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Katastrophale Zustände im Krankenhaus - was tun?

EWineG1uwteFrxage hat die Diskussion gestartet


Seit nunmehr 10 Tagen liegt meine Schwiegermutter im Krankenhaus. Eingeliefert wurde sie mit einer ganz massiven Schwindelattacke und Übelkeit, sie lag auf dem Boden und war unfähig sich zu rühren.

Verdacht war Schlaganfall, jedoch zeigten die CT Aufnahmen nichts und die Diagnose wurde fallengelassen.

Dennoch ist sie immer noch auf der Neurologie.

Als sie eingeliefert wurde war sie tüddelig, unsicher, aber sprachlich zu allen Seiten fit, konnte sich äußern, konnte in der Wohnung frei gehen und auch 2 Stockwerke Treppen bewältigen.

Nun, 10 Tage später liegt sie in Windeln, kann nicht mehr selbstständig aufstehen und brabbelt unverständliches Zeug. Ich bin Versorgungsbevollmächtigte und stehe daher jeden Tag auf der Matte und sprech mit Ärzten, Pflegern etc. Drei Ärzte haben mir gesagt, dass es keinen körperlichen Grund gibt für den Zustand. Es war definitiv kein Schlaganfall, man schob es auf die Psyche.

Nachdem ich mich ein wenig informiert hatte, in meiner Verzweiflung den Hausarzt angerufen habe, kam ich auf das Thema "Neuroleptika bei alten Patienten". Ich forderte zusammen mit meinem Mann Akteneinsicht, die mir nach etwas Gezeter auch gewährt wurde. Seroquel - nach Bedarf. Ein Neuroleptika was meine S-Mutter in einen brabbelnden Haufen Mensch verwandelt. Angewandt weil sie manchmal zu oft klingelt und 3 x die gleiche Frage stellt.

Ich habe der Ärztin in meiner Rolle als Versorgungsbevollmächtigte streng verboten weiter diese Tabletten zu geben, 2 Tage lang klappte es auch. Siehe da, meine S-Mutter konnte sich wieder artikulieren und fand sogar allein den Weg zur Toilette. Gestern jedoch habe ich sie in einem desolaten Zustand vorgefunden. Nichts ging, sie lag weinend im Bett, unfähig ein Wort zu sagen. Die Zunge baumelte im Mund herum, sie klammerte sich panisch an die Bettkante.

Ich sofort wieder zur Pflegerin, gefragt ob sie wieder abgeschossen wurde. "Nein nein - sie hatte eine Endoskopie und bekam ein Beruhigungsmittel." WTF? Was für eine Endoskopie? Konnte mir keiner sagen, auch nicht warum ich darüber nicht informiert wurde, geschweigedenn eine Einwilligung unterzeichnen musste. Wieder kam die Aussage: "Sie wissen doch, ihre Schwiegermutter hat gute und schlechte Phasen".

NEIN hat sie nicht. Zu Hause ist sie immer gleich. Anstrengend, etwas nervig, aber absolut keine Indikation sie medikamentös niederzuknüppeln.

Ich habe keine ahnung mehr was ich machen soll. Ich hab Angst, dass dieses Krankenhaus meine Schwiegermutter umbringt. Sie hat vor 3 Tagen über Herzbeschwerden geklagt. Die Ärztin sagte: "Das bildet sich ihre Schwiegermutter ein, sie hat nichts, sie braucht nur Aufmerksamkeit". Das kardiologische Konsil ergab: "Troponin angestiegen, EKG verändert, dringend Herzkatheder nötig". Ach ne... Die Psyche also, ja? Nur dumm, dass Seroquel den Scheiß auslösen kann. Wollen die meine Schwiegermutter eventuell unauffällig um die Ecke bringen?

Der Sozialdienst wollte sie in Kurzzeitpflege abschieben, eine Reha wäre ja nicht möglich, wegen der Dialyse. Nachdem ich klipp und klar sagte, dass ein Pflegeheim NICHT in Frage kommt, wurde dann ein ambulanter Pflegedienst vorgeschlagen, der zwar überflüssig ist, aber gut. Die wollen halt Geld machen. Die Dame vom Sozialdienst sagte mir durch die Blume: "Wissen Sie, ein laufender, sprachlich orientierter Patient macht beim MDK keinen guten Eindruck". Was soll das heißen? Sie machen sie extra mundtod, damit eine möglichst hohe Pflegeeinstufung erfolgt?

Ich bin kurz davor meine Schwiegermutter mit nach Hause zu nehmen, allerdings steht die blöde Herzkathederuntersuchung im Raum. Die muss ja nun mal gemacht werden.

Was wäre denn, wenn ich sie mitnehme und sie in eine Uniklinik bringe? Müssen die sie aufnehmen? Oder komm ich da vom Regen in die Traufe? Wie kann ich denn kontrollieren und verbieten, dass die ihr keine Neuroleptika geben? Sie ist nicht so pflegebedürftig und dement, dass sie diese braucht. Zumal mich die Ärzte rund um die Uhr anrufen können. Wenn sie echt mal stressig ist (das äußert sich dann aber nur in Form von tausendmal das gleiche fragen), dann bin ich in 20 Minuten da und kümmer mich drum.

Es kommt hinzu, dass niemand dafür sorgt dass sie isst. Sie hat massives Untergewicht, Kachexie und trotzdem stehen die Teller immer unberührt da, keiner hilft beim Essen. Abends mach ich das, aber wenn sie dann eben total neben der Spur ist und im Bett liegt und lallt, kann ich tun was ich will, dann nimmt sie nix an. Jetzt werde ich es heute mit Hipp Gläschen probieren, ich weiß mir nicht mehr zu helfen.

Antworten
K0anga


Du kannst deine Mutter verlegen lassen, sofern sie Verlegungsfähig ist müssen die Ärzte im aktuellen Krankenhaus alles nötige veranlassen.

Ich kann dir nur empfehlen den Herzkatheter nicht in dieser Klinik durchführen zu lassen wenn du ein schlechtes Gefühl hast, zwar sind Herzkatheter Routineeingriffe doch sie bergen trotzdem Gefahren.

Vorallem ist hier Erfahrung notwendig, da zählt Qualität statt Quantität.

Ich hatte schon zahlreiche Herzkatheter und weiß wovon ich spreche.

Was wäre denn, wenn ich sie mitnehme und sie in eine Uniklinik bringe? Müssen die sie aufnehmen?

Kommt auf die Dringlichkeit an.

Einige Kritikpunkte muss man aber relativieren wie z.b das mit dem Essen. Du schreibst du als Angehörige hast schon Probleme ihr manchmal das Essen zu reichen wenn sie neben sich steht.

Krankenschwestern sind Unterbesetzt, müssen oft Springen. Wie sollen sie denn deine Schwiegermutter zum Essen animieren? Sie können ihr ja das Essen nicht reinzwängen.

Und ich verstehe dass du mit der Situation unzufrieden bist dass sie teilweise ruhig gestellt wird und deswegen bissl aus der Bahn geworfen wird.

Aber beachte bitte dass die Krankenschwestern sehr viele Patienten haben um denen sie sich kümmern müssen. Wenn eine Patientin dann zeitweise ständig klingelt, immer wieder die gleichen Fragen stellt, unruhig ist und keine Ruhe findet sollte man sich halt überlegen ob eine kurzfristige ruhigstellung nicht auch für den Patienten förderlicher ist.

lg

RoegCenpfxeifer


Das klingt alles sehr anstrengend und ärgerlich.

Könntest du nochmal mit dem Hausarzt deiner Schwiegermutter sprechen? Vielleicht kann er dort etwas für euch erreichen, möglicherweise kann er dir auch die Frage beantworten, ob deine Schwiema in eine Uniklinik verlegt werden kann. Was sagt dein Mann dazu, dass seine Mutter so schlecht behandelt wird dort?

Toll jedenfalls, wie du dich kümmerst! Hoffentlich wird alles gut!

L&avKendeelblütxe


Könnt ihr euch evtl im Verwandschafts/Freundeskreis mit Besuchen abwechseln und vorwiegend zu den Mahlzeiten da sein, um deine Schwiegermutter beim Essen zu unterstützen?

Das wäre eine großartige Hilfe für alle Beteiligten.

NUK7_8


Das mit dem Verlegen stimmt leider nicht ganz, das musste ich letztes Jahr bei meinem Vater schmerzlich erfahren. Wenn das Krankenhaus Maximalversorgung hat, dürfen sie nicht verlegen. Man kann aber auf eigene Verantwortung den Patienten entlassen, ihn mit Krankentransport ins Wunschkrankenhaus bringen lassen und dort als neuen Patienten aufnehmen lassen. Kostenpunkt wäre bei uns irgendwas um die 130 Euro gewesen (leider hat mein Vater das nicht mehr erlebt).

Ich weiss, dass gern auf die Psyche geschoben wird. Bei meiner Mutter war das auch so. Es hiess, sie bilde sich ihren Schwindel ein. Letztendlich haben wir die Untersuchungen, die das KH verweigerte ambulant durchführen lassen und siehe da: Bandscheibenvorfall und gequetschter Nerv....

Frag mal beim Kardiologen oder Hausarzt nach- soweit ich weiss, kann man eine Herzkatheteruntersuchung -sofern überhaupt notwendig- auch ambulant machen lassen.

Ansonsten...bei den Zuständen: raus aus dem Krankenhaus !

N-K7x8


Nachtrag: lass vom Hausarzt Fortimel verordnen. Das hat viele Kalorien und wird bei Untergewicht sicher verordnet.

Der Schwiegermutter alles Gute.

S\u$nflowNerB_x73


Vorab:

Optimal läuft es wirklich nicht; da sollte mehr Klarheit gefordert werden. Es gibt immer auch eine Anlaufstelle für derartige Kritik in den Kliniken!

Andererseits: Du klingst schon sehr aggressiv... "wollen nur Geld verdienen"... "Kachexie und das Essen steht". Man wird doch aber nicht innerhalb weniger Tage kachektisch, also MUSS es zu Hause schon nicht optimal laufen! Und leider verschlechtert sich bei älteren Menschen wg. Nichtigkeiten leider oft der Gesamtzustand ziemlich rapide...

N$K78


Sunflower: und wenn es die Anlaufstelle interessieren TÄTE, würde auch was draus werden.

Ich musste mir mehr als einmal anhören, ich sei kein Arzt und habe eh keine Ahnung. Beschwerden landen direkt in Ablage P.

Bei der Krankenkasse wurde es zur Kenntnis genommen, aber auch denen sind die Hände gebunden. Erst als ich damit gedroht habe, an die Öffentlichkeit zu gehen (die Zeitung mit den 4 grossen Lettern hat an sowas immer Interesse), kam man mir etwas entgegen.

hXeutIe_hixer


Bei Schwierigkeiten mit dem Gesundheitssystem habe ich sehr gute Erfahrung mit der unabhängigen Patientenberatung (UPD) gemacht. Es gibt kompetente telefonische Beratung und einen Versuch würde ich in solch mißlicher Lage auf jeden Fall machen.

Dem Krankenhaus und seinen kompetenten Mitarbeitern würde ich auch nicht mehr über den Weg trauen, nachdem was du hier berichtet hast. Es ist echt eine Mühe, dass mittlerweile Pfennigfuchserei und nicht die Gesundheit der Menschen im Vordergrund des Gesundheitssystem stehen.

Beste Wünsche zuur Genesung für deine Schwiegermutter @:)

EOineGutReFzrage


Erstmal danke für eure zahlreichen Antworten.

Die Herzkathederuntersuchung läuft just in diesem Moment, das kann ich leider nicht mehr in einem anderen Krankenhaus machen lassen. Danach folgt die Verlegung auf die intensivmedizinische Kardiologie, ich hoffe, dass es dort besser wird.

Das Problem ist, ja es ist ein Krankenhaus mit Maximalversorgung, Stroke Unit, Intermedia Care, das volle Programm. Es war auch Jahrzehnte lang ein Krankenhaus mit Top-Leistungen, erste Wahl für viele Patienten. Dann kam die Privatisierung.

Aber beachte bitte dass die Krankenschwestern sehr viele Patienten haben um denen sie sich kümmern müssen. Wenn eine Patientin dann zeitweise ständig klingelt, immer wieder die gleichen Fragen stellt, unruhig ist und keine Ruhe findet sollte man sich halt überlegen ob eine kurzfristige ruhigstellung nicht auch für den Patienten förderlicher ist.

Ich verstehe das durchaus, dem Pflegepersonal geb ich auch direkt keine Schuld an der Situation, das System ist schuld, nicht die Leute die es ausführen. Was sollen sie auch machen? Meine Schwiegermutter ist sicherlich nicht die einzige Patientin, die mit schweren Krankheitssymptomen da ist und die viel mehr Aufmerksamkeit bräuchte als sie bekommt. Neutral betrachtet kann ich das alles natürlich total verstehen. Deswegen versuche ich es auch soweit es geht abzufangen und zu entlasten. Dafür bin ich als Angehörige ja auch ein Stückweit da.

Was sagt dein Mann dazu, dass seine Mutter so schlecht behandelt wird dort?

Da hab ich mein nächstes Sorgenkind. Mein Mann hat selbst schon mit der Ärztin gesprochen, aber er verzweifelt an der Situation. Er befindet sich im Moment in seinem Schutzwall, blockt alles ab was in irgendeiner Form mit Gefühlen daher kommt. Ich komm an ihn nicht ran, alles was ich machen kann ist ihm das Gefühl zu geben, dass ich da bin und er nicht allein ist. Er sagt immer: "Alles gut, ich komm klar", aber dann bilden sich Aphten im Mund, kleine eitrige Scheißgeschwüre und ich weiß genau, dass das seine Seele ist, die da weint. Aber er kann es nicht zeigen. Ich bin eher diejenige die dann weint, zittert und am Boden hängt. Als der Notarzteinsatz hier war, hab ich hinterher gezittert und geheult als hätte ich Parkinson. Das sie krank ist weiß ich und wir hatten bei Gott auch nicht immer das beste Verhältnis. Sie ist mir manchmal so auf den Nerv gegangen, ich hätte sie fressen können. Aber trotzdem hab ich sie lieb. Oft merkt man das aber erst, wenn dann ein Notfall eintritt.

Könnt ihr euch evtl im Verwandschafts/Freundeskreis mit Besuchen abwechseln und vorwiegend zu den Mahlzeiten da sein, um deine Schwiegermutter beim Essen zu unterstützen?

Das wäre eine großartige Hilfe für alle Beteiligten.

Es gibt nur meinen Mann und mich, leider. Die leibliche Tochter hat sich seit 6 Jahren nicht einmal mehr erkundigt wie es ihrer Mutter geht, die Geschwister meiner Schwiegermutter ebenfalls. Freunde hat sie nur an der Dialyse und die sind allesamt selbst schwer pflegebedürftig.

Das mit dem Verlegen stimmt leider nicht ganz, das musste ich letztes Jahr bei meinem Vater schmerzlich erfahren. Wenn das Krankenhaus Maximalversorgung hat, dürfen sie nicht verlegen. Man kann aber auf eigene Verantwortung den Patienten entlassen, ihn mit Krankentransport ins Wunschkrankenhaus bringen lassen und dort als neuen Patienten aufnehmen lassen. Kostenpunkt wäre bei uns irgendwas um die 130 Euro gewesen (leider hat mein Vater das nicht mehr erlebt).

Es tut mir sehr leid für deinen Vater und natürlich für alle Hinterbliebenen :)- :)*

Nachtrag: lass vom Hausarzt Fortimel verordnen. Das hat viele Kalorien und wird bei Untergewicht sicher verordnet.

Der Schwiegermutter alles Gute.

Ach, leider ist das genau das nächste Problem. Wir kennen die Trinknahrung, hab sie schon auf eigene Kosten (speziell für Dialysepatienten) geordert gehabt und sie liebt das Zeug. Aber es ist schweineteuer. Und keiner der behandelnden Ärzte schreibt es auf. Hausarzt sagt: Müssen die Nephrologen machen. Nephrologen sagen: Ne, müssen sie kaufen, ist nicht verordnungsfähig. AOK sagt: Müssen Hausarzt oder Nephrologen verschreiben. Was soll man da sagen? Man läuft gegen Windmühlen.

Andererseits: Du klingst schon sehr aggressiv... "wollen nur Geld verdienen"... "Kachexie und das Essen steht". Man wird doch aber nicht innerhalb weniger Tage kachektisch, also MUSS es zu Hause schon nicht optimal laufen! Und leider verschlechtert sich bei älteren Menschen wg. Nichtigkeiten leider oft der Gesamtzustand ziemlich rapide...

Jopp, ich bin auch aggressiv, das geb ich offen zu. Allerdings niemals im Umgang mit dem Pflegepersonal oder den Ärzten. Ich bin höflich, freundlich, sage bitte und danke und bringe auch gern mal paar Pfund Kaffee mit für die Schwestern. Das Untergewicht ist ein seit mehreren Jahren bestehendes Problem, bedingt durch die Dialyse und mehrere Herzinfarkte, Schlaganfälle etc.pp. Sie hat massiv Gewicht verloren, darf nur wenig trinken (0,7 Liter) und dann kam noch der MRGN-Keim und eine chronische Darmentzündung mit monatelangem Durchfall hinzu. Da wurde ganz schnell aus einer 60-Kilo Patientin eine 40 Kilo Patientin am Ende. Es läuft zu Hause insofern "optimal", dass ich mit ihr Essen kann, dass ich genau weiß was sie mag, was sie isst und ich mich drum kümmere dass sie genug trinkt. Klappt mal sehr gut, an manchen Tagen auch gar nicht gut. Was aber wiederum daran liegt, dass die chronische Entzündung von Magen und Darm oft massive Schmerzen verursacht nach dem Essen und sie dann lieber verzichtet. Ich kann es ihr ja nicht reinkloppen oder sie zwingen. Hab ich Anfangs versucht, bringt ihr weder körperlich, noch psychisch irgendwas. Aber ja, ich spüre eine unglaubliche Wut in mir drin auf das beknackte Krankensystem.

Wir haben Pfleger und Schwestern, die eine unfassbar schwere Arbeit haben. Jeden Tag mit Menschen arbeiten, jeden Tag dem Tod begegnen, jeden Tag laufen, rennen, Notfälle haben etc.pp. Diese Menschen, die Pfleger und Schwestern, werden bezahlt wie der letzte Dreck, dabei hätten sie ein fürstliches Gehalt verdient. Ich will den Banksachbearbeiter nicht schlecht machen, aber wie kann es sein, dass jemand der mit Geld arbeitet mehr verdient, als jemand der unser höchstes Gut umsorgt, die Menschen, die Gesundheit? Ärzte müssen teilweise 48 Stunden Schichten schieben, sind vollkommen übermüdet, entkräftet und sehen sich nicht mehr in der Lage anders zu helfen, als mit Neuroleptika für Müdigkeit zu sorgen. Das ist kein Fehler den ich den Ärzten ankreide, irgendwann sind die so abgestumpft dass sie es tun. Das ist ein gewaltiger Fehler in diesem Scheißsystem und das ärgert mich massiv. Ich will nicht durch ein Altenheim laufen müssen und mir die "überflüssig gewordenen Fresser" anschauen, die nur noch dahin vegetieren, das tut mir so weh in der Seele, das glaubt mir kein Mensch. Ja, das macht mich ehrlich aggressiv, sorry :(


Ich habe einfach Angst dass sie stirbt, jetzt gleich, heute, morgen. Ich habe Angst dass ich die Zeichen fürs Ende übersehe. Am Tag bevor sie ins Krankenhaus kam saß sie hier, rauchte ihre Zigarette und diskutierte mit mir, ob sie zu viel raucht und dass es doch eh egal wäre in ihrem Alter. Sie war natürlich langsam, etwas tüddelig, sehr dünn, konnte kaum laufen (nur innerhalb der Wohnung). Aber der Zustand den ich jetzt sehe ist ein zitterndes Etwas mit trüben Augen, was sich nur wenig äußern kann und nach einem Satz ermüdet und was ich medizinisch höre ist, dass alles gut ist. Da wird über Physiotherapie zu Hause gesprochen, über Treffen für Senioren, ambulante Pflegedienste etc. Das was ich sehe ist aber jemand, der dem Tod näher ist als dem Leben. Ist meine Wahrnehmung so falsch? Wäre sie auf der Palliativen oder im Hospiz nicht sicherer und besser dran? Ich weiß es nicht, es bringt mich nur zur Verzweiflung bei jedem Handyklingeln einen halben Herzkasper zu kriegen.

Sorry für den Roman, das musste mal raus. %:|

M e$h\no


Manchmal hilft es, die Wut heraus zu schreiben.

Es ist toll, wie Du Dich um deine Schwiegermutter kümmerst.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manch älter Patient kranker aus dem Krankenhaus kommt als er hineingegangen ist. Dann muss er im Seniorenheim erstmal wieder aufgepäppelt werden.

Was spricht gegen ein Seniorenheim? dort ist sie besser aufgehoben als in diesem Krankenhaus.

Ich schiebe die Probleme im Krankenhaus auf das fehlende Personal. In diesen Zeiten hat ein Pfleger keine Zeit, länger bei einem Patienten zu verweilen, um ihm das Essen anzureichen. Da wird lieber gleich eine Magensonde gelegt....

Und unruhige Patienten werden eben mit Medikamenten ruhiggestellt. alles für die Rendite {:( .

Ich drücke die Daumen, dass sie wieder auf die Beine kommt.

b`eetl$ejuibcex21


Der Personalschlüssel im Seniorenheim ist doch genauso katastrophal. Und es standen ja noch Untersuchung und Therapie im Raum.

M6eh2no


Auch da kann man bei hohem Krankenstand Pech haben. In der Regel sind aber keine Notfälle zu versorgen, etc., so dass in einem Seniorenheim mehr Zeit für das "kümmern" bleibt. Ist nur meine persönliche Meinung und Einschätzung. :-)

E3ineGut%eFraxge


Ich freu mich dass hier noch Rückmeldungen kamen.

Ja, derzeit sieht es so aus, dass eher palliativ gehandelt wird. Sie war bedingt durch das Seroquel auf dem Kathedertisch absolut nicht führbar. Sie hat sich gewehrt, gedreht, nicht kooperiert, so dass die Untersuchung letztlich abgebrochen wurde. Sie kam danach trotzdem auf die ITS, weil ein Herzinfarkt drohte. Dort wurde das Seroquel bedingt durch die kardiologischen Nebenwirkungen abgesetzt und siehe da, sie war wieder die Alte. Sprach, redete, aß.

Seit Montag liegt sie nun wieder auf der Normalstation und das Bild ist schlechter denn je. Insbesondere nach der Dialyse verweigert sie jede Nahrung und Flüssigkeit, was dann wiederum zur Austrocknung und zum geistigen Delir führt. Wir haben also einen Teufelskreislauf. Die Herz-Kranz-Gefäße sind verschlossen, man will aber nicht mehr intervenieren, stattdessen erhält sie jetzt ein Opiatpflaster wegen der Schmerzen in der Brust. Ich möchte dass eine PEG gelegt wird, der Arzt befürwortet das auch insoweit, wie sie sich aber nicht quält.

Fairerweise muss ich sagen, dass das Personal auf der Intensivstation Gold wert ist. Dort hat man sich so liebevoll um die Frau gekümmert, mit Extrawünschen, persönlicher Ansprache, Gesprächen mit mir, dass ich richtig dankbar war. Auch der jetzt zuständige Arzt ist super engagiert. Komisch, warum nur mach ich IMMER mit männlichem Pflegepersonal und Ärzten die bessere Erfahrung? Liegt das daran weil ich eine Frau bin? Dass Männer mir persönlich gegenüber einfach kooperativer und zugänglicher sind?

Stand jetzt ist, dass sie Freitag entlassen werden soll. WIE das letztlich funktioniert ist mir noch nicht so ganz klar. Pflegegrad 2 ist erteilt worden, angeblich werden im Laufe der Woche vom Sanitätshaus Hilfsmittel wie Pflegebett, Rollstuhl, Toilettenstuhl geliefert. Zudem soll ein Pflegedienst 3 x am Tag vorbei kommen. Ich hoffe, dass sie vorher die PEG bekommt, denn das wäre für sie auch eine vehemente Entlastung. Sie leidet darunter, wenn ich versuche sie zu füttern und ich leide ebenfalls darunter, wenn sie mich dann anfaucht und nicht will.

bxeetlejbui?cxe21


Welche grunderkrankung hat die denn, dass man da von Palliativ spricht ?

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