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Vater teilweise dement. Hilfe gesucht...

SYera_phi)na 1 hat die Diskussion gestartet


Mein Vater ist 82 Jahre und teilweise dement. Teilweise deshalb, weil ich nicht tägl. Kontakt mir ihm habe. Aber in jedem Fall teilweise nicht mehr zurechnungsfähig. Er hat teilweise lichte Momente, wo auch ein realistisches Gespräch stattfindet. Aber er fragt oftmals nach und generell haben wir (seine LAB und mein Bruder) gemerkt, dass er nach und nach nicht mehr realistisch denkt und Vieles vergißt.

Nun ist das Problem, dass er noch mit seinem Auto fährt. Das ist ihm wichtig und auch schon viele Gespräche mit ihm liefen und laufen ins Nichts. Er ist sich noch so sicher, dass er Autofahren kann. Leider kann er das nicht mehr. Wir haben und mit Polizei und Medizinischen Dienst in Verbindung gesetzt. Wir haben keine Möglichkeit, ihn am Autofahren zu hindern.

Nun hat er letzte Woche einen Terroranschlag auf einem Weihnachtsmarkt verursacht. Er hat seinen PKW mitten im Weihnachtsmarkt geparkt. Hat dann vergessen, wo sein Auto steht und hat somit einen Terroranschlag mit Bombenalarm auf einen der größten Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt verursacht. Ist irgenswie nach Hause gekommen und hat dann meinen Bruder angerufen, der sein Auto suchen sollte. Leider ist mein Bruder bekannt bei der dortigen Polizei, weil er selbst dort arbeitet, und hat ratzfatz das Auto aus der Gefahrenzone entfernt. Also meinem Vater droht keine Anzeige.....

Mein und unser Problem ist nun, wie kriege ich unseren Vater dazu, nicht mehr mit dem Auto zu fahren. Er hat aufgrund der o.g. Vorkommnisse keine Strafe zu erwarten. Weil das SEK froh war, dass mein Bruder das Auto entfernt.

Das Problem ist, dass es keine Gesetze gibt, die Menschen ab einer gewissen Unzurechnungsfähigkeit, den Faührerschein entzieht. Es gibt keine Möglichkeit unserem Vater das Fahren mit seinem PKW zu verbieten. Ich habe selbst schon bei der Polizei angerufen und den Fall geschildert. Gesetze gibt es nicht und wir sind hilflos, weil er selbst die Gefahr nicht sieht. Den Schlüssel zu verstecken ist auch keine Option, weil er wache Momente nutzt und bei der Autowerkstatt anrufen würde, um einen neuen Schlüssel anzufertigen. Er hat seit Monaten zig Blechschäden verursacht und immer wieder ist er nicht begutachtet worden. Sein Anwalt boxt ihn immer wieder da raus. Ich werde den Anwalt mal anrufen und ihn auf die Situation hinweisen. Aber DER ist der beste Freund meines Vaters. Insofern....?

Oder sollte ich den Hausarzt informieren und ihm androhen, dass er dann mit verantwortlich ist, wenn mein Vater Personenschäden verursacht. Wobei ich das nicht hoffe. Das wäre ganz fatal.

Ordnungsamt stellt sich auch dumm und sagt, dass es keine Möglichkeit gibt.

Nun bin ich am Rand der Verzweifelung und will nicht darüber nachdenken, was noch alles passieren kann. Unser Vater ist sehr dominant und meint, er könne noch fahren.....

Was gibt es noch für Möglichkeiten, ihm die Fahrerlaubnis zu entziehen? Hat jemand eine Idee?

Wir sind regelrecht hilflos und die Gesetze geben nicht das her, was wir brauchen.

Danke fürs Lesen.

@:)

Antworten
SNheilxagh


Vielleicht hilft Dir dieser Faden (und die darin enthaltenen links auf dem [[http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=101841# Verkehrsportal]] weiter?

@:)

s~weeUny x72


Dieses Problem hatten wir mit meinem Schwiegervater auch. Ich kann daher gut verstehen wie du dich fühlst :)_

Hilfe durch Behörden usw. gibt es nicht, die leidige Erfahrung hast du ja schon gemacht.

Leider hilft jetzt nur eins und das sind drastische Massnahmen- Schlüssel und ! Ersatzschlüssel wegnehmen. Dazu müsst ihr euch aber einig sein. Das heisst du und dein Bruder und Mutter.

Ihr solltet vorab auch schon besprechen wer welche Fahrdienste übernehmen kann z. B. einkaufen, Arzt usw.

D1ackevl*lovxe


Genau das selbe kenne ich von meinem Opa, er war dement und halb blind und ist trotzdem Auto gefahren, ein Wunder, dass nie was passiert ist. Wir waren überall, Polizei, Ordnungsamt und wie sie nicht alle heissen, entweder sollte er den Führerschein selbst abgeben oder behalten. >:(

Da es nicht anders ging haben wir ihm über Nacht das Auto einfach weggenommen, war eine sehr schwierige Zeit, aber es war nicht zuzulassen dass er sich oder noch schlimmer, andere gefährdet und das hat er tagtäglich getan wenn er unterwegs war.

Der Hausarzt wird Euch vermutlich weniger weiterhelfen können, der auch er kann nicht machen, dass man ihm den Führerschein entzieht, was ihr machen könnt ist bei Vormundschaftsgericht einen Antrag auf Betreuung stellen, das haben wir auch gemacht, da mein Opa auch nicht mehr in der Lage war, seine Finanzen zu überblicken oder mit Geld umzugehen.

Holt Euch alle Hilfe, die ihr kriegen könnt, alleine ist es ziemlich aufreibend.

Alles Liebe,

Dackellove

s?we<enyx 72


Vormundschaftsgericht einen Antrag auf Betreuung stellen

Das würde ich mir gut überlegen,denn damit entscheidet dann ein völlig Fremder über alle ! Belange. Das kam für uns nicht in Frage, wir wollten nur das er nicht mehr fährt. Mir und meinem Mann war aber auch bewusst das wir dann " Einsatz " zeigen müssen. Das war aber kein Thema. Mit Hilfe von uns hat meine Schwiegermutter dann nach und nach die Finanzen übernommen.

X8eniax33


Abgesehen vom Autofahren- wie kommt denn Dein Vater sonst zurecht? Lebt er alleine?

Die Schilderung vom Parken mitten auf dem Weihnachtsmarkt finde ich etwas eigenartig. Gerade zur Zeit ist vermeintlicher Terroralarm ein sensibles Thema. SEK Einsatz wegen Terror/Bombenalarm auf einem der größten Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt? Auch bei einem Fehlalarm wäre das wohl in der Presse gelandet.

Außerdem verstehe ich nicht, wieso Dein Bruder dann die Situation gerettet hat und damit das Ganze unter den Tisch gefallen ist. Es wäre doch eine gute Gelegenheit gewesen, dass unangemessene Verhalten Deines Vaters polizeilich registrieren zu lassen.

Wenn z.B. bei einem Unfall bei dem Verursacher der Verdacht auf Demenz besteht, wird das geprüft und der Führerschein ist schnell weg.

S[eraUph_inxa 1


Danke euch erstmal.

Aber er ist oft noch so fit, dass er alles alleine schafft. Seine Partnerin ist eher hilflos und macht das, was wer sagt. Ich werde in jedem Fall im neuen Jahr den Hausarzt anrufen und ihn auf seine Vorsorgepflicht hinweisen.

Wenn wir ihm Schlüssel und Auto nehmen, kauft er sich ein Neues. Er hat eben noch ganz oft lichte Momente und kann dann auch als geschäftsfähig durchgehen. Den Antrag auf "Geschäftsunfähig" dauert ohne Ende bis zu 12 Monate und noch länger. Damit ist uns nicht geholfenen. Wir brauchen jetzt eine Entscheidung. Leider hat er auch den bestellten Gutachter vom MDK rausgeschmissen und meint, er sei in der Lage, alles selbst zu bewältigen. Punkt.

Manno, dass das mal so ein schwieriger Gang wird, haben wir nicht gedacht. Morgen ist wieder Freitag und freitags fährt er immer mit seinem Auto zu seinem Stammtisch.... Ich geh schon freitags nicht mehr ans Telefon, weil ich Unheil vermute.

Mein Vater ist sowas von dominant und auch mein Bruder ist ihm nicht gewachsen. Ich rede ohne Punkt und Komma auf ihn ein, was auch an ihm abprallt. Na super. Seine Lebensbegleiterin ist nicht in der Lage was zu verändern und nun frage ich mich, wer dafür zuständig ist. Ich biete mich pausenlos an, aber werde nicht angesprochen.

Nun habe ich beschlossen, dass die Lebenspartnerin Tacheles reden und agieren muss. Ich habe selbst einen Pflegefall hier zuhause und kann mich nicht immer kümmern. Also muss Realität her. So schlimm das ist, aber mein Vater ist so uneinsichtig und sieht nicht, was er eigentl anrichtet. Insofern muss eben was passieren, auch wenn es nicht menschlich klingen mag. Er gehört eigentl in ein Pflegeheim. Denn seine Partnerin pflegt ihn rund um die Uhr und auch eine Pflegestufe hat er selbst abgelehnt und hat den Gutachter rausgeschmissen. Alles ganz schwierig. Aber ich denke, dass geht alles einen Weg. Irgendwann geht gar nichts mehr und dann wird hoffentlich mal der Gesetzgeber einschreiten und Ansage machen. Wir als Kinder und Partner können nichts tun. Das haben wir schon alles durch.

sDwee'nYy 7x2


Zum Thema Demenz

Mein SV hat sich auch so verhalten wie du's von deinem Vater beschreibst. Wir gingen alle auch automatisch davon aus das es beginnende Demenz ist.

Erst im KH hatte ein Arzt gesagt das mein SV einen Schlaganfall hatte, der wohl schon länger her war. Ich habe gesagt das kann nicht sein, beim Schlaganfall sieht man das durch Lähmungen, herabhängenden Mundwinkel usw. . Der Arzt meinte dann das es verschiedene Arten gibt, z. B. einen der nur das Gehirn betrifft. Das wird dadurch dann leider oft mit Demenz verwechselt.

Wäre gut das klären zu lassen.

Kann dein Vater sich noch selber versorgen oder brauch er beim Einen oder Anderen Hilfe ?

S@eraph{inxa 1


Xenia

Mein Bruder ist da ohne Schuld. Das SEK hat ihn gebeten ganz schnell das Auto von dort zu entfernen, weil sonst was weiss ich passiert wäre.... Also wieder Mal für meinen Vater. Da mein Bruder Ausbilder bei der dort ansässigen Polizei ist, haben die eben nicht weiter reagiert. Und mein Bruder war ind er Stresslage nicht in der Position, was zu sagen. Er hat eben nur schnell das Auto entfernt.

Es bleibt und gibt keine Lösung, weil es keine entsprechenden Gesetzte gibt. Wie oft lese ich in der Presse, dass ein über 80-jähriger wieder Mal Unfall verursacht hat.

Deutschland ist Autoindustrie. In anderen Ländern gibt es Reaktionstests ab einem gewissen Alter.

RbheRlia


Das würde ich mir gut überlegen,denn damit entscheidet dann ein völlig Fremder über alle ! Belange.

Das stimmt so nicht ganz. Diese Betreuung kann auch durch ein Familienmitglied oder sonstige Vertrauensperson übernommen werden. Es kann auch nur ein Teilbereich betreut werden, wie z.B. Finanzen, Aufenthaltsbestimmung, Gesundheitsvorsorge.

Ich weiss gerade nicht, ob es in den Bundesländern unterschiedlich geregelt ist. In Bayern könnte man sich an das zuständige Landratsamt wenden und ein Gutachten bzgl. Verkehrstüchtigkeit veranlassen. Dieses Gutachten erstellt ein Arzt, der nicht der behandelnde Arzt sein darf.

SkerapNhOina x1


Es geht nicht um Entmündigung und Betreuung. Wichtig ist für uns zurzeit, wie wir unseren Vater vom Autofahren fern halten können und wie wir das begründen können. Denn er ist oft noch hellwach und Auto ist sein Wichtigtes.

Ich brauch Tipps und Ratschläge. Evtl auch Gesetze, die greifen.....

s`weevny 7x2


Irgendwann geht gar nichts mehr und dann wird hoffentlich mal der Gesetzgeber einschreiten und Ansage machen. Wir als Kinder und Partner können nichts tun. Das haben wir schon alles durch.

Der Gesetzgeber wird nicht's tun denn das ist schlicht die Aufgabe von den Angehörigen.

Mein SV war auch so domimat und stur. Wenn ihr euch nicht zusammentut ist es Aussichtslos.

Hart durchzugreifen ist nicht schön aber anders geht's nicht. Wenn ihr sein Fahren hinnehmt macht ihr euch u. U. haftbar weil ihr es nicht unterbindet.

Wir dachten auch lange Zeit es ist dann sein Problem, wir hatten uns auch ewig den Mund fusselig gelabert.

XreniNax33


Wenn Euer Vater noch so viele "lichte Momente" hat, dass er jeden Freitag selbstständig einen Stammtisch besuchen kann, ist die Erteilung einer Pflegestufe durch den MDK sowieso sehr unwahrscheinlich.

Ein Antrag auf gesetzliche Betreuung wird sowieso nicht vom MDK, sondern richterlich geprüft.

Und bevor man den Hausarzt vorwurfsvoll an seine Fürsorgepflicht erinnert, sollte man mit ihm grundsätzlich über die Situation und die Problematik sprechen. Er kennt seine Patienten nur von den kurzen Momenten der Arztbesuche. Offenbar ist Die Demenz Deines Vaters noch nicht soweit fortgeschritten, dass es sofort auffällt. Der Hausarzt weiß in jedem Fall, welche Schritte zu gehen sind, wenn die beginnende Demenz gefährlich für den Betroffenen und die Mitmenschen wird.

Die Lebensgefährtin wird wahrscheinlich nichts bewirken können, wenn sie sich bis jetzt dieser Dominanz untergeordnet hat. Sie erlebt ihn und seine Marotten 24 Stunden und braucht eher selbst Hilfe und Unterstützung von außen.

s2epar%atorMenflexisch


Das würde ich mir gut überlegen,denn damit entscheidet dann ein völlig Fremder über alle ! Belange.

Die TE oder ihr Bruder können sich zum Betreuer benennen lassen. Und dann eben die TE bzw. ihr Bruder zum Vertreter. Den medizinischen Dienst wird er dann nicht rauswerfen können. Über die Dauer des Verfahrens kann ich jetzt auch nichts sagen.

s5weedny- x72


Das Problem bei uns war das die Geschwister zwar auch gesehen haben das er nicht mehr Fahrtauglich ist aber keiner wollte sich dem Thema stellen und Schuld sein wenn man ihm die Schlüssel genommen hätte.

Dieses Gutachten gibt es, aber auch da braucht es Mut hinzugehen !

Der Vater wird dann schon wissen wer ihn da " angeschwärzt " hat. Da müssen dann alle Beteiligten Farbe bekennen.

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