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Was gehört in eine Pflegedokumentation im Pflegeheim???

f$allfendKes-bxlatt hat die Diskussion gestartet


Ich bin mir nicht sicher, ob mein Beitrag hier richtig ist, hoffe aber, dass jemand Erfahrung mit den Dokumentationen hat und mir raten kann.

Ich bin Angehörige eines Pflegeheimbewohners (mein Vater).

Bei einem Gespräch mit einer Fachkraft im Pflegeheim über die gesundheitliche Situation meines Vaters (Angstzustände durch Morphinpflaster), berichtete ich über meine Angstzustände, mit denen ich in Behandlung war. Dies sollte nur ein Hinweis dafür sein, dass ich die Ängste meines Vater nachvollziehen könnte und ich dafür wäre, dass das Pflaster entfernt werden sollte/müsste, um ihn aus dieser ständigen Angstsituation herauszuholen. Er fantasierte viel, hatte fürchterlich weit und angstvoll aufgerissenen Augen, aß kaum noch, war unruhig, riss die Kleidung vom Körper und verdrehte ständig die Augen und noch einige traurige und erschreckende Dinge mehr.

Das Personal sah noch nicht die Notwendigkeit.

Doch der "Hammer" kam dann, als ich Einsicht in die Pflege-Protokolle verlangte. Nirgends fand sich ein Eintrag, dass die Fantasien meines Vaters Angst behaftet waren, es schon richtige Halluzinationen waren.

Doch oh Wunder (ironisch gemeint) meine Angstzustände mit der Folge einer Behandlung stand in der Pflegedokumentation meines Vaters.

Meine Frage nun: Ist es üblich, dass Befindlichkeiten der Angehörigen in die Pflegedokumentation der Bewohner einfließen? Was soll das bringen ??? ? Ich bin echt sauer, da es ein vertrauliches Gespräch war und nun jeder vom Personal nachlesen kann, dass ich unter Angststörungen litt.

Wird diese "Praxis" auch in anderen Pflegeheimen so umgesetzt? ":/

Antworten
Pl_sch*bieCsxt


Der Eintrag hat in der Pflegedokumentation deines Vaters nichts zu suchen.

Ich würde die Streichung des Eintrags verlangen

fkalleFndes#-blatxt


Das habe ich schon gesagt, dass dieser Eintrag gelöscht werden soll. Doch dies ist nur innerhalb von 24 Std. möglich. Ich hoffe, ich kann da noch etwas ausrichten. Nun bin ich sehr vorsichtig, mit dem was ich sage. Wer weiß, was noch alles über unsere Familie in den Protokollen aufgenommen wurde.

Ich finde es unverschämt und unprofessionell.

P>lüschbtiest


Ich glaube kaum, dass ein Richter dass mit den 24 Stunden ebenso sehen würde.

fqallen+deps-blzatt


Mein Mann sagte auch schon, "das ist ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht und sollte angezeigt werden". Doch soweit will ich nicht gehen. Ich hoffe, dass ich auch so einen Anspruch darauf habe, dass der Eintrag gelöscht wird und ich einen Weg finde.

Ich wünsche noch einen schönen Abend *:)

fAallcendes-3blaxtt


Hat noch jemand Erfahrung mit den Pflegeprotokollen? Ist es üblich, dass Aussagen der Angehörigen in den Bericht einfließen? Bisher wurde noch nichts im Protokoll gelöscht.

Mqoni&kax65


Doch dies ist nur innerhalb von 24 Std

Ist bei uns genauso, sogar kurz danach schon. Vermutlich kann das dann nur in der Zentralverwaltung des Bezirks von jemandem erledigt werden, der Zugriff auf das Programm hat.

M4onitka65


Noch mal zu dem Pflaster, wieso wendest du dich nicht an den Arzt? ":/

fba%llendeqs-blxatt


Der Arzt hatte das Pflaster auf Antrag der Pflegekraft verordnet, weil mein Vater nach einer einmaligen Morphin-Spritze in geringer Dosierung sehr gut geschlafen hatte. Doch diese dauernde Gabe durch das Pflaster haben ihn fast verrückt gemacht. Er war ständig am Kämpfen riss sich den Katheder raus, trotz starken Lähmungserscheinungen durch den Schlaganfall schafft er es sich komplett auszuziehen und war oft am Schreien vor Angst. Das Pflegepersonal meinte, es wäre ja schon vor dem Pflaster so gewesen, dass er Phantasien hatte. Diese waren meiner Meinung nach jedoch nie mit Angst behaftet. Er fragte schon mal nach seiner verstorbenen Frau, warum diese nicht mitgekommen sei oder sah Personen laufen, die ich nicht sah. Das war aber immer ruhig und er nahm Erklärungen gut an, wenn ich auf ihn einging. Der Arzt ordnete dann nach einem Gespräch mit uns an, dass das Pflaster entfernt werden sollte. Nun geht es meinem Vater psychisch wieder viel besser. Er ist wieder ansprechbar und kann richtig auf Fragen antworten. Auch das "verrückte" verdrehen der Augen hat sich normalisiert.

Mit dem Bericht werde ich mich dann mal an die Zentralverwaltung wenden....DANKE!

FOizzl@yHpuzzxly


Überdosierungen von Morphinen können zu allen möglichen Reaktionen führen. Wenn der Arzt das Pflaster auf Antrag der Pflegekraft verordnet hat, würde ich mit dem Arzt mal ein ernstes Wörtchen reden und ihn darauf hinweisen, das Du die Ansprechpartnerin bist und bleibst. So gut wie kein Recht hättest Du, wenn Du dem Pflegeheim die Vollmacht über die Art und Weise der Behandlung übertragen hast. Das nur mal als Hinweis.


Ich würde da mit der Faust auf den Tisch hauen und dein Mann unterstützt dich sogar (tun die wenigsten). Ich habe keine Unterstützung, weil ich mich um die Pflege meines Mannes kümmere innerhalb unserer Wohnung.

Und ja, ich rege mich jedesmal auf, wenn die Rechte dieser Menschen (auch durch Gedankenlosigkeit) wenig beachtet werden. In den KH müssen sich alle mit mir in Verbindung setzen, weil mein Mann manchmal nur eingeschränkt begreift was die Ärzte von ihm wollen. Habe allerding auch alle Vollmachten, notariell beglaubigt.


Zu dem Eintrag in der Akte über deine eigenen Befindlichkeiten fehlen mir die Worte. Für mich wäre das ein Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte. Dementsprechend würde ich... ein Orkan wäre nichts dagegen.

Für dein weiteres Vorgehen wünsche ich dir viel Erfolg, viel Mut und Kraft.

Bitte teile mir/uns doch - wenn Du magst - den weiteren Verlauf mit.

MQon,ikxa65


Ganz so einfach ist es nicht, die Pflegekräfte ziehen natürlich einen Arzt hinzu, wenn sie Beobachtungen machen. Meine Mutter bekommt Neuroleptika, wusste ich bis vor kurzem gar nicht. Ich bin mir sicher, dass das einen guten Grund hat, obwohl ich mich auch zunächst etwas geärgert hatte, dass wir nicht mal informiert wurden.. Hast du die Betreuung? Wenn ja, kannst du das auch veranlassen und im Zweifelsfall verhindern, aber du musst dir auch klar machen, dass das Heim darauf auch reagieren kann. Aber ist ja gut, wenn er ohne Pflaster zurecht kommt. Ich finde Schmerzlosigkeit oder wenigstens Schmerzreduzierung sehr, sehr wichtig, sollte ich mal in die Lage kommen wäre mir das wichtiger als Nebenwirkungen.

Man sollte das zusammen mit dem Arzt gut abwägen. Die Pflegekräfte sind sicher nicht daran interessiert, ihren Bewohnern zu schaden, sondern ihnen gerade bei Schmerzen zu helfen.

Was den Eintrag anbelangt, frag zuerst bei der Heimleitung nach. Nachträgliche Änderungen bei der Doku sind nicht einfach so zu machen, weil es streng genommen Dokumentenfälschung ist.

f-allenmdes-bblatt


@ Fizzlypuzzly

viele Dank für die Wünsche.....auch dir weiterhin viel Kraft....und ja, werde informieren, wenn es eine Veränderung gibt.

@Monika65

Dass das Personal bewusst schaden will glaube ich auch nicht. Nur sie sind so überfordert mit 28 Bewohnern und meistens nur 2 Kräften, dass sie froh sind, wenn die Bewohner sich ruhig verhalten.

Die Schmerzen meines Vaters sind längst nicht so stark, wie sich die Halluzinationen im Gegenzug ausgewirkt haben. Novalgin hilft auch recht gut.

Es gibt viele schmerzstillende Mittel, die keine Halluzinationen hervorrufen.

Mein Vater klingelt nur sehr oft, auch unbewusst, oder weil er meint zur Toilette zu müssen, obwohl er einen Katheder hat. Das kann nervig werden. Unter Morphin-Gabe hatte er keine Klingel mehr, das war "besser/ruhiger für das Personal".

Zum Glück haben sie nun aber selbst erkannt, dass das Morphin für meinen Vater nicht passend ist. Nur wenige Bewohner reagieren so stark darauf.

Wir werden ihn gut im Auge behalten und auf seine Befindlichkeiten acht geben.

Meine Mutter starb vor 2,5 Jahren im Krankenhaus........und was stand im "Sterbebericht" des Krankenhauses an 1. Stelle....."Überdosierung von Marcumar", obwohl sie in ständiger Behandlung war.

Wir sind nun sehr vorsichtig geworden, was die Medikamentierung anbelangt. Heute werden einfach zu viel Medikamente verabreicht.

Mein Vater schluckte 20 Tabletten am Tag.

Nun wurden vor ein paar Wochen einige weggelassen, von denen man annahm, dass sie nicht so dringend wären.....und es klappt auch. Sein Gesundheitszustand hat sich dadurch nicht verschlechtert.

Ich hoffe nun, dass erst einmal wieder Ruhe einkehrt und sich alles zum Guten wendet.

*:)

MvonHikTa6x5


Nur sie sind so überfordert mit 28 Bewohnern und meistens nur 2 Kräften, dass sie froh sind, wenn die Bewohner sich ruhig verhalten.

Ja, das ist so, kann ich bestätigen. Ganz klein nebenbei bemerkt, auch die Bewohner selber sind nicht gern "unruhig", das ist eher ein Leidenszustand, keine Lebenslust.

Meine Mutter starb vor 2,5 Jahren im Krankenhaus........und was stand im "Sterbebericht" des Krankenhauses an 1. Stelle....."Überdosierung von Marcumar", obwohl sie in ständiger Behandlung war.

Wir sind nun sehr vorsichtig geworden, was die Medikamentierung anbelangt. Heute werden einfach zu viel Medikamente verabreicht.

Mein Vater schluckte 20 Tabletten am Tag.

Absolut verständlich! ABER, das ist immer Sache des Arztes, wenn du da wirklich aufpassen willst und kannst, dann immer über den Arzt. Lass dir zeigen, was verordnet wurde, rede mit dem Arzt, denn aus der Pflege heraus kann man nichts an den Verordnungen ändern, nur Symptome schildern.

f!alleUndexs-blatt


Wir wollen auch nur den "Zustand" unseres Vaters beobachten und gegebenfalls ein Gespräch mit dem Arzt führen. Der direkte Weg zum Arzt ist immer schneller als über das Personal und es wird von dort aus auch anders übermittelt. Über Dritte ist nie so gut. Die Empfindungen/Einschätzungen des Personals sind oft ganz anders als unsere.....wobei wir bisher immer richtig lagen. Wir kennen unseren Vater einfach besser, seine Psyche , seine Stimmungen und Empfindungen. Wir schätzen vieles (nicht alles) anders ein.

Zum Glück ist meine Schwester Zahnarzthelferin (hat ein wenig medizinisches Grundwissen) und ihre Praxis liegt genau neben der des Arztes der meinen Vater zurzeit betreut. Die Helferinnen dort kennen wir persönlich und so haben wir von dieser Seite einen guten "Stand", fühlen uns verstanden und gut betreut.

Meine andere Schwester arbeitet in dem Pflegeheim, in dem mein Vater betreut wird, allerdings in einem andere Trakt. Sie vermittelt oft, das ist gut. Sie kann sich in beide Seiten (Bewohner/Angehörige und Personal) hineinversetzen.

Mein Vater ist oft unruhig, weil er eine Tag-Nacht-Umkehr hat und das hatte er schon nach dem Einstieg in die Rente. Es nervte meine Mutter schon und nun nervt es im Heim ;-) Er selbst ist nur ärgerlich, dass er nach dem Oberschenkel-Halsbruch im Okt. 15 nicht mehr alleine aufstehen kann. Er muss immer warten bis jemand kommt. Früher ist er aufgestanden und hat sich in der Nacht rasiert oder gewaschen. Er suchte sich Beschäftigung und das geht nun nicht mehr. Ansonsten hat er mit der Unruhe kein Problem, hat es schnell vergessen. jedenfalls klagt er darüber nicht.

Gestern und heute geht es ihm auch gut, hoffe, das dieser Zustand noch länger anhält. *:)

Mkonikax65


Wenn deine Schwester da arbeitet, müsste sie ja rausfinden können, wie man den Eintrag über dich wieder korrigieren kann. Das ist natürlich eine gute Situation für deinen Vater, wenn Angehörige sich kümmern, wird erfahrungsgemäß auch weniger geschludert.

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