe ich auch auch eine Rufbereitschaft, so dass ich mittlerweile sehr unruhige Nächte habe - jedes Geräusch könnte ein Telefonklingeln sein...

Ich weiß, es gibt da keine allgemeine Lösung und zwingen kann man sie nicht - außer man entmündigt. Aber es hat mir schon sehr gut getan das hier einfach zu schreiben...

Antworten
Rfio 9Grandxe


Ein Schritt nach dem anderen:

Demenzabklärung bei der Mutter in einer neurologischen Klinik

Vormundschaft / -en beantragen

vorläufige / unbefristete Demenzwohngemeinschaft suchen.

Der ambulante Pflegedienst kann keine Sicherheit dementer Patienten gewähren.

mdaripxosa


Du bist wirklich in einer schwierigen Situation!

Wie sich herausgestellt hat, nahm sie zusätzlich zu all ihren Tabletten die verschrieben sind noch ohne Rücksprache ein Schlafmittel - das sich leider mit Antidepressiva nicht verträgt

Wie kommt eine blinde und gehbehinderte Frau an diese Medikamente?

Was sollen wir bloß machen, wenn mein Vater wirklich dement ist und dann wieder nach Hause will/kommt - beide sind dann ansich nicht mehr selbst in der Lage sich zu versorgen - aber betreutes Wohnen oder Heim kommt überhaupt nicht in Frage "vorher werden sie mit den Füßen voran aus der Wohnung getragen" - so ihr Aussage.

Dieser Aussage soltest Du nicht das entscheidende Gewicht beimessen, das sagen fast alle. Wenn beide dement sind (dazu der an sich fittere Partner auch noch blind), dann wird es wohl kaum eine andere Möglichkeit geben - es sei denn, ihr könnt euch eine private Rundum-Betreuung in der Wohnung finanziell leisten. Erfahrungsgemäß vergessen auch viele Demente, dass sie nie aus ihrer Wohnung herauswollten.

Wie stehen denn Deine Geschwister dazu? Könnt ihr gemeinsam die nötigen Schritte unternehmen?

Wichtig ist tatsächlich, dass geklärt werden muss, was Deine Eltern wirklich noch können, und dazu ist (wie Rio Grande schon geschrieben hat, eine Abklärung, ob und in wie weit eine Demenz vorliegt.

Auf jeden Fall solltet ihr euch darum bemühen, die Pflegschaft für die Eltern zu übernehmen (keine Vormundschaft, die ersetzt die elterliche Fürsorge und kommt daher hier nicht in Frage); wichtig ist, dass ihr das Geld verwaltet, das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommt und die Gebrechlichkeitsbetreuung/medizinische Entscheidungen. Es wäre gut, wenn eure Eltern die nötigen Vollmachten noch selber unterschreiben (können).

Näheres dazu: [[http://www.bundesanzeiger-verlag.de/betreuung/vorsorgevollmacht/formulare-und-muster.html]]

mNaripnosa


edit: und dazu ist (wie Rio Grande schon geschrieben hat) eine Abklärung nötig, ob und in wie weit eine Demenz vorliegt.

:)D

MVoniCkax65


Betreutes Wohnen ist keine geeignete Wohnform für demente Personen.

M(oniwka65


Betreutes Wohnen ist keine geeignete Wohnform für demente Personen.

MriBu7x1


Erst mal vielen Dank für die Antworten - und Entschuldigung für das lange Off sein.

@ Rio Grande:

wie bekommt man seine Mutter zur Abklärung für Demenz in die Klinik, wenn sie nicht möchte?

@ mariposa:

der liebe Hausarzt schreibt Privatrezepte aus...bzw. der Pflegedienst holt die besagten Tabletten wenn er mit meinem Vater einkaufen fährt

@ mariposa:

Danke für den Link, werde mich durchlesen und sehn was möglich ist

"Kurzes" Update zur vorliegenden Geschichte: mein Vater war ja zur Reha und hat drei Wochen Verlängerung bekommen - kurz bevor dies feststand, hatte meine Mutter Nachts den Notdienst gerufen...sie meinte Herzprobleme zu haben - nach Untersuchungen im Krankenhaus war nichts feststellbar, außer dass sie verwirrt und nervös sei. Ihr war zu Hause alleine Einsam, sie hatte Angst...kann ich verstehn (sie war das rste mal in 45 Jahren Ehe längere Zeit alleine zu Hause)

Es war möglich es einzurichten, dass auch sie eine Rehamaßnahme bekam - in der gleichen Klinik wie mein Vater. Sie hatte vorher schon des öffteren den Wunsch geäußert, dass sie doch bei ihm sein möchte...

Da meine Mutter 5 Tage vorher aus der Reha gekommen wäre als mein Vater, wurde nach. ca. 1,5 Wochen Reha-Aufenthalt mit ihr gesprochen, was man machen könnte. Man bot ihr einen Platz in der Kurzzeitpflege an - somit wären dann 5 Tage später Beide zeitgleich nach Hause gekommen.

Fazit: 2 Tage später hat sie sich selbst entlassen, Reha abgebrochen und uns drei Kindern vorgeworfen, wir wollten sie abschieben und seien auch alle all ihren Erkrankungen schuld...

Nun ist es so, dass sie ca. einmal in der Woche richtige Ausraster hat - den Pflegedienst verweigert (heute ist sie weggelaufen - obwohl sie ja eigentlich Gehbehindert ist), droht gehäuft mit Selbstmord (kennen wir schon länger - der Pflegedienst noch nicht, der wird verständlicher Weise sehr nervös)...

Sofern man auf die Erkrankung vom Vater zu sprechen kommt, fällt sie ins Wort, und ihr tut es auf einmal sonstwo weh.

Mittlerweile weiß ich nicht, was ich glauben soll: a) ist meine Mutter dement und es kommt zu regelmäßigen "Ausraster-Schüben" oder b) braucht sie sehr viel Aufmerksamkeit und scheint sich von allen allein gelassen zu fühlen - sprich sie ist sehr depressiv?

Spricht man (mein Bruder) mit dem Arzt kommt kaum was bei rum (Arztwechsel ist nicht von den Eltern gewünscht) und er verschreibt die nächsten Pillen...

Achso...meinem Vater geht es soweit gut, hat etwas abgenommen, ist geistig zu 95% wieder online - vergisst ab und an etwas aber das darf man ja wohl mit 82...Bloß regulär Wasser lassen kann er nicht mehr bzw. er verspürt keinen Harndrang. Daher hat er jetzt dauerhaft einen Katheter aber er kommt damit gut klar - gefällt ihm zwar nicht aber es geht.

Themen wie Klinik, Arztwechsel/-besuche geschweige denn Heime sind mit Beiden aber immer noch nicht zu diskutieren.

Eine Vormundschaft wird auch schwer möglich sein, da bei den Befragungen in den Kliniken beide einen "gut sortierten Eindruck" machen - na dann...

Wir Kinder würen gern helfen, wissen bloß nicht wie, wenn man nicht helfen darf.

Ich fühl mich im Moment total überfordert, kann kaum noch schlafen. Der Pflegedienst ist auch total fertig, ruft mich regelmäßig an und fragt, was sie machen sollen...Mein Bruder wurde von Mutter rausgeschmissen - der "hat nichts mehr zu sagen" und meine Schwester geht auch am Stock und wohnt eh zu weit weg...

Fakt ist das Muttern jegliche zusammenarbeit mit uns Kindern zur Zeit verweigert und sich Vattern extrem zurückhält.

TSapxs


wie bekommt man seine Mutter zur Abklärung für Demenz in die Klinik, wenn sie nicht möchte?

Wenn sie gar nicht zu überreden ist und sie für sich und andere eine Gefährdung darstellt, per Gerichtsbeschluss. Ich hatte mit meiner Mutter dasselbe Problem. Sie wurde unter Betreuung gestellt, in die Psychiatrie eingewiesen und ist dann ins Pflegeheim gezogen

Aber dies hier:

Eine Vormundschaft wird auch schwer möglich sein, da bei den Befragungen in den Kliniken beide einen "gut sortierten Eindruck" machen - na dann...

steht dem eigentlich entgegen. Es ist jedem selbst überlassen, wie er leben will.

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