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Erstmals Pflegegrad beantragen - Mdk kommt zu Besuch

haeutEe_mhier


Hallo Thrud,

hat denn deine Oma trotzdem eine Pflegestufe bekommen?

Irgendwie denke ich mir, dass die MDK-Gutachter doch auch über dieses mehr als menschliche Verhalten informiert sein müssen.

htikleinxes


Das sind sie und ich denke, sie können vermutlich damit besser umgehen, als wenn sie auf vollkommen gestellte und einstudierte Situationen stoßen. Denn dann können sie ja gar nicht einschätzen, was denn der Alltagszustand sein könnte.

T{hr0ud


hat denn deine Oma trotzdem eine Pflegestufe bekommen?

Nein, der Antrag wurde abgelehnt. Nach einem Widerspruch kam noch mal ein Gutachter zur Beurteilung und dann hat es geklappt. Wir haben an diesem Tag aber Oma ins Bett gepackt und ihr quasi den Mund verboten ;-) Damit will ich nicht sagen, dass meine Oma zu gesund für eine Pflegestufe war und wir geschummelt haben. Dies war nicht der Fall, sie konnte sich selber nicht mehr versorgen. Vieles hängt auch vom Gutachter ab.

Meine andere Oma hat auch eine Pflegestufe bekommen, aber bei meinem Opa wurde es abgelehnt. Das selbe Problem: er hat geredet wie ein Wasserfall und konnte angeblich alles. Was auch nicht der Fall ist. Die Gutachter fragen zum Beispiel: Können Sie sich mit dem rechten Arm die Haare kämmen? Mein Opa meint darauf antworten zu müssen: Oft nicht, dann nehme ich halt den linken, das geht dann schon irgendwie. %-| Meine Mutter, die sich um die beiden kümmert, hat aber keine Nerven mehr dazu für meinen Opa Einspruch einzulegen, weil er sich bei einem zweiten Besuch nicht ändern würde. Er braucht keine Hilfe und alle wollen nur sein Geld. :-/

h5ikl einxes


Letztlich weiß ja keiner, warum Anträge abgelehnt werden. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass es der halben Bevölkerung klar ist, dass ältere Mitmenschen bei solchen Besuchen noch mal alle Kräfte mobilisieren (wer gibt schon gern zu, dass er sich dem Ende nähert) und nur der MDK und die von ihm gesendeten Personen wissen das nicht und sehen das nicht oder wollen es nicht sehen.

Es ist ja beispielsweise auch so, dass sich die Gutachter/innen durchaus auch mal selbst zeigen lassen, wie jemand das noch bewältigt. Es reicht also nicht, zu sagen: OK, ich kann mich noch selbst in die Badewanne setzen, man muss das dann durchaus auch mal vormachen.

Ich würde mir da nicht so viele Gedanken machen. Ehrlich sein, bei vehementem Widerspruch durch den (zukünftig) zu pflegenden dazu auffordern, dass mal vorzumachen und nicht vergessen, dass Ablehnungen unterschiedliche Gründe haben und dann der Widerspruch durchaus in vielen Fällen durchgeht.

h/eute'_hixer


@ Thrud

Danke für deinen Erfahrungsbericht. Das tut mir so leid, dass dein Opa sich so stur stellt. Dann bleibt doch die ganze Arbeit bei deiner Mutter. Das ist sehr schwer und über längere Dauer auch nicht tragbar :|N

@ hikleines

Ich weiss nicht, aus welcher Position heraus du schreibst. Betrachtest du es theoretisch? Hast du Erfahrung im Familien/Bekanntenkreis?

Fakt ist, das der MDK weder unabhängig noch wohlgesonnen ist, denn es geht um Leistungen und somit um Geld. Eine gute Vorbereitung gehört zu solch einem Termin dazu. Was du schreibst klingt in meinen Ohren sehr naiv.

h/ikleVines


Ich hab mehrfach andere Erfahrungen gemacht. Ich sagte ja auch nicht: Lasst mal alles liegen, das wird schon von ganz alleine. Ich sagte nur: wenn man gute Gutachter hat, dann lassen sie es sich schon auch mal zeigen, ob die behauptete Mobilität der Pflegebedürftigen wirklich noch so besteht. Und wenn man keine guten Gutachter hat, dann muss man als Angehöriger vielleicht drauf bestehen, dass sie es vormachen.

Besser, als so ein Bett-Theater zu veranstalten. Ist ja auch irgendwie nicht ganz richtig, jemanden, der nicht bettlägerig ist, als solchen zur verkaufen.

HratsOch/e*psu1t_


Es wird auch keine Bettlägrigkeit vorgetäuscht, aber es ist teilweise grotesk, wenn alte Menschen noch einmal alle Kraft aufwenden, sich die Hose über den Hintern zu ziehen und der MDK dann bescheinigt, dass alles tutti sei. Meine Großmutter hatte einen Oberschenkelhalsbruch mit über 90, musste gepflegt werden und am großen Tag wollte sie dann allen zeigen, was sie noch konnte. Ja, MdK war begeistert, Oma kann sich ja noch super allein pflegen. Dass danach aber alle Kraft weg war, meine Mutter wieder tragen, Hintern abwischen und alles durfte, war dann nicht mehr relevant.

Deswegen: Natürlich haben alte Menschen ihren Stolz und wollen noch zeigen, was sie mitunter einmalig können. Dafür ist aber der MDK Besuch denkbar ungeeignet.

Und zum MDK habe ich zudem meine eigene Meinung - er ist zurecht nicht unumstritten

h-eutec_hixer


@ Hatschepsut_

Ja, das ist so menschlich wie sich die kranken alten Menschen gegenüber anderen oder Gäste die größte Mühe geben. Am Samstag habe ich das bei meiner Schwiegermutter gesehen. Sie hat obwohl sie blaß wie eine Leiche war und all ihre Beschwerden und Beeinträchtigungen schilderte, nicht nur die ganzen vier Stunden durchgehalten, sondern hat das Beste an Gastgeberin herausgeholt, was noch ging. Als Beispielsitaution war das eine Steilvorlage. Wir alle sagten unisono: genau das machst du am Mittwoch (MDK-Termin) nicht.

Wir gesunde Erwachsene waren schon ziemlich erschossen, über Stunden alles wichtige zusammenzutragen, Protokoll zu schreiben und trotzdem einen schönen Familientag zu haben. Irgendwann hat sich Schwiegermutter dann ins Bett verabschiedet. Da ging einfach nichts mehr.

@ hikleines

Es geht mitnichten darum, irgendetwas nicht vorhandenes vorzuspielen. Aber die Situation ist die, dass man Gäste eben höflich empfängt. So hat es jedenfalls meine Elterngeneration noch drauf. Gerade wenn es um so ein sehr privates Thema geht, kurbeln die Senioren schon mal ordentlich auf.

Der Alltag -wie hier im Faden in vielen Fällen beschrieben wurde- ist ein ganz anderer. Es fiel z.B. meiner Schwiegermutter total schwer zuzugeben und zu schildern, wie schwierig es für sie ist in die Dusche zu kommen und welche Angst sie vorm Ausrutschen hat. Von der Badewanne mal ganz zu schweigen. So etwas gibt man nicht gern. zu. Immer wieder nachfragen, sich anschauen wie die Dusche aussieht ... so in etwa ging das bei allen Sachen. Ehe wir herausgefunden haben, wo wirklich das Problem liegt.

Zum Glück sind wir alle sehr vertraut und mögen einander. Da ist die Hürde halt geringer als wenn jemand Fremdes kommt und nach Fähigkeiten/Beeinträchtigungen fragt.

h%ikl"einxes


Drücke ich mich echt so missverständlich aus?

Nochmal, um damit abzuschließen: Ich sage weder, dass der MDK eine unabhängige und objektive Prüfgesellschaft ist, noch, dass man ältere Menschen bei solchen Besuchen mal eben mit dem MDK alleine lassen sollte und einfach nur abnicken, wenn sie von sich selbst behaupten, sie würden noch "alles alleine schaffen".

hHeu+te_hixer


@ hikleines

Unsere Beiträge haben sich überschnitten.

Ja, ich habe deine Äußerungen bisher so verstanden, dass man kein Schauspiel veranstalten soll und alles wird sowieso schon gut gehen.

h|ikXlei:nexs


Ok. Also: Ich halte es tatsächlich für nicht gut, ein Schauspiel zu veranstalten. U. a., weil man dann, wenn der Gutachter da durchblickt, vermutlich sowieso verloren hat. Hier geht es aber ja darum, dass man versucht zu verhindern, dass die Pflegebedürftigen eine Schauspiel in die ANDERE Richtung veranstalten.

Und ich habe tatsächlich erlebt, wie der Gutachter dann gesagt hat: Aha, Sie duschen also jeden Tag alleine? Dann steigen Sie doch bitte mal gerade in die Badewanne und zeigen das vor.

h2eutex_hier


@ hikleines

Hast du das im Familien/Bekanntenkreis erlebt? Das ist schon ein sehr zugewandtes Vorgehen seitens der Gutachter. Danke für diesen Hinweis. Das gebe ich weiter an alle Beteiligten an diesem Gutachten-Termin (ich bin leider nicht dabei). Wenn irgendetwas behauptet wird, dann soll Schwiegermutter das vormachen.

Ich hoffe es kommt nicht dazu. Leider weiss man nie, was in der konkreten Situation ansteht.

Naja, Missverständnisse treten auf. Deine Beiträge haben meine Gedanken in eine andere Richtung gelenkt. Das ist gut @:)

hReute_xhier


Das Urteil vom MDK stand schon im Vorhinein fest:

Ein Antragsteller muss über 6 Monate gelitten haben. Also muss die Schwiegermutter noch 3 Monate ausharren. Warum machen sie dann einen Termin?

Da sieht man einen totkranken Menschen und veranstaltet so eine Veranstaltung.

Ich bin so entsetzt und gleichzeitig, haben wir mit ähnlichem gerechnet.

Es ist traurig, wie der MDK mit Menschen umgeht. Diese Leute sollten sich sowas von schämen.

Mir fehlen die Worte.

BGenibtaxB.


So ein Quatsch, da würde ich gegenangehen. Nach einem Schlaganfall soll jemand erst mal 6 Monate leiden und keine Pflegestufe bekommen? Als Beispiel? Was ist denn das für eine Argumentation.

Meine Mutter mit einiger Demenz und nach genageltem Oberschenkelhalsbruch, der ja akut war, hätte gar nicht gewußt, dass man überhaupt duschen kann oder soll oder dass man sich auch abtrocknet. Ich stelle mir gerade vor, da hätte man von 6 Monaten gefaselt...

h*eut;e_hxier


@ Benita

Das sehen wir genauso. Widerspruch gibt es ohnehin. Aber erstmal muss man das menschlisch verkraften, was die Gutachterin vom Stapel gelassen hat. Mein Blutdruck (habe eher niedrigen) will nicht runter gehen. Puh, da brauch ich noch etwas Zeit.

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