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Patientenverfügung zur OP mit ins Krankenhaus nehmen?

hl.sumxmit hat die Diskussion gestartet


Guten Tag,

ich habe eine Patientenverfügung gemacht, die festlegt, wann ich an einer Erkrankung natürlich versterben möchte und um das zu können, konkret beschrieben welche lebenserhaltenden Maßnahmen dann zu unterbleiben haben. Darin steht auch, dass ich heute schon keine Wiederbelebungsmaßnahmen will (denn die Aussichten ohne Schaden weiterleben zu können sind im Allgemeinen sehr gering).

Die Verfügung hat mir die [...] gegen eine geringe Gebühr erstellt. Vorher konnte ich mich kostenlos telefonisch beraten lassen.

Nun bewahre ich die Verfügung zuhause in einem Ordner mit der Beschriftung Vorsorge auf und meine Bevollmächtigten wissen wo der ist und wie sie daran kommen. Zusätzlich habe ich ein Original meine Patientenverfügung bei der Zentralstelle hinterlegt und ein Hinweiskärtchen bekommen, aus hervorgeht, wer im Notfall zu benachrichtigen ist.

Wenn ich nun zur einer Blinddarm-Operation ins Krankenhaus gehe, sollte ich dann dort meine Patientenverfügung vorlegen? Ich befürchte, dass meine Ablehnung von Wiederbelebungsmaßnahmen dann zum Problem werden könnte. Sollte ich in meinem Alter bei der OP einen Herzstillstand haben, könnte man mich doch schnell und mit guter Aussicht wiederbeleben. Das wäre erstmal in meinem Sinne. Wenn die dann aber nicht so erfolgreich war, dass ich mein Bewusstsein wiedererlange, können meine Bevollmächtigten meine PV vorlegen. Ich würde dann erwarten, dass die weitere Behandlung eingestellt wird und ich an meiner Erkrankung dann versterben darf.

Haltet ihr das für praktikabel oder übersehe ich da etwas?

Mit herzlichem Dank im Voraus.

Antworten
E hemaligxer NHutzer6 (#1491#87)


WEnn Du in die Klinik gehst, wirst Du automatisch danach gefragt.

LEaven"del=blütxe


Hallo h.summit,

Bringe eine Kopie der Patientenverfügung - evtl. mit anderen Unterlagen ins Krankenhaus mit.

Der Computer fragt eh im Aufnahmegespräch danach, das ist zum Standart geworden.

Und für die anstehende Operation hast du dann für den Fall der Fälle ein gutes Gefühl...

herzliche Grüße,

Lavendelblüte

hO.suxmmit


Es ist doch in Ordnung, dass ich nach meiner PV gefragt werde und ich sage auch gerne, dass ich eine habe. Dann ist es mir aber wichtig, dann zu Protokoll genommen wird, wie meine Bevollmächtigten erreicht werden können. Nach § 1904a (1) BGB müssen Ärzte mit denen erörtern, ob eine Situation erreicht ist, in der meine PV zu befolgen ist. Meine Bevollmächtigten können dann gerne meine PV vorlegen.

Da ich Wiederbelebungsversuche absolut ablehne, hätte ich bei einer OP gerade kein gutes Gefühl, wenn die meine PV befolgen müssen, denn ich will doch erstmal leben, sonst müsste ich die OP nicht machen lassen (es sei denn ich hoffe darauf, dass die OP misslingt, was ja wohl etwas pervers wäre).

E0hemealigQe7r NutUzeGr (#1R49187x)


Wiederbelebungsversuche lehnst Du also ab. Und wenn sie keine machen, also Deiner PV folgen, dann sollen sie gefälligst von Deinen Helfern belangt werden.

Klasse. Wär nicht schlecht, wenn Du wüßtest, was Du wirklich möchtest.

hC.s*umxmit


Lieber Prinz,

ich habe eine Patientenverfügung erstellt, mit der ich mich vor dem von Dr. Matthias Thöns in seinem Buch »Patient ohne Verfügung« beschriebenen »Sterbeverhinderungskartell« schützen möchte, damit ich spätestens wenn ich zum nicht mehr kommunikationsfähigen Dauerpflegefall werde, an meiner Erkrankung natürlich versterben kann.

Die Erfolgsaussichten nach einer Wiederbelebung, wenn sie im öffentlichen Raum stattfindet, voll wiederhergestellt zu werden beträgt ca. 5 %. Ich möchte aber nicht zu den 95 % gehören, die mit irgendwelchen – teilweise sogar erheblichen – Schäden, weiterleben müssen.

Darum lehne ich Wiederbelebungsversuche in meiner PV absolut ab. Wenn sich z. B. ein Pflegeheim später daran hält, sind die abgesichert und brauchen sich vor meinen »Helfern« (meintest Du vielleicht Bevollmächtigten?) nicht zu fürchten.

Warum soll ich die PV im KKH vorlegen, wenn ich nur einen Blinddarm oder ähnliches behandelt haben will? Sollte ich im KKH einen Herzstillstand haben, kann ich doch mit wesentlichen besseren Aussichten wiederbelebt werden.

Wenn die Wiederbelebung im KKH dennoch fehlgeschlagen ist, reicht es mir, wenn meine Bevollmächtigten die PV dann vorlegen und damit erreichen, dass ich dann nicht vom Sterben abgehalten werde.

Weißt Du jetzt, was ich will und kannst mich verstehen?

skun*ny_8x4


Darum lehne ich Wiederbelebungsversuche in meiner PV absolut ab. Wenn sich z. B. ein Pflegeheim später daran hält, sind die abgesichert und brauchen sich vor meinen »Helfern« (meintest Du vielleicht Bevollmächtigten?) nicht zu fürchten.

Warum soll ich die PV im KKH vorlegen, wenn ich nur einen Blinddarm oder ähnliches behandelt haben will? Sollte ich im KKH einen Herzstillstand haben, kann ich doch mit wesentlichen besseren Aussichten wiederbelebt werden.

Hast du deine PV vielleicht zu früh gemacht wenn du später keine Wiederbelebung mehr möchtest, aber jetzt eigentlich schon noch? Vielleicht stehe ich gerade auf dem Schlauch oder habe deinen Gedankengang nicht verstanden ???

k~leineRr_drvac4henxstern


Dann solltest du das auch so in deine Patientenverfügung schreiben.

E;hemalGige/r NutzerE (#1^4918x7)


Wenn die Wiederbelebung im KKH dennoch fehlgeschlagen ist, reicht es mir, wenn meine Bevollmächtigten die PV dann vorlegen und damit erreichen, dass ich dann nicht vom Sterben abgehalten werde.

Bevollmächtigte gibt es nur, wenn Du eine Vorsorgevollmacht erteilt hast. Hast Du das?

EKhemalilger NZutzer (#28!2877x)


Man kann doch in einer solchen Verfügung differenzieren.

Sprich: Wiederbelebung im Krankenhaus bei "guter Prognose": ja

Lebenserhaltung, wenn absehbar ist das man schon im Gemüsestadium ist: nein

h1.sumxmit


Ich kann meine Patientenverfügung nur zu früh machen, denn ich kann nicht wissen, wann ich sie brauche. Wenn ich mich im KKH operieren lassen will, brauche ich sie aber erst mal nicht, denn ich will ja noch leben. Wenn aber die OP fehlgeschlagen ist, soll sie strikt genug sein, damit mein Wille respektiert werden muss. Wenn ich eine weichgespülte PV mache, um sie vor der OP vorlegen zu können, ist sie zu schwach, um mir hinterher zu helfen.

Ist in eurer Denke, die sprechende Medizin bereits abgeschafft worden, oder ist es noch vorstellbar, dass im Gespräch vor der OP die wichtigen Dinge besprochen werden? Was ich dann festlege ist mein aktueller Wille und der sollte dokumentiert und beachtet werden. Ich finde es total abstrus zu verlangen, dass PVs vor einer OP vorgelegt werden. Das muss aufhören! Damit werden die Leute motiviert schwache PVs zu machen, die sie später in die Fänge des Sterbeverhinderungskartells treiben (Zitat Dr. Matthias Thöns in Patiente ohne Verfügung).

kilein!er_dWra+ch;enstxern


Keinen Ahnung, wer dieser Herr Thöns ist, aber nur weil der das sagt, muss das ja nicht alles stimmen...

Ich habe eine Vorsorgevollmacht, wie der kleine Prinz schon schrieb, und da ist auch meine PV. Ich wurde noch nie vor einer OP nach meiner PV gefragt und gebe nur an, wer die Vorsorgevollmacht hat.

Das wichtigste an einer guten PV ist, dass die differenziert ist, ich weiß echt nicht was du mit stark oder schwach meinst. Alles, was du hier erzählst kannst du in deine PV schreiben, weswegen man die ja zusammen mit einem Arzt schreiben sollte. Kostet zwar was, ist es aber m.E. Wert.

S6chm0idtix70


Ich habe zwar schon erlebt, dass ich im Fragebogen des KH nach einer Patientenverfügung gefragt wurde, aber noch nie, dass im OP Vorgespräch das ein Thema war. Jedenfalls nicht, wenn man über einen guten allgemeinen Gesundheitszustand verfügt und es sich um einen Routineeingriff handelt, bei dem es im Normalfall nicht um Leben und Tod geht. Da wird doch nur besprochen, dass die OP u.U. nicht zum gewünschten Erfolg führt oder welche OP Risiken es gibt.

Sehe das ansonsten wie meine Vorschreiberin: mein Mann als Bevollmächtigter hat die Vollmacht mit PV und würde dann handeln, wenn er es für nötig hält....da er ja weiß, was wir besprochen haben.

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