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Was ist mit meiner Mutter los?

CYho:upetate_Fin?nxian


Ja, meine Oma hatte damals 7 Jahre Demenz, aber das ist eigentlich schon sehr lange. Solche Stadien wie mit dem Küchenmesser können auch weitaus eher auftreten. Das Problem ist, dass die Demenzkranken zwar tüddelig und vergesslich werden, aber es oft selbst bemerken. Häufig kommt dann auch eine Frustration auf. Meine Oma wurde irgendwann aggressiv wenn man sie zum Arzt bringen wollte. Soweit solltet ihr es nicht kommen lassen.

Ich verstehe auch eure Sorge, nur kann man einen Menschen nicht völlig abschirmen. Dazu müsste man ihn festbinden. Wenn sie also schnippelt, dann würde ich sie schnippeln lassen. Auch wenn Ihre Arthrose schlimmer wird. Meine Oma hat zuletzt irgendwann Familienfotos zerschnitten und Hassbotschaften auf die Schnippel geschrieben.

Und im Nachhinein würde ich meiner Oma auch den Süßkram lassen. Sie hat allerdings Insulin gespritzt. Auch wenn es ihr Leben verkürzt hätte: Alles ist besser als das, was ihr infolge der Demenz passiert ist.

Mir hat es im Nachhinein die Augen geöffnet, was im Umgang mit ihr wichtig war und was nicht. Ich würde danach bei weiteren Demenzerkrankten in meiner Familie handeln, wenn einem die Emotionen die Sinne vernebeln.

Räume verschimmelt Ware weg, sortiert die Schränke aus, versteck die Scheren. Irgendwann wirst du daran kaputtgehen und dich verrückt machen, wenn sich die Erkrankung bestätigt und über Jahre hinzieht. Es werden andere Macken dazukommen und die Familie wird 24/7 damit beschäftigt sein, einem erwachsenen Menschen dümmere Flausen auszutreiben, als sich Kinder je einfallen lassen könnten. Holt euch rechtzeitig Hilfe ins Boot und gönnt eich Urlaub: Caritas, Medikamentenversorgung, Kurzzeitpflege, Heim oder Betreuung daheim. Sonst geht ihr mit kaputt. Ich habs in meiner Familie erlebt.

Ich drücke aber alle Daumen, dass sich Demenz nicht bestätigt!! @:)

P~lüs\chbWiexst


Mein Opa hatte wohl keinen Geschmackssinn mehr und wusste gar nicht mehr was essbar ist oder nicht.

Er hat zum Beispiel mal runde Badepralinen für essbar gehalten und eine davon gegessen.

Ich befürchte, dass deine Mutter vom Diabetes gar nichts mehr weiß, und auch keinen Blutzucker mehr misst und Medikamente einnimmt.

B\igB&luexWolf


Die Userin D.oris.L näht für ältere Leute die dement sind so genannte Nesteldecken.

Vielleicht würde so eine Decke deine Mutter vom Papier schneiden abhalten?

Ich konnte mir darunter jetzt mal gar nichts vorstellen und habe es mal gegooglet. Legt man die einfach nur über die Beine oder was für eine Funktion üben die genau aus?

Alles ist gut und interessant, was helfen könnte; ich bin dankbar für jeden Tipp. @:)

PmlüschbIiest


An diesen Decken sind Taschen, Knöpfe, Bänder etc. dran,

an denen die dementen Leute dann dran herum fummeln können.

D.oris.L kann dir das vermutlich noch genauer erklären.

E2heTma8lige-r Nutzer$ (U#528x611)


@ Sapient:

Nun, zumindest bei Diabetes sehe ich eine akute Gefahr.

Diabetisches Koma ist kein Spaziergang.

Süßes Essen und nicht spritzen kann tödlich enden

E)hemaligepr Nfutzer (#52o86x11)


Frage: Trinkt sie genug?

Ich hab schon ganz oft im TV gesehen Jaja TV und so ich weiß dass ältere Menschen Zeichen von Demenz zeigten, weil sie zu wenig trinken.

Die Symptome zu Beginn sind sich sehr ähnlich und werden leider auch nicht von jedem Hausarzt erkannt.

Moonifkax65


Für mich hört sich das so an, als ob eure Mutter nicht mehr in der Lage ist ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das ist schwer zu akzeptieren, weiß ich aus eigener Erfahrung. Statt zu versuchen auf sie einzuwirken, würde ich konsequenter vorgehen und versuchen, die Betreuung zu bekommen. Sozialdienstberatung in Anspruch nehmen (die großen Sozialverbände beraten, ebenso gibt es in vielen Gemeinden entsprechende Anlaufstellen). Einfach wird das sicher nicht werden. Aber mit Scheren verstecken ist es leider nicht getan. Ich würde als nächsten Schritt eventuell eine Tagesbetreuung versuchen, die gibt es in vielen Pflegeeinrichtungen. Betreutes Wohnen ist nur bedingt eine Alternative, weil das in der Regel für noch selbstbestimmte Personen gedacht ist, die etwas zustätzliche Hilfe brauchen.

Als Sofortmaßnahme ambulanten Dienst, der die Insulingabe überwacht (falls sie das zulässt) und Essen auf Rädern.

BCimgBluUeWolxf


??Nicht alles, was im TV läuft, ist unnütz ;-) ??

Trinkt sie genug?

Nun, das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Sie trinkt jetzt nicht zu wenig, wie ich meine, aber sie trinkt, für ihre gesundheitlichen Umstände, auch zu viel Kaffee.

Heute bin ich erstmal etwas beruhigt worden, da sie wohl am kommenden Montag ein Termin beim Neurologen hat. Mal schauen, was dabei rumkommt.

Für mich hört sich das so an, als ob eure Mutter nicht mehr in der Lage ist ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Ich befürchte das leider auch. Mir tut das für sie so sehr leid; sie war ihr Leben lang durch und durch eine Mutter, eine Person, die alles getan hat, dass es den Leuten in ihrem Umfeld besser geht. Ich möchte mir überhaupt nicht vorstellen, wie sich das für solch eine Person anfühlen muss, sich plötzlich eingestehen zu müssen, dass das nicht mehr geht.

Als Sofortmaßnahme ambulanten Dienst, der die Insulingabe überwacht (falls sie das zulässt)

Leider könnte man das in der Tat stark anzweifeln.

Auf jeden Fall, und das sagen wir ihr öfters, kann sie sich der Unterstützung ihrer Kinder gewiss sein. Wir werden ihr helfen, wo es nur geht; wir wollen ja nicht vorwerfen oder anklagen. Bis jetzt habe ich noch das Gefühl, dass es hin und wieder ankommt und sie diese Hilfe auch annimmt. Aber es wird zusehends schwieriger.

BpigB-lueWoxlf


??Nicht alles, was im TV läuft, ist unnütz ;-) ??

Da ist offenbar etwas falsch gelaufen. Editierfunktion, wo bist du wenn man dich braucht? :-/ :=o

mNarip)o5sa


Auf jeden Fall, und das sagen wir ihr öfters, kann sie sich der Unterstützung ihrer Kinder gewiss sein. Wir werden ihr helfen, wo es nur geht;

Das klingt großartig! 73 ist allerdings noch früh für eine ausgeprägte altersdementielle Erkrankung.

Es ist für nahe Verwandte sehr schwer, abzuschätzen, was sie wirklich noch kann und was sie vorgibt zu können. Wenn es eine beginnende Demenz ist, sind die betroffenen Patienten sehr damit beschäftigt, die 'Fassade' zu wahren; sie merken selber, dass mit ihnen nicht mehr alles in Ordnung ist, können es aber nicht einordnen und versuchen mit allen Mitteln, es zu verbergen, denn in lichten Momenten stürzt es sie in wahre Verzweiflung.

B>igBnlueWolxf


denn in lichten Momenten stürzt es sie in wahre Verzweiflung.

Das ist das, was mir brutal in der Seele schmerzt. Es gibt Momente, in denen sie augenscheinlich den Blick nach innen wirft und merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Diese Verzweiflung und Hilflosigkeit, die sich dann in ihrem Gesicht abzeichnet, macht mich fertig.

Mir ist auch aufgefallen, dass sie sehr empfindlich reagiert, wenn man sie auf Dinge hinweist, die sie nicht tun sollte. So launisch war sie sonst nicht.

Es ist für nahe Verwandte sehr schwer, abzuschätzen, was sie wirklich noch kann und was sie vorgibt zu können.

Ich würde das noch nicht mal ausschließlich an einer möglichen Demenz festmachen. Sie hat ja ein künstliches Hüftgelenk und eine Herzerkrankung und läuft dennoch regelmäßig zum Einkaufen in unseren Nachbarort; das dürften schätzungsweise hin und zurück 4 bis 5 Kilometer sein, wovon die Hälfte des Weges jeweils stark bergauf geht.

Also, was das angeht...ich befürchte, sie scheint es selbst nicht abschätzen zu können. Ihr Umgang mit Diabetes spricht auch für diese Vermutung.

Sie kann ihr selbstbestimmtes Leben irgendwie nicht loslassen. Das hat sie selbst sogar vor einiger Zeit so gesagt. Das macht unfassbar traurig. Sie hat das nicht verdient.

Sbaldxo


Sie kann ihr selbstbestimmtes Leben irgendwie nicht loslassen.

Es gibt nichts, worauf Deine Mutter mehr ein Recht hat als das. Spaziergänge in den Nachbarort und Süßigkeiten essen, Papier zerschnipseln - das scheint für euch so selbstzerstörerisch, dass ihr den Eindruck habt, eingreifen zu müssen. Ich empfinde das als teilweise übertrieben und übergriffig. Denn die Verzweiflung in den Augen deiner Mutter kannst Du außer mit innerer Zerrissenheit (die sie natürlich auch spürt) auch mit einem Umarmen beantworten.

Ich habe den Eindruck, sie kann eure Hilfe schon annehmen - möchte aber nicht als Kind behandelt werden.

BpigBIlueWaoqlxf


Es gibt nichts, worauf Deine Mutter mehr ein Recht hat als das.

Niemand spricht ihr dieses Recht ab. Es geht mir dabei um ihre körperlichen und geistigen Möglichkeiten, ein solches noch zu führen. Ich würde mir das für sie so sehr wünschen, zweifle aber an der Umsetzung.

Spaziergänge in den Nachbarort und Süßigkeiten essen, Papier zerschnipseln - das scheint für euch so selbstzerstörerisch, dass ihr den Eindruck habt, eingreifen zu müssen

Wenn jemand, der mir wahnsinnig nahe steht, seine Gesundheit oder möglicherweise sogar sein Leben damit aufs Spiel setzt, selbst leider nicht in der Lage erscheint, das zu erkennen, habe ich nicht nur den Eindruck, eingreifen zu müssen; ich habe die moralische Verpflichtung dazu.

Ich empfinde das als teilweise übertrieben und übergriffig.

Ich empfinde das völlig anders.

Denn die Verzweiflung in den Augen deiner Mutter kannst Du außer mit innerer Zerrissenheit (die sie natürlich auch spürt) auch mit einem Umarmen beantworten.

Eine Umarmung ist eine schöne Sache und tut gut, ganz sicher. Sie schützt aber nicht vor gesundheitlichen Schäden.

Ich habe den Eindruck, sie kann eure Hilfe schon annehmen - möchte aber nicht als Kind behandelt werden.

Mir ist das absolut bewusst. Ihr Verhalten erinnert mich aber leider sehr an das eines Kindes; und wenn man dieses Kind aufrichtig liebt, dann tut man alles, um es zu schützen - das gilt genauso für Schutz vor sich selbst. Auch wenn man Verbote aussprechen muss. Keiner tut das gerne, ich auch überhaupt nicht. Aber es muss getan werden, wenn man diesen geliebten Menschen nicht verlieren möchte.

Muon\ikEa65


Sie kann ihr selbstbestimmtes Leben irgendwie nicht loslassen. Das hat sie selbst sogar vor einiger Zeit so gesagt. Das macht unfassbar traurig. Sie hat das nicht verdient.

Dem liegt ja die falsche Vorstellung zu Grunde, dass sie gar nichts mehr selber machen kann, dem ist aber nicht so. Sehr häufig wird dann nämlich Hilfe beim täglichen Leben wie putzen und einkaufen als Entlastung empfunden. Was wollt ihr denn nun konkret tun?

B0igB<luewWolf


Dem liegt ja die falsche Vorstellung zu Grunde, dass sie gar nichts mehr selber machen kann

So möchte ich das jetzt auch nicht verstanden wissen. Sie muss sich eben etwas zurücknehmen und sich ihren gesundheitlichen Problemen entsprechend belasten. Das ist eine vernunftgesteuerte Einschätzung, bei der sie zunehmend falsch liegt. Hinterher klagt sie dann öfters über Beschwerden, weil sie sich übernommen hat. Davor möchten wir sie schützen.

Was wollt ihr denn nun konkret tun?

Am Montag geht es erstmal mit ihr zum Neurologen. Ansonsten schauen wir Tag für Tag danach, dass sie sich nicht selber gefährdet oder Schaden zufügt.

Wir zeigen ihr die Gefahren auf; eine mündige Frau kann man ja nicht anketten. Man sollte aber wachsam bleiben.

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