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Versehentlich lokalanästhetikum venös gegeben

m[alabeCba22x06 hat die Diskussion gestartet


Hallo,habe eine Frage

wisst ihr wielange jemand beobachtet werden muss wenn er versehentlich Lokalanaehstätikum venös bekommen hatte?bzw. in welchen Zeitraum ist es mit Symptomen zu rechnen?

Mir ist nämlich passiert das ich einem Patienten das Naropin statt an den PDK an ZVK angeschlossen hatte,und es lief ca 4 Stunden mit 8ml/h.Das Naropin war 0,2%.Der Patient war schwer krank,beatmet und analgosediert,als ich es bemerkt habe,habe ich es sofort dem Stationsarzt gemeldet,und es ist Gott sei Dank nicht schlimmes passiert,kein Blutdruckabfall,keine Herzrytmusstörungen,nix,der Patient blieb schlecht stabil wie vorher auch.

Allerdings ist er ca 24 Stunden danach verstorben,und jetzt mache ich mit etwas gedanken ob es mit der Sache noch was zu tun haben könnte?Soweit ich weiss ist das Naropin relativ schnell aus dem Körper draussen,und über den ZVK müsste es noch schneller draussen sein als über den PDK,da es mit anderen Infusionen auch noch nachgespüllt wird,und es im Körper verteilt wird,und das nicht als Bolus sondern langsam gelaufen ist,wurde mir gesagt kam es zu keinen Komlikationen.Vllt könnt Ihr mir weiter helfen.....

*:)

Antworten
Pueddxi


Er sollte das naropin also sowieso bekommen?

Nur nicht über den zvk?

Er war schon kritisch krank?

Du hast es sofort dem Arzt gesagt als du den Fehler erkannt hast?

Kannst du alle Fragen mit ja beantworten?

Pdk ist Port oder?

Also ich bin keine Krankenschwester habe ein krankes Kind und kenne mich nur bedingt aus.

Für mich persönlich Klingt das so als ob das naropin schon verstoffwechselt war als der Patient verstarb.

Kannst du noch mal mit dem Arzt reden?

Poeddxi


PS... Ich glaube du meinst den Schlauch den bspw meine Mutter mal hatte zur Behandlung von Schmerzen. Am Rücken war das. Also dort kommt das Medikament anders an.

Ich glaube trotzdem nicht das der Tod des Patienten damit zu tun hatte. Nicht nach über 24 Stunden. Aber ich würde diese sorgen mit dem Arzt besprechen.

tRheA-cav|er


es lief ca 4 Stunden mit 8ml/h.Das Naropin war 0,2%.

Also etwa 30ml mit 0,2%, das wären dann ca. 60mg gesamt. Zum Vergleich: Die Maximaldosis für eine Plexusanästhesie liegt bei 300mg, epidural bei 250mg. Und an beiden Orten gibt es reichlich Blutgefäße, über die es aufgenommen wird.

Wenn übrigens der PDK kontinuierlich beschickt wird, kommt natürlich diese Dosis auch irgendwann zum Großteil im Blut an (wird ja erst in der Leber verstoffwechselt) - es ist also gar keine größere Menge als vorgesehen im Blut gelandet. Nur der Umweg über den Epiduralraum ist weggefallen.

Abgesehen davon: Nebenwirkungen von Lkalanästhetika treten bei versehentlicher i.v.-Gabe innerhalb von Minuten auf. Wenn also beim Abstellen der Infusion noch nichts passiert war (Blutdruckabfall, Rhythmusstörung, Pumpversagen), passiert auch nichts mehr.

Also Entwarnung, da ist nichts passiert. Anders wäre es, wenn die Dosis eine PDA oder einer Plexusanästhesie als Bolus i.v. gegeben wird, das kann tatsächlich bedrohlich sein. Aber hier ist definitiv nichts passiert.

mValab>ebva22b06


Vielen Dank für die prompte und ausführliche Antwort,die ist mehr als eine Erleichterung für mich.Ich dachte halt das das lokalanästhetikum auf gar keinen Fall in die Blutbahn gelangen darf,da es uns immer gesagt wird,es sei hoch toxisch,und jetzt verstehe ich es endlich auch wieso,und drauf das es sowieso mal Blut erreicht bin ich auch nicht gekommen(bin noch nicht lange auf ITS) ]:D ,aber es macht natürlich auch Sinn :)^ .Manchmal muss man es eben einfach erklärt bekommen,Danke sehr,werde trotzdem in Zukunft gut aufpassen :-o

t"he-cmaver


Du hast ja auch richtig reagiert, indem Du dem Arzt bescheid gesagt hast - was in der Situation sicher nicht leicht war :)^ :)=

Verwechslung von PDK und ZVK sind übrigens nicht gerade selten - wenn's auch meistens umgekehrt läuft (i.v.-Medikament wird epidural gespritzt). Wenn so was passiert, muss man sich auch immer fragen, *warum* es passiert ist: Auf Allgemeinstationen ist es oft ein Problem der Ausbildung (nicht jede Pflegekraft weiß was ein PDK ist). Meistens spielt mangelnde Kennzeichnung eine Rolle. Eine dicke rote Beschriftung des Haltepflasters ist das mindeste, die kann man aber immer noch übersehen. Besser ist es, für den PDK gelbe Luer-Stopfen zu verwenden statt blaue: Den muss man jedesmal abmachen, wenn man was spritzt, auf diese Weise kriegt man also die "Warnfarbe" automatisch ins Blickfeld.

Gibt es bei euch ein CIRS (critical incident reporting System?) oder ein gut funktionierendes QM-System? Da kann man solche Dinge mal einbringen. Am besten mal mit einem "alten Hasen" von der Station besprechen. "Das ist hier noch nie passiert, so doof war hier noch keine" ist übrigens kein Gegenargument: Selbst wenn Du wirklich die erste gewesen sein solltest - die letzte warst Du bestimmt nicht...

S8ünctje


hast du vor Ort keine Kollegen oder Vorgesetzten die dir vernünftig weiterhelfen können?

Also du hast ja Glück, dass the-caver dir hier antwortet, aber wäre es nicht sinnvoller deine Fragen vor Ort zu klären? Du bist ja anscheinend noch relativ unsicher, ich fände es gut, wenn deine Kollegen das wüssten und dich dementsprechend anleiten könnten.

m4al`ab<ebaT220x6


The caver,bist du eigentlich ein Arzt oder wieso kennst du dich so gut aus?Arbeitet du auf ITS?

tIhel-ca8v|exr


bist du eigentlich ein Arzt

ja

Arbeitet du auf ITS

zum Glück nicht mehr ;-D ]:D

m\alabe)ba220x6


Danke für die Antworten,ja sicher bin ich weder die erste noch die letzte die den Fehler gemacht hatte,es passieren auf ITS täglich Fehler aller Art,das wichtigste dabei ist aber wie ich finde dazu zu stehen,darüber zu lernen,und daraus zu lernen,Übrigens das mir der Gekennzeichnet en Etikett en hatte ich angesprochen, und es wird jetzt so gemacht,finden alle sehr gut.Warum "Gott sei Dank nicht mehr"auf ITS,also ich finde es meistens sehr sehr schön,spannend und aufregend;). *:)

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