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Wie läuft es in einem Hospiz ab?

J3ackUy $D.x 87 hat die Diskussion gestartet


Hi meine Schwiegermutter hat Krebs im Endstadium. Die Ärzte haben uns gesagt das es jetzt jeder Zeit zu Ende gehen kann. Und sie meinten das meine Schwiegermutter im Hospiz am besten aufgehoben wäre. Da mein Mann und ich vier Kinder haben im alter von 1-8 Jahren, haben wir leider nicht die Zeit uns um die Schwiegermutter zu kümmern. Wir haben sie soweit es ging gepflegt, sind dann aber an einem Punkt gekommen wo wir merkten es geht einfach nicht mehr. Nun wollen wir uns erkundigen wie es in einen Hospiz abläuft. Und ich dachte das ich hier mal Fragen könnte. Wenn jemand weiß wie es dort abläuft dann bitte schreibt einen Kommentar. Danke schon mal im voraus.

Lg Jacky

Antworten
dFie GTorFte


sicherlich wie in einem altenheim?

s\unn^y80


Guten Abend

@die Torte....Es wäre schlimm wenn es tatsächlich so wäre ":/

Liebe Jacky @:)

Ein Hospiz kann nur noch lindern und nicht mehr Heilen .

In ein Hospiz gehen Menschen die leider am Ende Ihres Lebens angelangt sind. Sie haben dort die Möglichkeit rund um die Uhr jemanden um sich zu haben (ausgelernte examinierte Schwestern und Psychotherapeuten) .Sie und auch die Angehörigen werden in allen Belangen unterstützt und es wird versucht der betreffenden Person noch einen so schön wie möglich Lebensabend zu geben. Deswegen empfehle ich Dir so schnell wie möglich mit den Ärzten und sicherlich habt Ihr auch einen Sozialdienst den Antrag auf Hospizpflege zu stellen und zeitgleich vielleicht mal zu schauen ob Ihr eines in der Nähe habt .Falls ja, könntet Ihr es Euch ja schon mal anschauen gehen und dort die eine oder andere Frage stellen die Euch auf dem Herzen liegt.

Ich wünsche Euch alles Gute und viel Kraft :)* :)* :)*

Shpülix 09


Hallo Jacky,

ich habe mal ein Praktikum in einem Hospiz gemacht. Ist schon länger her, aber ich habe es als sehr "schön" in Erinnerung (soweit man dieses Wort in dem Zusammenhang benutzen kann).

Es war sehr viel menschlicher, als in einem Krankenhaus oder Altenheim. Ein Pfleger war für nur ca 5 bis 7 Gäste (nicht "Patienten") zuständig, nicht wie im Krankenhaus oder Heim für 30.... Somit kann viel individueller auf die Menschen eingegangen werden. Die Bewohner können eigene Möbel mitbringen. Die Begleitung durch z.B. Pfarrer oder Seelsorger ist sehr intensiv. Es ist Zeit, um mit den Bewohnern Gespräche zu führen oder zu singen.

Die Bewohner durften auch Essenswünsche äußern , z.B. hatte ich einen Herrn, der mochte kaum noch essen. Er wünschte sich Griesbrei, weil es das in seiner Kindheit immer gab. Also haben wir ihm Griesbrei gekocht. Und es wurde wirklich alles getan, was möglich war, um den Menschen Schmerzen zu ersparen bzw. zu lindern.

Wenn ein Gast verstarb, wurde im Foyer eine Kerze angezündet.

Ich empfand es dort als sehr menschlich und irgendwie eine sehr positive Stimmung, trotz des allgegenwärtigen Themas Tod.

Ich habe mir zumindest vorgenommen, falls meine Angehörigen oder ich mal schwerkrank sein sollten und ich noch in der Lage bin, das zu entscheiden, möchte ich bitte in ein Hospiz....

C#omSran


Wie meine beiden Vorschreiberinnen schon geschrieben haben, ist der Hauptunterschied in einem Hospiz, dass der Sterbende und seine Belange im Mittelpunkt stehen. Hospize arbeiten mit Palliativmedizinern zusammen, die eine möglichst hohe Beschwerdefreiheit sicherstellen sollen. Die Schmerzmittel, die dort verabreicht werden, bekommt man in dieser Dosis vom Allgemeinmediziner oder im Krankenhaus i.d.R. nicht.

Auch ist das Verhältnis zwischen Personal und Patienten deutlich besser als in Heimen oder Krankenhäusern. Und diese Leute sind ausgebildet, mit Sterbenden umzugehen. Sie bieten auch oft Gespräche für Angehörige.

Als meine Mutter im Sterben lag, haben wir uns irgendwann auch Hilfe über den örtlichen Hospizverein geholt (ambulant). Ich fand die Arbeit von ihnen sehr angenehm und sie waren eine große Hilfe in einer sehr schweren Zeit. Zur Verlegung ins Hospiz kam es dann nicht mehr, meine Mutter starb noch zuhause, wo sich mein Vater und ein Pflegedienst kümmerten.

Oft gibt es Wartelisten für die Zimmer und es schadet nicht, sich dort schon mal einzutragen. Ich kann euch nur raten, euch an den örtlichen Hospizverein zu wenden. Dort bekommt ihr alle Informationen, die ihr braucht. Es ist aber eine sinnvolle und für den sterbenden gute Alternative. Zeiten für Besuche werdet ihr ja sicher haben.

Ich wünsche euch viel Kraft für die kommende Zeit und gegenseitige Stütze in den traurigen Stunden. :)_ :)*

J ac(ky D.Y 8x7


Als erstes ein ganz liebes danke an euch.

Sunny 80 ja wir haben bei uns in der Nähe ein Hospiz. Und der sozialdienst im Krankenhaus hat auch schon mit uns gesprochen. Und Morgen wollen wir alles weitere abklären mit dem sozialdienst. Wir wissen ja das es für meine Schwiegermutter keine Heilung mehr gibt. Und versuchen seit Monaten das beste aus der Situation in der wir alle sind zu machen. Klar leicht ist es nicht, aber machen kann man nun mal nichts. Außer zu versuchen damit zurecht zu kommen. Ich Danke dir für deine Nachricht und für deine lieben Worte. @:)

Spüli 09 den Einblick den du (ich hoffe es ist in Ordnung wenn ich DU sage?) mir durch deine Schilderung gegeben hast, hat mich überzeugt das wir das richtige tun. Ich danke dir dafür das du mir mit deiner Schilderung, die letzten Zweifel genommen hast.

Comran mein herzliches Beileid. Es ist immer schwer einen geliebten Menschen zu verlieren. :�( Ich danke dir das du mir den Tipp mit dem Hospizverein gegeben hast. Werde mich gleich morgen um die Telefonnummer kümmern und da mal anrufen.

Lg Jacky.

Ps ich hoffe mir nimmt niemand die anrede mit DU verübel. Falls doch dann betrachtet es als ein Sie. ;-)

CFomraxn


Hi Jacky,

bist du weitergekommen und hast Unterstützung gefunden? Wie geht es deiner Schwiegermutter?

Jwac)ky< D. O87


Hallo Comran. Ja wir sind weiter gekommen, meine Schwiegermutter ist nun seit über einem Monat im Hospiz. Sie bekommt nun mittlerweile Morphium. Vor zwei Tagen war der Notarzt bei ihr da sie sehr starke Schmerzen hatte. Der Notarzt hat da gesagt es ist ein Wunder das sie überhaupt noch lebt, aber wir sollen nun damit rechnen das sie jeden Moment sterben kann. Sie isst nichts mehr und wiegt 28 Kilo. Wir machen uns nun natürlich große Sorgen, aber wir sind jeden Tag bei ihr. Das schlimmste ist das man nichts machen kann außer zusehen. Aber wir lassen uns nichts anmerken und versuchen ihr jeden Wunsch zu erfüllen.

Es ist sehr nett das du dir Gedanken machst. Ich entschuldige mich das ich jetzt erst antworte, aber durch sämtliche Termine und auch einer neuen Krankheit in meiner Familie hab ich leider keine Zeit gefunden.

Lg Jacky

Btir:kenzxweig


viel kraft ... :)*

J?acvky pD. .87


Dankeschön Birkenzweig! :-)

J5acky D8. 87


Hallo! Ich wollte Euch nur mitteilen das meine Schwiegermutter am 04.10.2016 Von uns gegangen ist. :�( Sie ist ganz friedlich eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht.

Aber meine Familie und ich sind der festen überzeugung das es ihr gut geht, egal wo sie grad ist.

Lg Jacky

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