» »

Wie steht ihr zur Situation der Pflegeberufe/ Pflegepatienten?

LJi7ve>rpoxol


War das nicht vielleicht eher so nach dem Motto gemeint: Man weiss vorher, auf was man sich einlässt, somit muss man den Job schon wirklich wollen & lieben.

Das man sich nicht darüber beschweren darf, dass man auch mal am Wochenende oder nachts arbeiten muss, ist klar. Das ist den Leuten, die in der Pflege (oder allgemein im Gesundheitswesen) arbeiten auch klar und sicher nicht das Problem.

Aber miese Arbeitsbedigungen, großzügig ausgelegte Ruhezeiten bzw. ein "interessant" ausgegelegtes oder gar komplett ignoriertes Arbeitszeitgesetz, schlechte Bezahlung, überzogene Anspruchshaltung und Undank von allen Seiten, massig Überstunden etc. muss ich doch nicht gut finden nur weil ich den Job machen will.

Wenn alle mit den Schultern zucken und sagen "tja, dann geh halt ins Büro wenn du es hier blöd findest. Musst den Job ja nicht machen..." dann ändert sich nie was. Haben Pflegekräfte kein Recht auf einen Job, der anständig bezahlt und gewürdigt wird und immer noch Luft für ein Privatleben lässt?

Es gibt Dinge, die bringt ein Job halt so mit sich (Nachtarbeit, Wochenenddienst) und es gibt Dinge, die einfach in keinen Job akzeptabel sind.

k(lapperOs<chlanxke


@ greenie07

"Pflegeberufe sind Liebhaberberufe. Wenn man das nicht gerne und mit Leib und Seele und aus Berufung macht, dann geht man in diesem Job ruckzuck zugrunde."

...und genau das ist Bullsh... Es sind Berufe wie andere auch und sollen das auch sein! Natürlich muss man gerne mit Menschen arbeiten, sollte sich für medizinisches interessieren. Aber daneben ist es ein 'normaler' Beruf der anständig nach der geleisteten Arbeit und Belastung zu bezahlen und anzuerkennen wäre!!

Genau wegen dem blöden Spruch kommt es doch zu der Ausbeutung. Die Pflegenden sollen wohl noch dankbar sein und am besten noch bezahlen, damit sie ihr Helfersyndrom ausleben können...manchmal tönt es echt fast so.

Von einem Architekten z.B. erwartet ja auch niemand, dass er fast gratis arbeitet da er in seinem Beruf ja die Freude an der Gestaltung ausleben kann...

Irgendwie haben immer noch viel zu viele Menschen die Bilder von den Groschenromanen und den Arzt-/Krankenhausserien vom Fernsehen im Kopf (Schwester Stephanie ist tagsüber auf der Station, steht abends im OP und nebenbei regelt sie noch das Privatleben der Patienten...oder so ]:D )

Vielleicht erst Hirn einschalten, DANN posten.

Natürlich sollte der Beruf entsprechend seiner Arbeit entlohnt werden.

Was ich meinte war, dass wenn es schon so ist, wie es derzeit ist, dann nur noch Leute mit diesem Job einigermaßen zufrieden sein können, für die es der Traumjob ist, für den sie sich berufen fühlen.

hoikleqines


Und das sind dann die, die in der Pflege selbst irgendwann zusammenbrechen, weil auch Passion nicht ein Leben lang tragen kann, wenn die Umstände so krass ausbeuterisch sind. Und dann wird das Problem für alle nur noch größer...

Rnhyelixa


Eine Pflegepartei braucht es nicht, die Pflegekammer würde schon reichen.

Auch muss sich Pflege organisieren und geschlossen agieren. Tehy hat es in Finnland geschafft. 13000 Pflegende kündigten gleichzeitig ihren Job ( dort gab es damals nur ca 32000). Da lenkten die Arbeitgeber dann doch ein. Es gab eine Lohnerhöhung von 30 % über 3 Jahre. Dieses Jahr war Verdi mächtig stolz auf ihren Abschluss. + 2,4% dieses Jahr und 2,35 nächstes. Ganz toll!

Warum schaffen wir es hier nicht? Viel kleine Aktionen finden statt, beklagen die schlechten Bedingungen und dann wird weiter unter den gleichen Bedingungen gearbeitet und auch gejammert. Da nehme ich mich allerdings auch nicht aus. Es gibt aber aktuell keine entsprechende Gewerkschaft oder Organisation, die hier so etwas durchziehen würde. Da muss sich jeder Pflegende, mich eingeschlossen, an der Nase packen.

Ich will hier niemanden angreifen, aber da geht mir manchmal der Gaul durch...

h;iokleinqexs


Und die, die pflegen lassen. Wer beispielsweise 24 Stunden Betreuung durch ungelernte Osteuropäerinnen immer noch für eine super Alternative hält bzw. für das, was unsere "Pflegelücke" schließt, dem ist nicht zu helfen.

Solange wir, statt für diese Dienste mehr zu zahlen, eben gerne einfach andere "Dumme" finden, die man auf der Basis ausbeuten kann, wird sich doch strukturell nichts ändern. Die Kundschaft, die menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Pflege (Krankenhaus und ambulant) bezahlen wollen oder können, ist einfach prozentual zu klein, um Anbieter zu reizen.

S-ünGtje


hikleines,

ich als Krankenschwester würde für meine Eltern immer eine 24Stunden-Kraft vorziehen, immerhin kommt das Geld dann bei den Pflegenden an. Dabei kann ich deinen Gedanken absolut verstehen. Und theoretisch bin ich ganz bei dir.

c9lCv


Eine Pflegepartei braucht es nicht, die Pflegekammer würde schon reichen.

Ich bin Zwangsmitglied in 2 Kammern, in der Industrie und Handelskammer, sowie in der spezifischen und standeseigenen.

Ich kann dir sagen, die erste ist harmlos, die möchten nur jährlich einen knapp 3stelligen Obolus für nichts .

Aber die Standeseigene, die kostet richtig Geld und hat zwei definierte Aufgaben:

1. mich zu überwachen, kontrollieren und abzustrafen

2. eine ungeheure aufwändige Selbstverwaltung zu betreiben. Auf Kosten der Mitglieder natürlich.

Und deshalb wäre ich seeeehr skeptisch, ob eine Pflegekammer die Basis unterstützen würde..

Die Politik schaut an dem Problem vorsichtshalber vorbei, die Gewerkschaften haben das Betätigungsfeld noch nicht entdeckt und die zumeist beschäftigten Frauen akzeptieren die gängige Praxis, dass Frauen ausgebeutet werden dürfen.

Sorry für diesen schweren Vorwurf, ich möchte einfach zum fälligen Arbeitskampf aufrufen oder zu einer Selbstorganisation. Und da fällt mir z.Z. nur die Gründung einer Partei an, wie andere Interessengruppen das längst getan haben.

H\ypeur-ion


Faden verschoben

RDheli>a


Mir wäre Kontrolle piepegal. Ich denke schon, dass ich gute Arbeit leiste. Sollte es nicht so sein, lasse ich mich gerne korrigieren und werde meine Kenntnisse erweitern. Ausserdem kontrollieren uns sowieso schon alle mögliche Stellen, wie z.B. MDK, Qualitätsmanagement, Angehörige, Heimaufsicht,,etc. Darauf kommt es echt nicht mehr an.

Kammern überwachen ebenfalls die Aus-, Fort- und Weiterbildung, erkennen diese an, was unterm Strich die Pflegequalität nur verbessern kann. Und dem Beruf noch ein Stück Aufwertung gibt.

Aber damit wäre auch Schluss mit solchen Sprüchen, wie "Pflegen kann jeder, sogar dressierte Affen" und Pflege gäbe es auch nicht mehr auf dem Basar. Es wird dann nicht jeder Arbeitslose in die Pflege gesteckt, zumal die meisten da eh nicht für motiviert sind. Also keine billigen und unzureichend qualifizierte Hilfskräfte mehr, die meine Ressourcen noch zusätzlich verbrauchen.

Eine "Pflegepartei" hätte, wie die Pflege, keine Lobby. Wer würde die denn wählen?

cKlxv


Vielleicht einige der Millionen, die in der Pflege beschäftigt sind ?

Ob eine Kammer die Qualität einer Arbeit verbessern kann, darüber könnte man streiten.

Aber es gibt keine Kammer, egal in welcher Branche, die sich für Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder kümmert. Das ist Sache der Politik und der Gewerkschaften.

w"hatattragejdy


Warum schaffen wir es hier nicht? Viel kleine Aktionen finden statt, beklagen die schlechten Bedingungen und dann wird weiter unter den gleichen Bedingungen gearbeitet und auch gejammert. Da nehme ich mich allerdings auch nicht aus. Es gibt aber aktuell keine entsprechende Gewerkschaft oder Organisation, die hier so etwas durchziehen würde. Da muss sich jeder Pflegende, mich eingeschlossen, an der Nase packen.

Weile Deutsche niemandem etwas gönnen?

Schau hier ins Forum: Wenn jemand davon erzählt, dass es ihm schwer fällt einen Job zu finden gibt's Gepöbel.

Wenn jemand von Schwierigkeiten auf der Arbeit erzählt, gibt es Gepöbel und die immer gleichen Geschichten, dass man es noch vieeeeeeeel schwerer hat.

Wenn man gar das Konzept der Erwerbsarbeit in Frage stellt, gibt's manchmal sogar Drohungen.

Ich erinnere mich noch an einen Faden zu Beamten: Zwei Drittel waren geschlossen dafür, deren Gehälter in Grund- und Boden zu stutzen. Auf die Idee lieber selber eine Gehaltserhöhung einzufordern kommt kaum einer. Lieber soll es allen schlecht gehen.

éApinxe


Scheinen irgendwie vergessen worden zu sein von Politik und Gewerkschaften...

Wir sind eben auch selbst schuld. Wo liegen die Quoten von Gewerkschaftsmitgliedern in der Pflege? Bei 10, 11%?

Darüber können die Angehörigen der metallverarbeitenden Berufe nur hämisch lachen. Und wer hat nochmal eine 35h-Woche?

Ah, Ich glaub die Pflege war es nicht...

Ich bin das Gejammer meiner Kolleginnen leid - zu verdi geht trotzdem keiner.

cRl3v


Ich bin das Gejammer meiner Kolleginnen leid - zu verdi geht trotzdem keiner.

Gut gebrüllt Löwe !

Das wäre jetzt wirklich mal interessant zu hören, was die Kolleginnen eigentlich davon abhält.

Die Erzieherinnen haben es doch vorgemacht, dass nicht nur ( männliche ) Lokführer die Republik lahmlegen könnten ]:D ...

éCpuine


Das wäre jetzt wirklich mal interessant zu hören, was die Kolleginnen eigentlich davon abhält.

"Von dem geringen Gehalt soll ich auch noch für die Gewerkschaft zahlen?" dabei erzielen sie bei jedem Tarifabschluss Sonderzahlungen für Mitglieder, welche die Beiträge nahezu aufheben

"Als ob ICH daran was ändern könnte!"

"Wir können/dürfen doch eh nicht streiken!"

"Das ändert doch auch nix." Selbst wenn es nur so bliebe - ohne wird es ganz ganz sicher nur NOCH schlimmer...

"Dann hat mich mein AG erst Recht auf dem Kieker."

"Es reicht doch, wenn die anderen zu ver.di gehen."

"Und wer soll sich dann um die armen alten Leute kümmern? Die können doch auch nichts dafür!" Als ob dann keiner mehr arbeiten würde...

Und so weiter und so fort...

Du siehst, ich habe diese Unterhaltungen nicht erst einmal geführt. :=o

Rjh$elxia


Diese Aussagen kann ich nur unterschreiben.

Übrigens spiegelt diese Faden auch ein klein bisschen das öffentliche Interesse wider.

Wer schreibt hier? Der TE und ein paar Pflegekräfte. Das Interesse der Allgemeinheit ist kaum vorhanden. Es wird erst aktuell, wenn man selbst oder die nächsten Angehörigen Pflege benötigen. Oder wenn die Beiträge der Kranken- und Pflegekassen steigen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kranken- und Altenpflege oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH