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Onkel plötzlich Pflegefall

HeanGnea07


Das klingt alles sehr schlimm!

Den Nachbarn gehört ein Riesendank, dass sie euch informiert haben. Sie wissen vielleicht am ehesten, seit wann der Onkel komisch(er) geworden ist. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Nachbarn ein Auge auf ihn haben.

Deine Mutter sollte zusehen, dass sie ihrem Bruder noch die notwendigen Vollmachten abringen kann (Betreuungsvollmacht, Vorsorgevollmacht. Gibt es eine Patientenverfügung? Bankvollmacht?), da sie ja vermutlich diejenige ist, die ihm am nächsten steht.

Ursachen für diese Veränderung kann es so viele geben - da müssen Profis dran. Der Hausarzt wird sicher weiter wissen - oder er kennt Hintergründe, die ihr nicht kennt und die der Onkel euch auch nicht erzählen wollte.

Evtl. kann auch ein Anruf bei seiner Krankenkasse helfen, bei dem ihr die Situation beschreibt.

Ich wünsche euch für die kommende Zeit viel Kraft.

Und - wenn deine Mutter so lange es nötig ist bei ihrem Bruder bleibt, wird sie deine Unterstüztung brauchen. Und zwar körperlich und emotional.

Alles Gute!

E6linaltove


Ich wäre ehrlich gesagt sofort ins Krankenhaus gefahren, alleine weil man überhaupt gar nicht abschätzen kann, ob es zu eigen- oder fremdverletztenden Verhalten kommt. Auch, dass er so lange nicht einkaufen war und so wirkte als hätte er ewig nichts getrunken und gegessen, zeigt doch, dass er nicht mehr alleine gelassen werden kann.

Wann hattet ihr ihn denn das letzte Mal "normal" gesehen? Eine Demenz kündigt sich in aller Regel ja an. Lange bevor mein Opa sich so verhielt wie dein Onkel, kam es zu sehr auffälligen Situationen, in denen er z.B. nicht mehr wusste wie man einen Hamburger isst und den Teller 10min anstarrte bis er sich es von uns abgeguckt hatte oder sich öfters vom Wochenmarkt nach Haus verlief.

Alles Gute für euch. @:)

Mxoh


Danke, Hanne und Elinalove.

Ja, das ist alles vollkommen richtig. Meine Mutter hat sich von der Auskunft des ärztlichen Notdienstes einschüchtern lassen. Ich hoffe sehr, dass der Hausarzt sie umgehend mit ihm ins Krankenhaus schickt und dass mein Onkel das auch einfach alles mit sich geschehen lässt.

Seine Nachbarn sind Gold wert. Das sind die Vorteile eines Kaffs, in dem jeder jeden kennt und sich umeinander sorgt. Die Nachbarin, die meine Mutter angerufen hat war in Kindheitstagen ihre beste Freundin, mein Onkel wohnt im Elternhaus der beiden...

Meine Mutter hatte regelmäßigen Kontakt zu ihm. Ihr fiel vor allem seine Lustlosigkeit auf, ihre Vermutung war, dass er eine depressive Episode auf Grund der vielen Krankenhausaufenthalte hat(te). Diese richtig krassen und gefährlichen Veränderungen sind entweder erst seit kurzem oder aber er konnte es lange genug verstecken. Aber eingenässt und -gekotet hat er vorher definitiv nicht. Er hat sich selbst versorgt, das Haus war in Ordnung, es gab nichts auffälliges außer seiner Antriebslosigkeit.

Ich merke ja, dass wir total überfordert sind. Sowohl meine Mutter als auch ich. Meinem Bruder habe ich vorhin ene Nachricht geschrieben. Ich hoffe, dass er eventuell die Möglichkeit hat sie zu unterstützen.

Ich schäme mich so sehr, ich müsste viel mehr da sein für Mutter und Onkel. Aber ich bin 300 Kilometer weit weg und habe eine unsichere Arbeitsstelle...ich müsste eigentlich alles stehen und liegen lassen und helfen fahren, oder? Aber wenn ich dadurch arbeitslos werde...in mir kämpft es ganz heftig. Ich weiß, was moralisch richtig wäre. Und wie Mütter eben so sind...sie sagt, dass sie meine Hilfe braucht, aber dass es reicht wenn ich ihr zuhöre und mit ihr überlege wie sie weiter vorgehen kann.

Ich hoffe einfach nur, dass mein Onkel ins Krankenhaus kommt und sie etwas Kraft tanken und organisieren kann.

Danke für eure guten Wünsche, ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich habe so ein schlechtes Gewissen, aber mir sind mehr oder weniger die Hände gebunden.

mxalWikxa82


Liebe Moh,

Vielleicht kannst du jetzt in den kurzen Wochen (nächste Woche ist doch bundesweit Feiertag oder?) Kurzfristig ein paar Tage frei nehmen? Vielleicht kannst du deinem Chef die Situation ja erklären und er zeigt Verständnis? Ich drücke dir die Daumen.

Es hilft sicher niemandem langfristig, wenn du einfach zu deiner Mutter fährst und deinen Job riskierst.

Es hilft ihr schon, wenn sie weiß dass du mit überlegst und die ein oder andere Aufgabe vielleicht telefonisch übernehmen kannst, da bin ich mir sicher.

:)_ :)_ :)_

M[oh


Leider ist es meinem Betrieb ziemlich egal, was in meiner Familie los ist und meine Urlaubstage sind zum größten Teil festgelegt durch Betriebsschließungen. Nächste Woche habe ich allerdings tatsächlich immerhin Donnerstag und Freitag frei. Dieses Wochenende werde ich auch hin fahren.

Meine Mutter war nun mit meinem Onkel beim Arzt. Der hat ein EKG gemacht und festgestellt, dass der Kreislauf im Keller ist. Hat meinem Onkel Tabletten verschrieben, mit denen sollen all diese Erscheinungen verschwinden. Hokuspokusfidibus. Am Donnerstag früh soll er wieder kommen. "Meinen Sie wirklich, man kann ihn allein lassen? Denken Sie wirklich, er kann am Donnerstag mit dem Auto 20 Kilometer zu Ihnen fahren?" -" Das sollte alles kein Problem sein."

Natürlich hat mein Onkel dem Arzt gesagt es gehe ihm gut, nur schwindlig wäre er und dauernd müde. Aber lustlos/depressiv? Nein. Alles in Ordnung. Meine Mutter hat alles auf den Tisch gepackt, was sie beobachtet hat. Liegt am Kreislauf. Wird jetzt wieder mit den Tabletten.

Wir können das nicht glauben, wünschten natürlich, dass es so wäre.

Wie wahrscheinlich ist es, dass der Arzt recht hat? Meine arme Mama ist total verunsichert...

Sie bleibt nun mindestens bis nach dem Arzttermin am Donnerstag, ihre Chefin springt schon im Viereck. Zur Not wird sie dann täglich pendeln.

Ist doch alles Kacke :|N

S|unndy_3176


Liebe Moh!

Ich kann echt nicht glauben, dass der HA deine Mutter so "abgefertigt" hat. :(v :-o

Wendet euch doch mal an den sozialpsychiatrischen Dienst. Vielleicht können die Leute dort euch weiterhelfen.

Was mir ansonsten noch einfällt: den Onkel ins Auto bugsieren und ihn selbst ins Krankenhausfahren.

MSoh


Hallo Sunny,

leider habe ich beim zuständigen Dienst niemanden erreicht und nun haben sie wohl schon geschlossen ":/ :-( Ich habe eine E-Mail dorthin geschrieben und die Lage geschildert mit der Bitte um Rat zu der Situation. Da wird heute sicher nichts mehr passieren.

Meine Mutter hat heute morgen drei Stunden gekämpft um ihn aus dem Bett zu holen, ihm etwas anzuziehen (duschen will er noch immer nicht. Er mag die Dusche nicht, seine Aussage. Außerdem hat er keine Socken mehr - außer den frisch von meiner Mutter gewaschenen auf der Leine und der kompletten Schublade im Kleiderschrank, die meine Mutter ihm daraufhin gezeigt hat) und ihn ins Auto zu schaffen. Sie wartet nun erstmal ab, ob der Arzt nicht doch recht hatte. Sie vertraut dem Arzt irgendwo, er ist ja der Mann vom Fach. Aber gleichzeitig ist sie sich sehr unsicher, dass seine Einschätzung richtig ist.

Ich hoffe bloß (und wirke dahingehend auf sie ein), dass sie ihn am Donnerstag ins Krankenhaus bringt, sollte sich sein Zustand nicht wesentlich verbessert haben.

NPilnpferxd


Oh je, der Arzt scheint die Situation nicht wirklich begriffen zu haben :|N Es wird ja wohl kaum am Kreislauf liegen, dass Dein Onkel seinen Stuhlgang und seine Blase nicht mehr kontrollieren kann. Weißt Du, was für Tabletten er ihm verschrieben hat?

Wenn es bis Donnerstag nicht besser ist, muss Deine Mutter eigentlich auf eine Krankenhauseinweisung bestehen, und wenn der Arzt das nicht macht, notfalls einfach zum nächsten Allgemeinmediziner oder Neurologen fahren und es dort versuchen. Normalerweise hätte der Arzt die Symptome mindestens durch einen Neurologen checken lassen sollen. Wenn es schlimmer wird, würde ich direkt einen Krankenwagen rufen mit Verdacht auf Schlaganfall.

Vielleicht kann Deine Mutter zum Waschen bzw. Duschen kurzfristig einen Pflegedienst kommen lassen, auch, wenn Ihr den dann wohl selbst bezahlen müsstest, so lange er noch keine Pflegestufe hat.

Alles Gute Euch und Deinem Onkel :)*

Msi^rxeya


Naja bei älteren Menschen und sehr schwachem Blutdruck... Kenn mich jetzt nicht gut aus, könnte mir aber zumindest vorstellen, dass dadurch eine Minderdurchblutung im Gehirn und somit ein starker Leistungsabfall entstehen kann.

Wenn es jetzt aber in wenigen Tagen nicht besser wird, bringt ihn ins Krankenhaus bitte. Dafür braucht​ man übrigens weder Überweisung, noch Krankenwagen, einfach den Onkel mit dem Auto hinfahren und in der Notaufnahme anmelden, Hinweis auf möglichen Schlaganfall geben, fertig.

S\üntRje


ihr sagt das alle so einfach, "ab ins Krankenhaus"

Natürlich kann man den Onkel ins Krankenhaus bringen und einen Verdacht auf Schlaganfall äußern, aber der ist rasch bestätigt oder ausgeschlossen und keine Garantie, dass der Onkel auch stationär aufgenommen wird.

Besser wäre, mit dem Hausarzt z. B. eine Einweisung für eine geriatrische Frühreha zu besprechen, da kann er in Ruhe getestet werden, man versucht die Körperpflege wieder einzuführen usw.

RWhexlia


Nimm Kontakt zu einer Institutsambulanz auf. Am besten in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Es kann für das Verhalten deines Onkels viele verschiedene Gründe geben.

Es kann eine demenzielle Entwicklung sein oder eine Wesensveränderung durch den Krebs.

Und noch zig andere Ursachen. Der Hausarzt macht es sich zu einfach.

Eine Exikose kann eine Rolle spielen, der Blutdruck auch, aber das erklärt nicht sein gesamtes Verhalten.

War er denn früher schon zwanghaft oder ist das Verhalten ganz neu?

Jedenfalls kann in der Psychiatrie auch die Hirnorganik abgeklärt werden.

Das würde ich nicht lange herausschieben.

SPDI war ein guter Tipp. Ihr könnt euch auch an das Gesundheitsamt wenden, sollte er nicht kooperativ sein. Eine Eigengefährdung liegt hier vor, da er ja scheinbar alleine nicht ist und trinkt.

Suünt.je


stimmt, an den Tumor habe ich gar nicht mehr gedacht. Da muss man ja auch an Hirnmetastasen denken

M"ojh


Ich danke euch allen für euren Zuspruch und eure Ratschläge!

Es hat sich jemand vom sozialpsychiatrischen Dienst auf meine Mail gemeldet und um die Kontaktdaten meines Onkels/meiner Mutter gebeten. Habe sie eben weitergegeben. Sie werden sich dem Fall annehmen. Das erleichtert mich und vor allem meine Mutter gerade ungemein! Da ist jemand der uns weiterhilft! Meine Mutter kann den Anruf kaum erwarten.

Sie hat nun ihren Urlaub vorgezogen und hat erstmal drei Wochen keinen Stress von der Arbeit her (es tut mir richtig weh dass ihr Erholungsurlaub dafür drauf geht). Sie hat auch schon Pläne zu meinem Onkel zu ziehen,ihre Wohnung aufzugeben...

Ich hoffe einfach nur,dass der Dienst jetzt ganze Arbeit leistet und sie unterstützt und dass sie meinem Onkel richtig zu helfen wissen!

Ich halte euch auf dem Laufenden,noch einmal vielen Dank für Eure Anteilnahme! @:)

Mxoh


Er hat Metastasen im Kopf. Wieviele genau und wie gross sie sind wird morgen in der Uniklinik genau untersucht. Er ist seit heute Mittag dort.

Da bleibt nicht viel Hoffnung,oder? Bleibt überhaupt welche? :�(

H/ypexrion


Er hat Metastasen im Kopf.

Das erklärt dann auch sein Verhalten

Und leider keine keine gute Nachricht. :-(

Bleibt überhaupt welche?

Das ist schwer zu sagen. Das können nur die Fachärzte anhand des Befundes.

Hier ein Info Link

[[https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/metastasen/hirnmetastasen2.php]]

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