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Erstehilfemaßnahmen bei einem Notfall

S}tef9x7 hat die Diskussion gestartet


Hey,

an alle PFKs, bzw die sich damit auskennen. Wie soll man sich denn in folgenden Beispielen als PFK verhalten?

Beispiel 1:

Bewohnerin sitzt zum Mittagessen am Tisch, sie äußert laut über starke bauchschmerzen, nun nach 1 Minute wird sie bewusstlos, Bewohner hängt im stuhl seitlich, es ist keine Muskelspannung vorhanden, Puls ist nicht tastbar an Arterie Radialis, Atmung leicht vorhanden und es liegt eine Patientenverfügung vor welche wiederbelebende Maßnahmen verbietet.

Beispiel 2:

Bewohnerin sitzt bei einem Betreuungsangebot, plötzlich wird sie bewusslos, puls nicht tastbar und atmung nicht vorhanden und es liegt ebenso eine Patientenverfügung vor welche wiederbelebende Maßnahmen verbietet.

Antworten
HRyper/ion


In beiden Fällen den Notarzt rufen.

Lies hier:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Patientenverf%C3%BCgung#Besondere_Situation_bei_Notf.C3.A4llen]]

Bei einem Notfall kann meist nicht rechtzeitig geklärt werden, ob eine rechtlich wirksame Patientenverfügung vorliegt, bzw. ob die in einer Patientenverfügung getroffenen Festlegungen für die aktuelle Situation maßgeblich sind. In der gebotenen Eile einer Notfallsituation wird sich zudem nur schwer feststellen lassen, ob eine vorliegende Verfügung gültig ist und den zuletzt geäußerten Willen des Patienten richtig wiedergibt. Deswegen werden Wiederbelebungsmaßnahmen häufig auch dann durchgeführt, wenn der Betroffene dem widersprochen hatte. Hat der Patient wiederbelebenden Maßnahmen widersprochen, ist darauf zu achten, ob er dies nur für den Fall seines Siechtums verboten hat oder ob er auch Einwände gegen notärztliche Maßnahmen bei einem Unfall oder plötzlichen Anfall erhoben hat.

Hryp9erion


Und da du ja kaum im Notfall erst einmal die Akte samt Verfügung holen gehst um nachzulesen was der Patient überhaupt verboten hat und was nicht, solltest du immer den Notarzt rufen.

B4lack+Ton_i


Richtig, du musst trotzdem den Notruf absetzen. Es sollten die entsprechenden Maßnahmen (CPR) durchgeführt werden, auch wenn eine Patientenverfügung vorliegt in der klar formuliert ist, dass keine Wiederbelebungsversuche gemacht werden sollen. Das muss letztlich vom Arzt bestätigt werden, der dann auch den Tod feststellt und einen Totenschein ausstellt. Ich habs auch nicht so ganz verstanden, ist aber im Rettungsdienst genau das Gleich "Problem". Dort wird nach Vorlage der Patientenverfügung durch Angehörige der Patient dann eher "halbherzig gedrückt" bis der Notarzt eintrifft und die Maßnahme nach Überprüfung der Pat.Verfügung für beendet erklärt. Aber du kannst dich zur Sicherheit nochmal bei der Ärztekammer oder dem Justizministerium (dort gibts auch die Unterlagen für die Pat.Verfügung) informieren wie genau die rechtliche Lage ist :-)

SGüntjxe


Ich würde, wenn ich sicher um die Verfügung wüsste, gar nicht handeln.

Bei uns im Krankenhaus respektieren wir die Patientenverfügung glücklicherweise.

SRtef9x7


Ja es ist mir klar, dass ich den Notarzt & Krankenwagen rufen muss.

Ja bei uns wird die Patientenverfügung auch respektiert.

Meine Frage hat sich nicht auf das bezogen was sie alle geantwortet haben. Ich meine damit was man alles machen muss schritt für schritt, (z.b. bew. erst ansprache prüfen dann das usw...) und was man dann speziell bei meinen beiden beispielen zu tun hat.

Sagen wir mal ich kenne die Bew. die eine Patientenverfügung haben.

HcypeIrion


Sagen wir mal ich kenne die Bew. die eine Patientenverfügung haben.

Aber weisst du den auch genau im Detail was sie möchte und was sie ausgeschlossen hat in ihrer Verfügung?

Wenn du einen Bewohner findest dem es schlecht geht und der ärztliche Hilfe benötigt ( Notfall) dann rufst du den Rettungsdienst an.

In der Zwischenzeit holst du dir Kollegen zur Hilfe ( Notschelle ect). Einer von den Kollegen beauftragst du die Unterlagen ( Patientenkurve, Akte) zu besorgen, damit sie für den Notarzt griffbereit ist.

Du und Kollegen versorgen die Patientin bis der Notarzt eintrifft. Der entscheidet dann weiter.

Sttef9x7


Ja ok.

Wie soll ich den Patienten nach meinen 2 Beispielen dann versorgen ? Was muss man machen ? (Eher ins Bett legen, OK hochlagerung oder was ?)

____

Beispiel 1:__

Bewohnerin sitzt zum Mittagessen am Tisch, sie äußert laut über starke bauchschmerzen, nun nach 1 Minute wird sie bewusstlos, Bewohner hängt im stuhl seitlich, es ist keine Muskelspannung vorhanden, Puls ist nicht tastbar an Arterie Radialis, Atmung leicht vorhanden und es liegt eine Patientenverfügung vor welche wiederbelebende Maßnahmen verbietet.

Beispiel 2:

Bewohnerin sitzt bei einem Betreuungsangebot, plötzlich wird sie bewusslos, puls nicht tastbar und atmung nicht vorhanden und es liegt ebenso eine Patientenverfügung vor welche wiederbelebende Maßnahmen verbietet.

Hzyp?erixon


Hast du einen erste Hilfe Lehrgang besucht?

Arbeitest du in einem Heim?

R.helQia


Beispiel 1:

Hilfe holen! Jemand der sich auskennt.

Wenn die Person sicher atmet, kannst du von einem vorhandenen Puls ausgehen und lagerst sie in der stabilen Seitenlange. Am besten auf den Boden, falls es zur Reanimation kommt.

Du musst sicherstellen, dass die Atemwege frei bleiben und die Atmung kontinuierlich überwachen.

Beispiel 2:

Keine Atmung, kein Puls: Wieder zuerst Hilfe rufen

Person flach auf den Boden lagern, Atemwege kontrollieren und CPR beginnen.

Die Patientenverfügung ist in beiden Fällen völlig egal. Das entscheidet der Arzt.

Ich würde dir einen Erste Hilfe Kurs empfehlen.

Fdizz&lydpuzzlxy


Ich weiss nicht, was Du genau willst. Nur weil Du weisst das eine Patientenverfügung vorhanden ist, kannst Du die Hilfe vor Ort nicht verweigern und den Menschen sich selbst überlassen. Das hat immer noch ein Arzt zu entscheiden, nach Kenntnis der Verfügung. Und er wird mit Sicherheit nicht vor einer Behandlung in aller Ruhe die Verfügung durchlesen. Und dir sollte auch bekannt sein, wenn Du so darauf beharrst, dass es keine einheitlichen Verfügungen gibt und auch nicht alle gültig sind. Wurde z.B. vor 10 Jahren eine Verfügung erstellt mit Unterschrift, so kann diese längst nicht mehr gelten weil der Gesetzgeber neue Richtlinien geschaffen hat. Auch wird immer mal wieder darauf hingewiesen, dass zumindest alle zwei Jahre eine erneute Unterschrift incl. Datum darunter gesetzt wird. Denn jeder Mensch kann sich jederzeit auch anders entscheiden.

Wenn wiederbelebende Maßnahmen abgelehnt werden, muss man auch klären in welchem Zusammenhang. Wenn ein Mensch diese Verfügung mit 30 Jahren erstellt hat und - ansonsten kerngesund - ein Jahr später an einer im Schlund hängen gebliebenen Gräte zu ersticken droht....würdest Du diesen Menschen durch Kenntnis einer Verfügung ersticken lassen?

Also leiste erste Hilfe an Ort und Stelle (und nicht erst den Menschen noch ins Bett schleppen oder sonstwo hin) und rufe den Notarzt. Ansonsten könntest Du dich damit schneller unglücklich machen als dir lieb ist.

Und wenn Du nicht wissen solltest, wie erste Hilfe geleistet werden soll, empfehle ich dir einen erste Hilfe Kurs.

S6ünUtxje


ich bin entsetzt,wie hier alle die Verfügung ignorieren würden.

Sie redet von Bewohnern, also schließe ich daraus, wir reden von einem Altenheim. Im Altenheim kenne ich meine Bewohner, weiß um ihre Gesundheit, kenne ihre Ansichten, weiß was Angehörige wünschen und arbeite eng mit dem Hausarzt zusammen, der sicher auch die Akte kennt.

Wenn dies alles zusammen trifft, und ihr einen Bewohner vorfindet, der akut bedroht ist, dann ignoriert ihr alles und sagt selbstverständlich beginnt man mit der Reanimation und ruft den Niotarzt, der in der Tat die Akte nicht kennt und auf Teufel komm raus reanimiert?

Ich bin entsetzt.

Nie würde ich mich so über die Wünsche und Verfügungen hinwegsetzen.

HOype"rixon


Wie gesagt. Man kann nicht von allem Heimbewohnern bis ins Detail die Verfügung kennen und was sie alles konkret ablehnen.

Und niemand läuft im Notfall zuerst zum Aktenschrank um zu gucken ob Dame XY Notfallmaßnahmen ect ausgeschlossen hat oder nicht und ruft erst nach Durchsicht der Verfügung den Notarzt an.

HRypeMrixon


Entsetzt wäre ich wenn jemand so handeln würde.

F`izszlypxuzzly


Nie würde ich mich so über die Wünsche und Verfügungen hinwegsetzen.

Ich auch nicht, und mein Mann und ich haben diese Verfügungen. Was ich aber absolut ablehne ist, dass jeder Mensch der keine ärztliche Ausbildung hat, das entscheiden kann. Und ein Abschied vom Leben kann sich lange hinziehen oder sehr qualvoll sein. Und wenn ein Arzt die Kenntnis von einer Verfügung hat und danach handelt, kann er/sie den Abschied zumindest erleichtern durch Schmerzmittel oder andere Möglichkeiten in Betracht ziehen. Denn eins dürfte doch auch klar sein, nicht jeder der wiederbelebende Maßnahmen ablehnt ist sofort tot. Und das soll ein Laie bestimmen dürfen, nur weil er/sie zufällig die Verfügung kennt?

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