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Was ist mit meiner Mutter los?

_#SurKferxin


Wenn du deiner Mutter einen Gefallen tun willst, dann lass sie in Ruhe. Lass sie schnippeln was und wieviel sie will und solange sie den Süßkram verträgt und nicht körperlich schlapp macht, dann lass sie auch das tun. Ihr könnt immer noch eingreifen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Aber solches "Gutmenschenverhalten" à la *wir meinen es ja nur gut* und dabei nur Schaden anrichten, nervt einfach nur ungemein.

Lass Deine Mutter in Ruhe! >:(

C\houpettwe_Finn+iaxn


Mich würde mal interessieren, wie viele von den "Lass deine Mutter in Ruhe"-Usern selbst solch einen Fall in der Familie hatten.

Diese Leute sind krank und sie gefährden mit ihrem Verhalten ab einem gewissen Stadium auch andere. Und davon müssen sie abgehalten werden! Meine Familie hat auch so gedacht und viel zu viel Mitleid gezeigt und es war im nachhinein Mist. Dem Kranken tut das nicht gut, aber den Angehörigen zerstört es oft einen großen Lebensabschnitt! Eine demente Person KANN nicht mehr selbstbestimmt leben, denn sie ist krank und schnallt irgendwann nicht mehr, was sie tut!

Meine Oma beispielsweise ist sieben lange Jahre im Kopf vor sich hingestorben, im letzten Jahr hat sie aber nochmal alle (unfreiwillig) an den Rand der Verzweiflung gebracht. Jede Hilfe wurde abgelehnt. "Nein, ich will nicht, dass fremde Leute in mein Haus kommen, Opa kann das ja machen". Mein Opa durfte sich kümmern, er hat dann zwei Herzinfarkte durch ihre Betreuung bekommen, wäre ein Jahr vor ihrem Tod fast selbst verstorben. Zu Hause musste er im Minutentakt die Heizung höher stellen, dann wieder runter, dann blendete der Fernseher und er musste ihn runterregeln, dann war er zu laut, dann zu leise, dann hatte sie Hunger. Aber wehe, er fuhr kurz einkaufen. Dann ließ er sie "stundenlang" alleine und vögelt dabei natürlich fremde Frauen mit seinen 80 Jahren! %-|

Demente können schlichtweg nicht selbstbestimmt sein. Sie wissen weder was für sie, noch für andere gut ist. Da wird der Herd angemacht und vergessen, die Polizei gerufen und der Mann als tagelang vermisst gemeldet, der gerade im Hof Wäsche aufhängt, wenn die Wut kommt, wird mir schweren Gegenständen nach anderen geworfen usw.

Angehörige sollten sich schützen dürfen und so viel Hilfe wie möglich holen. Sich Verschnaufpausen gönnen. Und den Kranken auch mal zu einer Fremdbetreuung "abschieben". Sonst hält man das nicht durch. Wir beispielsweise waren alle da, die ganze Familie. Aber irgendwann ist der Akku leer und man sollte den Angehörigen das nicht noch zum Vorwurf machen, wie es hier gerade passiert.

Es geht nicht jedem Dementen so wie es bei uns war, aber mit Selbstbestimmung ist da sehr schnell schlichtweg nicht mehr viel. Dessen sollte man sich bewusst sein und das sollte man auch konsequent durchziehen können. Mitleid machte für meine Oma alles nur noch schlimmer und es würde mir vermutlich auch so gehen, wäre ich so krank. Stärke und Konsequenz ist aber etwas, woran man festhalten kann. Das kann man aber nur zeigen, wenn man auf sich selber achtet und Auszeit bekommt. Auch wenn der Demente dann jammert, er würde "abgeschoben" werden. Passt auf euch auf, entscheidet selber, was gut ist. Der Demente kann es nämlich nicht (!) mehr, auch wenn es dem Angehörigen sehr schwer fällt, das zu erkennen.

BQigBPlueWoxlf


Wenn du deiner Mutter einen Gefallen tun willst, dann lass sie in Ruhe.

Ja genau. Es ist sicher ganz in ihrem Sinne, wenn sie sich in Lebensgefahr bringt. Wie blind, naiv und kalt kann man denn bitte schön sein?

Ihr könnt immer noch eingreifen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Nein, ein Mensch, der mit Vernunft und Empathie mitdenkt, der greift ein, bevor das Kind in den Brunnen fällt.

Du würdest das Kind also in den Brunnen fallen lassen? Kann man auch machen; würden aber wahrscheinlich die Wenigsten.

MFonilkax65


Was sagt sie denn dazu, dass sie zum Neurologen geht? Ist ihr doch bewusst, dass es Probleme gibt?

B|iigBlnueWEolf


Ich denke, sie weiß, dass nicht alles Zuckerwatte ist, spielt es aber herunter. Termin ist aber wohl doch erst im August; auf Anraten meiner Schwester übrigens selbst initiiert. Würde also jetzt nicht behaupten, dass sie ihn nur gemacht hat, damit wir Ruhe geben, sondern weil sie sich eingesteht, dass es das Richtige ist.

MKo n+ika6S5


Das ist doch schon mal ein guter Anfang. Und je nach Diagnose würde ich mich von einer Sozialstation vor Ort beraten lassen, was machbar und sinnvoll ist.

mwartipuosKa


Mich würde mal interessieren, wie viele von den "Lass deine Mutter in Ruhe"-Usern selbst solch einen Fall in der Familie hatten.

Gute Frage. Ich habe es mitlerlebt und kann gut nachvollziehen, wie schwierig die Situation ist.

Natürlich kann man die Frau Pappkartons zerschnibbeln lassen - solange sie mit dem Messer bzw. der Schere gut umgehen kann. Übrigens gehört das zu den Dingen, die ältere Frauen auch in der Demenz nicht verlernen; in dem Pfleggeheim, das ich kennengelernt habe, haben Alzheimer-Patientinnen mit Begeisterung Obst geschält und zerschnitten. Das hatten sie nicht verlernt, und jeden Tag gab es Obstsalat.

Lass Deine Mutter in Ruhe! >:(

Das geht so nicht, man muss genau hinsehen und bemerken, wenn es gefährlich wird: der Herd wird nicht abgeschaltet; der obskure Zeitschriftenwerber wird in die Wohnung gelassen; Einkaufsgänge werden mitten in der Nacht unternommen; alles wird auf Nummer Sicher versteckt, nicht wiedergefunden und gilt als gestohlen; usw. usw.

S1alLdxo


Spaziergänge in den Nachbarort und Süßigkeiten essen, Papier zerschnipseln - das scheint für euch so selbstzerstörerisch, dass ihr den Eindruck habt, eingreifen zu müssen

Wenn jemand, der mir wahnsinnig nahe steht, seine Gesundheit oder möglicherweise sogar sein Leben damit aufs Spiel setzt, selbst leider nicht in der Lage erscheint, das zu erkennen, habe ich nicht nur den Eindruck, eingreifen zu müssen; ich habe die moralische Verpflichtung dazu.

Ok, beim Laufen kann sie einen Infarkt kriegen - da kann man helfen, wenn man dabei ist und erste Hilfe leistet, ansonsten ist körperliche Betätigung gut für deine Mutter.

Bei den Süßigkeiten scheint ihr Angst vor den Langzeitfolgen ihrer Diabetes zu haben. Warum also kein Insulin? Das müsst Ihr ihr natürlich geben.

Auch beim Papierschneiden sehe ich noch keine Gefährdung.

Sollte ihr Verhalten wirklich lebensgefährlich werden, seid ihr natürlich gefordert. Aber momentan entnehme ich das deinen Schilderungen noch nicht. Ich habe eher den Eindruck, dass euer Verantwortungsgefühl für eure Mutter eure Handlungen etwas drastisch ausfallen lässt. Ich meine, sie ist nach wie vor ein erwachsener und selbstständiger Mensch solange eine Demenz nicht nachgewiesen ist.

Warum sollte man ihr die Schrullen nicht durchgehen lassen?

MYon.ikax65


Warum sollte man ihr die Schrullen nicht durchgehen lassen?

Eine schwierige Gratwanderung für viele Angehörige. Ich erlebe das im Heim auch immer wieder, das Angehörige Anweisungen erteilen, die vermeintlich gut für den Bewohner sind, aber nicht seinem Willen entsprechen. Das geht hin bis zu unsinnigen Mobilisierungsversuchen oder so Kleinigkeiten, wo und wie sie essen sollen. Selbst wenn der Angehörige Vollmacht oder Betreung hat, kann er nicht über alles bestimmen, manchmal ist es nichts weiter als das, was sie selbst meinen, was gut sei, aber der Beobachtung nach einfach nicht stimmt. Häufig sogar bei Leuten, die gar nicht dement sind und wo es kein Betreuungsverhältnis gibt.

Auch bei dementen Personen muss der Wille und die Selbstbestimmung eine Rolle spielen, man kann und soll sich da nicht darüber hinweg setzen. Es gibt bessere Methoden als Willen brechen, aber im Alltag leider nicht immer.

Lieber TE, schau was der Neurologe sagt und lasst euch gegebenfalls beraten.

F#eri


Es kann sein das deine Mutter altersdement wird oder schon ist.

Das ist ein Zeichen, das sie sich zunehmend nicht mehr selbst versorgen kann.

Wer kauft für sie ein?

Wer macht das finanzielle?

Miete?

Das sind alles Sachen die auch in der Zukunft, wenn sie noch tatteriger und vergesslicher und durcheinander wird, geregelt werden muß.

Irgendwann muß sowiso eine entscheidung getroffen werden.

Was auch in Frage kommt ist eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung, welche beide abgeschlossen werden müssen, wenn derjenige noch geschäftfähig ist. Wenn man das verpasst ist es für immer verpasst und nicht mehr möglich.

*

Meine Oma ist damals in ein Alten Stift gegangen, als sie noch total fit war.

Sie hatte eine eigene Küche. Sowie Heim Mittag essen.

Sie hatte einen Knopf den sie drücken konnte und es kam jemand.

Sie ist da total aufgegebt und hat noch die 10 glücklichsten Jahre erlebt.

Da waren Kurse und Ausflüge mit der Belegschaft usw.

Ein gutes Altersheim/Stift macht Sinn.

BFig2B]luMeWolxf


ansonsten ist körperliche Betätigung gut für deine Mutter.

Das ist natürlich vollkommen richtig und das würde ich auch unterstützen. Wenn es aber mehr in Richtung körperlicher Anstrengung geht, werde ich skeptisch. Mit einem Herzproblem und einem Herzinfarkt in der Biografie noch kilometerweit steil bergauf zu laufen, halte ich für gefährlich. Ich habe ihr schon oft vorgeschlagen, eine andere Route zu laufen, eine ebene Strecke; die Möglichkeit hätte sie nämlich.

Warum also kein Insulin? Das müsst Ihr ihr natürlich geben.

Liegt nicht an uns. Wenn sie sich nicht spritzen möchte, dann muss man das leider so akzeptieren. Nur muss derjenige dann auch sein Konsumverhalten dementsprechend anpassen und nicht gerade das in Massen konsumieren, was man nicht sollte und womit man sich in Gefahr bringt.

Auch beim Papierschneiden sehe ich noch keine Gefährdung.

Ja, da bin ich auch gar nicht mehr wirklich rigoros dagegen. Es ist halt einfach eine komische Marotte, aber dabei möchte ich ihr nicht mehr reinreden.

Sollte ihr Verhalten wirklich lebensgefährlich werden, seid ihr natürlich gefordert. Aber momentan entnehme ich das deinen Schilderungen noch nicht. Ich habe eher den Eindruck, dass euer Verantwortungsgefühl für eure Mutter eure Handlungen etwas drastisch ausfallen lässt.

Massig Süßkram zu futtern als Diabetikerin ohne Insulin zu spritzen und regelmäßig verdorbene Nahrungsmittel zu horten und sie für das Kochen zu benutzen finde ich ansatzweise bedenklich.

Es kommt auch vor, dass sie etwas geistig abwesend scheint und den Herd anlässt oder Dinge in der Mikrowelle warm macht, die dort nichts verloren haben. Ein kleines Feuer wegen einer brennenden Kerze, als sie auf dem Sofa einschlief, hatten wir hier auch schon.

Genau genommen wäre mittlerweile schon teilweise viel Schlimmeres passiert, hätten wir nicht dieses Verantwortungsgefühl.

MriIBu7O1


Solche Situationen sind nicht einfach, zumal man den Fall nie genau genug kennt.

Wo ich vielen Vorrednern recht gebe ist, dass man die Diabetes genauer betrachten sollte und evtl. über einen Pflegedienst, wenn Bedarf bestehen sollte, Insolin spritzen lassen sollte.

Iss sie einreguliert, dann kann sie auch wieder etwas Süßkram essen. Macht meine Mutter auch und es geht ihr - seit dem endlich alles richtig eingestellt wurde - sehr gut.

Auch das Trinken ist wichtig. Meine Mutter hatte aufgrund starker Schmerzen durch die Galle immer weniger gegessen und getrunken - und niemanden etwas gesagt, weil sie nicht wieder ins Krankenhaus wollte. Aufgrund der Austrocknung kommt es auch zu demenzartigen Ausfallerscheinungen. Nun achtet mein Vater vermehr darauf. Er macht es wie in der Reha - abgezählte Flaschen pro Tag.

Mein Vater ist 83 meine Mutter 79. Anfang des Jahres sah es so aus, dass Beide nicht mehr lage leben würden - Vater Schlaganfall, Mutter keine Lust mehr und hat sich "hängen lassen".

Mit Unterstützung der Kliniken und auch des Pflgedienstes vor Ort haben meine Geschwister und ich es geschafft, dass sie noch weiter gemeinsam in Ihrer Wohnung wohnen bleiben können.

Ich wollte meine Eltern davon überzeugen, dass sie im betreuten Wohnen besser aufgehoben wären. Da haben sie aber total geblockt, wollten ihre Selbstständigkeit nicht aufgeben.

Es hat lange gedauert, bis ich das akzeptiert habe und dann mit versucht habe sie dabei zu unterstützen. Zwischenzeitlich wr die Eltern-Kind-Beziehung zu allen Kindern arg belastet, mittlerweile verstehen wir uns wieder sehr gut mit den Eltern.

Ich glaube mittlerweile, dass es sehr Unterstützungswürdig ist, die Selbstständigkeit der Eltern so lange wie möglich aufrecht zu erhalten - es darf bloß auch nicht zur Belastung der Kinder gehen - das eigene Leben (der Kinder) muss immer noch möglich sein.

Sraldo


Mit einem Herzproblem und einem Herzinfarkt in der Biografie noch kilometerweit steil bergauf zu laufen, halte ich für gefährlich.

Hat sie denn ein Herzproblem, wegen dem sie nicht mehr den Berg hochlaufen sollte? Davon hast Du bisher nichts geschrieben. Und selbst wenn sie es hätte, dann gälte das, was für mich auch beim Süßigkeitenessen gilt: ihr all die nicht eindeutig gefährlichen Dinge zu verbieten ist genauso sinnlos wie das Rauchverbot, das man seinem heranwachsenden Kind erteilt.

Du schreibst viel von Verantwortung, aber wenn Du der Verantwortung wirklich so gerecht werden willst, wie Du das hier beschreibst, dann gehört sie ins Heim.

B!igBdlue*Woxlf


Hat sie denn ein Herzproblem, wegen dem sie nicht mehr den Berg hochlaufen sollte? Davon hast Du bisher nichts geschrieben.

Doch, habe ich,

16.07.16 00:44

Sie hat ja ein künstliches Hüftgelenk und eine Herzerkrankung und läuft dennoch regelmäßig zum Einkaufen in unseren Nachbarort

ihr all die nicht eindeutig gefährlichen Dinge zu verbieten

Ich frage mich, wie eindeutig die Gefahr noch werden soll. Muss sie erst mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren werden, bevor wir warnen dürfen?

Du schreibst viel von Verantwortung, aber wenn Du der Verantwortung wirklich so gerecht werden willst, wie Du das hier beschreibst, dann gehört sie ins Heim.

Das verstehst du irgendwie falsch. Sie ins Heim zu schicken, würde bedeuten, die Verantwortung an das Pflegepersonal dieses Heimes abzugeben. Im Prinzip ist das sogar das komplette Gegenteil von Verantwortung; es ist Verantwortung loswerden.

Aber ich verstehe schon, wie du das meinst. Wenn ich meine Mutter in einem umsorgten Zustand im Heim wüsste, würde mir das Sicherheit geben und meine Sorgen minimieren. Das stimmt ja auch und der Gedanke ist mir tatsächlich selber bereits gekommen.

Für ein Kind ist das aber immer schwierig, seine Mutter in ein Heim zu geben. Das fühlt sich an wie Ballast abwerfen und das gefällt mir ganz und gar nicht. Ich kann mir sie dort auch überhaupt nicht vorstellen. Mir widerstrebt das aus irgendeinem Grund ungemein.

PJlüscwhbiexst


Muss hier nochmal was loswerden.

Ich finde es sehr gut, dass der TE ein wachsames Auge auf seine Mutter hat.

Das hat nichts, aber auch gar nichts mit bevormunden zu tun.

Die Frage, die sich mir stellt ist die, ob die Familie diese Verantwortung für die Mutter übernehmen kann.

Wenn die Mutter nicht ausreichend beaufsichtigt werden kann, ist es verantwortungsvoller sie

in Hände zu geben, die genau diese Verantwortung leisten können.

Eine Mutter ins Heim geben, wenn es anders nicht geht hat nichts mit Verantwortung abgeben zu tun.

Im Gegenteil, man übernimmt Verantwortung dafür, dass ihr Leben sicher und gut verläuft.

Jetzt wäre die Mutter ja auch noch in der Lage bezüglich der Heimunterbringung mitzuentscheiden.

Warum warten, bis es nicht mehr anders geht?

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