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Senior verweigert Hilfe

TxweHety2@32 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

sorry, wird jetzt etwas länger, danke fürs lesen:

Mein fast 92 - jähriger Vater wohnt bei meinem Bruder u. meiner Schwägerin im Haus (er hat seine eigene Wohnung) die sich auch um ihn kümmern und für ihn sie Mahlzeiten zubereiten.Bis ca. Mitte Mai war er noch relativ gesund u. mobil, er hat sich selbst gewaschen, angezogen, rasiert und ist auch noch jeden Tag spazierengegangen. War zwar schon etwas klapperig auf den Beinen und wurde immer langsamer, ging aber alles noch, daher hatte er auch noch nie eine Pflegestufe. Er hat halt immer weniger gegessen, weil er kaum noch Appetit hatte, aber er hatte seinen geregelten Tagesablauf. Er ist ein paar mal in der Wohnung hingefallen, weil ihm schwindlig wurde, (Altersschwindel wurde mal diagnostiziert) ab dem letzten Mal hat er sich nicht mehr getraut alleine spazieren zu gehen. Wir haben ihn dann regelmäßig begleitet bis er dann

Mitte Juni einen kleinen Schlaganfall hatte, der aber lt. Arzt im Krankenhaus keine Folgeschäden hinterlassen hat. Er war dann 1 Woche im Krankenhaus und wurde schließlich entlassen. Seitdem hat er permanent abgebaut, er isst kaum noch etwas, liegt den ganzen Tag im Bett, Jalousien sind runter, hat keine Kraft mehr aufzustehen, verwechselt durch das lange Liegen die Tageszeiten. Teilweise liegt er zwei-3 Tage im Bett ohne etwas zu essen. Das Schlimmste aber ist seine Stuhlinkontinez, er trägt Windeln, die versucht er sich selber anzuziehen, zieht die teilweise über seiner Unterhose an, kotet sein Bett voll und bleibt darin liegen. Er behauptet immer er würde sich selber waschen, was natürlich nicht stimmt, meine Schwägerin hat dann auf eigene Faust einen männlichen Pfleger v. d. Caritas engagiert, von ihm hat er sich dann mal duschen lassen, nachdem er 2 Tage mit vollgekoteten Hosen im Bett lag und jegliche Hilfe verweigert hat. Er wird dann richtig böse u. brüllt wenn man ihm helfen will und schmeißt uns raus. Mein Bruder hat den Pflegedienst alle 2 Tage zum waschen bestellt, das ging dann 10 Tage gut, gestern hat er auch den Pflegedienst rausgeschmissen. Ich habe vor 3 Wochen mit seinem Hausarzt gesprochen, der sagte, daß man ihn zu nichts zwingen könnte, was er auch nicht möchte,zu dem Zeitpunkt konnte er aber auch noch alleine auf die Toilette gehen, das geht jetzt fast gar nicht mehr. Gestern scheint er alleine auf Toilette gangen zu sein, meine Schwägerin hat die ganze Kloschüssel mit Kot beschmiert vorgefunden und den Fussboden, da ist er noch reingetappt und hat alles in der Wohnung verteilt... Der Hausarzt ist nach unserem Gespräch vor 3 Wochen in Urlaub gegangen, ab heute ist er wieder in seiner Praxis, hat dieser eine Möglichkeit da was zu arrangieren?

Was macht man mit dem alten Herrn, er kann doch nicht tagelang in seinem Kot im Bett liegen, das Zimmer stinkt derartig, daß es kaum auszuhalten ist, Fenster dürfen wir auch nicht öffnen, er wird ja auch krank dadurch, das ist ja alles vollkommen unhygienisch, und er soll sich doch auch wohlfühlen,wir sind alle ziemlich ratlos und am Ende....

Viele Grüße und danke für Eure Antworten im Voraus

Antworten
MAonmika6x5


Ich würde mich ans Gesundheitsamt/sozialpsychiatrischen Dienst wenden. Sie beraten und machen auch Hausbesuche.

TUw/eetxy232


Ist sicher eine Idee, ich habe aber noch vergessen zu erwähnen, daß unser Vater a) fast schwerhörig ist und b) Spanier ist nicht fliessend deutsch kann Fachbegriffe gar nicht versteht, somit ist die Kommunikation mit ihm nur sehr eingeschränkt möglich...

P|laceTbo0l9x06


Es ist meist leider überhaupt nicht einfach da was zu machen..

eben weil man niemanden zu was zwingen kann, was er nicht möchte..

Wichtig hier wäre mal ein Hausbesuch von euerem Hausarzt damit er sich die Situation ansehen kann.. aber auch da ists dann so: wenn dein Vater sich nicht helfen lassen will, könnt ihr ihm nicht helfen..

Ich hatte bis vor 1 1/2 Jahren auch so einen Fall.. hatten Amtsarzt (bzw. Sprengelarzt) sowie den Bezirksrichter im Haus bzgl. Entmündigung damit wir einen Heimplatz organisieren können..(waren nicht verwandt deswegen ohne Entmündigung kein Recht was zu organisieren).. wurde alles abgelehnt.. weil man eben niemanden zu was zwingen kann..

Bzgl. dem Pflegedienst: dranbleiben, auch wenn euer Vater den Pflegedienst rausschmeißt soll er trotzdem weiterhin alle 2 Tage kommen. Wird Tage geben da dürfen sie deinem Vater helfen, und Tage wo es eben nicht geht.. aber kommen sollen sie trotzdem.

Ebenso wäre vl. Essen auf Rädern eine Idee, somit "vergisst" er nicht aufs Essen weils ihm eben gebracht wird.. wenn er keinen Hunger hat ok, aber zumindest ist dann immer was am Tisch und er wird vl eher animiert doch was zu essen..

M<oni-ka6"5


Es muss eben beurteilt werden von einer Fachstelle, das ist nicht immer so klar, dass man nichts machen kann. Gerade im Gerontobereich. Aber es muss klar sein, dass es unter Umständen auf einen zwangsweisen Umzug in eine Gerontostation oder Pflegeheim hinauslaufen kann. Das muss man dann in der Lage sein, durchzusetzen. Aber zunächst muss die Situation beurteilt und gegebenenfalls Betreuung beantragt werden. Das sind gerichtliche Entscheidungen.

P1lacebxo0906


gerichtliche Entscheidungen aber nur wenn der Vater eben nicht mehr Zurechnungsfähig/Geschäftsfähig whatever ist..

solang er das ist kann ihn auch kein Gericht dazu zwingen sich irgendwie Betreuen zu lassen oder gar in ein Pflegeheim zu ziehen.. "nur" mangelnde Hygiene reicht da leider nicht um gerichtliche Entscheidungen balg Betreuung zu bekommen..

Angehörige können zwar auch ohne gerichtlichen Beschluss einen Antrag für einen Platz im Pflegeheim stellen, allerdings muss der Vater dann nicht einziehen wenn er das selbst eben nicht möchte.. hier ist man dann wieder bei: man kann ihn zu nichts zwingen was er nicht will.

Ist ja das selbe mit dem schon bestehenden Pflegedienst der kommt.. wenn der Vater sich nicht helfen lassen will und den Pflegedienst raus schmeißt, ist das sein gutes Recht, auch wenn man das als Angehöriger und Außenstehender nicht verstehen will und kann, gerade nicht wenns so unhygienisch ist wie beschrieben..

Wichtig und maßgebend für alle weiteren Schritte ist aber wie Monika schon schreibt, das jemand mal beurteilt ob euer Vater noch Zurechnungsfähig/Geschäftsfähig ist..

Mdoniikax65


Wie gesagt, das entscheidet sich vor Ort, nicht hier. Ich würde mich dahingehend erstmal beraten lassen.

Die Sprachbarriere ist nicht das große Problem, es muss eben jemand dabei sein, der vermitteln und übersetzen kann.

Es gibt das vielbesagte Recht auf Verwahrlosung, aber je nach Fall hat das schon unterschiedliche Grenzen, es gibt ja auch Leute, die lassen sich im Pflegeheim nicht pflegen und stehen am Rand der Verwahrlosung, ist aber nicht häufig und wird meistens durch Medis schlichtweg verhindert.

T,wWeetyx232


Danke für Eure Antworten, ja das dachte ich mir alles schon, den Tipp, daß der Pflegedienst trotzdem alle 2 Tage kommen soll, finde ich gut - Vater ist halt der Meinung, dass er sauber ist, er behauptet, er wäscht und duscht sich selbst, er hat meinem Bruder sogar gesagt, er bräcute neues Duschgel (Dabei schafft er es noch nicht mal zu Fuss bis ins Badezimmer) - Frage ist, ob er das wirklich denkt oder ob er versucht uns hinters Licht zu führen...

Mit dem essen auf Rädern habe ich schon vor einem halben Jahr versucht, das hat er strikt abgelehnter isst halt a) nur noch ganz ganz wenig und wenn, dann nur noch Süsses, selbst seine geliebten Nudeln mag er nicht mehr, er steht auch nicht mehr auf zum Essen und geht an den Tisch, sondern setzt sich im Bett hin und legt sich nach dem Essen direkt wieder hin.

Wir werden jetzt erst mal sehen, was der hausarzt sagt, vielleicht hat der noch ein wenig Einfluss, wenn Vater allerdings tatsächlich DENKT, er wäre sauber, wird das auch nichts nützen...

L.G.

Tweety

M^onikax65


Süß ist eine Aroma, dass noch lange geschmeckt wird, während andere Aromen oft verloren gehen, weshalb alte Leute häufig ihren Appetit verlieren. Nicht nur deswegen, aber das ist zumindest eine Erklärung dafür, warum manchmal noch so gern Süßes gegessen wird. (Sogar Sterbende nehmen manchmal Süßes noch zu sich in geringen Mengen..) Ich persönlich finde den Appetitverlust in dem hohen Alter normal, er geht auf sein Lebensende zu. Nahrung ist nicht so wichtig, ich denke eher, er trinkt zu wenig, was auch die geistigen Ausfallerscheinungen erklärt (falls er nicht dement ist, was aber nicht sein muss). Es ist also durchaus möglich, dass er selber glaubt, alles noch richtig zu machen. Eine Demenzentwicklung und wenig trinken ist am Anfang manchmal kaum unterscheidbar.

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