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Trick zum schlucken vieler Tabletten? Ekel & Würgen

S=tephQ-Bojunty hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben.

Meine Mutter hat Polycythämie vera. Aufgrund der Erkrankung hatte sie bereits viele Thrombosen, Lungenembolie, Phortaderthrombose,... Im letzten April sind ihre Varizen 3. Grades in der Speiseröhre geplatzt, durch eine falsche Dosierung des Marcumar (den Arzt haben wir inzwischen gewechselt!!) war sie überdosiert und hatte nur noch einen Quick von 12%. Die Blutung war kaum zu stoppen, sie lag über eine Woche im künstlichen Koma und musste danach schlucken neu lernen. Alles rutschte zunächst falsch, sie verschluckte sich oft und sie hatte riesen Probleme, ihre Tabletten (gemörsert mit Banane oder Joghurt vermischt) runter zu kriegen.

Nun hast sie das schlucken wieder gut erlernt und nimmt die Tabletten teilweise auch am Stück (morgens knapp zehn Tabletten).

Blöderweise hat sie inzwischen so einen Ekel vor den Tabletten, manche rutschen nicht gut, dass sie oft speien muss, nachdem sie sie Tabletten genommen hat. Dann ist natürlich das Problem, dass nicht genug Wirkstoff aufgenommen wird. Sie kann die Tabletten nicht mehr sehen. Sie muss würgen, ekelt sich, kriegt sie nicht runter.

Habt ihr Tipps? Kennt ihr die Problematik? Sie weiss, dass sie die Tabletten braucht, aber es geht nicht..... Und jeden morgen brechen ist für die geschädigte Speiseröhre auch Gift...

Antworten
k#athba26


Hallo!

Also, ich kenne die Problematik so ähnlich - hatte als Kind wegen einer Zungen- und Schlucklähmung ein halbes Jahr eine Magensonde und musste danach auch das Schlucken neu lernen.

Das Wichtigste ist Üben, irgendwann hat man den Trick heraus und sich daran gewöhnt. Früher musste ich jede Tablette einzeln nehmen und brauchte für jede ein halbes Glas Wasser, Kapseln oder große Tabletten (Antibiotika) gingen gar nicht. Heute schütte ich mir die ganze Morgenration von 8 Tabletten auf einmal in den Mund und spüle sie mit ein bisschen Wasser runter.

Was mir persönlich am meisten hilft: ein Strohhalm! Ohne Strohhalm verschlucke ich mich sofort.

Wenn es von den Tabletten, die deine Mutter nehmen muss, Generika gibt, evtl. mal die einer anderen Firma ausprobieren. Die verwenden oft andere Hilfs- und Füllstoffe, haben eine andere Größe oder Form, wodurch manche besser und manche schlechter rutschen (und manche schmecken ekliger als andere, wenn sie sich doch zu früh im Mund beginnen aufzulösen).

Tabletten, die keinen Überzug haben und keine Kapseln sind, kann man auch zermörsern und mit Joghurt oder so nehmen.

Evtl. besser mehrere Tabletten in kleiner Dosierung nehmen als eine in größerer Dosierung, falls die niedriger dosierten kleiner sind. Oder die Tabletten teilen, falls es erlaubt ist.

Wenn ihre Speiseröhre sehr empfindlich ist, kann sie mal probieren, vor dem Schlucken der Tabletten Eiswürfel zu lutschen. Gerne auch zusätzlich den Hals von außen mit Coolpacks kühlen. Hat mir in der Anfangszeit sehr geholfen, als meine Speiseröhre von der Magensonde noch sehr gereizt war. Da tat es nicht so weh, wenn ich mich verschluckt habe.

Vor zwei oder drei Jahren bekam ich ein Produkt zum Testen, mit dem man jegliche Tabletten mit einem leichten Film überziehen konnte (löste sich im Magen sofort auf), wodurch sie leichter rutschten. Das hat wirklich gut funktioniert, aber da ich es nicht mehr brauche, habe ich mich nicht weiter darum gekümmert. Also keine Ahnung, ob das Produkt dann irgendwann tatsächlich auf den Markt gekommen ist, aber man könnte ja in der Apotheke fragen.

Das war so im Großen und Ganzen, was mir geholfen hat...

Lg,

katha

o}ngodis@ep


Vielleicht als Infusion? Oder mit künstlicher Ernährung? Bei den vielen Medis sollte auch mal ein Krankenhaus wieder drüber blicken! Obacht: Das in Milchprodukten wie Joghurt enthaltene Calzium neutralisiert viele Medikamente.

FhranktMülle


Hallo.

Weiss nicht, ob es was hilft, wegen dem schlechten rutschen der Tabletten. In der Apotheke gibt es schluckhilfen, probiert und beschäftigt habe ich mich damit auch noch nicht. Das sind so eine Membran, da drückt man die Tabletten durch. Dadurch wird auf die Tabletten ein dünner Film gezogen. Soll angeblich dann besser rutschen und einen leichten besseren Zitronengeschmack haben. Ist nicht ganz teuer. Einfach mal in der Apotheke nachfragen, vielleicht haben die auch eine Probe oder könne eine besorgen. Vielleicht hilft es ja.

S9teZph-Boxunty


Vielen Dank für Eure Antworten.

Hm.... das Problem ist nicht das Schlucken an sich - sondern der Ekel schon wieder Tabletten nehmen zu müssen.

Ich kenne das Gefühl, z.B. von Penicillin. Das hat so einen ekligen Geruch, dass ich es die ersten drei Tage gerade so schaffe und spätestens ab Tag 4 wird mir schon vom Geruch schlecht und ich muss mich regelrecht zwingen die Dinger zu nehmen... Da hab ich auch schon nachgefragt, ob es für Menschen nicht auch so eine Depotspritze gibt wie bei Tieren... einmal rein und wirkt 10 Tage... ;-D o:)

Mit dem Arzt in der Klinik (sie muss aufgrund ihrer Erkrankung alle 3 Wochen zum Onkologen in die Klinik um zu sehen, ob etwas umgestellt werden muss) hat sie bereits darüber gesprochen. Leider gibt es die Medikamente nur in Tablettenform..... %-|

k\atnha2x6


Welches Medikament riecht denn so extrem? Ich nehme jeden Tag 28 Tabletten, aber ein besonders ekliger Geruch wäre mir dabei noch nicht aufgefallen (bei Säften oder Tropfen schon, aber nicht bei Tabletten).

Evtl. ein Generikum ausprobieren, das riecht vielleicht anders. Oder vorher z.B. an Lavendelöl schnuppern.

Das folgende jetzt bitte nicht falsch verstehen: man kann sich das Leben auch selbst schwer machen bzw. kann man sein Gehirn "austricksen", im positiven wie im negativen Sinne. Ich bin dialysepflichtig und glaube mir, das Stechen (mit sehr großen Nadeln) und generell die ganze Prozedur ist für niemanden angenehm. Aber die, die es akzeptiert haben und die Einstellung vertreten, dass das nunmal notwendig ist und ihnen das Weiterleben ermöglicht, tun sich viel leichter damit als jene, die sich innerlich immer dagegen wehren und nur das negative sehen. Also nicht immer denken "ih, wie eklig", sondern positiv daran gehen und sich immer wieder vorsagen "okay, das ist jetzt nicht super, aber diese Tabletten sorgen dafür, dass ich lebe"... das funktioniert!

s#unsxhi'ne8x3


Ich habe zu Beginn meiner Tablettenzeit mir mit Joghurt geholfen. Da flutschen Tabletten dchön mit runter.

P9eddxi


Es gibt in Apotheken Tablettenhilfen. Das ist ein Überzug. Auch die Idee mit dem Joghurt ist gut. Bei uns waren es Bananen.

Wegen Zermörsern aber vorher Docx fragen. Bei Magenschonern sollte man das nämlich nicht tun.

Meine Tochter hat auch oft Zitronensaft pur hinterhergeschluckt. nur wenige Tropfen. Das lenkt das Gehirn von dem Ekelgefühl ab. Es wird ja ein anderer Sinn angesprochen. Also etwas was stark ist, vielleicht sonst Chilichips, je nachdem, was sie mag. Pfefferkörner? Saure Drops? Pfefferminz?

X]iraixn


Ich hab das Problem, seit ich mehr und eine größere Tablette nehmen muss :-/

Vorher war es eine kleine Schilddrüsentablette und eine Blutdrucktablette und abends die wirklich kleine Pille.

Dann kam wegen erhöhter Harnsäure eine Tablette hinzu, und seit ich die nehme, hab ich nur Probleme.

Mein Würgereiz ist momentan auf Maximum, selbst bei der kleinen Pille.

Sobald eine Pille auf der Zunge liegt, gibts nen Würgereiz :-/

Momentan kämpfe ich mich also seit 5 Wochen durch...noch 1 Woche dann darf ich die große absetzen...ich hoffe, dass es dann wieder besser wird.

Ich nehme ja schon seit 18 Jahren die Schilddrüsentablette und hatte immer mal so Phasen, wo ich Würgereiz hatte, aber wenn man dann nur eine nehmen muss gehts...wenn man aber noch 2-3 andre hinterherschieben muss... :(v

S3teph0-gBo%unty


Hm. Ja, so ist das bei ihr wohl auch.... Zermörsert und mit Joghurt oder zerdrückter Banane hast sie auch durch - auch die Magenschutz Tabletten. Hat sie auch in der Klinik so bekommen. Aber da ist alles sehr bitter und es kommt auch wieder hoch.

Also meine Mutter ist gewiss kein Pienzchen und hatte nie Probleme Tabletten zu schlucken... Aber sie hat im letzten Jahr sehr viel mitgemacht und sich von "wir wissen nicht ob sie es noch lange schafft. Sie müsste langsam mal aufwachen" ziemlich gut zurück ins Leben gekämpft... Ihre Grunderkrankung ist eine Polycythämie aufgrund derer sie ein Zytostatika nehmen muss. Durch die pv hatte sie sehr viele Thrombosen, eine Lungenembolie, eine Pfortaderthrombose,... Sie war Marcumar Patientin. Ihr ehemaliger Onkologe übersah -zig Varizen in der Speiseröhre, die vor ziemlich genau einem Jahr geplatzt sind. Sie hat Unmengen Blut gebrochen, die Blutung waren über Stunden nicht zu stillen, sie bekam zig Blutkonserven, Erythrocytenkonzentrat und schlussendlich musste sie ins künstliche Koma gelegt werden, aus dem sie nur schwer aufwachte nach drei Wochen. Während dieser drei Wochen gaben die Nieren kurzzeitig auf und sie musste fünfmal dialysiert werden, ihre Leberwerte waren mehr als schlecht und wir wussten nicht ob sie Weihnachten noch lebt. (sie ist 64 Jahre alt und war vorher trotz der Erkrankung sehr agil).

Der Klinikaufenthalt zog sich 6 Monate hin. Sie konnte nach dem Klima nicht mehr laufen, nicht mehr schlucken, musste alles neu lernen und mit der Angst "hoffentlich geht in der Speiseröhre nicht wieder etwas kaputt". Ich denke, mit diesem Hintergrund ist es besser zu verstehen...

Aus meiner Mutter, mit der ich bummeln gehen konnte wurde über Nacht eine 100% schwerbehinderte Frau mit den Kennzeichen "aG" und "B", sie hat Pflegestufe 3, ist auf einen Rollstuhl etc. angewiesen, und hat eben diesen Ekel und die Angst vor den Tabletten.... Aber wäre sie kein Kämpfer und würde sie nicht positiv denken - sie wäre längst nicht mehr da und sie hatte nicht so vieles wieder gelernt... :)^

S<teDpJh-BoLuntxy


Nicht Klima.... Klinik....

Entschuldigt, ich schreibe vom Handy und die Autokorrektur macht manchmal Witze mit mir.... :-/

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