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Putzdienst der Sozialstation

CJlhon/dykxe hat die Diskussion gestartet


Ich habe bei der Krankenkasse eine Reinigungskraft von der Sozialstation (im Rahmen der Pflege meiner bettlägerigen Mutter) beantragt und auch genehmigt bekommen. Nach dem 1. Putzen wurde diese Frau wohl länger krankgeschrieben und man stellte uns eine 55-jährige Frau aus Syrien (Kontingentflüchtling) zur Verfügung. Das Ganze gestaltete sich nicht nur verständigungsmäßig (sie spricht nur unzureichend deutsch und versteht auch sehr schlecht) als schwierig, auch insgesamt ist das alles nicht so leicht. Sie kommt hier praktisch vermummt in langem Mantel, Kopfbedeckung und dicken Stiefeln an, ich zeige ihr alle Putzutensilien und erkläre, mit Händen und Füßen, was zu tun ist. Ich ging davon aus, dass sie weiß, wie man eine Toilette oder Waschbecken putzt, weit gefehlt: Sie schüttet die Scheuermilch in den Wassereimer, braucht für einen schmalen, etwa 4 m langen Flur 3 große Wassereimer (ohne den bereitgestellten Allzwegreiniger) usw. Ich wickle ihr den Lappen um den Schrubber u. zeige ihr wie's geht. Also geklappt hat da überhaupt nichts. Unsere Nachbarin, bei der sie anschließend war (alles insges. 4 Std.) war ebenfalls geschockt. Ich rief bei der Sozialstation an und schilderte die Situation. Bei allem Verständnis für diese Frau u. von Integrationshilfe hat man ja auch schon gehört, aber die Sozialstation hat wohl kein weiteres Personal. So kommt nun nächste Woche die Leiterin der Sozialstation u. erklärt unserer Syrierin das Putzen und erklärt ihr einen Staubsauger. An sich eine nette, hilfreiche Geste, aber weil sich hier dann viele Leute auf die Füße treten, sagt mir eine innere Stimme dann... komm mach das mal eben selber schnell..

Auf der anderen Seite stehen uns aber noch über 1 400.- Euro Sachleistungen vom letzten Jahr zur Verfügung, die ich damit in den Wind schlage-- was würdet Ihr machen ?

Ich muss morgen bei der Sozialstation Bescheid geben.

Antworten
Llian/-Jixll


was würdet Ihr machen ?

Es liegt wohl in der Natur der Dinge, dass diese Frau erst mal angelernt werden muss. Jeder putzt anders, womöglich sind auch nicht alle Staubsauger gleich. Ich würde sagen: Das kann nur besser werden mit der Zeit, und es ist eine gute Sache, dass diese Frau einem bezahlten Job nachgehen kann. Bevor du das selber machst oder die Sachleistungen verfallen, ist es doch eigentlich immer noch besser für alle Seiten, auch wenn es am Anfang hapert?

Klar könnte man jetzt denken, dass das Anlernen nicht ausgerechnet bei euch stattfinden muss, aber wie gesagt: Irgendwann hat jeder mal klein angefangen.

S=ilbeZrm&onxdauge


Ist das die Leistung der Pflegeversicherung ? Könnte deine Mutter statt dessen Geld (wäre natürlich weniger

..) bekommen ?

hXagg-t ysjxa


Welches Problem die von dir geschilderte Bekleidung hat, erschließt sich mir nicht ganz.

Davon ab würde ich wohl noch 2,3 Termine abwarten und schauen, ob die Frau nicht doch ganz fix dazu lernt, wenn sie nun von der Leitung eingearbeitet wird.

vnamp;irexlla75


In arabischen Ländern ist das sog. "Schwemmen" noch sehr verbreitet, war es ja früher auch mal bei uns. Also Scheuerpuöver auf den Boden, literweise Wasser drauf und schrubben.

Von daher muss die Frau das wohl erst mal lernen wie das hier geht, danach sollte das wohl kein Problem mehr sein.

Unsere Putzfrau in der Arbeit spricht auch fast kein Deutsch und hat am Anfang auch viel in meinen Augen seltsam gemacht aber inzwischen ist sie wirklich toll und sehr motiviert und notfalls lasse ich wichtige Sachen im I-Net übersetzen.

Hat ein Weilchen gedauert, aber war es wert. So sauber war es bei uns noch nie in der Arbeit.

Hpyperixon


Ein Beitrag wurde aus dem Faden genommen

CSlonduykxe


@ Silbermondauge

Meine Mutter ist in Pflegestufe 2 und bekommt das auch ausgezahlt. Die Sachleistung der Krankenkasse ist etwas anderes, d.h. es stehen ihr 4 Stunden/Monat zusätzlich Hilfen zu im Wirtschaftsbereich, also Putzen, Einkaufen, Fahrten etc. Diese 4 h kann man selbst organisieren (z.B. 4 h am Stück nehmen, od. wie wir alle 2 Wochen 2 Stunden Wohnung putzen).

@ hag-tysja

Ihre Bekleidung ist mir kein Problem, schränkt aber ihre Beweglichkeit doch sehr ein.

Mir wäre das Einlernen der Basics z.B. dort in der Sozialstation schon lieber als bei uns, könnte das ja morgen mal vorschlagen ??

@ vampirella

Ja, hoffen wir mal das Beste lieber Leser.

htag-tyxsja


Ich würde es dort direkt bei der Leitung ansprechen. Sie hat dann ja zwei Wochen Zeit, die neue Mitarbeiterin ordentlich einzulernen.

Ist ja für alle Seiten doof sonst.

Rxut


Du bzw deine Mutter brauchen Hilfe und die wurde genehmigt. Es kann eine entsprechende Leistung erwartet werden und nicht eine vollkommen überforderte Frau, egal woher sie kommt.

Stell Dir vor, die stolpert über die langen Röcke und fällt z.B. beim Fensterputzen (wenn sie diese Arbeit erlernt hat) von der Leiter. Was meinste Du, was Du für Probleme bekommst: Krankenkasse bei Verletzungen, vielleicht entsprach deine Leiter nicht den heutigen Vorschriften und ähnliches.

Ich hatte auch mal so eine Perle, die hat erst das Klo geputzt und danach Waschbecken und Zahnputzgläser mit einunddemselben Putzlappen! obwohl ich einen Stapel bereit gelegt hatte. Da war Schluß bei mir - bei ihr völliges Unverständnis.

Vielleicht findest Du jemanden durch Rumfragen in der Nachbarschaft oder Freunden. Ich verlange jedesmal Referenzen, denn die putzen nicht nur in einem Haushalt. Und dann laß Dir das Geld von der Kasse auszahlen für den Lohn. Anmelden bei Minijob nicht vergessen.

Nimm Dir Zeit für Deine kranke Mutter und verschwende sie nicht an eine Putzfrau.

LKouis}ianxa


Ich sehe es wie Rut. Es geht um Deine Mutter, die Hilfe braucht, und da muß man sich nicht noch weitere Probleme hinzuziehen. Dann muss die Sozialstation halt einen Kurs veranstalten für diese Frauen, bevor sie dann in Haushalte anderer Leute putzen gehen, den Hygiene ist ja kein Luxusdenken sondern eine Mindestanforderung.

FUizzlkypuzxzly


Ich finde auch, dass Du als pflegende Angehörige nicht auch noch eine Putzfrau anweisen musst.

Das ist Aufgabe der Sozialstation, denn die bekommen ja auch das Geld von der Krankenkasse.

Die Stunde wird mit ca. 30,00 Euro angesetzt. Das beinhaltet auch die Anmeldung als geringfügig Beschäftigte.

Dadurch ist die Hilfe auch bei einem evtl. Unfall in deiner Wohnung über die BG abgesichert.

Wenn die Sozialstation das nicht hinkriegt, würde ich mich mit der KK in Verbindung setzten.

Wenn Du dein Problem schilderst, wird dir sicher jemand weiter helfen.

Bei mir ruft jedenfalls alle paar Wochen eine Mitarbeiterin an, fragt nach - auch wie es mir geht.

Ich kann allerdings auch jederzeit mit der Mitarbeiterin tel. in Kontakt treten.

Versuche es einfach mal.

Frage: Was will denn die Sozialstation genau von dir wissen, mit welchen Konsequenzen?

F$izzSlypuz_zly


@ Rut

Grundsätzlich hast Du in deinem Beitrag vollkommen recht.

Die Sachleistungen werden von der KK nur in Verbindung mit einer vorgegebenen Sozialstation

an die S-station ausgezahlt.

Ich hatte 2 zur Wahl.

Sachleistungen werden nicht ausgezahlt, sie können nur verbraucht werden.

Wenn TE privat eine Putzhilfe einstellt, muss diese auch privat bezahlt werden.

Siehe diesen Beitrag bitte nur als Info.

So läuft es jedenfalls hier. Ach ja, diese Hilfen werden nur gewährt, wenn die zu pflegende

Person zu diesem Zeitpunkt auch zu Hause ist.

C+rAzSYCaTx1


Du kannst dir auch wenn es dir zu viel wird einfach einen anderen Dienstleister suchen.

CDlo#nndykxe


Ja, das hab ich jetzt auch gemacht, d.h. im nächsten Ort die Sozialstation angerufen und die haben sich heute eine Bild von der Situation hier gemacht.

Nächsten Mittwoch bekommen wir jetzt hoffentlich eine "ganz normale" Putzfrau. Die Frau aus Syrien, war effektiv nicht tragbar. Zum einen große Verständigungsprobleme u. dann verstehen Araberinnen unter Putzen wohl was anderes wie wir.... oder ? Die Sache mit dem "Schwemmen" kam schon hin. Ich vermute, in Syrien (sie kommt wohl vom Land) versickert das Wasser dann in der festgetretenen Erde... keine Ahnung. Jedenfalls wurde das Wasser eimerweise auf den Boden geschüttet und dann durch Öffnen der Haustür luftgetrocknet....Dazwischen lief sie dann mit den dicken Winterstiefeln durch die Brühe. Auf jeden Fall kannte unsere Perle keinen Schrubber (oder ähnliches Gerät), Putzlappen noch Allzweckreiniger, Scheuermilch und Co. Sie hinterließ auf allen Chromteilen oder Waschbecken eine dicke Scheuermilchspur, die Klobürste warf sie nach Gebrauch in die Badewanne. Dankeschön... aber das Nachputzen war arbeitsintensiver als die Situation vorher.

Man will sich's mit der Sozialstation ja auch nicht verderben, aber verstehen kann ich das nicht. Könnte man diesen Frauen nicht in der Sozialstation mal einen "Putzkurs" geben.

Sie hat mir mal ihren Rucksack mit den "Deutschbüchern" gezeigt.... ":/ :-( :(v

Ist das jetzt ernsthaft "Integration"? ":/ :-/ :|N

Cclon|dykxe


Wollte Euch nur mal über den neuesten Stand informieren:

Habe bei der KK angerufen und gefragt, ob man denn auch eine außerörtliche Sozialstation anfragen könne. Ja, das könne man, hieß es da. Habe ich gemacht und jetzt kommt morgen eine deutsche Putzfrau der Sozialstation aus einem benachbarten Ort für 2 Stunden bei uns (alle 2 Wochen), die dann auch anschließend bei unseren Verwandten (im Doppelhaus) 2 Stunden putzt (" 4 Stunden damit sich die Fahrt rentiert").

Bin schon mal gespannt, ob das jetzt klappt. %-|

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